Donnerstag, 14. September 2017

Sehnsucht nach Frieden


Haben diese Sehnsucht nicht die meisten von uns? Nach Frieden in der Welt, nach Frieden im eigenen Land, nach sozialem Frieden, nach nachbarschaftlichem Frieden. Bei diesen Sehnsüchten geht es um Frieden zwischen uns Menschen. Doch was ist mit dem Frieden in jedem von uns? Haben wir denn auch den persönlichen Frieden in uns, ohne den wir den "großen" Frieden nicht überzeugend leben können?

Darf ich den "großen" Frieden fordern, wenn in mir sehr viel Unfrieden ist? Unfrieden, mit dem ich oft auch andere Menschen verletze. Ich denke, dass ich es unter einer Voraussetzung darf: Wenn ich mir meines inneren Unfriedens bewusst bin und daran arbeite, ihn Schritt für Schritt in einen inneren, belastbaren Frieden zu führen. Das ist ein hartes Stück Arbeit, das leider und zugleich verständlicherweise nicht von heute auf morgen gelingen wird.

Oder darf man den "großen" Frieden erst dann fordern, wenn man mit seinem persönlichen Frieden vollkommen im Reinen ist? Ich denke, in diesem Fall würden uns viele Menschen verloren gehen, die sich für den zwischenmenschlichen Frieden einsetzen.

Wie sehr Ihr das?

Sonntag, 13. August 2017

Zehn Jahre Gerhards Gedankenbuch


Am 31. August dieses Jahres wurde mein Gedankenbuch zehn Jahre.

Auf Grund meiner Themenauswahl und meiner Schreibe hatte ich nie sonderlich viele Besucher bzw. Leser. Hohe Besucherzahlen zu erreichen, war nie mein vorrangiges Ziel. Vielmehr war und ist es mir wichtig, hier Menschen zu begegnen, die sich mit meinen Gedanken beschäftigen - unabhängig davon, ob sie kommentieren oder nicht.

Falls Dich mein Gedankenbuch anspricht, würde ich mich darüber sehr freuen, wenn Du mir auch weiterhin folgen würdest - ob mit oder ohne Kommentar. Ich will allerdings auch nicht leugnen, dass ich mich über jeden Kommentar freue.

Schon seit geraumer Zeit bin ich mit meiner Themenauswahl im Umbruch: Ich mag mich nicht mehr zu politischen und sozialen Themen äußern, weil ich nicht erkennen kann, dass sich in diesem Bereich etwas zu mehr Menschlichkeit ändert. Und meine persönlichen Themen erörtere ich verstärkt im privaten Rahmen.

Dennoch werde ich mein Gedankenbuch auch in Zukunft pflegen. Vermutlich mit weniger Artikeln. Wie sich die Themen entwickeln werden, vermag ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht voraus zu sehen. Ein Punkt wird sein - so jedenfalls mein Plan - verstärkt über Positives zu berichten bzw. über positive Ansatzpunkte.

Sonntag, 23. Juli 2017

Zu späte Erkenntnis


Ich habe schon viel über meine langjährige Arbeitslosigkeit geschrieben und meine damit verbundenen Schwierigkeiten. Ein früheres Argument - meine Arbeitslosigkeit sei unverschuldet - halte ich nach wie vor aufrecht, aber mit einer selbstkritischen Einschränkung:

Leider bin ich erst nach meinem Berufsleben zu der Erkenntnis gekommen, dass mir mein Arbeitgeber allein durch sein Gehalt die Möglichkeit gegeben hat, dass ich finanziell einigermaßen gut leben kann. Es war nie viel, aber auf jeden Fall mehr als Arbeitslosengeld, Hartz IV und Grundsicherung.

Es ist eine Erkenntnis, die ich nicht wieder gerade rücken kann, weil ich nicht mehr im Berufsleben stehe. Ich will und werde jedoch versuchen, daraus zu lernen, mein Leben beweglicher zu gestalten.

Samstag, 8. Juli 2017

Schönes aus meiner Schulzeit


Während meiner Jahre am Konrad-Heresbach-Gymnasium in Mettmann gab es hohen Besuch vom damaligen Außenminister Gerhard Schröder. Der Platz vor dem Gymnasium war bis zum etwa 100 m gegenüber liegenden Rathaus übervoll - vorwiegend mit Schülern, die sich auf ihren Außenminister freuten. Und einer dieser Hunderte von Schülern war ich.

Da auch ich Gerhard heiße, hatte ich mir vorgenommen, Gerhard Schröder als Erster zu begrüßen. Und das ist mir sogar gelungen. Kaum war er aus dem Auto gestiegen, habe ich ihm mit den Worten "Ich heiße auch Gerhard" die Hand gegeben. Und er hat mir seine Hand gegeben. Das war´s dann auch schon. Ich war mächtig stolz.

Wenn ich mir meine weitere soziale und politische Entwicklung ansehe, die nicht gerade in die Richtung ging, die Schröder und seine Partei damals vertraten und auch heute noch vertreten, muss ich sehr schmunzeln. Und ich freue mich, dass dieses durchaus schöne Erlebnis eine kurze Nebenhandlung in meinem Leben geblieben ist.

Meine bisherige Entwicklung verläuft zwar in Windungen und um manch eine Ecke, aber sie ist in Bewegung.

Montag, 19. Juni 2017

Wie verändert mich ehrenamtliche Arbeit mit älteren Menschen?


Spontan kommt die Gegenfrage: Verändert mich diese Arbeit überhaupt? Und ich antworte ebenso spontan mit einem klaren Ja. Ich habe es mit Menschen zu tun, die ausnahmslos alle den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit erlebt haben. Diese Menschen sind in aller einfachsten Verhältnissen aufgewachsen. Das Heute ist für sie im Vergleich zur Nachkriegszeit Luxus. Und zu diesem Luxus gehören auch Dinge, die für die meisten von uns heute selbstverständlich sind: eine Wohnung mit fließend kalt und warm Wasser, ein gefüllter Kühlschrank, Geschäfte mit einem Überangebot von Waren und Lebensmitteln, ein Auto, reisen können usw. Im Hinterkopf sind mir diese Tatsachen alle klar, aber sie von den älteren Menschen erzählt zu bekommen und ihre Mimik und Gestik mit zu bekommen - das lässt mich schon bewusster über mein Leben nachdenken. Selbst meine Abhängigkeit von staatlichen Leistungen ist immer noch mehr, als die Nachkriegsmenschen zur Verfügung hatten. Das ermahnt mich immer wieder an meine oft überhöhten Ansprüche und daran, bescheidener und zufriedener zu sein mit dem, was ich heute habe.

Die Nachkriegsgeneration musste bescheidene Mittel und sehr viel Kreativität einsetzen, um zu überleben und viele auch, um überhaupt wieder auf die Beine zu kommen. Diese Menschen erzählen viel über ihre Kriegs- und Nachkriegserfahrungen, weil diese wesentlichen Lebensinhalte in ihnen immer noch leben. Und es ist für mich - auch das muss ich mir immer wieder vor Augen halten - ein großes Geschenk, dass ich seit über 60 Jahren in Frieden leben darf.

Diese Menschen bestätigen mir immer wieder, wie ausgesprochen wichtig es ihnen ist, Erinnerungen wach zu rufen. Diese Erinnerungen sind nicht immer angenehm, aber diese Generation hat trotz Krieg und Nachkriegszeit auch sehr viel Schönes erlebt. Und dieses Wecken von Erinnerungen spreche ich bei ihnen offensichtlich gut an.

Der Umgang mit oft an Demenz erkrankten Menschen ist immer wieder eine Herausforderung an meine Empathie, meine Beobachtungsgabe und meine Kreativität. Im Grund ist das von allen Anforderungen an meine Arbeit mit diesen Menschen die größte und beständigste Herausforderung - eine Herausforderung, mit der ich mich auch literaturmäßig und im Gespräch mit anderen weiter entwickeln will und werde.

Die Fähigkeiten, die ich in dieser Arbeit erlerne, kommen mir auch in meinem Leben insgesamt zugute. Die älteren Menschen sind dankbar für mein Arbeiten mit ihnen, und ich bin ihnen dankbar für die Anregungen, die ich aus den Gesprächen und dem Umgang mit ihnen mitnehmen darf. Und diese gegenseitige Dankbarkeit behalten wir nicht für uns, sondern wir sprechen sie auch aus.

Montag, 12. Juni 2017

Materielle und immaterielle Zufriedenheit


Schon immer hat es mich gestört, das Leben nur unter materiellen Gesichtspunkten zu sehen. Und trotz dieses Wissens habe ich in wesentlichen Bereichen nicht danach gelebt.

Beispiel Arbeitslosigkeit: "Arbeit" habe ich immer nach dem Gesichtspunkt gesehen, dass sie auch mit Geldverdienen verbunden sein muss. Erst mit Beginn meines Ehrenamtes vor über einem Jahr - dem einige Überzeugungsgespräche voraus gingen - betrachte ich "Arbeit" auch unter immateriellen, menschlichen Gesichtspunkten wie Verantwortung übernehmen, einfühlsamer Umgang mit Menschen, Freude, ein Stück mehr innere Ruhe - Werte, die mir keinen Cent in Geld mehr bringen, aber sehr viele "Euros" an inneren Werten.

Beispiel Haushaltsbuch: Jahrelang war ein Haushaltsbuch für mich sinnlos, weil es mir ja "nur dabei helfen würde" zu sehen, wo ich mich noch weiter einschränken müsse als ich es ohnehin schon muss. Mit meinem sorgfältig geführten Haushaltsbuch habe ich auch keinen Cent mehr zur Verfügung, aber dafür einen Überblick über meine Finanzen - ich weiß konkret, wofür ich mein Geld ausgebe und sehe auch, wenn ich mal über meinem wöchentlichen bzw. monatlichen Soll liege. Ich muss zwar immer wieder schlucken, wenn ich hin und wieder sehe, dass ich mich einschränken muss, aber ich weiß dann wenigstens genau, um welche Ausgaben es sich handelt.

Beispiel Innerer Frieden: Mit meinem langsamen Abschied von dem Suchen nach rein materieller Zufriedenheit, verbunden mit dem verstärkten Suchen nach inneren Werten, finde ich Schritt für Schritt immaterielle Zufriedenheit - oder mit anderen Worten: ein stetiges Mehr an innerem Frieden.

Diese Entwicklung geht einher mit vielen Gesprächen - vor allem mit meiner Freundin. Die Änderung meiner Einstellungen geht nicht von heute auf morgen, sondern ist auch mit inneren Widerständen verbunden und dem Mut, meine Einstellungen auch immer wieder zu hinterfragen als Grundlage für meine beständige Weiterentwicklung hin zu einem inneren und stabilen Frieden.

Dienstag, 25. April 2017

Mein Gästebuch


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich habe jetzt dieses Gästebuch in mein Gedankenbuch eingebunden und freue mich auf Eure Anregungen, Eure Kritik und Eure Gedankenanstöße in den Kommentaren.

Ich freue mich über jeden Eintrag und sage
an dieser Stelle danke schön dafür
Gerhard

Montag, 24. April 2017

Warum Blog-Kommentare so wichtig sind


Wir alle unterhalten uns tagtäglich - sei es privat, beruflich, in der Freizeit, im öffentlichen Raum - und betrachten unsere Unterhaltungen zu Recht als ganz selbstverständlich. Der sprachliche Austausch ist eine unabdingbare Grundlage für ein gelungenes, friedliches und konstruktives Zusammenleben. Und unsere Sprache ist äußerst vielfältig: Blindensprache, Körpersprache, Gestik, Mimik, das gesprochene Wort, das geschriebene Wort.

Das geschriebene Wort versuche ich in meinem Gedankenbuch lebendig, schöpferisch und so klar wie möglich auszudrücken. Das will ich auch mit der Unterzeile meines Gedankenbuches "Meine Gedanken zu den verschiedensten Themen des Lebens - zum Lesen, zum Nachdenken, zum Anregen und sehr gerne auch zum Kommentieren" zum Ausdruck bringen. Und es ist zugleich eine Bitte an meine Leserinnen und Leser, meine Einträge zu kommentieren, zu hinterfragen, zu ergänzen, ihre eigenen Erfahrungen einzubringen.

Ich schreibe und pflege mein Gedankenbuch nicht nur seit unmehr zehn Jahren für mich alleine, sondern ich wünsche mir auch Eure Rückmeldungen. Hannes Wader singt in einem seiner Lieder "Und soll mein Denken zu etwas taugen und sich nicht nur im Kreise drehn, will ich versuchen, mit Euren Augen die Wirklichkeit klarer zu sehn." In diesem Sinne wünsche ich mir Eure Kommentare. Vielleicht können wir uns in diesem Sinne gegenseitig dazu anregen, die "Wirklichkeit klarer" zu sehen. Es gibt nicht die Wirklichkeit, die für jeden verbindlich ist, sondern ich meine hier die persönliche Wirklichkeit eines Jeden von uns.


Mittwoch, 29. März 2017

Warum ich mittlerweile ein Haushaltsbuch führe


Jahrelang habe ich mich geweigert, ein Haushaltsbuch zu führen, weil ich der festen Überzeugung war, dass ich mit einem Haushaltsbuch auch nicht mehr Geld zur Verfügung hätte. Das ist zwar richtig, aber leider nur die halbe Wahrheit. Also habe ich mich dazu überreden lassen, auch ein Haushaltsbuch zu führen - nach dem Motto "Kann ja nicht schaden".

Anfangs habe ich es aus Überredung geführt und mittlerweile aus Überzeugung: Zwar habe ich keinen Cent mehr zur Verfügung als vorher. Aber ich weiß jetzt, wofür ich mein Geld ausgebe. Oder genauer formuliert: wofür ich mein Geld bewusst und planmäßig ausgebe. Und den Unterschied spüre ich sehr nachdrücklich, weil ich seitdem schuldenfrei bin und davon überzeugt, dass ich es auch bleiben werde.

Ein ganz dickes Dankeschön dafür geht auf diesem Weg an meine Freundin, die einige Überzeugungsarbeit investieren musste und mir das Haushaltsbuch eingerichtet hat.

Mittwoch, 22. März 2017

Eine Million Rentner ohne Rentenerhöhung


Zum 01. Juli werden die Renten um 1,9% erhöht. Darunter gibt es über eine Million Rentner, die auf Grund ihrer Armut auf ergänzende Grundsicherung angewiesen sind. Auch diese Rentner kommen in den Genuss der Erhöhung - allerdings mit einem sehr bitteren Beigeschmack: Diese Erhöhung wird ihnen in voller Höher von der Grundsicherung abgezogen.

Sofern die Betroffenen nicht das Glück eines Nebenjobs haben, wird ihnen die Höhe ihrer Gesamteinkünfte für Jahre auf demselben Stand eingefroren. Von dem zusätzlichen Verlust der Geldentwertung in dieser Zeit gar nicht zu reden.

Davon wird in den Medien so gut wie gar nicht berichtet. Und die Gewerkschaften haben das auch nicht auf ihrem Radar. Ich habe zwar auch schon im vorletzten Jahr über dieses Thema geschrieben, finde aber sehr wichtig, dass dieses Thema nicht in Vergessenheit gerät.