Mittwoch, 17. September 2014

Zuzahlungsbefreiung für Medikamente ausgehebelt


Der Ursprungsgedanke für die Befreiung von der Zuzahlung zu Medikamenten ist, auch armen Menschen den Zugang zu für sie notwendigen Medikamenten möglich zu machen. Doch im Rahmen von Sozialabbau, Hartz IV und Rentenkürzungen versucht nun auch hier die Bundesregierung an den Armen zu sparen. Ein ganz krasser Fall dieses Sozialbetrugs - etwas anderes ist es nicht und Betrug ist dem Grunde nach strafbar - habe ich heute selbst erleben müssen.

Seit etwa zwei Jahren muss ich Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen. Eins davon sind Votum 20 Filmtabletten, für die ich bisher vollständig von der Zuzahlung befreit war. Nun hat der Gesetzgeber in seinem allumfassenden Wohltätigkeitsdenken beschlossen, einen wichtigen Inhaltsstoff dieses Medikament ab dem 1. Juli 2014 aus der Zuzahlungsbefreiung heraus zu nehmen. Das heißt konkret: Für dieses Medikament muss ich jetzt trotz Zuzahlungsbefreiung 69,23 Euro für die 98-er Packungssgröße selbst bezahlen. Das ist für mich absolut unmöglich.

Für mich ganz persönlich kommt noch hinzu, dass ich mit diesem Medikament und dem zweiten Medikament nach mehreren Untersuchungen meines Hausarztes hervorragend eingestellt bin. 

Und es ist ein Skandal, über den die großen Medien - seien es die öffentlich-rechtlichen oder die privaten - nicht berichtet haben und auch nicht berichten.

Die Politiker und die Pharmamanager sind von der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht betroffen und somit gehen diesen Leuten die Schicksale von armen Menschen zynisch am Arsch vorbei. Sie sehen nur zu, dass ihnen "ihre" Bürger und "ihre" Kunden genug Geld in ihre Taschen spülen.

Freitag, 29. August 2014

Der Antikriegstag am 1. September und der Niedergang gewerkschaftlicher Friedenspolitik


Am 1. September wird alljährlich der Antikriegs- bzw. Weltfriedenstag begangen. Bei aktuell mehr als 40 Kriegen ist er notwendiger denn je. Am 29. August 2014 veröffentlichen die Nachdenkseiten dieses informative Interview zu diesem äußerst wichtigen Tag. Auf den Rückzug der Gewerkschaften aus ihrer aktiven Friedenspolitik wird hier ausdrücklich eingegangen. Das ist umso bedauerlicher und beschämender, weil der DGB und seine Gewerkschaften zumindest zahlenmäßig die größte Organisation in Deutschland sind, inhaltlich jedoch nicht nur in der Friedenspolitik versagen.

Kritisch anmerken möchte ich zu diesem Interview, dass Krieg nicht nur der Krieg mit physischen Waffen ist, sondern auch der Krieg, den die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsverbänden gegen den einfachen Bürger führt: Deutschland ist seit Jahrzehnten drittgrößter Waffenlieferant weltweit und verweigert seinen eigenen Bürgern - ich behaupte "vorsätzlich" - ein Menschen würdiges Leben. Ein solches Leben ist weder mit Sozialhilfe noch mit Hartz IV noch mit Minirenten noch mit Niedriglöhnen noch mit befristeten Tätigkeiten möglich. Auch in diesem Krieg sind die Gewerkschaften leider auf dem Rückzug.

Montag, 25. August 2014

Das Wunder Mensch fasziniert mich immer wieder


Immer wieder bin ich überrascht und begeistert über die Vielfältigkeit, die uns Milliarden auf unserer Mutter Erde verteilte Menschen auf mich ausüben. Nicht nur, dass nach meiner Überzeugung Alles, was wir Menschen bisher erschaffen haben und noch erschaffen werden, ein Abbild unserer Selbst ist. Vielmehr ist es die Tatsache, dass die Verbindung einer Samenzelle mit einem Ei - beide mit dem bloßen Auge überhaupt nicht erkennen - derart viele seelisch, geistig und körperlich vielfältige und komplexe Lebewesen erschaffen kann, wie ich es mir mit meinem Kopf gar nicht vorstellen kann. Wie viel Leben ist also schon in Samenzelle und Ei vorhanden - darüber kann ich immer wieder nur mit großen Augen staunen und fasziniert sein.

Samstag, 23. August 2014

Tränen gelacht


Vor dem Schlafengehen letzte Nacht bin ich noch mal durch die Fernsehprogramm gezappt und im RBB-Fernsehen beim zweiten Teil von Ist das ein Witz? hängen geblieben. Ich habe selten so viele Tränen gelacht. Offensichtlich ist dieser Teil online noch nicht verfügbar. Doch der erste Teil vom 12.02.2013 steht dem zweiten Teil in nichts nach.

Viel Genuss beim Ansehen und Anhören.






Sonntag, 3. August 2014

Flucht vor Grundsicherung bzw. Sozialhilfe


Offenbar erhalte ich zu meiner kleinen Rente keine Grundsicherung, sondern lediglich "Hilfe zum Leben" (eine äußerst treffende Bezeichnung), weil es Grundsicherung angeblich erst ab dem 65. Lebensjahr gibt. Und das dauert noch bis Ende nächsten Jahres.

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt empfinde ich diese Abhängigkeit vom Sozialamt als schlimmer und erniedrigender als meine letzten Jahren beim Jobcenter. Und eins ist mir klar: Ich will raus aus dieser Abhängigkeit. Das geht aber nur mit einer 450-Euro-Stelle - und die ist leider nicht so einfach zu finden. Gerade auch im kaufmännischen Bereich, in dem ich bevorzugt arbeiten möchte. Denn leider werden auch im Niedriglohnbereich schriftliche Bewerbungen erwartet. Und dazu bin ich nicht bereit. Damit käme ich wieder in dieselbe missliche Situation wie zuvor: schriftlich bewerben und Absagen erhalten. Zudem darf das monatliche Einkommen von 450 Euro nicht schwanken, weil ich nicht einen einzigen Monat wieder auf Grundsicherungs-/Sozialhilfeniveau absinken will. Ein guter Geschäftsführer bzw. eine gute Personalabteilung muss in der Lage sein, meine Fähigkeiten auf Grund eines persönliches Gesprächs einschätzen zu können anstatt sich auf schriftliche Dokumente zu "verlassen". Nach einer Einstellung wäre es für mich selbstverständlich, die entsprechenden Papiere nach zu reichen.

Erst einmal muss ich jetzt überlegen, wie ich vorgehen will, ohne mich zu verzetteln. Eine Möglichkeit sind die Angebote auf der Seite der Arbeitsagentur und auf kalaydo.de habe ich auch schon rein geschaut - gerade letztere Seite ist nicht das Gelbe vom Ei. Die Stellenangebote in der Regionalpresse - ich werde rein schauen, habe zu diesen Angeboten aus Erfahrung jedoch kein besonderes Vertrauen. Über weitere Möglichkeiten muss ich noch nachdenken, weil mir im Augenblick nichts Sinnvolles und nichts Effektives einfällt.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Sozialamt ist schlimmer als NSA, BND & Co.


Gestern habe ich beim Sozialamt meine Unterlagen für die Bewilligung von Grundsicherung abgegeben. In den zwanzig Jahren meines Arbeitslosengeldbezugs habe ich mich weder von der Arbeitsagentur noch vom Jobcenter derart entwürdigt gefühlt. Was diese "Sozial"-behörde alles von mir wissen will, ist haarsträubend. Das Amt hätte genau so gut ein Sonderkommando schicken können, dass alle meine Akten mit nimmt und unter dem Teppich und unter meinem Bett nach verstecktem Vermögen gesucht hätte.

Das Durchforsten und Abfischen meiner Internet-Aktivitäten durch den einheimischen BND, die amerikanische NSA und all die anderen befreundeten und nicht befreundeten Staaten sind gegen die Durchforstung meines Lebens durchs Sozialamt harmlos. Und ich kann mich nicht einmal dagegen wehren, weil ich dann keine Leistungen bekäme.

Diese innerdeutsche Sozial-Spionage sollte man nie aus den Augen verlieren, wenn man wieder einmal dazu neigt, mit dem Finger auf die anderen Bösen zu zeigen und das eigene Böse im Inneren damit verdrängt.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Schuld und Verantwortung


In meinem Leben habe ich bestimmt einiges an Schuld auf mich geladen. Doch ich habe mich immer bemüht, dafür auch die Verantwortung zu übernehmen. Und es ist nicht immer leicht, Verantwortung zu übernehmen, weil Verantwortung zu übernehmen voraussetzt, dass man Einsicht hat in seine eigene Unzulänglichkeit und seine schwarzen Seiten hat.

Doch dazu sind viele Menschen weder bereit noch imstande. Eine Gruppe solcher verantwortungsloser Menschen sind die Arbeitgeber, die vorgeben, für ihre Mitarbeiter Verantwortung zu haben, aber sich auch nicht scheuen, sie auf die Straße zu setzen, wenn´s an ihre Gewinne geht. Und es ist der Verantwortungslosigkeit der Arbeitgeber geschuldet, dass sie einem fähigen Menschen wie mir nie die echte Möglichkeit des Wiedereinstiegs ins Berufsleben gegeben haben. Sie wollen keine fähigen Menschen, die mitdenken und erst recht nicht mitreden, sondern sie wollen ausschließlich gut funktionierende Arbeitssklaven. In meiner mehr als zwanzigjährigen Arbeitslosigkeit habe ich das mehr als einmal erleben müssen. Und ich gebe offen und ehrlich zu, dass es mich noch heute oft schmerzt und ich nach wie vor unter den Folgen zu leiden und mich mit ihnen in der ein oder anderen Form auseinander zu setzen habe.

Alle Arbeitgeber, die ich in den über zwanzig Jahren meiner Arbeitslosigkeit als befristeter Arbeitnehmer oder als Bewerber direkt oder indirekt kennen gelernt habe, waren verantwortungslose Egoisten. Alle diese Arbeitgeber haben sich mir gegenüber verantwortungslos verhalten und Schuld auf sich geladen. Aber diese Sorte von Mensch interessieren Schuld und Verantwortung genau so wenig wie der berühmte Sack Reis, der in China umfällt.

In ein oder zwei Monaten gehe ich in Rente. Aber die Folgen bleiben. Eine über zwanzigjährige Arbeitslosigkeit bleibt genau so in den Knochen hängen wie ein erfolgreiches Leben von Menschen, die immer nur die Leiter hoch gefallen sind.

Montag, 2. Juni 2014

Kontakte aufräumen


Viele Kontakte habe ich nicht. Sie würden mir auch genügen, wenn es zweiseitige Kontakte wären, d.h. Kontakte, die von beiden Seiten ausgehen und nicht nur von meiner Seite. Doch um die zweiseitigen Kontakte zu zählen, könnte man mir eine Hand vollständig und von der anderen Hand einige Finger abhacken. Das macht mich traurig und wütend, ist aber nicht zu ändern, weil meine Initiativen diese Kontakte auch nicht zu zweiseitigen Kontakten machen.

Die tatsächlichen Gründe dafür kenne ich nicht. Und so Sätze wie "Du bist mir sehr wichtig, aber . . ." oder "Ich würde mich gerne mit Dir treffen, aber . . ." oder "Ich wollte Dich immer mal anrufen (Dir schreiben), aber . . ." sind bereits inflationärer als die Geldentwertungen der letzten Jahre, weil sie in der Luft hängen bleiben und nicht bei mir ankommen.

Bereits zwei Mal in meinem Leben habe ich darum solche Kontakte aufgeräumt, indem ich mich bei diesen Menschen nicht mehr gemeldet habe. Und diese Menschen haben indirekt bewiesen, dass ich ihnen nicht (mehr) wichtig genug war, um den Kontakt mit mir zu pflegen. Darunter sind Menschen, die mir heute noch wichtig sein könnten, die sich aber nie wieder bei gemeldet haben. Bei einigen von ihnen habe ich versucht, den Kontakt wieder aufleben zu lassen - leider vergeblich.

Und nun habe ich mich entschlossen, wieder mal meine Kontakte aufzuräumen, um wichtige positive Energien nicht weiter kräftezehrend zu verschwenden.

Freitag, 30. Mai 2014

Was wird aus Edward Snowden nach dem 31. Juli 2014


Am 31. Juli des Jahres läuft das auf ein Jahr befristete Asyl von Edward Snowden in Russland aus. Was wird danach? Ich sehe folgende Möglichkeiten:

a)   Sein Asyl wird um ein weiteres Jahr verlängert. Diese Möglichkeit sehe ich nach derzeitigem Stand als die wahrscheinlichste an.

b)   Die USA machen mit Snowden einen Deal, der ihm Strafbefreiung zusagt. Einen solchen Deal kann ich mir allerdings überhaupt nicht vorstellen, zumal verschiedene USA-Repräsentanten schon geäußert haben, dass es für Snowden keine Gnade gäbe. Diese Möglichkeit sehe ich ganz und gar nicht, weil es keine Regierung mag, wenn ihre geheimen Machenschaften nicht nur aufgedeckt,sondern auch öffentlich gemacht werden.

c)   Von einem Asyl im demokratischen Deutschland können wir leider nur träumen. Das zeigt alleine schon die Weigerung des Generalbundesanwalts Range, gegen die NSA ein amtliches Ermittlungsverfahren einzuleiten. Selbst mal unterstellt, Snowden bekäme in Deutschland Asyl, so wäre nichtsdestotrotz damit zu rechnen, dass die NSA-USA ihn aus Deutschland entführen würden.

Ich sehe sehr wenig Aussicht für Edward Snowden, wieder in seine Heimat USA zurück kehren zu können. Die Verantwortlichen dieser Großmacht stempeln einen mutigen Menschen zu einem Verbrecher ab, der eins der größten Verbrechen dieser Großmacht öffentlich gemacht hat: Ihre weltumspannende Missachtung der Menschenrechte und Privatsphären der Menschen, um sie mit der Vernetzung der ausspionierten Daten angreifbar und manipulierbar zu machen. Diesen Machtmissbrauch nehmen die USA genau so selbstverständlich hin wie seinerzeit die Vernichtung der Indianer,eine große Armut im eigenen Land und die aktive Unterstützung der amerikanischen Waffenlobby und der Zusammenarbeit mit ihr. Doch Snowden gestehen sie nicht zu, nur einen Teil - wenn auch einen sehr bedeutenden - ihrer Verbrechen und Lügen öffentlich zu machen.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Das schlägt dem Fass den Boden aus


In voraus eilendem Gehorsam vor den amerikanischen "Freunden" ermittelt Generalbundesanwalt Range gar nicht erst gegen die NSA, weil die NSA ja ein Geheimdienst ist und Geheimdienste ihre Geheimnisse nicht preisgeben. Und auf Grund von Geheimnissen kann man die Verantwortlichen der NSA und ihre politischen Hintermänner nicht verurteilen. Tolle Logik, Herr General von der Bundesanwaltschaft. Haben Sie schon einmal etwas von Indizienbeweisen gehört? Dabei gibt es Beweise über die kriminellen Machenschaften der NSA, die schon längst auch bei den einfachen Menschen zum Allgemeinwissen gehören.

Ein Krimineller, dem die Staatsanwaltschaft formaljuristisch nichts nachweisen kann, wird dennoch zu einer Strafe verurteilt. Und ein Bürger, der auf die finanzielle Unterstützung des Staates angewiesen ist, muss sich erst einmal nackt ausziehen, bevor er überhaupt auch nur einen einzigen Cent bekommt. Und wenn ihm aus fadenscheinigen Gründen die volle Unterstützung gestrichen wird (beispielsweise, wenn ein Langzeitarbeitsloser dreimal hintereinander - aus welchen Gründen auch immer - einen Termin nicht wahr genommen hat), hat der Staat keine Probleme, einem derart Betroffenen die Existenz unter dem Arsch weg zu ziehen. Der Staat hat auch keine Probleme, seine Bürger für seine Fehler gnadenlos bluten zu lassen - so geschehen aktuell in Wuppertal.

Das sind nur zwei Beispiele aus einer Reihe, die zeigen, dass "unser" Staat sehr weit von dem angeblich sozialen Netz entfernt ist, das doch jeden auffangen soll, der unverschuldet in Not geraten ist. Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger sind unverschuldet in Not geraten. Und dennoch lässt der Staat jegliche Moral und jegliche Menschlichkeit diesen Menschen gegenüber vermissen. Stattdessen ist er dem fernen Großen Bruder hörig und gestattet ihm großzügig, die ihm anvertrauten Bürger hemmungslos auszuspionieren. Unser Staat fühlt sich offenbar seinem "befreundeten Partner" USA gegenüber weitaus mehr in der Verantwortung als seinen eigenen Bürgern.

Die Aufarbeitung der amerikanischen Bespitzelung ist mehr als nur ein globales Problem - es ist mehr und intensiver denn je ein innerdeutsches Problem, bei dem es darum geht, wie der Staat mit uns Bürgern umspringt. Und diese Umgangsweise kann oft nur als Menschen verachtend und zynisch bezeichnet werden.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Gedanken und ein Dankeschön an Euch


Meinem 30.000sten Besucher - es kann natürlich auch eine Besucherin gewesen sein - habe ich ein persönliches Dankeschön geschenkt. Es war und ist ein Dankeschön, dass auch für Euch anderen Besucherinnen und Besuchern gedacht ist und das ich Euch heute mit auf Euren Weg geben möchte:


Danke schön für Euer Interesse.



Dienstag, 20. Mai 2014

Lesen und Reichtum


Zur Zeit lese ich wieder einmal eine sehr spannenden historischen Roman, von dem ich gar nicht mehr los komme. Dabei muss ich mich ermahnen, dass ich zwischendurch auch mal etwas essen und trinken sollte. Und dabei kommt mir so der Gedanke:

Wenn ich nur allein in den über zwanzig Jahren meiner Arbeitslosigkeit für jedes gelesene Wort 1 Cent bekommen hätte, so wäre ich heute ein sehr reicher Mann, der seine Reichtum sehr gerne auch teilen würde. Doch leider ist dem nicht so, weil ich auf Dauer mit monatlich 750 Euro werde leben müssen: Jeder Cent, den ich bei meiner künftigen Rente mehr bekomme, wird mir sofort von der Grundsicherung abgezogen. Und erst gestern musste ich wieder am eigenen Leib und in der eigenen Seele erleben, wie Armut Menschen von einem intensiveren Kontakt mit mir abhält.

Ich habe ein hohes Maß an geistigem und charakterlichem Reichtum - das kann ich so offen behaupten, ohne zu übertreiben. Aber in einer finanziell-leistungs-orientierten Gesellschaft hat dieser Reichtum sehr wenig Wert. Und damit muss ich leben und nicht die anderen.

Sonntag, 11. Mai 2014

Der Weg ist mein Ziel


Die Grundlage für mein lebenslanges Kämpfen wurde mir schon in die Wiege gelegt. Die Nabelschnur hatte sich um meinen Hals gewickelt und so musste ich dreizehn Tage nach dem geplanten Geburtstermin mit Kaiserschnitt aus der Gebärmutter ins Leben geholt werden. Ob es nun tatsächlich die "Grundlage" war, lasse ich mal dahin gestellt. Auf jeden Fall war meine Geburt der erste Kampf, den ich ausfechten musste, ohne (bewusst) etwas dazu beitragen zu können.

Kämpfen zieht sich schon durch mein ganzes Leben. Und kämpfen ist für mich auch nichts, was abzulehnen wäre. Vielmehr ist so mancher Kampf nötig, um sich gegen Mitmenschen abzugrenzen und seine eigene Entwicklung selbst bestimmt zu gehen - "selbst bestimmt" heißt nicht nur egoistisch, sondern auch abhängig von der Umwelt und den Menschen.

Im Heute habe ich das Gefühl, dass ich in meinem Leben viel zu häufig gekämpft habe und kämpfen musste. Sehr viele Kämpfe kann ich einfach nur als überflüssig bezeichnen, weil sie mir geschadet haben: Ich habe im Großen und Ganzen verloren - sowohl (zwischen)menschlich wie beruflich. Am Liebsten würde ich von sehr Vielem loslassen und den Spagat hinkriegen, weder gegen mich noch meine Mitmenschen gleichgültig zu werden und zugleich innere Ruhe und Gelassenheit zu finden. Doch es fällt mir sehr schwer, jahrzehntelang erlernte und geübte Verhaltensweisen selbst Schritt für Schritt abzubauen.

Und leider muss ich hier wieder kämpfen, weil es mich anstrengt, mich mit meinen eigenen und mit äußeren Widerständen auseinander zu setzen. Ich bin davon überzeugt, dass ich nicht an meinem Ziel ankommen werde, sondern dass der Weg dorthin das Ziel ist - und ich auf diesem Weg Schritt für Schritt immer mehr innere Ruhe und Gelassenheit finden werde und finden kann.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Unterstützt die Kleinen!


Wohl kaum jemand hält körperlich kleine Menschen heute noch für minder bemittelt, weil sich das Wissen durchgesetzt hat, dass körperliche Größe nichts mit charakterlicher Größe zu tun hat. Und genau so ist es mit Unternehmen, weil eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Kunden nichts mit der Qualität und Kundennähe eines Unternehmens zu tun hat.

Und darum möchte ich heute für ein kleines Unternehmen werben, das meines Wissens das kleinste deutsche Unternehmen seiner Branche ist. Diese Werbung mache ich vollkommen unbezahlt und ausschließlich aus meiner persönlichen Überzeugung heraus. Es geht um den meines Wissens kleinsten Email-Anbieter in Deutschland, der es in sich hat:

* ein 2 GB großes, erweiterbares Postfach
* ein Kalender und ein Adressbuch sind eingeschlossen
* alle Daten sind synchronisierbar
* umfassendes Verschlüsselungskonzept
* werbefreie Webseite und werbefreies Postfach
* Anmeldung ohne Angabe persönlicher Daten
* Abruf per IMAP/POP3 und 50 MB Anhänge

Die monatliche Gebühr von einem Euro ist dieser Dienst des Berliner E-Mailanbieters Posteo meines Erachtens voll und ganz wert. Und ich könnte mir vorstellen, auch für jeden, der in seinem Postfach nicht mit Werbung zugemüllt werden und anonym und ziemlich gut verschlüsselt kommunizieren will.

Zudem hat Posteo als erster deutscher Telekommunikationsanbieter am 05. Mai 2014 einen Transparenzbericht veröffentlicht. Dieser Transparenzbericht war für andere deutsche Telekommunikationsanbieter Anstoß für eigene Transparenzberichte.

Posteo-Kunde bin ich seit September 2013. Meine Anfragen wurden stets innerhalb von ein bis zwei Tagen vom Support-Team fachkundig beantwortet.

Mittwoch, 23. April 2014

Und morgen bin ich tot


Vielleicht bin ich ja tatsächlich schon tot, während Ihr diese Zeilen lest. Vielleicht habe ich letzte Nacht einen Herzinfarkt bekommen und konnte mir selbst nicht helfen, weil ich allein stehend bin. Ein Problem übrigens, das Alleinstehende grundsätzlich haben, wenn sie alleine in ihrer Wohnung sind. Oder ich habe mich gestern ruhig ins Bett gelegt und bin für immer eingeschlafen. Wenn ich jetzt noch lebe und mich wohl fühle, ist das keine Garantie dafür, dass ich nicht schon in einigen Stunden gar nicht mehr lebe.

Über den Tod mache ich mir verstärkt Gedanken, seitdem vor etwa anderthalb Jahren festgestellt worden ist, dass ich keinen niedrigen Blutdruck mehr habe, sondern Bluthochdruck. Glücklicherweise haben meine bisherigen Untersuchungen gezeigt, dass ich sehr gut eingestellt bin. Dass ich gerade jetzt darüber schreibe, hat zwei Gründe:

Gestern Abend habe ich im Fernsehen zuerst eine Dokumentation gesehen über Gerichtsmediziner, die dort über ihren Umgang mit dem Tod berichtet haben, über Menschen, die plötzlich gestorben sind. Alle diese Menschen dachten noch kurz vor ihrem Tod nicht ans Sterben. Und ihr täglicher Umgang mit dem Tod hat diese Gerichtsmediziner auch im Privatleben demütig gemacht - sie versuchen, so viel wie möglich vom Leben, von ihnen nahe stehenden Menschen, von ihren Tieren, von der Natur in ihre Seelen aufzunehmen. Und durch ihre berufliche Konfrontation mit dem plötzlichen Tod wissen sie auch besser als wir "Nur"-Lebenden um die hohe Wichtigkeit des Lebens und der Hochachtung vor ihm.

Im Anschluss daran habe ich ein Interview gesehen, in dem Margarethe Schreinemakers über ihren Herzstillstand im März 2009 und ihre Rückkehr ins Leben erzählte. Ihre riesige Freude am Leben strahlte (wahrscheinlich nicht nur) in der Sendung aus all ihren Poren und Worten. An ihren Herzstillstand hat sie keine Erinnerung. Das kann ich in gewisser Weise sehr gut nachempfinden, weil ich vor etwa einem halben Jahr in einem Laden an der Kasse zweimal kurz hintereinander in Ohnmacht gefallen bin und nicht die geringste Ahnung habe, wie lange ich ohnmächtig war. Wenn die Umstände - sehr schnelle Hilfe - nicht auf kurze Ohnmachten hinwiesen, so hätten sie auch einige Stunden gedauert haben können.

Ein Bekannter von mir aus der Schweiz hat mir zum Thema Tod mal hier in einem Kommentar geschrieben, er hätte vor dem Tod keine Angst, weil er das Gefühl kenne, im Koma zu liegen.

Wenn ich auf mein bisheriges Lebens zurück blicke, denke ich vor allem im Hinblick auf die letzten zwanzig Jahre, dass ich sehr viel versäumt habe und oft nicht imstande war - aus welchen Gründen auch immer -, mein Leben sinnvoller zu gestalten. Ich bin da sehr gespalten, weil ich seit Jahren Ausgrenzung in vielfältiger Form an meiner Seele spüre und mich zugleich an sehr viele schöne Zeiten und wertvolle Menschen in meinem Leben erinnere. Es klingt wie der Spruch "Früher war alles besser". Für mich ist das kein Spruch, sondern gelebte Lebenserfahrung. Und wenn ich all die großen und kleinen Kriege in dieser Welt sehe - sowohl die Kriege gegen die Körper der Menschen wie auch der Kriege gegen ihre Seelen -, so macht mich das auch nicht gerade zuversichtlicher.