Mittwoch, 24. Februar 2016

Warum ich mich nicht mehr gegen ehrenamtliche Tätigkeit wehre


Ehrenamtliche Tätigkeit habe ich während all meiner arbeitslosen Jahre abgelehnt, weil ich keine unbezahlte Beschäftigungstherapie wollte, sondern eine Tätigkeit, mit der ich mir auch einige Euros hinzu verdienen könnte. Vorteile habe ich darin keine gesehen - und damit das gemacht, was ich an anderen immer wieder kritisiere: Ich habe in rein finanzieller Kategorie gedacht und mir damit über die Jahre selbst geschadet.

Bereits nach drei Wochen ehrenamtlicher Tätigkeit in einem Altenheim sehe und spüre ich die Vorteile, vor denen ich jahrelang meine Augen und Sinne verschlossen habe:
*   Es baut mich auf, wieder eine verantwortungsvolle Aufgabe zu haben.
*   Die Freude der Oldies motiviert mich und zeigt mir zugleich meine menschlichen Werte.
*   Ich komme wieder in Gespräche mit Menschen und stelle fest, dass mir über die arbeitslosen Jahre doch so einiges an Kommunikationsfähigkeit verloren gegangen ist, dass ich jetzt wieder auffrischen und ausbauen kann.
*   Ich fühle mich in der übrigen Zeit schon etwas ruhiger und gelassener.
*   Mit dem Abschied von meiner krampfhaften Suche nach bezahlter Arbeit und der Annahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit fühle ich mich von einer großen Last befreit.

Im Rückblick denke ich: Wäre ich schon vor Jahren offen für ehrenamtliche Tätigkeit gewesen, hätte sich das möglicherweise auf meine schriftlichen Bewerbungen und meine Vorstellungsgespräche vorteilhaft ausgewirkt.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Ganz kurz erwähnt

Wenn ich alles, was ich im Kopf weiß, auch tatsächlich leben könnte, dann wäre ich ein stark in mir ruhender Mensch. Wenn Leben so einfach wäre . . . – darum ist der Versuch, dieses Wissen in Leben umzusetzen, auch mit vielen Zweifeln, Suchen und Rückschlägen gefüllt.

Dienstag, 26. Januar 2016

Vom Kämpfen loslassen


Bereits vor einigen Jahren hatte ich mich entschlossen, vom Kämpfen los zu lassen, weil die vielen Kämpfe mich ermüdet haben und sie meistens keinen dauerhaften Erfolg zeigten. Wenn einer kämpft, muss auch einer verlieren. Und oftmals war ich es selbst. Doch wie stehe ich heute da? Habe ich aufgehört zu kämpfen? Leider nein.

Lange Zeit dachte ich, ich sei auf diesem Weg ein Stück vorwärts gekommen. Und heute muss ich feststellen, dass mein lebenslanges Kämpfen so in mir verankert ist, dass ich mich nur sehr schwer davon wirklich verabschieden kann. Allein die sich wiederholende Erfahrung, dass ich mir damit immer wieder selbst schade, scheint nicht zu helfen. Es fehlt noch die innere Ruhe und Gelassenheit und das gefühlte Wissen, dass ich mich gegen das Hinterfragen mir nahe stehender Menschen nicht verteidigen muss - und möglicherweise auch grundsätzlich nicht.

Eine sehr gute Freundin erinnerte mich vor kurzem an den Satz "In der Ruhe liegt die Kraft." Diese Erkenntnis ist mir genaus so vertraut wie die Erkenntnis, dass wer kämpft auch verlieren kann. Es sind alte, eingefleischte Verhaltensweisen, deren Veränderung mit so manch einem Rückschlag verbunden sind.

Wie geht Ihr selbst damit um, wenn Ihr alte, eingefleischte Verhaltensweisen verändern wollt?

Mittwoch, 20. Januar 2016

Die Belanglosigkeiten des Alltags


So manches Mal sind es im Zusammenleben nicht die "großen" Dinge, die zu Unmut oder gar Streit führen, sondern die "kleinen" Belanglosigkeiten - eine Mischung aus Gewohnheiten, persönlichen Wichtigkeiten und Kleinkariertheiten. Bei mir sind das beispielsweise:

~ Geschlossene Türen: Ich mag es nicht, wenn in einer Wohnung Türen geschlossen sind. Das gibt mir ein Gefühl von Eingeschlossensein und zugleich Ausgeschlossensein.
~ Fast jedes Verhalten erklären können: Ich habe zum Teil Verhaltensweisen, die ich noch nie hinterfragt habe und manches Mal auch gar nicht hinterfragen möchte.
~ Wenn ich nach Hause komme, fahre ich zuerst (bevor ich meinen Mantel ausziehe) meinen Rechner hoch. Als wenn es nichts Wichtigeres gäbe.

Das sind jetzt nur drei Beispiele und weitere fallen mir gar nicht ein, weil ich mich in dieser Hinsicht für ziemlich entgegen kommend halte. Aber ich kann mich ja auch irren. Das bringt das Leben nun mal so mit sich. Ein weiteres Beispiel, das allerdings nicht auffällt: Ich füge am Ende jeder SMS ein Leerzeichen ein. Warum? Ich kann es nicht erklären.

Was für den einen Belanglosigkeiten sind, können für den anderen durchaus Wichtigkeiten sein. Sind hier nicht viel Verständnis und Toleranz im Miteinander gefragt?

Donnerstag, 7. Januar 2016

Kurz vor dem Endspurt


Ich möchte heute mal ein Geständnis machen. Aber bitte nicht weiter sagen - muss ja nicht jeder wissen: Der Einzug in meine Wohnung vor einer Reihe von Jahren verlief sehr unglücklich, weil ich nicht mehr die Kraft hatte - nach einer dreifachen Trennung -, die Wohnung zu renovieren. Und so staubte sie vor sich hin. Bis dass vor fast einem Jahr eine Frau in mein Leben trat, die mir anbot, mir beim Renovieren meiner Wohnung zu helfen. Ein solches Angebot für aktive Hilfe hatte ich noch nie erlebt (beeindruckt mich heute noch!!!). Und so haben wir an den Wochenenden und in ihren Urlauben meine Wohnung renoviert. Mittlerweile kann ich mich kaum noch daran erinnern, wie meine Wohnung mal aussah. (Es gibt jedoch einige Beweis- bzw. Vergleichsfotos). Ich hatte vor Monaten auch schon mal einen Eintrag mit der Überschrift Eine staubige Geschichte überlegt, aber - ach, lassen wir das.

Am Wochenende geht´s an den Endspurt. Und das Ziel heißt Wohnzimmer. Anschließend ist meine Wohnung dann eine Wohnung. Ich freue mich auf den Einlauf ins Ziel und damit das Ende einer mehrmonaten Fleißarbeit.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Meine Wünsche für Euch


In wenigen Tagen feiern wir wieder wie jedes Jahr Weihnachten und wieder einige Tage später gehen wir in ein neues Jahr. Mir ist, als wären Weihnachten und Neujahr vom letzten Jahr erst ein paar Wochen her.

Ich wünsche Euch, liebe Leserinnen und Leser, ein friedliches Weihnachtsfest und einen guten Übergang. Möge Euch das neue Jahr sehr viele angenehme und lebenswerte Ereignisse bringen und viele liebenswerte Mitmenschen.

Mittwoch, 18. November 2015

Über mich


Mein Gedankenbuch schreibe ich seit August 2007. Meine persönlichen Erfahrungen, meine Mitmenschen und die Welt, wie ich sie sehe und empfinde, sind immer wieder Themen meiner Artikel. Mal schreibe ich emsig und mal weniger emsig - das hängt davon ab, welche Themen mir aktuell wichtig sind. Hinzu kommt meine Freude an der Arbeit und auch am Spiel mit Sprache.

In meinem Leben habe ich nicht immer den besten Weg gefunden. Und das ist auch heute noch so. Oft tue ich mich schwer mit neuen Wegen und Abzweigungen - Gewohnheiten können bequem sein, aber auch viel Sicherheit geben.

Mein bisheriges Leben habe ich vor einiger Zeit mal in diesem persönlichen Lebenslauf aufgeschrieben.

Dienstag, 17. November 2015

Freifunk und WLAN


Schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit dem Gedanken, für meinen Rechner einen Freifunk-Zugang einzurichten und zugleich von LAN auf WLAN zu erweitern. Vor einigen Wochen wurde nun auch hier in Solingen eine Freifunkgruppe gegründet, der ich mich angeschlossen habe. Das Thema ist zwar für mich auf Grund seiner Komplexität und Fachlichkeit teilweise schwierig zu verstehen. Da die anderen Freifunker grundsätzlich im Chat gerne helfen, so ist diese Hürde schon einmal genommen. Und mit Taten helfen sie eben so gerne.

Daher habe ich einen Freifunk-Zugang bei mir besprochen und zugleich den Wunsch geäußert, dass ich außerdem bei dieser Gelegenheit gerne meinen Rechner von LAN auf WLAN erweitern wolle. Das ist nun geschehen: Der Freifunkrouter ist angeschlossen. Für ihn habe ich 20 € bezahlt. Ein zweiter Router, den ich für den WLAN-Zugang benötigte, wurde mir geschenkt. Die Arbeit geschieht grundsätzlich ehrenamtlich. Ein Freifunker aus der Gruppe hat mir die Router eingerichtet und angeschlossen - danke schön Marc.

WLAN ist schon was Feines - alleine schon deshalb, weil ich meinen Laptop jetzt in der ganzen Wohnung nutzen kann. Der Freifunkrouter ist zwar bisher der einzige "weit und breit", aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Montag, 9. November 2015

Eine ganz neue Erfahrung


Als mich ein guter Bekannter letzte Woche fragte, ob ich seine fast 90jährige betreuungs- und pflegebedürftige Mutter zwei Tage alleine betreuen könne, blieb mir erst einmal die Luft weg, weil ich eine solche Tätigkeit noch nie gemacht habe. Zuerst habe ich gezögert, weil ich nicht wusste, was bei einer solchen Aufgabe so alles zu tun ist und ob ich auf der zwischenmenschlichen Ebene mit seiner Mutter klar kommen würde. Nachdem er mir versichert hatte, dass er mich aus der Ferne per WhatsApp unterstützen und seine Schwester das vor Ort machen würde, habe ich tief durch geatmet und zugestimmt. Ich war ganz schön nervös. Und ich bin sehr zufrieden, dass ich zugestimmt habe!

Sehr schnell konnte ich feststellen, dass die Kommunikation mit seiner Mutter reibungslos über die Bühne lief. Seine Mutter ist auf einen Rollstuhl angewiesen und benötigt Hilfe im Haushalt und in der Pflege. Die körperliche Pflege, die seine Mutter nicht mehr alleine machen kann, hat dankenswerter weise seine Schwester übernommen - damit wäre ich überfordert gewesen. Alle anderen Dinge, die in einem Haushalt so anfallen, habe ich im ständigen Kontakt mit seiner Mutter, ihm und seiner Schwester übernommen. Auf Grund einiger "Überraschungen" stand ich zwar so ziemlich dauerhaft unter Druck, aber es war ein befriedigender Druck - zumal alle Beteiligten mit mir zufrieden waren (sogar ich selbst).

Und ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich stolz auf mich bin, mich auf diese gänzlich neue Aufgabe eingelassen zu haben. Die Zufriedenheit aller Beteiligten mit mir geht mir runter wie flüssige Butter.

Freitag, 9. Oktober 2015

Eine halbe Million Rentner ohne Grund zur Freude


Presseberichte weisen darauf hin, dass im nächsten Jahr mit einer "rekordverdächtigen" Rentenerhöhung zu rechnen ist. Das dürfte Millionen Rentner heute schon freuen und ich wünsche Ihnen (und damit mir auch), dass sich diese Rentenerhöhnung letztendlich nicht als Schall und Rauch erweist. Doch bedauerlicherweise gibt es etwa eine halbe Million Rentner, denen dabei die Freude buchstäblich im Halse stecken bleibt:

Es sind etwa eine halbe Million Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind. Und diese Zahl wächst von Jahr zu Jahr. Und angesichts der politischen Entwicklung wird diese Entwicklung über sehr viele Jahre nicht zum Stillstand kommen. Und warum bleibt diesen Rentnern die Freude im Hals stecken: Weil ihnen jeder Cent Rentenerhöhung in voller Höhe von der Grundsicherung wieder abgezogen wird. Diese Menschen kommen ein Leben lang auf keinen "grünen Zweig".

Diesen Tatbestand halte ich zwar für Allgemeinwissen, aber ich bin mir nicht sicher, ob es viele auch wissen. Nach meinen Erfahrungen wage ich das einmal vorsichtig zu bezweifeln. Doch sei es mal dahin gestellt, dass dieser Sachverhalt zum Allgemeinwissen gehört - selbst wenn viele Menschen sich über nächste Rentenerhöhung freuen können, wir sollten die armen, auf Grundsicherung angewiesenen, Renter nicht vergessen, wir sollten auch öffentlich auf deren Zwangslage aufmerksam machen.