Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Samstag, 28. Mai 2011

Mit Einfallsreichtum das Leben gestalten


Es gibt Beiträge im Internet, die mich so begeistern, dass ich sie auch meinen Leserinnen und Lesern zugänglich machen möchte - so zum Beispiel

dieses Video.

Caschy - ich danke Dir für die "Leihgabe".

Freitag, 27. Mai 2011

Die Erfahrungen des Alters


Auch wenn das biologische Alter nicht grundsätzlich ein Zeichen von Weisheit ist, so gibt es in meinem Leben mindestens einen Menschen, an dessen Erfahrungsschatz ich sehr gerne teilgenommen hätte: Ich spreche von meinem Opa mütterlicherseits, der leider viel zu früh gestorben ist, ich war gerade fünf Jahre jung. In Erinnerung habe ich ihn als einen Menschen mit rauer Schale und weichem Kern. Zwar habe meinen Opa nicht bewusst erlebt, aber seine Spuren hat er glücklicherweise in mir hinterlassen.

Es war zeitlebens einer meiner Wünsche, einen vertrauensvollen und vertrauenswürdigen Menschen an meiner Seite zu wissen und zu spüren, der wenigstens eine Generation älter ist als ich. Einen Menschen an meiner Seite, der sein Leben bewusst und mit allen Sinnen lebt, der auch mich als jungen Menschen ernst nimmt und der sich mit mir auf Augenhöhe auszutauschen vermag. Wir hatten schon immer eine sehr kleine Verwandtschaft und somit war "meine Auswahl" (um es mal so zu benennen) äußerst begrenzt. Und es waren in der Regel Menschen, die mit einem eigensinnigen und selbständigen Kind nichts zu tun haben wollten oder konnten.

Ein weiterer Mensch, der meinem Wunsch entsprach, war ein früherer Klassenlehrer. Eine Klassenkonferenz hatte ihn mal beauftragt, meinen Eltern zu empfehlen, mich von der Schule zu nehmen. Jahre später habe ich auf Umwegen davon erfahren und von seiner Zivilcourage, meinen Eltern diesen Vorschlag nicht zu unterbreiten, weil ihm klar war, dass genau das falsch gewesen wäre und mir sehr geschadet hätte. Er war der einzige Lehrer, den ich geachtet habe, weil er auch seine Schüler geachtet hat. Er war absolut authentisch. Und damit hatte er sich meine menschliche Achtung verdient. Zudem war er auch fachlich ein ausgezeichneter Lehrer.

Heute bin ich in dem Alter, um jungen Menschen ein Freund und Begleiter auf Augenhöhe sein zu können. Doch eigene Kinder habe ich keine, frühere Kontakte sind aus diesem Grunde eingeschlafen und auch auf meinem sonstigen Lebensweg haben sich solche Kontakte nicht ergeben.

Geblieben ist mir zum Glück die Fähigkeit, mich (ich glaube) ziemlich gut, in junge Menschen hinein versetzen zu können.

Sonntag, 22. Mai 2011

Eine bittere Niederlage


Zwei Jahrzehnte habe ich unermüdlich darum gekämpft, wieder am Berufsleben und damit am sozialen Leben teilnehmen zu dürfen. Weit über tausend Absagen haben mich davon nicht abhalten können, es dennoch immer wieder zu versuchen. Und heute muss ich mit Schmerzen und Bitterkeit feststellen, dass ich diesen Kampf verloren habe - viele unnötig verschwendete Energien, die ich hätte besser, sinnvoller und erfolgreicher anlegen können, hätte ich von Anfang an gewusst, dass ich letztendlich verlieren würde.

Heute bin ich übermüdet, ausgelaugt, leer, erschöpft, enttäuscht und niedergeschlagen. Auch wenn mir Vieles genommen und entrissen wurde und ich mir Manches habe nehmen und entreißen lassen:

Meine Würde und mein Selbstwertgefühl wird mir niemand entreißen und zerstören können!

Freitag, 20. Mai 2011

Der Wald in Bildern

Der Gesang der Vögel hat mich begleitet, doch konnte ich sie nur hören. Und die kleinen Tiere des Waldes hatten sich gut versteckt oder waren gerade nicht in der Stimmung, fotografiert zu werden. Bei den zwei einzigen Vögeln, die ich hätte fotografieren können, hat meine Kamera versagt, die seit heute zwei Macken hat:
*   Beim Heranzoomen eines Motivs schaltet sich die Kamera aus und fordert mich auf, die Batterien zu wechseln. Die Batterien habe ich gerade erst erneuert.
*   Beim Einschalten der Kamera erscheint grundsätzlich das Fenster zum Einstellen von Datum und Uhrzeit.
Wer ahnt oder weiß, wie sich diese Fehler beheben lassen, der/die möge mich an seiner/ihrer Weisheit teilhaben lassen.

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Donnerstag, 19. Mai 2011

Steter Tropfen höhlt den Stein


Beständiges Hinarbeiten auf ein Ziel kann vielen Fällen zum Erfolg führen; doch es gibt auch die Misserfolge eines beständigen Hinarbeitens:

Seit dem Beginn meiner Arbeitslosigkeit am 01.10.1990 habe ich bis zu meiner jüngsten schmerzvoll Erfahrung nie aufgehört, mein Ziel Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erreichen. Fortbildungen und zwischenzeitliche Beschäftigungen haben daran nichts ändern können. Anfangs habe ich noch meine Bewerbungen gezählt, doch nach über tausend Absagen habe ich es aufgegeben. In einem Fall waren meine Bemühungen sogar ein Schuss nach hinten, weil in der Firma, in der ich seinerzeit eine Nebenbeschäftigung hatte, alle Männer in Vollzeit übernommen worden sind. Auch hält sich bei einigen Mitmenschen bis heute hartnäckig das Gerücht, ich hätte meine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet.

Mittlerweile habe ich eine ehrenamtliche Stelle in einer städtischen Einrichtung angenommen, um überhaupt wieder eine Aufgabe zu haben und unter Menschen zu sein. Doch ich muss gestehen, dass ich zu diesem Ehrenamt ein zwiespältiges Gefühl habe: Einerseits macht sie mir Spaß, aber andererseits macht es mich wütend, dass ich nach diesen über zwanzigjährigen Kämpfen kostenlos arbeiten muss, weil mir auch die Stadt Solingen eine bezahlte Arbeit verweigert. Die öffentliche Hand hat kein Geld? Alles Lüge, wie die aktuelle Diätenerhöhung des NRW-Landtags glasklar zeigt: 133 Euro pro Monat mehr aus Steuermitteln für die eigene Tasche - ohne jede Diskussion!!! -, aber lächerliche 5 Euro mehr nach monatelangen "Diskussionen" für Hartz IV-Bezieher. Da neige ich doch leicht dem Vergleich zu: Was die Juden für die Nazis waren, sind die Hartz IV-Betroffenen für die heutigen Regierungen. Es gibt ja auch schon Stimmen, die in Richtung Arbeitslager für Hartz IV-Betroffene gehen.

Doch möchte ich lieber wieder zum Ausgangspunkt zurück kommen: Meine jahrzehntelangen Bemühungen um meinen dauerhaften Wiedereinstieg ins Berufsleben - sprich: mein "steter Tropfen" - hat durchaus auch einen "Stein" ausgehöhlt, nämlich meine Seele, die nur noch von ihrer Hülle zusammen gehalten wird.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Die große Reise eines Lebens (Aktualisierung)


Aktualisierung vom 19.05.2011: Heute habe ich meine Mutter besucht. Die Stimmung war entspannt, so dass ich sie fragen konnte, ob sie Angst vor dem Tod habe. Sie antwortete mir, das sei sehr unterschiedlich: Wenn es ihr gut gehe, würde sie gerne noch lange leben. Ginge es ihr schlecht, wünsche sie sich den baldigen Tod. Und sie möchte nicht ruhig entschlafen und auch keinen qualvollen Tod haben. Vielmehr möchte sie nicht langsam sterben, sondern kurz und ohne Qualen - sozusagen noch eine kurze Zeit des Abschieds haben wollen.

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Die Zitate in diesem Eintrag habe ich dem Buch von Tiziano Terzani "Das Ende ist mein Anfang" entnommen (ISBN 978-3-421-04292-7):
" Orsigna, den 12. März 2004

Mein lieber Folco,

Du weißt, wie ungern ich telefoniere und wie schwer es mir meine schwindenden Kräfte machen, selbst wenige Zeilen zu Papier zu bringen. Daher ist dies kein richtiger Brief, sondern ein "Telegramm" mit zwei, drei Punkten, die mir noch wichtig sind und die Du wissen sollst.
Ich bin entsetzlich schwach, aber heiter und gelassen. Ich liebe dieses Haus und rechne damit, bis zum Ende hier zu bleiben. Ich hoffe, Dich bald zu sehen, aber nur unter der Bedingung, dass Du mit Deiner Arbeit fertig geworden bist. Denn bist Du erst einmal hier, wird Dich (uns) alles andere vollkommen in Anspruch nehmen, besonders wenn Du Dich auf eine Idee einlässt, über die ich lange nachgedacht habe. Und zwar folgende: Wie wäre es, wenn wir zwei uns jeden Tag eine Stunde zusammensetzten und Du mich fragtest, was du schon immer fragen wolltest, und ich Dir frei von der Leber weg erzählte, was mir wichtig ist, von mir und meiner Familie, von der großen Reise des Lebens? Ein Austausch zwischen uns beiden, Vater und Sohn, so verschieden und einander doch so ähnlich, ein Testament, das Du dann zu einem Buch zusammenstellen könntest.
Beeil dich, denn ich glaube, mir bleibt nicht mehr viel Zeit. Sieh zu, wie Du es einrichten kannst, und ich werde mir Mühe geben, noch eine Weile zu leben, um dieses wunderschöne Projekt mit Dir zu verwirklichen, wenn Du Lust dazu hast.

Ich umarme Dich.
Dein Papa"

Vater Tiziano und Sohn Folco nehmen sich drei Monate Zeit für dieses im wahrsten Sinne des Wortes wunderschöne Projekt. Es wird ein Austausch zwischen zwei eigenständigen und einander sehr vertrauten Menschen, die ohne Scheu miteinander reden können.

Eine solche Offenheit und Vertrautheit habe ich mir immer mit meinen Eltern gewünscht, doch nie verwirklichen können. Mit Sicherheit habe auch ich einiges falsch gemacht und anderes übersehen, war zu ungeduldig und zu eigensinnig.

Mit meinem Vater - der leider im Oktober 1999 gestorben ist - hätte ich es mir gut vorstellen können, weil mein Vater von Typ her aus meiner Sicht sein Leben lockerer und menschlicher gelebt hat als meine Mutter. Das ist weder ein Lob für meinen Vater noch eine Kritik an meiner Mutter, weil beide ihre Geschichten hatten und auch eine gemeinsame Geschichte als Ehepaar und Eltern. Zumindest die ganz persönlichen Geschichten meines Vaters wie meiner Mutter hätte ich sehr gerne erfahren. Und hätte bestimmt voller Spannung und Neugier zugehört und hinterfragt.

Ein solch wunderschönes Projekt wie eingangs geschildert wird mit meiner Mutter nicht zu verwirklichen sein. Das Lesen des Buches hat mich glücklicherweise angeregt, darüber nachzudenken, wie ich meine Neugier dennoch wenigstens in Grundzügen verwirklichen kann. Bei einem meiner nächsten Besuche - wenn die Stimmung zwischen mir und meiner Mutter entspannt ist - will ich sie fragen: "Sag mal, Mutti - hast du Angst vor Deinem Tod?" Und ich würde mich riesig freuen und es würde mich glücklich machen, wenn ich noch das ein oder andere aus der Gedanken- und Gefühlswelt meiner Mutter erfahren dürfte.
"Als der Journalist und Schriftsteller Tiziano Terzani spürt, dass er nicht mehr lange zu leben hat, setzt er sich noch einmal mit seinem Sohn Folco zusammen - um gemeinsam mit ihm zurückzublicken auf ein reiches Leben und um bewusst Abschied zu nehmen. Ein wunderbares Gespräch über das Wagnis der Freiheit, über Mut, Liebe, Krankheit und Trauer, über die Vergänglichkeit, Momente der Schönheit und darüber, wie man lernt loszulassen."

Samstag, 7. Mai 2011

Mittelaltermarkt in Wülfrath

Am 7./8. Mai 2011 ist bzw. war in meiner Heimatstadt Wülfrath Mittelaltermarkt. Obwohl Solingen meine jetzige Heimatstadt ist, ist Wülfrath – die Stadt meiner Jugend – immer noch meine gefühlte Heimatstadt. Dort habe ich im wahrsten Sinne des Wortes die bisher schönste Zeit meines Lebens gelebt: die Jahre meiner Gymnasialzeit in Mettmann, sehr viel mit meinen ältesten Freunden (die immer noch in Wülfrath leben) unternommen, die weite Natur um Wülfrath herum (die sich erfreulicherweise und überraschenderweise bis heute erhalten hat) erkundet und genossen, kulturell und politisch gearbeitet, gekämpft und gefeiert. Trotz baulicher Veränderungen hat sich für mich die typische und vertraute Wülfrather Stimmung bis heute erhalten. Und sollte ich je noch einmal umziehen, so wäre es bestimmt Wülfrath. In einem meiner nächsten Einträge werde ich Euch dann Wülfrath mit Fotos aus meiner Sicht vorstellen.

Der Mittelaltermarkt fand dieses Jahr zum zweiten Mal in Wülfrath statt. Er geht über die ganze Innenstadt und ist auf vier miteinander verbundene Plätze verteilt. Das Wetter hat mit viel Sonnenschein zu vielen Besucher und einer gelösten Stimmung beigetragen.

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Dienstag, 3. Mai 2011

Blinde Visionäre


Bereits in meinem Beitrag vom 30. Dezember 2010 habe ich mich intensiv mit der Welt eines blinden Menschen auseinander gesetzt. Heute hatte ich das große Glück, diese Thematik vertiefen zu können. Die WDR-Wissenschaftssendung Quarks & Co. - moderiert von Ranga Yogeshwar - sendete am 03. Mai 2011 den Beitrag "Die Welt der Blinden". Im Mittelpunkt dieser Sendung stand das persönliche Gespräch von Ranga Yogeshwar mit der Blinden Sabriye Tenberken, die die Beiträge der Sendung jeweils auch aus ihrer Sicht kommentierte. Das einfühlsame Gespräch zwischen Ranga Yogeshwar und Sabriye Tenberken hat mich sehr berührt.

Ich möchte hier keine Zusammenfassung der Sendung geben, sondern bevorzuge es, meine Leserinnen und Leser selbst entscheiden zu lassen, in wie weit sie sich mit dieser Thematik beschäftigen möchten, die unter diesem Link gesehen und gehört werden kann. Wer sich nicht die vollständige Sendung ansehen mag, dem möchte ich gerne den ersten Beitrag "Ich bin blind. Na und?" und den letzten Beitrag "Was Ranga noch gefragt hat..." ans Herz legen, weil in diesen Beiträgen Sabriye Tenberken im Mittelpunkt steht.

Montag, 2. Mai 2011

Osama bin Laden und der deutsche Außenminister


Zur Tötung von Osama bin Laden äußert sich der deutsche Außenminister Guido Westerwelle mit den Worten, es sei "eine gute Nachricht für alle friedliebenden und freiheitlich denkenden Menschen in der Welt", dass Osama bin Laden "sein blutiges Handwerk gelegt werden konnte". Diese Worte für sich allein genommen sind wahr. Doch aus dem Mund des Außenministers des Landes, das der drittgrößte Waffenlieferant weltweit ist, klingen sie bitter, Menschen verachtend und zynisch.

Mit deutschen Waffen wurden und werden noch heute Kriege geführt und unschuldige Menschen ermordet. Und mit deutschen Waffen ermorden auch sehr aktuell Diktatoren ihre eigenen Bürger. Bei aller Freude über den Tod von bin Laden sollten gerade deutsche Politiker äußerst zurück haltend sein mit ihren Äußerungen und immer daran denken, dass es auch noch Menschen in Deutschland gibt, die sich durch heuchlerische Politikerworte weder einlullen noch für dumm verkaufen lassen.