Sonntag, 3. August 2014

Flucht vor Grundsicherung bzw. Sozialhilfe


Offenbar erhalte ich zu meiner kleinen Rente keine Grundsicherung, sondern lediglich "Hilfe zum Leben" (eine äußerst treffende Bezeichnung), weil es Grundsicherung angeblich erst ab dem 65. Lebensjahr gibt. Und das dauert noch bis Ende nächsten Jahres.

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt empfinde ich diese Abhängigkeit vom Sozialamt als schlimmer und erniedrigender als meine letzten Jahren beim Jobcenter. Und eins ist mir klar: Ich will raus aus dieser Abhängigkeit. Das geht aber nur mit einer 450-Euro-Stelle - und die ist leider nicht so einfach zu finden. Gerade auch im kaufmännischen Bereich, in dem ich bevorzugt arbeiten möchte. Denn leider werden auch im Niedriglohnbereich schriftliche Bewerbungen erwartet. Und dazu bin ich nicht bereit. Damit käme ich wieder in dieselbe missliche Situation wie zuvor: schriftlich bewerben und Absagen erhalten. Zudem darf das monatliche Einkommen von 450 Euro nicht schwanken, weil ich nicht einen einzigen Monat wieder auf Grundsicherungs-/Sozialhilfeniveau absinken will. Ein guter Geschäftsführer bzw. eine gute Personalabteilung muss in der Lage sein, meine Fähigkeiten auf Grund eines persönliches Gesprächs einschätzen zu können anstatt sich auf schriftliche Dokumente zu "verlassen". Nach einer Einstellung wäre es für mich selbstverständlich, die entsprechenden Papiere nach zu reichen.

Erst einmal muss ich jetzt überlegen, wie ich vorgehen will, ohne mich zu verzetteln. Eine Möglichkeit sind die Angebote auf der Seite der Arbeitsagentur und auf kalaydo.de habe ich auch schon rein geschaut - gerade letztere Seite ist nicht das Gelbe vom Ei. Die Stellenangebote in der Regionalpresse - ich werde rein schauen, habe zu diesen Angeboten aus Erfahrung jedoch kein besonderes Vertrauen. Über weitere Möglichkeiten muss ich noch nachdenken, weil mir im Augenblick nichts Sinnvolles und nichts Effektives einfällt.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Sozialamt ist schlimmer als NSA, BND & Co.


Gestern habe ich beim Sozialamt meine Unterlagen für die Bewilligung von Grundsicherung abgegeben. In den zwanzig Jahren meines Arbeitslosengeldbezugs habe ich mich weder von der Arbeitsagentur noch vom Jobcenter derart entwürdigt gefühlt. Was diese "Sozial"-behörde alles von mir wissen will, ist haarsträubend. Das Amt hätte genau so gut ein Sonderkommando schicken können, dass alle meine Akten mit nimmt und unter dem Teppich und unter meinem Bett nach verstecktem Vermögen gesucht hätte.

Das Durchforsten und Abfischen meiner Internet-Aktivitäten durch den einheimischen BND, die amerikanische NSA und all die anderen befreundeten und nicht befreundeten Staaten sind gegen die Durchforstung meines Lebens durchs Sozialamt harmlos. Und ich kann mich nicht einmal dagegen wehren, weil ich dann keine Leistungen bekäme.

Diese innerdeutsche Sozial-Spionage sollte man nie aus den Augen verlieren, wenn man wieder einmal dazu neigt, mit dem Finger auf die anderen Bösen zu zeigen und das eigene Böse im Inneren damit verdrängt.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Schuld und Verantwortung


In meinem Leben habe ich bestimmt einiges an Schuld auf mich geladen. Doch ich habe mich immer bemüht, dafür auch die Verantwortung zu übernehmen. Und es ist nicht immer leicht, Verantwortung zu übernehmen, weil Verantwortung zu übernehmen voraussetzt, dass man Einsicht hat in seine eigene Unzulänglichkeit und seine schwarzen Seiten hat.

Doch dazu sind viele Menschen weder bereit noch imstande. Eine Gruppe solcher verantwortungsloser Menschen sind die Arbeitgeber, die vorgeben, für ihre Mitarbeiter Verantwortung zu haben, aber sich auch nicht scheuen, sie auf die Straße zu setzen, wenn´s an ihre Gewinne geht. Und es ist der Verantwortungslosigkeit der Arbeitgeber geschuldet, dass sie einem fähigen Menschen wie mir nie die echte Möglichkeit des Wiedereinstiegs ins Berufsleben gegeben haben. Sie wollen keine fähigen Menschen, die mitdenken und erst recht nicht mitreden, sondern sie wollen ausschließlich gut funktionierende Arbeitssklaven. In meiner mehr als zwanzigjährigen Arbeitslosigkeit habe ich das mehr als einmal erleben müssen. Und ich gebe offen und ehrlich zu, dass es mich noch heute oft schmerzt und ich nach wie vor unter den Folgen zu leiden und mich mit ihnen in der ein oder anderen Form auseinander zu setzen habe.

Alle Arbeitgeber, die ich in den über zwanzig Jahren meiner Arbeitslosigkeit als befristeter Arbeitnehmer oder als Bewerber direkt oder indirekt kennen gelernt habe, waren verantwortungslose Egoisten. Alle diese Arbeitgeber haben sich mir gegenüber verantwortungslos verhalten und Schuld auf sich geladen. Aber diese Sorte von Mensch interessieren Schuld und Verantwortung genau so wenig wie der berühmte Sack Reis, der in China umfällt.

In ein oder zwei Monaten gehe ich in Rente. Aber die Folgen bleiben. Eine über zwanzigjährige Arbeitslosigkeit bleibt genau so in den Knochen hängen wie ein erfolgreiches Leben von Menschen, die immer nur die Leiter hoch gefallen sind.

Montag, 2. Juni 2014

Kontakte aufräumen


Viele Kontakte habe ich nicht. Sie würden mir auch genügen, wenn es zweiseitige Kontakte wären, d.h. Kontakte, die von beiden Seiten ausgehen und nicht nur von meiner Seite. Doch um die zweiseitigen Kontakte zu zählen, könnte man mir eine Hand vollständig und von der anderen Hand einige Finger abhacken. Das macht mich traurig und wütend, ist aber nicht zu ändern, weil meine Initiativen diese Kontakte auch nicht zu zweiseitigen Kontakten machen.

Die tatsächlichen Gründe dafür kenne ich nicht. Und so Sätze wie "Du bist mir sehr wichtig, aber . . ." oder "Ich würde mich gerne mit Dir treffen, aber . . ." oder "Ich wollte Dich immer mal anrufen (Dir schreiben), aber . . ." sind bereits inflationärer als die Geldentwertungen der letzten Jahre, weil sie in der Luft hängen bleiben und nicht bei mir ankommen.

Bereits zwei Mal in meinem Leben habe ich darum solche Kontakte aufgeräumt, indem ich mich bei diesen Menschen nicht mehr gemeldet habe. Und diese Menschen haben indirekt bewiesen, dass ich ihnen nicht (mehr) wichtig genug war, um den Kontakt mit mir zu pflegen. Darunter sind Menschen, die mir heute noch wichtig sein könnten, die sich aber nie wieder bei gemeldet haben. Bei einigen von ihnen habe ich versucht, den Kontakt wieder aufleben zu lassen - leider vergeblich.

Und nun habe ich mich entschlossen, wieder mal meine Kontakte aufzuräumen, um wichtige positive Energien nicht weiter kräftezehrend zu verschwenden.

Freitag, 30. Mai 2014

Was wird aus Edward Snowden nach dem 31. Juli 2014


Am 31. Juli des Jahres läuft das auf ein Jahr befristete Asyl von Edward Snowden in Russland aus. Was wird danach? Ich sehe folgende Möglichkeiten:

a)   Sein Asyl wird um ein weiteres Jahr verlängert. Diese Möglichkeit sehe ich nach derzeitigem Stand als die wahrscheinlichste an.

b)   Die USA machen mit Snowden einen Deal, der ihm Strafbefreiung zusagt. Einen solchen Deal kann ich mir allerdings überhaupt nicht vorstellen, zumal verschiedene USA-Repräsentanten schon geäußert haben, dass es für Snowden keine Gnade gäbe. Diese Möglichkeit sehe ich ganz und gar nicht, weil es keine Regierung mag, wenn ihre geheimen Machenschaften nicht nur aufgedeckt,sondern auch öffentlich gemacht werden.

c)   Von einem Asyl im demokratischen Deutschland können wir leider nur träumen. Das zeigt alleine schon die Weigerung des Generalbundesanwalts Range, gegen die NSA ein amtliches Ermittlungsverfahren einzuleiten. Selbst mal unterstellt, Snowden bekäme in Deutschland Asyl, so wäre nichtsdestotrotz damit zu rechnen, dass die NSA-USA ihn aus Deutschland entführen würden.

Ich sehe sehr wenig Aussicht für Edward Snowden, wieder in seine Heimat USA zurück kehren zu können. Die Verantwortlichen dieser Großmacht stempeln einen mutigen Menschen zu einem Verbrecher ab, der eins der größten Verbrechen dieser Großmacht öffentlich gemacht hat: Ihre weltumspannende Missachtung der Menschenrechte und Privatsphären der Menschen, um sie mit der Vernetzung der ausspionierten Daten angreifbar und manipulierbar zu machen. Diesen Machtmissbrauch nehmen die USA genau so selbstverständlich hin wie seinerzeit die Vernichtung der Indianer,eine große Armut im eigenen Land und die aktive Unterstützung der amerikanischen Waffenlobby und der Zusammenarbeit mit ihr. Doch Snowden gestehen sie nicht zu, nur einen Teil - wenn auch einen sehr bedeutenden - ihrer Verbrechen und Lügen öffentlich zu machen.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Das schlägt dem Fass den Boden aus


In voraus eilendem Gehorsam vor den amerikanischen "Freunden" ermittelt Generalbundesanwalt Range gar nicht erst gegen die NSA, weil die NSA ja ein Geheimdienst ist und Geheimdienste ihre Geheimnisse nicht preisgeben. Und auf Grund von Geheimnissen kann man die Verantwortlichen der NSA und ihre politischen Hintermänner nicht verurteilen. Tolle Logik, Herr General von der Bundesanwaltschaft. Haben Sie schon einmal etwas von Indizienbeweisen gehört? Dabei gibt es Beweise über die kriminellen Machenschaften der NSA, die schon längst auch bei den einfachen Menschen zum Allgemeinwissen gehören.

Ein Krimineller, dem die Staatsanwaltschaft formaljuristisch nichts nachweisen kann, wird dennoch zu einer Strafe verurteilt. Und ein Bürger, der auf die finanzielle Unterstützung des Staates angewiesen ist, muss sich erst einmal nackt ausziehen, bevor er überhaupt auch nur einen einzigen Cent bekommt. Und wenn ihm aus fadenscheinigen Gründen die volle Unterstützung gestrichen wird (beispielsweise, wenn ein Langzeitarbeitsloser dreimal hintereinander - aus welchen Gründen auch immer - einen Termin nicht wahr genommen hat), hat der Staat keine Probleme, einem derart Betroffenen die Existenz unter dem Arsch weg zu ziehen. Der Staat hat auch keine Probleme, seine Bürger für seine Fehler gnadenlos bluten zu lassen - so geschehen aktuell in Wuppertal.

Das sind nur zwei Beispiele aus einer Reihe, die zeigen, dass "unser" Staat sehr weit von dem angeblich sozialen Netz entfernt ist, das doch jeden auffangen soll, der unverschuldet in Not geraten ist. Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger sind unverschuldet in Not geraten. Und dennoch lässt der Staat jegliche Moral und jegliche Menschlichkeit diesen Menschen gegenüber vermissen. Stattdessen ist er dem fernen Großen Bruder hörig und gestattet ihm großzügig, die ihm anvertrauten Bürger hemmungslos auszuspionieren. Unser Staat fühlt sich offenbar seinem "befreundeten Partner" USA gegenüber weitaus mehr in der Verantwortung als seinen eigenen Bürgern.

Die Aufarbeitung der amerikanischen Bespitzelung ist mehr als nur ein globales Problem - es ist mehr und intensiver denn je ein innerdeutsches Problem, bei dem es darum geht, wie der Staat mit uns Bürgern umspringt. Und diese Umgangsweise kann oft nur als Menschen verachtend und zynisch bezeichnet werden.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Gedanken und ein Dankeschön an Euch


Meinem 30.000sten Besucher - es kann natürlich auch eine Besucherin gewesen sein - habe ich ein persönliches Dankeschön geschenkt. Es war und ist ein Dankeschön, dass auch für Euch anderen Besucherinnen und Besuchern gedacht ist und das ich Euch heute mit auf Euren Weg geben möchte:


Danke schön für Euer Interesse.



Dienstag, 20. Mai 2014

Lesen und Reichtum


Zur Zeit lese ich wieder einmal eine sehr spannenden historischen Roman, von dem ich gar nicht mehr los komme. Dabei muss ich mich ermahnen, dass ich zwischendurch auch mal etwas essen und trinken sollte. Und dabei kommt mir so der Gedanke:

Wenn ich nur allein in den über zwanzig Jahren meiner Arbeitslosigkeit für jedes gelesene Wort 1 Cent bekommen hätte, so wäre ich heute ein sehr reicher Mann, der seine Reichtum sehr gerne auch teilen würde. Doch leider ist dem nicht so, weil ich auf Dauer mit monatlich 750 Euro werde leben müssen: Jeder Cent, den ich bei meiner künftigen Rente mehr bekomme, wird mir sofort von der Grundsicherung abgezogen. Und erst gestern musste ich wieder am eigenen Leib und in der eigenen Seele erleben, wie Armut Menschen von einem intensiveren Kontakt mit mir abhält.

Ich habe ein hohes Maß an geistigem und charakterlichem Reichtum - das kann ich so offen behaupten, ohne zu übertreiben. Aber in einer finanziell-leistungs-orientierten Gesellschaft hat dieser Reichtum sehr wenig Wert. Und damit muss ich leben und nicht die anderen.

Sonntag, 11. Mai 2014

Der Weg ist mein Ziel


Die Grundlage für mein lebenslanges Kämpfen wurde mir schon in die Wiege gelegt. Die Nabelschnur hatte sich um meinen Hals gewickelt und so musste ich dreizehn Tage nach dem geplanten Geburtstermin mit Kaiserschnitt aus der Gebärmutter ins Leben geholt werden. Ob es nun tatsächlich die "Grundlage" war, lasse ich mal dahin gestellt. Auf jeden Fall war meine Geburt der erste Kampf, den ich ausfechten musste, ohne (bewusst) etwas dazu beitragen zu können.

Kämpfen zieht sich schon durch mein ganzes Leben. Und kämpfen ist für mich auch nichts, was abzulehnen wäre. Vielmehr ist so mancher Kampf nötig, um sich gegen Mitmenschen abzugrenzen und seine eigene Entwicklung selbst bestimmt zu gehen - "selbst bestimmt" heißt nicht nur egoistisch, sondern auch abhängig von der Umwelt und den Menschen.

Im Heute habe ich das Gefühl, dass ich in meinem Leben viel zu häufig gekämpft habe und kämpfen musste. Sehr viele Kämpfe kann ich einfach nur als überflüssig bezeichnen, weil sie mir geschadet haben: Ich habe im Großen und Ganzen verloren - sowohl (zwischen)menschlich wie beruflich. Am Liebsten würde ich von sehr Vielem loslassen und den Spagat hinkriegen, weder gegen mich noch meine Mitmenschen gleichgültig zu werden und zugleich innere Ruhe und Gelassenheit zu finden. Doch es fällt mir sehr schwer, jahrzehntelang erlernte und geübte Verhaltensweisen selbst Schritt für Schritt abzubauen.

Und leider muss ich hier wieder kämpfen, weil es mich anstrengt, mich mit meinen eigenen und mit äußeren Widerständen auseinander zu setzen. Ich bin davon überzeugt, dass ich nicht an meinem Ziel ankommen werde, sondern dass der Weg dorthin das Ziel ist - und ich auf diesem Weg Schritt für Schritt immer mehr innere Ruhe und Gelassenheit finden werde und finden kann.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Unterstützt die Kleinen!


Wohl kaum jemand hält körperlich kleine Menschen heute noch für minder bemittelt, weil sich das Wissen durchgesetzt hat, dass körperliche Größe nichts mit charakterlicher Größe zu tun hat. Und genau so ist es mit Unternehmen, weil eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Kunden nichts mit der Qualität und Kundennähe eines Unternehmens zu tun hat.

Und darum möchte ich heute für ein kleines Unternehmen werben, das meines Wissens das kleinste deutsche Unternehmen seiner Branche ist. Diese Werbung mache ich vollkommen unbezahlt und ausschließlich aus meiner persönlichen Überzeugung heraus. Es geht um den meines Wissens kleinsten Email-Anbieter in Deutschland, der es in sich hat:

* ein 2 GB großes, erweiterbares Postfach
* ein Kalender und ein Adressbuch sind eingeschlossen
* alle Daten sind synchronisierbar
* umfassendes Verschlüsselungskonzept
* werbefreie Webseite und werbefreies Postfach
* Anmeldung ohne Angabe persönlicher Daten
* Abruf per IMAP/POP3 und 50 MB Anhänge

Die monatliche Gebühr von einem Euro ist dieser Dienst des Berliner E-Mailanbieters Posteo meines Erachtens voll und ganz wert. Und ich könnte mir vorstellen, auch für jeden, der in seinem Postfach nicht mit Werbung zugemüllt werden und anonym und ziemlich gut verschlüsselt kommunizieren will.

Zudem hat Posteo als erster deutscher Telekommunikationsanbieter am 05. Mai 2014 einen Transparenzbericht veröffentlicht. Dieser Transparenzbericht war für andere deutsche Telekommunikationsanbieter Anstoß für eigene Transparenzberichte.

Posteo-Kunde bin ich seit September 2013. Meine Anfragen wurden stets innerhalb von ein bis zwei Tagen vom Support-Team fachkundig beantwortet.

Mittwoch, 23. April 2014

Und morgen bin ich tot


Vielleicht bin ich ja tatsächlich schon tot, während Ihr diese Zeilen lest. Vielleicht habe ich letzte Nacht einen Herzinfarkt bekommen und konnte mir selbst nicht helfen, weil ich allein stehend bin. Ein Problem übrigens, das Alleinstehende grundsätzlich haben, wenn sie alleine in ihrer Wohnung sind. Oder ich habe mich gestern ruhig ins Bett gelegt und bin für immer eingeschlafen. Wenn ich jetzt noch lebe und mich wohl fühle, ist das keine Garantie dafür, dass ich nicht schon in einigen Stunden gar nicht mehr lebe.

Über den Tod mache ich mir verstärkt Gedanken, seitdem vor etwa anderthalb Jahren festgestellt worden ist, dass ich keinen niedrigen Blutdruck mehr habe, sondern Bluthochdruck. Glücklicherweise haben meine bisherigen Untersuchungen gezeigt, dass ich sehr gut eingestellt bin. Dass ich gerade jetzt darüber schreibe, hat zwei Gründe:

Gestern Abend habe ich im Fernsehen zuerst eine Dokumentation gesehen über Gerichtsmediziner, die dort über ihren Umgang mit dem Tod berichtet haben, über Menschen, die plötzlich gestorben sind. Alle diese Menschen dachten noch kurz vor ihrem Tod nicht ans Sterben. Und ihr täglicher Umgang mit dem Tod hat diese Gerichtsmediziner auch im Privatleben demütig gemacht - sie versuchen, so viel wie möglich vom Leben, von ihnen nahe stehenden Menschen, von ihren Tieren, von der Natur in ihre Seelen aufzunehmen. Und durch ihre berufliche Konfrontation mit dem plötzlichen Tod wissen sie auch besser als wir "Nur"-Lebenden um die hohe Wichtigkeit des Lebens und der Hochachtung vor ihm.

Im Anschluss daran habe ich ein Interview gesehen, in dem Margarethe Schreinemakers über ihren Herzstillstand im März 2009 und ihre Rückkehr ins Leben erzählte. Ihre riesige Freude am Leben strahlte (wahrscheinlich nicht nur) in der Sendung aus all ihren Poren und Worten. An ihren Herzstillstand hat sie keine Erinnerung. Das kann ich in gewisser Weise sehr gut nachempfinden, weil ich vor etwa einem halben Jahr in einem Laden an der Kasse zweimal kurz hintereinander in Ohnmacht gefallen bin und nicht die geringste Ahnung habe, wie lange ich ohnmächtig war. Wenn die Umstände - sehr schnelle Hilfe - nicht auf kurze Ohnmachten hinwiesen, so hätten sie auch einige Stunden gedauert haben können.

Ein Bekannter von mir aus der Schweiz hat mir zum Thema Tod mal hier in einem Kommentar geschrieben, er hätte vor dem Tod keine Angst, weil er das Gefühl kenne, im Koma zu liegen.

Wenn ich auf mein bisheriges Lebens zurück blicke, denke ich vor allem im Hinblick auf die letzten zwanzig Jahre, dass ich sehr viel versäumt habe und oft nicht imstande war - aus welchen Gründen auch immer -, mein Leben sinnvoller zu gestalten. Ich bin da sehr gespalten, weil ich seit Jahren Ausgrenzung in vielfältiger Form an meiner Seele spüre und mich zugleich an sehr viele schöne Zeiten und wertvolle Menschen in meinem Leben erinnere. Es klingt wie der Spruch "Früher war alles besser". Für mich ist das kein Spruch, sondern gelebte Lebenserfahrung. Und wenn ich all die großen und kleinen Kriege in dieser Welt sehe - sowohl die Kriege gegen die Körper der Menschen wie auch der Kriege gegen ihre Seelen -, so macht mich das auch nicht gerade zuversichtlicher.

Montag, 14. April 2014

Eigeninitiative - nicht immer vorteilhaft


Grundsätzlich ist Eigeninitiative eine selbstverständliche Eigenschaft in meinem Leben, weil ich Gedanken denke und fühle, die mich am Ort festhalten würden, wenn ich nicht versuchen würde, sie umzusetzen. Ohne Eigeninitiative ist ein weitgehend selbst gestaltetes Leben schon mal gar nicht möglich. Aber zu viel Eigeninitiative kann auch schädlich sein:

So sind alle Jobs, die ich in den Jahren meiner Arbeitslosigkeit mal "befristet" hatte, nicht auf Initiative anderer Menschen zustande gekommen, sondern ausschließlich auf meine eigenen Initiativen. Aber dennoch haben alle diese Eigeninitiativen zwanzig lange Jahre nicht zum Erfolg geführt. Auf mich ist  kein Arbeitgeber zugekommen - mit Ausnahme eines sehr verlogenen Arbeitgebers. Gefühlte zweitausend Absagen haben ihre spürbaren Wunden und Narben hinterlassen. Ich kenne Arbeitslose, die mit weitaus weniger Anstrengungen wieder in Arbeit gekommen sind. Das sind wohl die Menschen, die grundsätzlich die Leiter hoch fallen. Ich falle zwar nicht allzu tief hinab, aber ich komme auch nicht höher, bleibe eher immer auf derselben Stufe. Zudem musste ich bei allen befristeten Jobs (und vorher auch schon) die Erfahrung machen, dass Arbeitgeber mehr an Arbeitssklaven interessiert sind als an mitdenkenden, mitsprechenden und mitgestaltenden "Mit"arbeitern.

Auch bei der Suche nach einer neuen Lebenspartnerin habe ich viel Eigeninitiative investiert und tue es (leider?!?) immer noch. Entweder bin ich blind für Frauen, die auf mich zugehen - was ich eher weniger glaube - oder Frauen interessieren sich nicht für mich als Mann. Das zeigt sich in Sprüchen wie "Du bist ein lieber netter Junge, mit dem ich mich gut unterhalten kann, aber mehr ist da nicht." Der Begriff "Junge" ist im übrigen nicht aus der Luft gegriffen. Ob ich für Frauen kein Mannsbild bin? Ob Frauen mit armen Männern nichts zu tun haben wollen? Ob . . ., ob . . .? Ich weiß es nicht. Und es bringt auch gar nichts, das zu analysieren. Obwohl es so ist, fällt es mir immer wieder schwer, mich damit abzufinden.

An welcher Stelle beginnt Eigeninitiative schädlich zu werden? Das ist schwer zu sagen, weil sie oft eine Wanderung auf sehr schmalem Grat ist. Und auf der einen Seiten geht´s grundsätzlich steil bergab.

Freitag, 4. April 2014

Der WDR 2 Tag findet am 6. September in Remscheid statt


Ich habe es gehofft und meine Hoffnung hat sich erfüllt: Der diesjährige WDR 2 Tag findet am 6. September in meiner Nachbarstadt Remscheid statt. Endlich ist es mir nach Jahren mal wieder möglich, Kultur umsonst und dann noch draußen erleben zu dürfen. Und was der Westdeutsche Rundfunk (nicht nur) kulturell auf die Beine stellt, hat glücklicherweise immer noch Hand und Fuß.

Da ich kein Fahrgeld ausgeben muss, weil ich mit meinem Bärenticket bis Remscheid fahren kann, werde ich diesen Tag nicht nur kulturell genießen, sondern mir zudem die kulinarischen Köstlichkeiten schmecken lassen - trotz meines kleinen Geldes werde ich mir diesen Tag aus ganzem Herzen und ohne jede Reue gönnen!

Und wenn uns dann auch noch am 6. September die Sonne reichlich beschert - dann hat der 6. September alle Möglichkeiten, mein Tag des Jahres zu werden.

Dienstag, 1. April 2014

Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung)


Im EKG-Raum meines Hausarztes hängt ein großes Plakat mit mit einer textlich-grafischen Erläuterung zu den einzelnen Schritten einer Reanimation. Vor meinem heutigen Belastungs-EKG - mit einem für mich sehr guten Ergebnis - habe ich mir die Zeit genommen, diese Anleitung aufmerksam zu lesen. Verstanden habe ich die einzelnen Schritte, jedoch nur in der Theorie. Wie es in der Praxis aussähe, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Mein sehnlichster Wunsch ist, nie in die Lage zu geraten, einen anderen Menschen reanimieren zu müssen. Käme ich aber in eine solche Lage, so würde ich mir in vorderster Linie wünschen, dass ich meine Gefühle ausschalten und meinen Kopf auf volle Konzentration und Nervenruhe schalten kann. Und dass ich dann auch helfen würde - ohne Angst etwas falsch zu machen. Nichts zu tun, wäre auf jeden Fall falsch und ein Mensch würde sterben. Dann lieber in Ruhe aktiv werden, ohne überaktiv und hektisch zu werden.

Um nur ein Beispiel zu nennen, dass mir im Kopf haften geblieben ist. Die Herzdruckmassage sollte (wenn ich das richtig in Erinnerung habe) fünf bis sechs Zentimeter tief gehen. Ich hätte Angst, auf diese Weise dem betroffenen Menschen die Rippen zu zerbrechen. Doch ich könnte / würde damit wohl eher einem Menschen das Leben retten. Für mich schwer vorzustellen, weil ich es bisher weder passiv noch aktiv erlebt habe.

Freitag, 21. März 2014

Wenn Kommunikation an ihr Ende gerät


Leider konnte ich in diesem Konflikt trotz mehrfacher Versuche nicht zu einer einvernehmlichen Lösung mit den "sehr guten Bekannten" (die ich im folgenden "Zwillinge" nenne, was sie auch tatsächlich sind) kommen. Bei mir wichtigen Menschen gebe ich so schnell nicht auf, darum auch die verschiedenen Anläufe. Als erstes fand auf meine Initiative hin am 25. Januar ein persönliches Treffen statt. Bereits im Vorfeld hatte ich darauf hingewiesen, dass mir eine entspannte Atmosphäre wichtig sei. Leider spürte ich schon bei meiner Ankunft, dass die Zwillinge sehr unter Zeitdruck standen. So habe ich dann - ich war noch nicht richtig entspannt - ziemlich früh die Frage gestellt: "Wärt ihr wieder auf mich zugekommen, wenn ich nicht den ersten Schritt getan hätte?" Diese Frage wurde von den Zwillingen in einer für mich überraschend groben und verletzenden Weise zurück gewiesen.

Danach habe ich von den Zwillingen wochenlang nichts mehr gehört, so dass ich mich zu einem weiteren Versuch veranlasst sah und ihnen am 4. März geschrieben habe:
ich möchte Euch gerne noch einmal die Frage stellen, die Ihr mir bei unserem Blitz-Treffen am 25. Januar nicht beantwortet habt - aus welchen Gründen auch immer:
    Wärt Ihr wieder auf mich zu gekommen, wenn ich nicht auf Euch wieder zu gegangen wäre?
Ich wünsche mir nur eine offene und ehrliche Antwort von jedem von Euch - mehr nicht! Nur Eure Antworten, keine Diskussionen.
Darauf bekam ich die folgende Antwort,
... wenn man nicht in der Lage ist zu diskutieren
oder etwas zu besprechen, wie kann es da ein Mitein-
ander geben?
die für mich bis heute nicht nachvollziehbar ist. Wer hat denn das Gespräch gesucht? Das war ja wohl ich.  Mir ist es vollkommen gleich, wer wie oft ein Gespräch sucht, weil für mich entscheidend ist, dass es zu einem Gespräch kommt.

Ich habe dann nochmal eine Klarstellung versucht:
unser letztes Treffen bot gar keine Möglichkeit für einen Austausch. Ich hatte im Vorfeld ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich in entspannter Atmosphäre reden wollte. Das war aber gar nicht möglich, weil Ihr es sehr eilig hattet. Und somit blieb mir keine andere Möglichkeit, als schnell meine Frage zu stellen - mit den entsprechenden Folgen.
Es ist mir schleierhaft, warum Du meine Frage auch jetzt nicht ernst nimmst und mich indirekt (ich denke, mit "man" meinst Du mich) dafür verantwortlich machst, warum Du meine Frage nicht beantworten willst. Und dabei habe ich in meiner letzten Email geschrieben, dass ich nur eine Antwort will und auch bereit bin, auf einen Austausch darüber zu verzichten, weil ich Angst habe, dass Du/Ihr meine Frage weiterhin nicht beantworten wollt. Ich kann diese Weigerung ganz und gar nicht verstehen.
Eine Antwort habe ich nicht erhalten.

Zwischenzeitlich waren wir uns auf einer Veranstaltung begegnet, haben uns kurz und distanziert begrüßt. Die Atmosphäre war jedoch schneidend kalt. Unter diesem Eindruck habe ich den Zwillingen die folgende Email geschrieben:
ich hatte immer noch das kleine Fünkchen Hoffnung, dass wir unseren Kontakt wieder auf die Reihe bringen könnten. Doch die eisige und ablehnende Stimmung während der Veranstaltung im Bürgerbahnhof hat mir diese Hoffnung genommen. Zwar habe ich es mir so gut wie gar nicht vorstellen können, dass wir uns je entzweien könnten, doch es ist geschehen. Die sprachliche wie nichtsprachliche Kommunikation zwischen uns ist zusammen gebrochen und liegt nun in Scherben. Die Brücken sind eingestürzt.
Ich stehe zu diesen Worten, die mir dennoch leid getan haben, weil ich trotz der Umstände nicht einzusehen vermag, dass eine so langjährige und in meinen Augen auch stabile Beziehung auseinander gehen kann, darf, . . . Das habe ich den Zwillingen auch geschrieben:
meine letzte Email habe ich Euch unter dem Einfluss unserer Begegnung im Bürgerbahnhof geschrieben, die für mich eisig und schmerzhaft war. Im Grunde möchte ich die Beziehung mit Euch gar nicht beenden.
Wenn Ihr genau so empfindet, so würde ich mich Eure Rückmeldung freuen.
Lieben Gruß
Eine Rückmeldung habe ich leider nicht erhalten - weder eine negative noch eine positive.

Ich habe bewusst nicht angerufen, weil ich Schuldzuweisung befürchtet hätte. Damit hätte ich nicht umgehen können. In solchen Fällen schreibe ich meine Gedanken und Gefühle lieber nieder und schicke sie den betroffenen Menschen.