Sonntag, 8. November 2009

Kleine Abschiede


Es sind die kleinen Abschiede in meinem Leben

von viel versprechenden Aussichten
von Hoffnung auf Rückkehr ins soziale Leben
vom letzten Ersparten
vom Hoffen auf Zwischenmenschlichkeit
von Zuversicht und Optimismus

die mein Leben so lebendig, lebensfroh und lebenswert machen.

Und es sind die Worte, die trösten und helfen sollen und an meinen wirklichen Gefühlen vorbei gehen.

Und es sind meine starken und lebensbejahenden Energien, die mich trotz dieser oft sehr schmerzenden Enttäuschungen zu lebenswerten und nach vorne schauenden Taten befähigen.

Samstag, 7. November 2009

Ein einfühlsames Kinder- und Friedenslied


Immer wachsam zu sein und sich nicht aufs soziale und menschliche Glatteis führen zu lassen ist eine Botschaft des Liedermachers Reinhard Mey, die er in seinem Lied Sei wachsam auf eindrucksvolle Weise rüber bringt und daran erinnert, dass wir eins nicht vergessen dürfen: Unsere Kinder sind die Erben der Welt, die wir ihnen hinterlassen. Wollen wir unsere Kinder tatsächlich zu Konkursverwaltern machen?

Diesen Beitrag habe ich bereits im Dezember des vergangenen Jahres veröffentlicht und halte und empfinde ihn auch noch heute aktueller denn je.


Schweinegrippe im Vergleich


Schon länger denke ich darüber nach, die Schweinegrippe mal kritisch zu hinterfragen; doch mir fehlen einfach die treffenden Worte. Darum freue ich mich, dass Business Crime Control in seinem aktuellen Blogeintrag Mexikanische Gedanken zur Schweinegrippe veröffentlicht hat.

Mein Lob und mein Dankeschön fürs Finden und Verbreiten dieser treffenden Hintergrundinformationen zur ach so gefährlichen Schweinegrippe.

Dienstag, 3. November 2009

Mein Umgang mit Verlustängsten


Jeder bewusst lebende Mensch kennt nach meiner Überzeugung Verlustängste - die Angst vor dem Verlust geschätzter Menschen, die Angst vor gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher Ausgrenzung, die Angst vor der Kündigung des Arbeitsplatzes oder der Wohnung, die Angst vor Krieg, die Angst vor Armut.

Den Umgang mit meinen Verlustängsten möchte ich gerne mal an der Tatsache meiner seit Jahren dauernden Arbeitslosigkeit ein wenig beleuchten:

Trotz einer seit fast 20 Jahren sich verfestigenden Massenarbeitslosigkeit ist es für mich nach wie vor schwierig, von meinen Mitmenschen dennoch als vollwertiger Mensch angenommen zu werden. In den Köpfen sehr vieler Menschen sitzt starrsinnig das Geschwür, dass Menschen nur dann vollwertig und achtenswert sind, wenn sie materiell gut dastehen - was auch immer das heißen mag. Sehr viele (langzeit)arbeitslose Menschen schämen sich ihres Schicksals und versuchen, es mit guter Laune und flotten Sprüchen zu verbergen, weil sie berechtigte Ängste vor Ausgrenzung und Ablehnung haben.

Ich gehe von Beginn meiner Arbeitslosigkeit offen und ehrlich mit meiner Lage um und versuche erst gar nicht, sie zu vertuschen. Das bringt mir manch einen verächtlichen Blick ein, die seltsame Frage nach den Ursachen und Ablehnung, weil ich an meiner Arbeitslosigkeit ja "selbst schuld" sei. So lange könne doch kein Mensch arbeitslos sein. Diese Menschen haben in den letzten Jahren offensichtlich das Training ihrer Gehirnwindungen verschlafen. Viele Menschen meiden offen und versteckt den Kontakt mit mir, weil man mit mir ja nichts unternehmen könne. Mittlerweile meide ich solche Menschen, weil sie mir schaden. Und die wenigen Menschen, die mich trotz Armut - immerhin habe ich ja auch noch menschliche und charakterliche Qualitäten und Kompetenzen - als Menschen ernst nehmen, achten und ehrlich versuchen, mich zu verstehen, weiß ich darum um so intensiver zu achten und zu schätzen.

In allen meinen Lebenserfahrungen hat sich immer wieder bewiesen, dass diese offene und ehrliche Art im Umgang (nicht nur) mit Verlust- und sonstigen Ängsten die gesündeste für mich ist. Entweder kann mein Gegenüber damit umgehen - wunderbar. Oder ich bin meinem Gegenüber gleichgültig - dann sehe ich klar und verabschiede mich von ihm. Oder mein Gegenüber versucht, mir zu schaden - das ist bisher nie geschehen.

Notfalls scheue ich auch nicht vor Konflikten, weil ich danach in der Regel ein Packende habe, an dem ich arbeiten und ansetzen kann. Ohne dieses Packende laufe ich Gefahr, mich im Nebel der Unklarheiten im wahrsten Sinne des Wortes zu verlieren.

Samstag, 31. Oktober 2009

Wellentäler


Wir alle gehen immer wieder - sofern wir bewusst leben - durch die Wellentäler des Lebens. Und so facettenreich und unterschiedlich wir glücklicherweise sind, so vielseitig gehen wir auch mit unseren persönlichen Wellentälern um: Einige kommen immer wieder "wie von selbst" nach oben. Andere tauchen vorsätzlich in diese Wellentäler ein, um ihre Grenzen zu testen. Wieder andere fallen immer wieder in diese Wellentäler oder werden gar hinein gestoßen. Sofern sie über die nötigen persönlichen Energien verfügen, schaffen sie es immer wieder, nach oben zu kommen. Doch irgendwann einmal schwinden auch ihre Kräfte. Und dann können Schiffe mit vielen Passagieren unmittelbar an ihrem Wellental vorbei fahren und keiner sieht den Schwimmer mit den schwindenden Kräften, weil sich alle nur für das interessieren, was an der Oberfläche ist. Alles was tief ist - seien es Gedanken, Gefühle, die Achtung vor dem Mitmenschen und der Umwelt -, haben sie aus sich verbannt. Auch sind sie taub für die Schreie des kraftlosen Schwimmers im Wellental. Und sollten sie ihn dennoch sehen, so halten sie seine Kraftlosigkeit und Verzweiflung für eine Schau, für die sie ihm wahrscheinlich noch Beifall klatschen. Sie setzen ihre Vergnügungsfahrt fort und haben den Schwimmer im Wellental schnell wieder vergessen.

Auch sehr erfahrene Schwimmer sind aus Wellentälern nicht mehr zurück gekehrt.

Freitag, 30. Oktober 2009

Geschätzte Menschen


Ich schätze und achte Menschen, . . .

. . . die offen sind
. . . die ehrlich sind
. . . die authentisch sind (ihre Worte stehen in Übereinstimmung mit ihren Taten)
. . . die natürlich sind
. . . die mit ihren Mitmenschen und sich achtsam umgehen
. . . die vertrauenswürdig sind
. . . die konfliktbereit und konfliktfähig sind (die Fähigkeit ist natürlich schwieriger als die Bereitschaft)
. . . die loyal sind (Stichwort "unverbrüchliche Freundschaft")

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Wirklich nur eine Utopie?


Es gibt Menschen, die sehen nur den heutigen Tag und sich im Mittelpunkt. Und es gibt Menschen, die denken in Zusammenhängen, schauen über den Tellerrand, sind fähig aus der Geschichte zu lernen und die Zukunft bereits heute ziemlich klar teilweise voraus zu sehen. Für diese Menschen ist diese fiktive Geschichte zwar äußerst erschreckend, aber durchaus im Bereich des Möglichen.

Darum gilt auch noch heute: Wehret den Anfängen, sie sind schon sehr weit voran geschritten.

Montag, 26. Oktober 2009

Tabuthema Armut


"Nanu", wird sich jetzt manch Eine(r) wundern, "darüber wird doch viel geschrieben und gesprochen." Auf den ersten Blick stimmt das auch. Doch reicht es meines Erachtens nicht, das Thema nur politisch, wirtschaftlich und finanziell zu betrachten. Mir fehlt die menschliche und gefühlsmäßige Sichtweise: Mit welchen Ängsten müssen arme Menschen tagtäglich leben? Was bedeutet es für ihre Seelen, von ihren Mitmenschen ausgegrenzt zu werden? Wie und womit füllen sie die dadurch verursachte innere Leere?

Jeder arme Mensch, der wie ich seine Armut und seine damit verbundenen Gedanken und Gefühle öffentlich macht, wird als Pessimist in die soziale und menschliche Ecke gestellt. Damit vermitteln mir diese Menschen das Gefühl - ob bewusst oder unbewusst sei an dieser Stelle nicht betrachtet -, ich sei lebensunfähig, weil ich meine Lebenserfahrungen "falsch" sehe und verarbeite. Auch auf diese Weise wird das Thema Armut als Tabuthema unter den Teppich gekehrt!

Und es ist für mich nicht nur verwunderlich, sondern auch verletzend, dass ich trotz meiner langen Arbeitslosigkeit auch von mir nahe stehenden Menschen nicht als "Experte" auf diesem Gebiet anerkannt werde, sondern dass diese Menschen lieber den Unwahrheiten und Manipulationen von Medien, Wirtschafts- und Industriemanagern und ihren Statthaltern in den politischen Parteien glauben. Bloß keine Auseinandersetzung mit einem Betroffenen, es könnte ja das eigene Sicherheitsdenken und das eigene positive Weltbild ins Schwanken bringen!

Kein Mensch, der sich Urlaub, Kultur, Essengehen und anderen "Luxus" leisten kann, muss sich dafür rechtfertigen. Aber die Ängste armer Menschen werden lieber tabuisiert!

Ich leugne ganz und gar nicht, dass es auch noch vieles Schöne, Angenehme und Genießenswerte gibt. Doch mein jahrelanger alltäglicher Überlebenskampf verstellt mir diese Sichtweise mitunter erheblich. Und es kostet mich jede Menge positiver Energien (mit negativen Energien wäre das gar nicht zu schaffen), diese Hindernisse immer wieder aufs Neue zu beseitigen.

Falls es unter meinen Leserinnen und Lesern Menschen geben sollte mit konstruktiven Empfehlungen (auf Ratschläge bitte ich zu verzichten) - bitte lasst mich an Euren Weisheiten und Erfahrungen teilhaben.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Das Bundesverfassungsgericht und die Hartz-IV-Regelsätze


Selbst wenn das Bundesverfassungsgericht (BundesVerfG) im Frühjahr 2010 die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder, Jugendliche und Erwachsene für verfassungswidrig erklären sollte, wäre das zwar ein politischer und juristischer Erfolg für die Kläger, aber nicht unbedingt ein finanzieller Erfolg für die Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz-IV-Betroffene). Das Arbeitslosengeld II besteht aus zwei Bestandteilen: dem jeweiligen Regelsatz und den Kosten der Unterkunft (Miete). Falls das BundesVerfG die Hartz-IV-Regelsätze tatsächlich für verfassungswidrig erklären und die Bundesregierung zwingen sollte, sie anzupassen, könnte das für die Hartz-IV-Betroffenen letztendlich zu einem Null-Summen-Spiel werden. Die Bundesregierung würde dann einfach die Kosten der Unterkunft mit miesen Tricks um die Summe kürzen, um die sie die Regelsätze würde erhöhen müssen. Nun wird das BundesVerfG keine konkreten Beträge oder Prozentsätze vorgeben, so dass der Bundesregierung genügend Möglichkeiten blieben, die von Hartz IV Betroffenen um die Erhöhung ihres Arbeitslosengeldes II zu betrügen. Und das würde sie mit Sicherheit tun. Vermutlich liegen die entsprechenden Pläne schon in ihren Schubladen.

Da die Kosten der Unterkunft im laufenden Verfahren nicht Gegenstand sind, wird es dem BundesVerfG wohl auch - nach meinem Wissenstand - formal nicht möglich sein, solchen Tricks einen Hebel vorzuschieben. Von daher ist dieses Verfahren meines Erachtens nur ein "halbherziges" Verfahren, weil es der Bundesregierung genügend Möglichkeiten einräumt, eine Erhöhung des Arbeitslosengelds II zu umgehen.

So wichtig dieses Verfahren auf der sozialen, juristischen und politischen Ebene auch ist, auf den Prüfstand des BundesVerfG (da es politisch nicht umsetzbar ist) gehört das gesamte Machwerk der Hartz-Gesetze. Ich bin gespannt, ob das BundesVerfG auch hier Maßstäbe setzen wird, die die Bundesregierung nicht so einfach umgehen kann.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Meine Kraftquellen


Meine Kindheit bin ich "wohlbehütet" mit vielen Büchern in der elterlichen Wohnung aufgewachsen. Mit anderen Kindern spielen habe ich nicht gekannt. Meine Eltern habe mich dazu auch nicht ermuntert. Und ich fand das ganz normal.

Als ich das erste Mal ins Leben außerhalb der elterlichen Wohnung getreten bin, war ich schon vierzehn. Das war die Zeit, in der ich lernte, den Wert von sozialen Kontakten zu erkennen und zu schätzen. Erst in meiner Gymnasialzeit begann ich mit meinen sozialen Aktivitäten - vielfältiges soziales und politisches Arbeiten und Kämpfen im Friedens-, Kultur-, Gewerkschafts- und Studentenbereich. Dieses erfolgreiche Wirken und die sozialen Kontakte bilden bis heute die Kraft und Stärke für meinen Optimismus und meine seelische und charakterliche Beständigkeit durch alle Krisen hindurch. Schon mehr als einmal bin ich ganz unten gewesen und habe die Sonne nur noch ahnen können; doch diese Kraft von "damals" hat mir immer wieder geholfen, mich alleine und teilweise mit zwischenmenschlicher Hilfe wieder auf die Sonne zu zu bewegen und sie wieder in vollen Zügen genießen zu können.

Der nachhaltigste Einbruch in meiner Lebensgeschichte war meine Arbeitslosigkeit, die Ende 1990 begann und von der ich nicht im Traum ahnte oder mir gar vorstellen konnte, dass sie bis heute andauert. Ich habe mich intensiv um einen Wiedereinstieg ins Berufsleben bemüht. Jede befristete Tätigkeit - auch die bei den modernen Sklavenhaltern (genannt Zeitarbeit) - hat in mir neue Hoffnung keimen lassen und wurde immer wieder grausam zerstört. Dennoch bin und werde ich an dieser Lage weder verzweifeln noch zu Grunde gehen. Die Erfahrungen meiner Jugend, mein schon immer bewusstes Leben, meine "professionelle" Zuversicht, die Erfahrungen von wenigen, aber umso zuverlässigeren Freundschaften tragen auch noch heute wesentlich zu meinem Lebensmut bei. Und auch wenn dieser Mut manchmal gegen Null tendiert, er kommt mit meiner tatkräftigen Unterstützung und meinen nie versiegenden positiven Energien immer wieder zurück.

Meine sozialen Kontakte sind heute nur noch sehr gering - vor allem bedingt durch meine lange Arbeitslosigkeit. Mein bewusstes Leben und meine positiven Energien nähre ich heute auf verschiedenen Wegen: Aus der mir innewohnenden Kraft. Aus der Kraft der Sonne. Aus den Energiefeldern der Natur. Aus der Achtung, Zuneigung und Loyalität mir wertvoller Menschen. Aus Büchern. Aus meinen Blogeinträgen. Aus der täglichen Tasse Kaffee in meinem Lieblingscafé und dem Lesen der Tagespresse. Aus dem bewussten Wahrnehmen meiner Umwelt.