Mittwoch, 28. Januar 2015

Menschen ohne Zeit


Habe ich wirklich früher mal in einem anderen Leben gelebt? In einem Leben, in dem Menschen noch Zeit füreinander fanden? In einem Leben, in dem Menschen keine Gründe vorgeschoben haben, um sich nicht mit mir zu treffen? Einige wenige hatten den Mut, mir offen zu sagen, dass sie keinen Kontakt mit mir wünschen. Ich schätze offene und ehrliche Menschen!

In meinem heutigen Leben haben die Menschen - zumindest die, die mir wichtig sind - sehr wenig Zeit für mich. Und alle haben ihre Gründe: Beruf, Familie, Gesundheit, Stress jedweder Art. Das mag ja auch alles stimmen. Doch es stimmt nicht mehr, wenn ich diese Kontakte dann einseitig von mir aus pflegen muss, weil von dem Gegenüber keine Initiative kommt. Ich versuche dann grundsätzlich, den Kontakt von mir aus zu pflegen. Aber diese Mühe kann ich mir in fast allen Kontakten sparen. Das zeigen auch meine Entscheidungen, solche Kontakte einschlafen zu lassen.

Ich mache diesen Menschen keine Vorwürfe - wie könnte ich auch. Doch es sind unangenehme Abhängigkeiten, wenn ich warten muss, ob ein anderer Mensch Zeit für mich hat. Manches Mal traue ich mich schon gar nicht mehr, nach einem Treffen zu fragen, weil ich ohnehin mit einer Absage rechnen muss (ist leider auch die Regel). Ich habe keine Schwierigkeiten, Kontakte zu pflegen. Aber ich möchte auch nicht hinter anderen Menschen "herlaufen".

Montag, 26. Januar 2015

Das eigene Kind


Ich war noch im Vorschulalter, als meine Mutter aufgeregt nach Hause kam. Aus meiner gefühlten Erinnerung heraus konnte sie mehr mit anderen leiden als mit sich selbst - ein nicht gerade immer  gesundes Verhalten. Oben auf unserer Straße - so erzählte sie - sei wohl etwas Schlimmes geschehen, weil dort Krankenwagen und Polizei mit Blaulicht die Straße gesperrt hätten.

Was sie im Vorbeigehen nicht mitbekommen hatte: Einer ihrer Söhne (mein Bruder) war dort verunglückt. Glücklicherweise war es nicht so schlimm wie es schien, weil mein Bruder sich "nur" ein Bein gebrochen hatte. Als die Polizei zu uns kam und Mutti darüber informierte, nahm sie das verhältnismäßig gelassen auf in dem beruhigten Gefühl, dass es "nur" ein Beinbruch war.

Ich glaube, so war es besser. Hätte sie meinen Bruder im Vorbeigehen erkannt, hätte sie möglicherweise nicht so ruhig bleiben können.

Samstag, 24. Januar 2015

Die Verwirrnis des Lebens


Manchmal möchte ich mich nur noch in eine Höhle verkriechen - ganz weit hinten, wo ich meine Ruhe habe zumindest vor äußeren Ereignissen. Allein schon all die politischen Ereignisse, von denen die Welt voll ist, überfordern mich geistig und seelisch. Da ich politisch sozialisiert bin, kann ich davor auch nicht meine Gedanken verschließen, obwohl ich es manches Mal so gerne würde. Es ist so vieles, das ich gerne verstehen würde und doch nie verstehen könnte. So stelle ich mir immer mal wieder vor, ich würde meinen Kopf so hart vor eine Wand schleudern, dass er platzt und alle überflüssigen Gedanken heraus geschleudert würden. Doch das ist nur eine hilflose Ersatzvorstellung ohne jegliche gelebte Auswirkung.

Zu diesen äußeren Einwirkungen kommen dann noch meine ureigenen persönlichen Probleme. Mit ihnen allein hätte ich schon genug zu tun. Doch auch sie überfordern mich oft und ich möchte nur noch weg laufen. Wohin? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich möchte ich einfach nur laufen, laufen, laufen . . . - solange, bis dass ich irgendwann einmal tief hinten in meiner Höhle vollends übermüdet einschlafen und für die Stunden des Schlafs "vergessen könnte".

Doch mit dem Vergessen ist es wie mit Urlaub: Sie lösen die Probleme nicht, sondern geben ihnen nur einen Aufschub.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Wie meine Eltern den Krieg erlebt haben


In meiner Kindheit und Jugend war ich immer daran interessiert, von meinen Eltern zu erfahren, wie sie mit ihren ureigenen Gedanken und Gefühlen den 2. Weltkrieg erlebt haben. Doch viel habe ich ihnen nicht entlocken können. Ich glaube, dass beide ihre Kriegserlebnisse nie richtig verarbeitet haben - wie verarbeitet man Kriegserlebnisse "richtig"? - und der Auffassung waren, es wäre besser, alles für sich zu behalten und die Kinder damit nicht zu belasten. Für mich wäre es ganz und gar keine Belastung gewesen, sondern eine Bereicherung meines Lebens. Erzählte Kriegserfahrungen und Erfahrungen überhaupt sind für mich wesentlich eindrucksvoller und authentischer als noch so viele geschriebene Worte.

Von meinem Vater weiß ich nur, dass er weit in Russland war und den Kessel von Stalingrad oder einen anderen Kessel nur überlebt hat, weil er wegen eines abgefrorenen Fingers zurück durfte. Meine Mutter hat mir immer wieder geantwortet, sie habe vom Krieg nicht viel mit bekommen, weil sie überwiegend in Luftschutzbunkern gelebt habe. Für mich war das nicht stimmig, aber sei´s drum.

Im Rückblick bedauere ich, dass ich nie die Geduld hatte, dieses Thema bei meinen Eltern immer wieder geduldig anzusprechen. Vielleicht waren es ja maßgeblich ihre Kriegserlebnisse, die sowohl meinen Vater wie meine Mutter mehr oder weniger dazu gezwungen haben, über Gefühle nicht zu sprechen. Aufmerksamkeit und Zuwendung habe ich nicht von ihnen bekommen, was aber mein ureigenes persönliches Empfinden ist, weil meine Schwester und mein Bruder für sich sehr wohl elterliche Aufmerksamkeit und Zuwendung empfunden haben.

Sonntag, 18. Januar 2015

Mein tollster Abend seit Langem


In der Vorweihnachtszeit hat die Stadthalle Wuppertal jeden Tag eine Konzertkarte verlost. Und das Glück war mir hold, weil ich zwei Karten für ein Konzert der Wise Guys gewonnen habe. Gestern Abend war es dann so weit. Und was soll ich Euch sagen: Ich war und bin hell auf begeistert! Die Wise Guys sind eine lebendige und ihrem Publikum zugewandte Live-Gruppe. Ihre einfühlsamen Texte, ihre rhythmische Musik und ihr gekonnter Auftritt rissen das Publikum immer wieder von den Stühlen. Im zweiten Teil standen wir mehr als dass wir saßen. Ich kannte diese Gruppe bisher gar nicht und freue mich, sie kennen gelernt zu haben.

Und ich war und bin hoch erfreut, dass ich seit sehr langer Zeit Kultur wieder einmal  l i v e  erleben durfte. Es war für mich ein erfrischender und aufbauender Abend.

Freitag, 16. Januar 2015

Ein neues Bewertungsportal


Bewertungsportale gibt es schon einige im Internet. Bewertungsportale über Berufsgruppen wie Arbeitgeber und Ärzte, die es gar nicht gerne sehen, wenn ihre fehlerhaften Verhaltensweisen (mal ganz vorsichtig ausgedrückt) in die Öffentlichkeit kommen, weil sie diese lieber unter den Teppich kehren wollen. Bei Lehrern bin ich mit mir uneins, weil Schule im Grunde auch dem Lernen und Üben von Kommunikation dienen sollte - doch auch hier gilt der Widerspruch zwischen Theorie und Praxis.

Mit diesem Artikel will ich ein "Bewertungsportal für mein Gedankenbuch" einrichten und Euch bitten, in den Kommentaren Eure Meinungen zu meinem Gedankenbuch frisch, frech und frei zu äußern. Ich lasse Euch immer wieder sehr gerne an meinen Gedanken teilhaben, möchte aber auch nur zu gerne mal wissen, warum Ihr mein Gedankenbuch lest, was Euch gefällt, was Euch missfällt und alles, was Euch dazu immer wieder oder mal "im Vorbeigehen" einfällt.

Ich freue mich über Eure Meinungen, Gedanken, Wertungen und werde jede Meinung veröffentlichen - ausgenommen reine Beleidigungen und bloßes Herunterputzen.

Das Portal ist eröffnet.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Erlebnisse meiner Kindheit [6]


Ich muss etwa 15 Jahre jung gewesen sein, als der damalige CDU-Außenminister Gerhard Schröder Mettmann besuchte und vor unserem Gymnasium seinen ersten Auftritt hatte. Er stieg nicht direkt vor unserem Gymnasium aus, sondern etwa 100 Meter weiter auf dem Platz vor der Feuerwehr. Es war eine riesige Menschenmenge vor Ort. Irgendwie war es mir wichtig, Gerhard Schröder als einer der ersten zu begrüßen. Wie mir das gelungen ist, weiß ich nicht mehr - jedenfalls ist es mir gelungen. 

Seine Staatskarosse kam an und ich wartete voller Spannung auf "unseren" Außenminister. Als er aus dem Wagen ausstieg, war ich direkt als erster bei ihm, gab ihm die Hand und begrüßte ihn mit Worten: "Guten Tag Herr Schröder, ich heiße auch Gerhard." Das war´s. Und ich war sehr stolz auf mich.

Noch heute und auch jetzt beim Schreiben dieser Erinnerung muss ich über alle Backen schmunzeln.

Montag, 12. Januar 2015

Erlebnisse meiner Kindheit [5]


Da meine Eltern beide arbeiten mussten, um uns fünf Köpfe über die Runden zu bringen, kam ich in einen katholischen Kindergarten, der von Ordensschwestern geführt wurde Dort kam ich erstmals spürbar mit brutaler Strafe in Kontakt. Schon damals habe ich nicht geschwiegen, um meine Ruhe zu haben, sondern meine Kritik und meinen Unmut laut gemacht. Das passte den Ordensschwestern nicht und sie haben mich zur Strafe jedes Mal in einen Treppenverschlag eingesperrt. Es war dort vollkommen dunkel. Allein das hat in mir eine panische Angst erzeugt, die von der Enge dieses Verlieses (anders war dieser Raum nicht zu nennen) noch verstärkt wurde. Mein panisches Schreien ließ die Ordensschwestern kalt. Irgendwann "durfte" ich dann wieder raus kommen in der Hoffnung der Ordensschwestern, dass ich jetzt "geläutert" sei. Krasse Fehleinschätzung: Ich habe mich gegen Unrecht lautstark gewehrt - lautstark und nicht im stillen Kämmerlein. Alle Versuche, mir dieses Verhalten auszutreiben, haben bis heute nicht gefruchtet und werden es wohl auch über meinen Tod hinaus nicht.

Meinen Eltern habe ich von dieser Brutalität erzählt. Doch sie standen auf dem Standpunkt, dass ich diese Strafen verdient hätte, wenn die Ordensschwestern es so bestimmten. Ich meine mich zu erinnern, dass sie auch mal vorgesprochen und nichts erreicht haben. Vermutlich meinten sie es ernst, aber - so denke ich heute - sie hatte ja nie gelernt, "Autoritäten" als autoritär zu erkennen und noch weniger, sich dagegen und gegen Unrecht aufzulehnen.

Samstag, 10. Januar 2015

Erlebnisse meiner Kindheit [4]


Mit vierzehn Jahren bin ich aus der Kirche ausgetreten. Meine Mutter war lediglich entsetzt. Ein Austausch darüber fand nie statt. Nach dem Abitur wollte ich studieren. Meine Mutter hätte es besser gefunden, wenn ich ein solide Ausbildung in der Wirtschaft gemacht hätte. Ich habe mich durchgesetzt. Ein Austausch darüber fand nie statt. Ich habe das meiner Mutter sehr viele Jahre übel genommen. Doch ich bin schon seit langem davon überzeugt, dass meine Mutter viel zu sehr davon ausgelaugt war, ihre fünfköpfige Familie über die Runden zu bringen. Mein Vater war bedauerlicherweise das, was man früher den "abwesenden Vater" genannt hat.

Manch eine(r) von Euch wird jetzt wieder der Meinung sein, gerade mit dieser Reihe Erlebnisse meiner Kindheit würde ich über sehr private und persönliche Erfahrungen berichten, die nicht in die Öffentlichkeit gehören. Doch ich bin davon überzeugt, dass viele von Euch die gleichen und/oder ähnliche Erfahrungen in ihrem Leben gemacht haben. Und insofern erzähle ich hier gar nichts so Vertrautes und Persönliches.

Meinen Austritt aus der Kirche habe ich nie bereut, die Entscheidung für ein Studium habe ich bereut. Es waren drei verschwendete Jahre, in denen ich mit einer soliden praktischen Ausbildung mehr hätte lernen können. Vielleicht könnte ich mir heute mehr leisten als nur den kleinen Luxus der täglichen Tasse Kaffee und alle paar Tage ein Stück Kuchen.

Freitag, 9. Januar 2015

Erlebnisse meiner Kindheit [3]


Die Jahre an meinem Gymnasium in Mettmann (gefühlsmäßig fühle ich mich dieser Zeit noch sehr nah und verbunden) war die Zeit der 68er. Und wir waren entsprechend politisiert, was sich auch in so manchem Unterrichtsinhalt ausdrückte. In diesen Jahren wurden meine politischen Grundlagen gelegt und gefestigt. Dabei habe ich mich nie blind auf andere verlassen, sondern hatte immer auch meinen eigenen Kopf und meine eigene Zunge.

Auch in Mettmann gab es Demonstrationen gegen jede Art von Krieg und für Frieden. Bei einer dieser Demonstrationen hielt uns ein älterer Mann vor: "Ihr habt überhaupt kein Recht, gegen den Krieg zu sein, weil ihr noch keinen Krieg mit gemacht habt." Das hat uns die Sprache verschlagen. Wir waren erst mal platt. Ob wir mit diesem Mann dann noch diskutiert haben, weiß ich nicht mehr.

Es gibt Lebenssituationen, die man erst wirklich versteht, wenn man sie selbst erlebt und durchlebt habt. Aber ich muss auf gar keinen Fall an einem Krieg teilnehmen, um zu wissen, dass ich gegen jede wie auch immer geartete Art von Krieg bin.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Man kann ja nie wissen . . .


In meinen Anfangsjahren als Autofahrer hatte ich immer einen Werkzeugkasten im Kofferraum, um gegen Pannen gut gerüstet zu sein. Und hatte ich dann mal eine meine glücklicherweise seltenen Pannen, dann wusste ich mit all dem Werkzeug nichts anzufangen und habe den Pannendienst gerufen. Eine Art von Selbstberuhigung und Selbstbetrug - aber man kann ja nie wissen, was Autofahren so alles mit sich bringt . . .

In jener Zeit (mittlerweile kann ich mir seit ziemlich genau acht Jahren dieses teure Hobby nicht mehr leisten) habe ich auch die Bremsbeläge selbst ausgewechselt. Das ging eine ganze Zeit lang gut. Doch eines Tages nach einem Wechsel der Bremsbeläge konnte ich meinen Wagen nicht mehr richtig bremsen. Und seitdem war Schluss mit Lustig und ich habe sicherheitserhebliche Reparaturen nur noch von einer Werkstatt ausführen lassen. Denn Sicherheit beim Auto stand bei mir immer ganz vorne.

Montag, 5. Januar 2015

Erlebnisse meiner Kindheit [2]


Als Kind hatte ich nie den Berufswunsch Lokführer (obwohl meiner Vater Eisenbahner war) oder Polizist oder Feuerwehrmann. Ich bin katholisch aufgewachsen und glaubte in jener Zeit diesen Glauben noch. Darum wollte ich im Alter von etwa zehn Jahren Priester werden. Doch einfach nur Priester war mir schon bald zu wenig - ich wollte Bischof werden. Es wollte aber nicht in meinen kindlichen Kopf, dass ich erst einmal Priester werden müsse. Und dann könne ich Jahre später vielleicht auch Bischof werden. Geduldig und vergeblich versuchte mein Vater immer wieder, mir das zu erklären.

Das war mir dann doch zu umständlich. Und um den Weg zum Bischof abzukürzen, habe ich mir einfach überlegt, den Priester auszulassen und gleich Bischof zu werden. Aber da ich den Priester ja nicht außen vor lassen konnte (so viel hatte ich dann doch begriffen), habe ich mir den Priester-Bischof geschaffen. Tja, wenn das mit den Berufen so einfach wäre.

Dieser Berufswunsch hielt jedoch nicht lange, weil ich einige Jahre später mit etwa vierzehn Jahren aus der Kirche ausgetreten bin.

Sonntag, 4. Januar 2015

Erlebnisse meiner Kindheit [1]


Unter dieser Überschrift werde ich künftig über Erlebnisse aus meiner Kindheit (vielleicht auch Jugend, weil sich beide Lebensabschnitte überschneiden) berichten, an die ich mich noch gut erinnere. Aus diesem Grunde haben sie bestimmt mein Leben in der ein oder anderen Weise beeinflusst. Los geht´s.

Meine Mutter war eine gute Köchin und sie hat immer dafür gesorgt, dass es geschmeckt hat und alle satt wurden. Nach einem Essen pflegte mein Vater grundsätzlich zu sagen: "Herr, es hat geschmeckt." Irgendwann wurde mir dieser Spruch inhaltlich bewusst ich fragte ihn: "Sag mal Vati, warum dankst du eigentlich immer dem Herrn? Die Mutti hat doch gekocht." Ein Lächeln im Gesicht meiner Mutter.

Er hat diesen Spruch nicht wieder gesagt. Aber ein Dankeschön an Mutti für ihre Kochkünste kam auch nie über seine Lippen - schade im Grunde.

Samstag, 3. Januar 2015

Bleibende Spuren


In meinem über 60jährigen Leben bin ich vielen Menschen begegnet - mit einigen hatte ich nur kurze Zeit Kontakt, mit anderen über sehr viele Jahre. Alle diese Menschen haben an meinem Leben teilgenommen, mich ein Stück meines Wegs begleitet und mich in meinem heutigen Leben auch mit geprägt.

Da sind in erster Linie meine Eltern, die mich sehr stark geprägt haben, weil ich fast zwanzig Jahre mit ihnen unter einem Dach gelebt habe. Kommunikation war in meiner Familie nicht gerade eine gepflegte Seite, aber auch Schweigen hinterlässt Spuren. Dann sind da meine Lehrer und Schulkameraden, die auf Grund der erfahrungsreichen Jahre mit ihnen mein Leben nachhaltig beeinflusst haben. Diese Jahre wurden ergänzt durch mein politisches Engagement. In dieser Zeit durfte ich viele tolle Menschen kennen lernen und gemeinsam mit ihnen kämpfen. Auch meine späteren Kollegen und Vorgesetzten spielen eine Rolle in meinem Leben - wenn auch nicht immer gerade eine lobenswerte.

Sehr stark an meinem Leben teilgenommen und es ebenfalls nachhaltig geprägt haben die wenigen Frauen, die es mir erlaubt haben, auch an ihrem Leben teilzunehmen und es mit zu prägen. Diesen Frauen möchte ich dafür an dieser Stelle herzlich danken. Dass diese Beziehungen letztlich nicht so glücklich verlaufen sind und zu Trennungen - leider dauerhaften - führten, ist eine andere Geschichte.

Schon allein aus diesen Gründen ist mir schleierhaft, warum manche Menschen von neuen Partnern erwarten, dass sie frei von Altlasten sein sollen. Leben wir nicht alle in sozialen Beziehungen? Haben wir nicht alle unsere Freuden und Leiden, zu denen unsere Mitmenschen beigetragen haben?

Freitag, 2. Januar 2015

Erinnerungen und Sehnsüchte


Bereits Mitte Dezember des vergangen Jahres habe ich über die Schnelllebigkeit des Lebens geschrieben. Und das sind nicht die einzigen Erinnerungen an mein bisher gelebtes Leben. Gerade über Silvester gab es viele Fernsehsendungen über die Musik meiner Jugend, die mich an die schönste Zeit meines Lebens erinnert haben. Angenehm zu sehen, dass nicht nur ich, sondern auch die Künstler älter und schöner geworden sind - natürlich mehr schöner als älter. Es wurden so viele Erinnerungen in mir wach gerufen, dass ich mich so manches Mal überfordert gefühlt habe, überschwemmt von Gefühlen, die mir heute so manches Mal fehlen. Nicht jeder ist seines Glückes Schmied. Und die, die meinen ihres Glückes Schmied zu sein, haben schlichtweg Glück gemacht und weniger nicht zu reparierende Fehler gemacht als ich.

Nun sehe ich einige von euch die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und sagen, ich sei aber sehr negativ drauf. Das stimmt nur teilweise. Ich stehe zu meinen Gedanken und auch zu meinen Gefühlen, auch wenn viele meinen, ich würde falsch denken und fühlen und versuchen, mir zu erzählen, wie ich mein Leben zu leben habe. Wer mich so einschätzt, mag das ruhig tun. Ich kann damit leben. Genau wie in meinem "Gedankenbuch" richte ich mich in meinem realen Leben nicht nach der breiten Masse, die sich einbildet, die Weisheit mit großen Löffeln gefressen zu haben. Ich bin ich selbst und dazu stehe ich auch, obwohl das so manches Mal wesentlich schwerer ist als mich der Masse anzupassen. Aber dieser Versuch würde mir ohnehin nicht gelingen, weil ich weder meinen Kopf noch meine Gefühle verleugnen kann und will.