Montag, 14. April 2014

Eigeninitiative - nicht immer vorteilhaft


Grundsätzlich ist Eigeninitiative eine selbstverständliche Eigenschaft in meinem Leben, weil ich Gedanken denke und fühle, die mich am Ort festhalten würden, wenn ich nicht versuchen würde, sie umzusetzen. Ohne Eigeninitiative ist ein weitgehend selbst gestaltetes Leben schon mal gar nicht möglich. Aber zu viel Eigeninitiative kann auch schädlich sein:

So sind alle Jobs, die ich in den Jahren meiner Arbeitslosigkeit mal "befristet" hatte, nicht auf Initiative anderer Menschen zustande gekommen, sondern ausschließlich auf meine eigenen Initiativen. Aber dennoch haben alle diese Eigeninitiativen zwanzig lange Jahre nicht zum Erfolg geführt. Auf mich ist  kein Arbeitgeber zugekommen - mit Ausnahme eines sehr verlogenen Arbeitgebers. Gefühlte zweitausend Absagen haben ihre spürbaren Wunden und Narben hinterlassen. Ich kenne Arbeitslose, die mit weitaus weniger Anstrengungen wieder in Arbeit gekommen sind. Das sind wohl die Menschen, die grundsätzlich die Leiter hoch fallen. Ich falle zwar nicht allzu tief hinab, aber ich komme auch nicht höher, bleibe eher immer auf derselben Stufe. Zudem musste ich bei allen befristeten Jobs (und vorher auch schon) die Erfahrung machen, dass Arbeitgeber mehr an Arbeitssklaven interessiert sind als an mitdenkenden, mitsprechenden und mitgestaltenden "Mit"arbeitern.

Auch bei der Suche nach einer neuen Lebenspartnerin habe ich viel Eigeninitiative investiert und tue es (leider?!?) immer noch. Entweder bin ich blind für Frauen, die auf mich zugehen - was ich eher weniger glaube - oder Frauen interessieren sich nicht für mich als Mann. Das zeigt sich in Sprüchen wie "Du bist ein lieber netter Junge, mit dem ich mich gut unterhalten kann, aber mehr ist da nicht." Der Begriff "Junge" ist im übrigen nicht aus der Luft gegriffen. Ob ich für Frauen kein Mannsbild bin? Ob Frauen mit armen Männern nichts zu tun haben wollen? Ob . . ., ob . . .? Ich weiß es nicht. Und es bringt auch gar nichts, das zu analysieren. Obwohl es so ist, fällt es mir immer wieder schwer, mich damit abzufinden.

An welcher Stelle beginnt Eigeninitiative schädlich zu werden? Das ist schwer zu sagen, weil sie oft eine Wanderung auf sehr schmalem Grat ist. Und auf der einen Seiten geht´s grundsätzlich steil bergab.

Freitag, 4. April 2014

Der WDR 2 Tag findet am 6. September in Remscheid statt


Ich habe es gehofft und meine Hoffnung hat sich erfüllt: Der diesjährige WDR 2 Tag findet am 6. September in meiner Nachbarstadt Remscheid statt. Endlich ist es mir nach Jahren mal wieder möglich, Kultur umsonst und dann noch draußen erleben zu dürfen. Und was der Westdeutsche Rundfunk (nicht nur) kulturell auf die Beine stellt, hat glücklicherweise immer noch Hand und Fuß.

Da ich kein Fahrgeld ausgeben muss, weil ich mit meinem Bärenticket bis Remscheid fahren kann, werde ich diesen Tag nicht nur kulturell genießen, sondern mir zudem die kulinarischen Köstlichkeiten schmecken lassen - trotz meines kleinen Geldes werde ich mir diesen Tag aus ganzem Herzen und ohne jede Reue gönnen!

Und wenn uns dann auch noch am 6. September die Sonne reichlich beschert - dann hat der 6. September alle Möglichkeiten, mein Tag des Jahres zu werden.

Dienstag, 1. April 2014

Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung)


Im EKG-Raum meines Hausarztes hängt ein großes Plakat mit mit einer textlich-grafischen Erläuterung zu den einzelnen Schritten einer Reanimation. Vor meinem heutigen Belastungs-EKG - mit einem für mich sehr guten Ergebnis - habe ich mir die Zeit genommen, diese Anleitung aufmerksam zu lesen. Verstanden habe ich die einzelnen Schritte, jedoch nur in der Theorie. Wie es in der Praxis aussähe, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Mein sehnlichster Wunsch ist, nie in die Lage zu geraten, einen anderen Menschen reanimieren zu müssen. Käme ich aber in eine solche Lage, so würde ich mir in vorderster Linie wünschen, dass ich meine Gefühle ausschalten und meinen Kopf auf volle Konzentration und Nervenruhe schalten kann. Und dass ich dann auch helfen würde - ohne Angst etwas falsch zu machen. Nichts zu tun, wäre auf jeden Fall falsch und ein Mensch würde sterben. Dann lieber in Ruhe aktiv werden, ohne überaktiv und hektisch zu werden.

Um nur ein Beispiel zu nennen, dass mir im Kopf haften geblieben ist. Die Herzdruckmassage sollte (wenn ich das richtig in Erinnerung habe) fünf bis sechs Zentimeter tief gehen. Ich hätte Angst, auf diese Weise dem betroffenen Menschen die Rippen zu zerbrechen. Doch ich könnte / würde damit wohl eher einem Menschen das Leben retten. Für mich schwer vorzustellen, weil ich es bisher weder passiv noch aktiv erlebt habe.

Freitag, 21. März 2014

Wenn Kommunikation an ihr Ende gerät


Leider konnte ich in diesem Konflikt trotz mehrfacher Versuche nicht zu einer einvernehmlichen Lösung mit den "sehr guten Bekannten" (die ich im folgenden "Zwillinge" nenne, was sie auch tatsächlich sind) kommen. Bei mir wichtigen Menschen gebe ich so schnell nicht auf, darum auch die verschiedenen Anläufe. Als erstes fand auf meine Initiative hin am 25. Januar ein persönliches Treffen statt. Bereits im Vorfeld hatte ich darauf hingewiesen, dass mir eine entspannte Atmosphäre wichtig sei. Leider spürte ich schon bei meiner Ankunft, dass die Zwillinge sehr unter Zeitdruck standen. So habe ich dann - ich war noch nicht richtig entspannt - ziemlich früh die Frage gestellt: "Wärt ihr wieder auf mich zugekommen, wenn ich nicht den ersten Schritt getan hätte?" Diese Frage wurde von den Zwillingen in einer für mich überraschend groben und verletzenden Weise zurück gewiesen.

Danach habe ich von den Zwillingen wochenlang nichts mehr gehört, so dass ich mich zu einem weiteren Versuch veranlasst sah und ihnen am 4. März geschrieben habe:
ich möchte Euch gerne noch einmal die Frage stellen, die Ihr mir bei unserem Blitz-Treffen am 25. Januar nicht beantwortet habt - aus welchen Gründen auch immer:
    Wärt Ihr wieder auf mich zu gekommen, wenn ich nicht auf Euch wieder zu gegangen wäre?
Ich wünsche mir nur eine offene und ehrliche Antwort von jedem von Euch - mehr nicht! Nur Eure Antworten, keine Diskussionen.
Darauf bekam ich die folgende Antwort,
... wenn man nicht in der Lage ist zu diskutieren
oder etwas zu besprechen, wie kann es da ein Mitein-
ander geben?
die für mich bis heute nicht nachvollziehbar ist. Wer hat denn das Gespräch gesucht? Das war ja wohl ich.  Mir ist es vollkommen gleich, wer wie oft ein Gespräch sucht, weil für mich entscheidend ist, dass es zu einem Gespräch kommt.

Ich habe dann nochmal eine Klarstellung versucht:
unser letztes Treffen bot gar keine Möglichkeit für einen Austausch. Ich hatte im Vorfeld ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich in entspannter Atmosphäre reden wollte. Das war aber gar nicht möglich, weil Ihr es sehr eilig hattet. Und somit blieb mir keine andere Möglichkeit, als schnell meine Frage zu stellen - mit den entsprechenden Folgen.
Es ist mir schleierhaft, warum Du meine Frage auch jetzt nicht ernst nimmst und mich indirekt (ich denke, mit "man" meinst Du mich) dafür verantwortlich machst, warum Du meine Frage nicht beantworten willst. Und dabei habe ich in meiner letzten Email geschrieben, dass ich nur eine Antwort will und auch bereit bin, auf einen Austausch darüber zu verzichten, weil ich Angst habe, dass Du/Ihr meine Frage weiterhin nicht beantworten wollt. Ich kann diese Weigerung ganz und gar nicht verstehen.
Eine Antwort habe ich nicht erhalten.

Zwischenzeitlich waren wir uns auf einer Veranstaltung begegnet, haben uns kurz und distanziert begrüßt. Die Atmosphäre war jedoch schneidend kalt. Unter diesem Eindruck habe ich den Zwillingen die folgende Email geschrieben:
ich hatte immer noch das kleine Fünkchen Hoffnung, dass wir unseren Kontakt wieder auf die Reihe bringen könnten. Doch die eisige und ablehnende Stimmung während der Veranstaltung im Bürgerbahnhof hat mir diese Hoffnung genommen. Zwar habe ich es mir so gut wie gar nicht vorstellen können, dass wir uns je entzweien könnten, doch es ist geschehen. Die sprachliche wie nichtsprachliche Kommunikation zwischen uns ist zusammen gebrochen und liegt nun in Scherben. Die Brücken sind eingestürzt.
Ich stehe zu diesen Worten, die mir dennoch leid getan haben, weil ich trotz der Umstände nicht einzusehen vermag, dass eine so langjährige und in meinen Augen auch stabile Beziehung auseinander gehen kann, darf, . . . Das habe ich den Zwillingen auch geschrieben:
meine letzte Email habe ich Euch unter dem Einfluss unserer Begegnung im Bürgerbahnhof geschrieben, die für mich eisig und schmerzhaft war. Im Grunde möchte ich die Beziehung mit Euch gar nicht beenden.
Wenn Ihr genau so empfindet, so würde ich mich Eure Rückmeldung freuen.
Lieben Gruß
Eine Rückmeldung habe ich leider nicht erhalten - weder eine negative noch eine positive.

Ich habe bewusst nicht angerufen, weil ich Schuldzuweisung befürchtet hätte. Damit hätte ich nicht umgehen können. In solchen Fällen schreibe ich meine Gedanken und Gefühle lieber nieder und schicke sie den betroffenen Menschen.

Donnerstag, 13. März 2014

Hoeneß Urteil ist ein Quasi-Freispruch


Jeder von Hartz IV Betroffene muss damit rechnen, dass ihm nach dreimaligem Terminversäumnis das vollständige Arbeitslosengeld II gestrichen wird. Und dabei hat ein solcher Mensch nicht einen einzigen Cent an Steuern hinter zogen. Da gibt es weder mildernde Umstände noch Bewährung, sondern ausschließlich die gnadenlose Härte des Gesetzes. Und da interessiert es kein Amt und keinen Richter, dass ein derart brutal getroffener Menschen ohne Geld dasteht und unter Umständen in die Obdachlosigkeit oder gar Kriminalität abrutscht.

Aber dem Prominenten und Reichen Uli Hoeness werden Milde gewährt: Für hinter zogene Steuern von mindestens 30.000.000 Euro bekommt er eine sanfte Haftstrafe von lediglich dreieinhalb Jahren. Und mir ist nicht bekannt, ob diese Strafe zur Bewährung ausgesetzt ist. Und in dieser Strafe sind weder Zinsen noch sonstige Gebühren enthalten.

Und keinesfalls darf außer Acht gelassen - um damit an den ersten Absatz anzuschließen -, dass Hoeneß mit noch genügend Geld da steht, um seinen exklusiven Lebensstandard aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Und die Anwälte werden sich auch nicht mit 2,50 Euro zufrieden geben. Da werden auch noch einmal Millionen über den Tisch gehen. Und ein von Hartz IV betroffener Mensch hat nicht einmal das Geld für nur einen Anwalt.

Mittwoch, 12. März 2014

Eine nachhaltige Niederlage


Vor etwa zwei Wochen habe ich bereits darüber berichtet, dass ich bald in Rente gehen werde. Mittlerweile habe ich meinen Rentenantrag gestellt. Mein Rente werde ich ab 1. Juli beziehen.

Dieser Wechsel von der Arbeitslosigkeit in die Rente empfinde ich auch als eine einschneidende (im wahrsten Sinne des Wortes) Niederlage. Zwanzig Jahre Kampf um meinen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Das sind etwa zweitausend Absagen. Ich habe erst sehr, sehr spät von meiner Hoffnung los gelassen, wieder Fuß im Berufsleben zu fassen. Die Arbeitgeber haben gegen mich gewonnen. Und der Staat ebenfalls, der mich mit Hartz IV nur knapp hat überleben lassen. Ich habe schon öfter direkt und indirekt darauf hingewiesen, dass ich ausgebrannt bin, doch wirklich ernst in diesem Gefühl hat mich niemand genommen. Damit rechne auch nicht mehr (ob das wirklich die ganze Wahrheit ist?), weil ich es schon zu lange gewohnt bin, mein Leben allein auf mich gestellt zu managen. Manches Mal frage ich mich sogar, in wie weit ich überhaupt noch imstande bin, mich intensiv auf einen anderen Menschen einzulassen.

Als altes und unkaputtbares Steh-auf-Männchen werde ich mein Leben keineswegs wegwerfen. Und mein Leben besteht nicht nur aus meinem Körper, sondern auch aus meinen Gefühlen und meinen Gedanken. Und auch meine kritische Denkweise werde ich nicht in Rente schicken - was im übrigen genau so undurchführbar wäre wie meine Zunge im Zaum zu halten.

Dienstag, 4. März 2014

Mörderisch spannend


Im Augenblick lese ich mal wieder einen im wahrsten Sinne des Wortes "mörderisch spannenden" historischen Kriminalroman (C. J. Sansom "Das Buch des Teufels"). Wenn ich solange auf Essen, Trinken und Schlaf verzichten könnte, würde ich es in einem Rutsch lesen. Es hat ja nur 650 Seiten und wird von Seite zu Seite spannender.

Ich bin immer wieder hellauf begeistert von Autorinnen und Autoren, die derart spannende Bücher schreiben können. Was in solchen Bücher an Arbeit und an Fantasie steckt - meine Hochachtung vor diesen Menschen. Sie bereiten mir immer wieder viele schöne spannende und zugleich entspannende Stunden.

Wenn ich bei mir auch Zeiten der Unlust am Lesen kenne, so machen mir solche Bücher immer wieder Lust auf noch mehr spannende (historische) Kriminalromane.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Ein neuer Lebensabschnitt


In wenigen Monaten bin ich kein Langzeitarbeitsloser mehr, sondern ein Rentner. Vom Kopf her ist das "gehüpft wie gesprungen". Finanziell dürfte sich nicht viel ändern, weil ich jetzt von 750 Euro Arbeitslosengeld 2/Monat (über-)leben muss und als Rentner habe ich mit ergänzender Grundsicherung dann wohl denselben Betrag.

Gefühlsmäßig ist dieser Übergang schon ein neuer Lebensabschnitt für mich, weil ich mich - wie bei einem Berufswechsel - in die neue Materie einarbeiten muss. Komme ich tatsächlich letztendlich auf denselben Betrag wie heute oder gibt es Einschränkungen? Ist die Grundsicherung in ihren Auswirkungen mit Hartz IV vergleichbar? Wie lange wird sie jeweils gewährt? Dieselbe Frage gilt für den Rentenbezug. Inwiefern gelten die Urlaubseinschränkungen und entsprechenden Meldefristen aus dem SGB II (Hartz IV) bei der Grundsicherung? Fragen, die sich teilweise bestimmt von selbst beantworten. Und Fragen, für die ich noch Antworten finden muss. Am Besten lasse ich das alles mal in Ruhe auf mich zukommen. Meine vielen Initiativen bei meiner zwanzigjährigen Arbeitssuche haben schließlich auch nur den Spruch bestätigt "Außer Spesen nichts gewesen".

Auf eine Antwort bin ich jedoch sehr gespannt: Arbeitgeber stellen Langzeitarbeitslose nur äußerst ungern (falls überhaupt) für Nebenbeschäftigungen ein. Wie werden sie reagieren, wenn sie hören, dass ich Rentner bin? Mir noch ein paar Euro hinzu zu verdienen, wäre schon eine feine Sache - sowohl für meine Finanzen wie für mein Gefühl.

Sonntag, 23. Februar 2014

Mein Reichtum


Mit materiellem Reichtum kann ich nicht aufwarten: Ich habe kein Auto, kein Eigenheim, bin in keinem "sicheren" Job, kann mir keinen Urlaub gönnen, Kultur nur bis zu einer Grenze von etwa 15 Euro (welches Konzert gibt´s schon für so wenig Geld?), kann nicht "fein" essen gehen (Currywurst-Pommes-Majo müssen dann reichen). Das hat demnach auch zur Folge, dass ich von gemeinsamen Unternehmungen wie selbstverständlich ausgeschlossen werde.

Punkten kann ich nur mit charakterlichem Reichtum: Ich weiß, wie sich Loyalität lebt. Ich versuche grundsätzlich Offenheit und Ehrlichkeit zu leben. Ich bemühe mich um Authentizität, d.h. dem Übereinstimmen von Worten und Taten. Ich bemühe mich um einen achtsamen und achtungsvollen Umgang mit meinen Mitmenschen und unserer Mutter Erde. Auf meine Mitmenschen einzugehen heißt für mich, mich auf deren Gedanken und Gefühle einzulassen und ihnen nicht meine Vorstellungen aufzuzwingen. Ehrlichkeit und Offenheit lebe ich auch dann, wenn es schwierig ist und mir unter Umständen Nachteile einbringt, weil viele Menschen damit nicht umgehen können oder wollen. Für echte Freundschaften sind für mich Vertrauenswürdigkeit und Vertrauen von höchster Wichtigkeit.

In diesen Umständen habe ich mich mehr schlecht als recht eingerichtet. Meine Lebensfreude habe ich zwar nicht verloren, aber an ihrer Qualität viel eingebüßt. In einigen Monaten werde ich Rentner sein. Das ändert lediglich meine Einkommensformel: Rente + Grundsicherung = Hartz IV. Und mein Geld bekomme ich dann nicht mehr vom Jobcenter, sondern vom Sozialamt und der Deutschen Rentenversicherung.

Es gibt in Deutschland eine seltsame und für mich nicht nachvollziehbare Denkweise: Wer Arbeitslosengeld 2 bekommt, ist schlecht angesehen. Ist aber jemand Angestellter, Arbeiter oder Rentner, so ist sein Ansehen schon höher angesiedelt, auch wenn deren Einkommen nicht höher sind als Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV).

Samstag, 22. Februar 2014

Sprachlicher Austausch


Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen, die sich auch sprachlich austauschen können und diese Sprache sogar in Schriftform festhalten können. Doch außer Sprache stehen uns Lebewesen auch noch Mimik, Gebärden, Körpersprache, Gestik, die Sprache der Augen zur Verfügung. In der Regel bevorzugen wir die gesprochene und geschriebene Sprache.

Doch das ist mitunter gar nicht so einfach. So vermag ich mich verhältnismäßig gut auszudrücken, wenn es um Gefühle und zwischenmenschliches Mit- und Gegeneinander geht. Und selbst das gelingt mir nicht immer, so dass ich manches Mal lange nachdenken und/oder mein Gegenüber nachfragen muss. Geht es jedoch um technische Fragen, so bin ich oft vollends aufgeschmissen, weil mir oft grundlegende technische Begriffe nicht einfallen oder ich sie gar nicht kenne. Dann wird es ziemlich häufig schwierig, wenn ich versuche, einen technischen Sachverhalt schriftlich zu erklären. Da verliere ich dann auch schon mal die Lust und nötige Geduld (wo Geduld nicht gerade zu meinen Stärken zählt).

Was ich sehr mag, ist die Sprache in Bildern, weil man sehr vieles anhand von Bildern erklären kann. Eins von diesen Bildern ist beispielsweise der Begriff "Haus", weil ein Haus vom kleinsten Element Zelle bis zum großen Ganzen alles beinhaltet - und das sowohl im technischen wie im gefühlsmäßigen Bereich.

Sehr gerne tausche ich mich auch mit Blicken aus. Doch das geht nur mit Menschen, mit denen ich zumindest in gewisser Weise auf derselben Wellenlänge mich bewege. Ganz toll finde ich eine Vertrautheit, die lange Gespräche mit ein paar Blicken ermöglicht.

Sonntag, 9. Februar 2014

Ein seltsames Gefühl


Der Gedanke, dass ich nach meinem Tod von mir gar nichts mehr spüre, dass ich weder denken noch fühlen kann, dass ich weder mich noch andere wahrnehmen kann, erzeugt in mir schon ein sehr seltsames Gefühl. Das hieße dann ja auch, dass ich vor dem Tod keine Angst zu haben brauche, was durchaus sein mag. Aber vor dem Sterben habe ich schon große Angst. Lieber wäre mir da schon ein schneller Tod so etwa nach dem Motto "Abends entspannt einschlafen und morgens tot sein." Dann würde ich nicht leiden müssen und auch keinen Rückblick auf mein Leben halten (müssen) und voller Verzweiflung feststellen, dass es gar nicht so verlaufen ist, wie ich es mir immer vorgestellt habe.

Nach meinem Tod würde ich gerne schon noch ein wenig weiter "leben", um mir mal all die Menschen zu betrachten, die ehrlich um mich trauern und auch die, die im Grunde genommen froh sind, dass ich endlich weg bin vom Fenster. Aber ob ich mir das dann wirklich noch wünschen würde - ich weiß es nicht. Wahrscheinlich wäre meine Enttäuschung dann zu groß und ich würde mich erstmal zurück ziehen, um meine Wunden zu lecken, so wie ich es schon von meinem Leben her gewohnt war.

Um ehrlich zu bleiben: Ich kenne zur Zeit keinen Menschen, von dem ich überzeugt wäre, dass er mich in meinem Sterben begleiten würde. Eine sehr beängstigende Vorstellung.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Ausländische Geheimdienste oder unser Staat - wer ist für uns gefährlicher?


Immer mehr gewinne ich in den letzten Monaten den Eindruck, dass sich seit den Enthüllungen von Edward Snowden Staat und Medien auf die ausländischen Geheimdienste einschwören. Damit kann man so wunderbar von der innerdeutschen Ausspähung von uns Bürgern ablenken, die schon seit Jahren gang und gäbe ist:

Was unser Staat von uns Bürger wissen will, das findet er heraus. Dazu bedarf es keiner Geheimdienste, es reichen Gesetze und Verordnungen. Empfänger von Sozialleistungen müssen sich oft schon nackt ausziehen, um überhaupt eine "soziale" Leistung zu erhalten. Privatheit wird im Internet immer wieder gefordert. Doch wo bleibt die Privatheit, die unser Staat uns zugesteht? Auch unsere Wirtschaft ist sehr emsig im Abgreifen unserer Daten: Online-Shops erstellen Profile von uns und Werbetreibende im Internet ebenso. Mit jeder Kartenzahlung hinterlassen wir Spuren.

Eine der schlimmsten Bespitzelungen durch den Staat offenbart sich in den Menschen verachtenden und zynischen Hartz-Gesetzen. Was sind dagegen das Abgreifen meiner Emails durch ausländische Geheimdienste? Harmlos.

Was habe beispielsweise ich davon, dass ich mir einen sicheren und anonymen Email-Provider ausgesucht habe, wenn BND, NSA & Co hier in meinem Gedankenbuch mehr über mich erfahren als durch alle meine Emails, die ich je geschrieben habe? Vergessen wir eins nicht: Wenn uns einer dieser Vereine oder der Staat Böses antun wollen, so tun sie es und schrecken dabei auch nicht vor Lügen und Verleumdungen zurück, wie es der Radikalenerlass in der 1970er Jahren beweist.

Neu ist diese Thematik der Bespitzelung von uns Bürgern durch den eigenen Staat und die eigene Wirtschaft auch nicht: Bereits in meinem Eintrag vom 5. Juni 2010 habe ich darauf hingewiesen.

Dienstag, 4. Februar 2014

Ein Geständnis


Seit der Einführung der Hartz-Gesetze am 1. Januar 2005 bin ich erstmals allen seitdem herrschenden Bundesregierungen, allen Oppositionsparteien dieser Zeit und dem DGB dankbar, dass sie es mir ermöglicht haben, finanziell wieder besser da zu stehen. Die Höhe der staatlichen Unterstützung für Menschen, die den Arbeitgebern zu kompetent für qualifiziertes Arbeiten sind, hat es vielen dieser Menschen - zum Beispiel mir - möglich gemacht, Geld nicht nur zu sparen, sondern sogar zu horten. Und wie viele prominente und vermögende Vorbilder habe ich mir gesagt. "Warum sollte ich diese Ersparnisse anzeigen, wenn sie sich in einem Steuerparadies viel wohler fühlen?" Darum habe ich mich in vielen Telefonaten und Reisen schlau gemacht und mich für ein Konto in einer bekannten Steueroase entschieden.

Bei all den Steuer-CDs und Verfolgung von Steuerflüchtigen haben sich bei mir das schlechte Gewissen gemeldet und die Angst vor Entdeckung. Darum gestehe ich hier frank und frei und sehr, sehr reumütig dieses Vergehen und hoffe - wie bei prominenten Steuerflüchtigen üblich - bei Steuerfahndung, Staatsanwaltschaft und Jobcenter auf einen fairen Deal, der mein bisheriges Leben in bescheidenem Wohlstand auch weiterhin ermöglicht.

Sonntag, 2. Februar 2014

Zu viel Privatheit

Bereits in einem früheren Artikel habe ich mich dazu geäußert, wie ich mit meinen persönlichen Gedanken und Gefühlen in der Öffentlichkeit umgehe und warum ich davon überzeugt bin, dass ich keineswegs zu viel von meiner Privatsphäre preis gebe. Heute möchte ich diese Gedanken um eine weitere Überlegung ergänzen:

Ich glaube ziemlich fest daran, dass ich viele Gedanken und Gefühle äußere, die so vielen Menschen gar nicht fremd sind. Oft ist es jedoch ziemlich schwierig, sich mit seinen eigenen (schlechten) Gedanken und Gefühlen auseinander zu setzen und auch zu ihnen zu stehen. Und da mag vielleicht der ein oder andere Leser sich wieder finden und denken Sieh mal da, da bin ich doch nicht so alleine wie ich häufig denke. Und möglicherweise kann ich dem einen oder der anderen auch Mut machen, offener mit seinen (schlechten) Gedanken und Gefühlen umzugehen – gar nicht mal im Internet (das ist nun wirklich nicht jedermanns Ding), sondern eher im Austausch mit nahe stehenden und vertrauten Menschen. Oder auch gegenüber "Fremden" und man stellt dann unter Umständen fest, dass einem diese "Fremden" gar nicht mal so fremd sind.

So lange ich noch über meine Gefühle und Gedanken spreche und schreibe, lebe ich noch.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Zwanzig Jahre arbeitslos

Seit nunmehr etwas über zwanzig Jahren bin ich arbeitslos. Daraus habe ich nie einen Hehl gemacht, auch wenn mir das viel Ablehnung und offene und unausgesprochene Kritik bringt. Die meisten Menschen nehmen das einfach so hin nach dem Motto "Ist nun mal so. Finde dich damit ab und mache das Beste daraus." Theorie und Praxis, Anspruch und Wirklichkeit – beides liegt oft sehr viele Kilometer auseinander und nur den wenigsten Menschen ist es vorbehalten, tatsächlich ihres Glückes Schmied zu sein. Ich gehöre leider nicht zu dieser bevorzugten Gattung.

Auch wenn es einige Menschen gibt, die nicht müde werden, mir zu erzählen, sie würden mich gut verstehen – von ihren Köpfen her mögen sie mich verstehen, aber nicht von ihren Gefühlen und unsere Seelen leben oft weit auseinander. Mich zu fragen "Wie geht es Dir?" halten diese Menschen oft schon für Verständnis und Einfühlungsvermögen. Doch kein Hinterfragen, wie ich denn mein Leben auf die Reihe bekomme. Sie verhalten sich oft so, als würden sie mich doch ohnehin kennen und bräuchten mich nicht zu fragen – sehr weit gefehlt! Über was ich mir so alles Gedanken machen und wie es in meiner Seele wirklich aussieht, davon wissen auch diese Menschen sehr wenig bis nichts. Oder ahnt auch nur einer dieser Menschen ansatzweise, dass ich mir oft zu Hause die Seele aus dem Leib weine? Nein!

Ratschläge wie "Du musst unter Menschen gehen!" sind auch nur kalter Kaffee. Ich bin viel unter Menschen und werde nicht wahr genommen. Und wenn ich versuche, Kontakte aufzunehmen, wird das in der Regel auch nicht gut auf- und angenommen.

Wer mich jetzt wieder in die Ecke des Pessimisten und Dauernörglers abstellen will, möge das getrost tun. Für mich sind das Menschen, die nicht aufmerksam beobachten, hinsehen und zuhören können und Menschen schnell ablehnen, die sich nicht nach ihren wie auch immer gearteten Vorstellungen und "Regeln" verhalten. Ich bin eine eigenständige und selbstverantwortliche Persönlichkeit. Und für solche Menschen war es schon immer schwierig, aktives Verständnis und aktive Anteilnahme zu finden.