Mittwoch, 16. Dezember 2009

Mein Leben im Griff haben


Ich habe mein Leben nicht im Griff. Und ich will es auch gar nicht im Griff haben. Was man im Griff hat, kann sich nicht von der Stelle bewegen. Und es kann sich auch im Griff nicht bewegen. Es ist gefangen und ohne Möglichkeit auf Wachstum und freie Entwicklung. Es bleibt, wie es ist, entwickelt sich langsam zurück und vermodert irgendwann einmal. Und dann ist das, was ich im Griff habe - und ich spreche hier von meinem Leben - nicht mehr vorhanden.

Darum gestehe ich mir auch Fehlgriffe zu, Fehlentscheidungen, falsche Einschätzungen von Situationen und Menschen. Und das nicht nur meinen Mitmenschen gegenüber, sondern vor Allem auch mir selbst. Ich betrachte das als ganz und gar nichts Schlechtes, sondern als beständige Möglichkeit, meine bisherigen Lebenserfahrungen zu stabilisieren und auch zu hinterfragen. Das gibt mir immer wieder Anstoß und Kraft, mich allen inneren und äußeren Wirren zum Trotz nach Vorne zu entwickeln, Bewährtes zu erhalten, Neues zu probieren, mich zu irren und daraus zu lernen.

Montag, 14. Dezember 2009

Gedanken und Wünsche zum Jahreswechsel


Kaum hat das Jahr begonnen, ist es auch schon wieder vorbei. Etwa seit meinem 40. Lebensjahr habe ich das Gefühl, dass die Zeit immer schneller vergeht. Und das habe ich auch schon von anderen Menschen in meinem Alter gehört. Daher kann es nicht nur an unserer immer schneller werdenden Zeit liegen, sondern auch aus meiner Sicht an einem immer bewusster gelebten Leben - ein Leben, das sehr viel wahrnimmt und erfährt und daher viel zum Denken und Fühlen anregt. Aber ob es das wirklich ist oder ob das alles ist? Ich weiß es nicht.

Das ablaufende Jahr hat (wahrscheinlich nicht nur) mir sehr viele Erfahrungen gebracht, die mich aufgewühlt und auch sehr nachdenklich gemacht haben - sowohl in meinem ganz persönlichen Denken und Fühlen wie auch von den Einflüssen und Zwängen unserer immer schnelllebiger werdenden Gesellschaft, von Arbeitslosigkeit und dem weiteren Abbau sozialer und persönlicher Rechte. Das Schaffen von innerem Frieden, Ruhe und Zufriedenheit fällt mir da mitunter schwer, aber ich bin davon überzeugt, dass mir das auf Grund meines Lebenswillens und meiner Kämpfernatur auch in Zukunft gelingen wird.

Allen meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich geruhsame Weihnachtstage mit Stress in Grenzen und viel Zeit für Euch, Eure Freunde und Eure Familien. Und für 2010 wünsche ich Euch Frieden, Gesundheit, Ausgeglichenheit, den Beschäftigten sichere Arbeitsplätze und den von Arbeitslosigkeit Betroffenen immer noch einen Euro für den kleinen Luxus und ganz viele starke Energien für Euch selbst, Eure Kinder, Eure Familien und Eure Freunde.

Samstag, 12. Dezember 2009

Meine Scheidung


Schon seit unserer Vermählung im Februar 2006 stand unsere Ehe unter keinem guten Stern. Es war wohl doch keine so gute Idee, trotz unserer Unterschiedlichkeiten die Ehe zu wagen. Gegensätze können sich offensichtlich nicht nur anziehen, sondern genau so gut und "erfolgreich" abstoßen. Zwar habe ich versucht, viel Engagement in die Ehe einzubringen, aber es war für meine Frau entweder zu wenig oder einfach falsch. So Manches habe ich mir einfallen lassen, habe eine gewisse Hilfe bekommen und landete letztlich immer wieder in der Abteilung Außer Spesen nichts gewesen. Und eigene Ideen scheiterten immer wieder an der Beschränktheit und Prinzipienreiterei meiner Ehegattin. Ich bin einfach auf keinen grünen Zweig gekommen. Und das hat mich zermürbt und ein ganzes Stück Hoffnungslosigkeit wachsen lassen. Und um nicht unter zu gehen, bin ich im Laufe der Zeit zu dem Entschluss gekommen, dass ich loslassen muss.

Aus diesem Grunde habe ich mittlerweile die Scheidung meiner Ehe mit Hartz IV eingereicht. Seitdem ist Hartz IV noch verstockter, so dass beim Klagetermin wohl "schmutzige Wäsche" gewaschen werden wird.
Drückt mir bitte die Daumen, dass der Scheidungstermin für mich erfolgreich verläuft. Und wenn Ihr ein paar Eurer positiven Energien für mich übrig haben solltet - schickt sie mir, ich kann sie dringend brauchen.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Dezember


Während ich diese Zeilen schreibe, prasselt der Regen auf mein Fensterdach. Und ich habe das Gefühl, es würde schon den ganzen Dezember regnen. Den Regen auf meine Fensterscheiben prasseln zu hören, ist für mich ein schönes und beruhigendes Gefühl. Und ich gehe auch gerne im Regen spazieren, wenn da nicht die Sache mit der Regenkleidung wäre . . .

Aus meiner Berufstätigkeit kenne ich es noch, im Dunkeln zur Arbeit zu fahren und im Dunkeln wieder nach Hause zu kommen. Auch wenn ich jetzt morgens länger schlafen kann, beschleicht mich beim Blick durch mein Fenster auch kein wesentlich anderes Gefühl. Und um 18 Uhr denke ich manchmal, es sei bald Zeit, mich schlafen zu legen.

Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir diesen Monat einen einzigen trockenen und sonnigen Tag, den ich dann auch sogleich genutzt habe. Und ich will in meinem "jugendlichen Leichtsinn" mal davon ausgehen, dass uns dieser Winter 2009/2010 noch so einige trockene, sonnige und vielleicht auch warme Tage bringen wird (auch wenn das für unsere Klimaverschlechterung spricht).

Meinem Gemüt ist dieses Wetter auch nicht sonderlich zuträglich. Ich bin einfach ein verwöhntes Zivilisationskind, für das die Natur einen äußerst hohen Stellenwert hat. Das aber noch nicht so richtig gelernt hat anzuerkennen, dass jedes Wetter und alle Jahreszeiten eben auch Natur sind.

Dennoch ist auch der Winter eine für mich schöne Jahreszeit - wenn wir mal wieder echten Winter hätten. Und zum Winter gehören Sonne, Schnee, Kälte, Frost, Eis, aber auch ein gemütliches Café und nicht zuletzt ein Wohlfühl-Zuhause.

Montag, 7. Dezember 2009

Eine Sehnsucht . . .


. . . "Gut wieder hier zu sein" (erstes Lied auf diesem Video)

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Welche Angabe ist denn nun richtig?


Am 1. Oktober 1990 begann meine langjährige Arbeitslosigkeit. Allerdings bin ich seitdem nicht durchgehend arbeitslos, sondern hatte immer wieder geringfügige und zeitlich begrenzte Arbeitsverhältnisse zwischen sieben und vierundzwanzig Monaten.

Zuletzt war es meine Umschulung zum Kaufmann im Gesundheitswesen, die ich im Januar 2006 nach 21 Monaten Ausbildung erfolgreich abgeschlossen habe. Zum seinerzeitigen Zeitpunkt hat von den 13, die bestanden haben, nur eine eine Stelle bekommen. Selbst habe ich mich bei verschiedenen Arbeitgebern erfolglos beworben. Während ich mich früher auf "Teufel komm raus" beworben habe, habe ich während der Umschulung gelernt, dass es keinen Sinn macht, sich auf ein Stellenprofil zu bewerben, wenn ein bis zwei Anforderungen schon nicht erfüllt werden - gewusst habe ich es im Grunde genommen auch schon davor. Es ist einfach sehr schwierig, mit 58 Jahren noch eine Stelle zu finden, wie auch meine aktuellen Bemühungen beweisen.

Von meinem Gefühl her fühle ich mich seit dem 01.10.1990 arbeitslos, weil alle zwischenzeitlichen Bemühungen und Anstrengungen im Sande verlaufen sind. Darum spreche ich auch grundsätzlich von meiner achtzehnjährigen Arbeitslosigkeit.

Aus formaler und vielleicht auch tatsächlicher Dauer bin ich seit dem erfolgreichen Abschluss meiner Umschulung im Januar 2006 "erst" knapp vier Jahre arbeitslos. Es fällt mir schwer, hier zwischen formalen/tatsächlichen Gesichtspunkten und meinen Gefühlen klar zu trennen.

Sonntag, 29. November 2009

Geschichte eines Spitznamens


Schon seit meiner Gymnasialzeit habe ich den Spitznamen Adam, der - wie sollte es auf einem Gymnasium anders sein - selbstverständlich englisch ausgesprochen wurde. Noch heute gibt es langjährige Bekannte, die mich immer noch Adam nennen. Doch die Geschichte dieses Namens ist nur ganz wenigen bekannt. Und ich möchte sie hier gerne erzählen:

In meiner Oberstufenzeit hatten wir donnerstags in den ersten zwei Stunden Sport. Nach einer fünfminütigen Pause hatte dann eine Unterstufenklasse Sport. Nach dem Sport habe ich mich geduscht - und zwar nackt, weil ich ja überall verschwitzt war. Das hatten die Kids (ich nenne sie hier mal so) natürlich sofort raus. Und irgendeiner kam irgendwann mal auf die Idee, mich Adam zu nennen. Dieser Spitzname hat dann die Runde gemacht, weil ich ihn toll fand und mich auch selbst so genannt habe. Doch kaum jemand kannte den Ursprung und keiner hat sich dafür interessiert. Ich höre die Kids heute noch: Während ich unter der Dusche stehe, höre ich sie schon im Eingangsbereich brüllen "Mal schauen, ob der Adam wieder unter der Dusche steht". Und schneller als der Wind standen sie mit bis zu acht lachenden Kids in der Dusche, um mir ein Hallo zu sagen. Meine Nacktheit war für diese Kids nie ein Problem, sondern schlichtweg Selbstverständlichkeit.

Das zeigte sich auch etwa ein Jahr später, als an unserer Schule ein Tutorensystem eingerichtet wurde: Schüler aus der Oberstufe betreuten jeweils eine bestimmte Klasse aus der Unterstufe. Und wie es der Zufall so wollte, bekam ich genau die Klasse zur Betreuung, in der diese Schüler lernten. Das Thema "Adam nackt unter der Dusche" stand bei uns nie auf dem Stundenplan. Ich hieß einfach Adam und damit basta.

Ich war gestern mit großen Augen erstaunt, als mir eine Freundin erzählte, sie kenne erwachsene Frauen, die sich nach dem Sport im Badeanzug duschen, obwohl sie unter sich sind. Dinge gibt´s . . . aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.

Vor ein paar Jahren wollte ich mich mal von meinem Spitznamen verabschieden, aber zwischenzeitlich gefällt er mir wieder, weil er viele schöne Erinnerungen und Gefühle in mir weckt (Erinnerung 1 | Erinnerung 2).

Freitag, 27. November 2009

Hemmnisse beim schriftlichen Gedankenaustausch


Die schriftliche Kommunikation gehört zwar genauso zum Leben wie die persönliche und direkte Kommunikation, doch birgt sie auch Hindernisse, die Sender und Empfänger grundsätzlich beachten sollten:
  • Der Sender schreibt aus seiner augenblicklichen Gefühlslage heraus und der Empfänger liest die geschriebenen Worte in seiner augenblicklichen Gefühlslage. Das kann zu sehr unterschiedlichen Deutungen führen.
  • Ein sofortiges Nachfragen bei Sachfragen und Gefühlen (z.B. "Ist das jetzt als Vorwurf gedacht?") ist nicht möglich und so können schlechte Gefühle hängen bleiben, die manches Mal nur schwer wieder zu bereinigen sind.
  • Der Empfänger kann die Worte des Senders nicht hören. Das gesprochene Wort beinhaltet mehr Inhalt, mehr Gefühl und mehr "zwischen den Zeilen" als das gesprochene Wort.
  • Sender und Empfänger sehen sich nicht und können daher auch nicht die Gestik, Mimik und Körpersprache des Gegenübers wahrnehmen - der gesamte Bereich der nicht sprachlichen Kommunikation ist außen vor.
  • Die schriftliche Kommunikation erfordert sowohl vom Sender wie vom Empfänger ein hohes Maß an (sprachlichem) Feingefühl und ein nicht minder hohes Maß an Toleranz.
Genau so wie Leben immer "lebensgefährlich" ist (wie der Volksmund so sagt), so liegt in jeder Art von Kommunikation auch immer das Wagnis zu verletzen und verletzt zu werden. Wenn wir uns selbst als eigenständige und selbst verantwortliche Persönlichkeiten wahrnehmen und achten, dann haben wir schon die Grundlage dafür geschaffen, Konflikte als Möglichkeiten zur eigenen Entwicklung und zur Entwicklung und Stabilisierung von zwischenmenschlichen Beziehungen zu sehen und nutzen.

Donnerstag, 26. November 2009

Neue Kommentare per Email abonnieren


Blogger bietet die Möglichkeit, über neue Kommentare per Email zu informieren.

Wer davon Gebrauch machen möchte, möge mir seine Email-Adresse über einen Kommentar, "Nachricht an Gerhard" in der Seitenleiste oder (sofern bekannt) meine Email-Adresse zukommen lassen.

Selbstverständlich besteht auch nach wie vor die Möglichkeit, die Kommentare über einen RSS-Feed zu abonnieren. Das kannst Du in der Seitenleiste unter "Gerhards Gedankenbuch abonnieren" ==> "Alle Kommentare".

Dienstag, 24. November 2009

Freunde finden als Erwachsener


Obwohl ich Umfragen grundsätzlich misstrauisch gegenüber stehe, kann ich diese Umfrage aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Meines Erachtens spielen dafür mehrere Umstände eine Rolle:

Als Erwachsener geht man mit dem Leben nicht mehr so leicht und locker um wie in der Jugend. Man hat "seine" Erfahrungen gemacht und ist distanzierter und misstrauischer geworden. Das Alter hat Wunden gerissen, die wir nach Möglichkeit nicht wiederholen wollen. Und die Narben sind stete Erinnerungen. Und wir sind oft unsicher, wie wir uns vor Verletzungen schützen können - die meisten von uns sind immerhin schon "mehr als genug'" verletzt worden -, weil wir zugleich wissen und spüren, dass das Leben ohne Wagnisse auf der Stelle stehen bleibt oder sich gar rückwärts entwickelt. Und oft sind wir auch einfach nur müde und es Leid, noch ernsthaft nach Freundschaften zu suchen, weil es ja "sowieso nichts bringt" und das andere Geschlecht uns ja "ohnehin nicht verdient" hat.

Nicht zu unterschätzen ist auch unsere heutige Zeit, in der nur noch Leistung bis zum Burn-Out zählt, in der zwischenmenschliche Werte zu kaufmännischen Werten mutieren, in der wir immer mehr zum Individual-Prinzip (Jeder solle selbst für sich sorgen) übergehen, obwohl der Einzelne kaum noch zählt - es sei denn, er ist ein gut geöltes und funktionierendes Element in dieser Gesellschaft (was auch immer - je nach Zweck - mit dem Begriff Gesellschaft gemeint sein mag). Die Arbeitenden werden bis auf ganz wenige Ausnahmen bis über die Grenzen ihrer Belastbarkeit überfordert. Und die Arbeitslosen werden zwar gefordert, aber nicht gefördert. Wie denn auch, wenn "Wirtschaft" und "Politik" die Arbeit nicht auf viele Schultern verteilen?!? Es gäbe kein Geld dafür - die Gebrüder Grimm haben bessere Märchen geschrieben. Und sie haben nicht gelogen!

Es bleibt uns Erwachsenen wenig Zeit und Kraft für echte Freundschaften (im Gegensatz zu Bekanntschaften). Doch aus meiner persönlichen Erfahrung und meinem persönlichen Fühlen gehören Freunde für mich zum Leben wie der Tag zur Nacht. Erst beide zusammen machen ein erfülltes und zufriedenes Leben aus und möglich.