Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Freitag, 29. April 2011

Altbundeskanzler Gerhard Schröder und sein Hartz-Konzept


Selten tritt die Verquickung und Abhängigkeit zwischen Politik und Wirtschaft so offen zutage wie zur Zeit am Beispiel von Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und dem äußerst zwielichtigen Finanzdienstleister Carsten Maschmeyer. Schröder hat sich politisch von Maschmeyer bezahlen lassen und somit in seine Abhängigkeit begeben, in die Abhängigkeit eines Finanzdienstleisters, der sein Wirtschaftsreich mit der finanziellen Ausbeutung von Menschen aufgebaut hat.

Nun ist Gerhard Schröder aber auch - daran sei hier nachdrücklich erinnert - für die schlimmste Gesetzgebung der letzten Jahrzehnte verantwortlich: nämlich für die Menschen verachtenden und zynischen Hartz-Gesetze. Dieses Gesetzeswerk war von Anfang an auf die Verarmung großer Bevölkerungskreise gerichtet und dieses Verarmungsprogramm wird auch seit seinem Inkrafttreten am 1. Januar 2003 seit über acht Jahren von allen Bundesregierungen mit Leidenschaft und Erfolg fortgesetzt.

Darum muss an dieser Stelle die Frage erlaubt sein: Wurde Gerhard Schröder von der Industrie auch für die Umsetzung dieses größten Gesetzesskandals der letzten Jahrzehnte direkt oder indirekt bezahlt? Darauf lässt unter anderem die Zusammensetzung der Kommission schließen, in der acht hochrangigen Vertretern maßgeblicher deutscher Unternehmen nur zwei Gewerkschaftsvertreter gegenüber saßen. Sicherlich wird das Geld aus der Wirtschaft - wie im aktuellen Maschmeyer/Schröder-Skandal - über Umwege geflossen sein, was schwierig nachzuweisen sein wird. Aber ich bin davon überzeugt, dass bei der Durchsetzung der Hartz-Gesetze so Einiges "geflossen" ist. Dafür spricht ebenso, dass Gerhard Schröder seit seinem offiziellen Ausscheiden aus der Politik als Lobbyist in verschiedenen Positionen der Wirtschaft tätig ist.

Sollte sich (eines Tages) heraus stellen, dass sich Gerhard Schröder von der Wirtschaft für sein Unternehmer freundliches und Bürger feindliches Hartz-"Konzept" finanziell hat unterstützen lassen, so müssten nicht nur in der Politik und in der Wirtschaft Köpfe rollen. Spätestens bei dieser Enthüllung müsste die gesamte deutsche Sozial- und Arbeitsmarktpolitik von Grund auf umgestaltet werden.

Mittwoch, 27. April 2011

Mitgefühl


Heute habe ich ein japanisches Sprichwort gelesen, das mir gut gefällt:

Wo Menschen trauern, trauere mit.
Wo Menschen sich freuen, freue dich mit.

Die zweite Zeile ist ja noch verhältnismäßig leicht umzusetzen. Doch die erste Zeile erfordert die unmittelbare eigene Erfahrung von Trauer und die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich in andere Menschen hinein versetzen zu wollen und zu können. Wer nie intensiv und authentisch getrauert hat, dem fehlt die Fähigkeit des Mit-Trauerns. Dennoch ist es auch dann möglich, seinem Gegenüber sein Mitgefühl zu zeigen. Bei dem Sprichwort geht es meines Erachtens auch nicht nur um Trauern, sondern um die breite und vielfältige Palette der Gefühle. Auch wenn man einem trauernden Menschen nicht sein Mit-Trauern zeigen kann, so ist es doch möglich, ihm sein Mit-Fühlen zu zeigen. Und wenn ich mich nicht imstande fühle, die aktuellen Gefühle meines Gegenübers mit irgend einer Ausdrucksweise von Gefühl rüber zu bringen, so kann ich ihm immer noch sagen, dass ich es gerne tun würde, aber nicht weiß, wie ich ihm helfen kann und ihn fragen, wie ich ihm helfen kann. Das ist meines Erachtens allemal besser als irgendwelche standardisierten und wenig sagenden Sprüche los zu werden.

Es gibt Situationen, in denen es nicht möglich ist, sich gefühlsmäßig in andere Menschen hinein zu versetzen, weil man seine/ihre Situation nie selbst erlebt hat. Aber dann ist es immer noch möglich zu versuchen, sich kopfmäßig damit zu beschäftigen, sofern das entsprechende Interesse an seinem Gegenüber authentisch vorhanden ist und gelebt werden will. So erwarte ich von keinem Menschen gefühlsmäßiges Verständnis für meine Arbeitslosigkeit, der noch nie mit dauerhafter Arbeitslosigkeit konfrontiert war bzw. ist. Doch gibt es auch hier - wie bei Trauer und anderen unangenehmen Gefühlen - vielfältige Möglichkeiten des Mitgefühls. Gefühle sind auch gelebtes Handeln.

Diese Worte sind Gedanken auf Grund meiner eigenen, oft bitteren, Erfahrungen. Und ich selbst bin keineswegs immer imstande, meine eigenen Wünsche gegenüber meinen Mitmenschen immer einfühlsam zu leben. Doch ich kann mit Fug und Recht versichern, dass ich immer auf dem Weg nach vorne bin.

Freitag, 22. April 2011

Wen´s interessiert


Ich versuche beständig, mein Gedankenbuch so vielfältig wie das Leben und besonders wie mein Leben zu gestalten: Persönliche Gedanken und Gefühle, politische Einstellungen, Natur und unsere Mutter Erde sind nur einige Bereiche, mit den ich mich beschäftige.

Und seitdem ich eine Digitalkamera habe, versuche ich ebenso, meinen thematisierten Fotos in meinem Gedankenbuch Raum zu geben und die jeweiligen Fotoalben textlich zu ergänzen. Heute habe ich sieben Fotos von meinem Balkon aus gemacht, um einen Eindruck über den weiten Blick aus meiner Wohnung zu vermitteln. Dieser weite Blick passt ganz gut zu meiner Vielfalt im Denken und Fühlen.







Donnerstag, 21. April 2011

Bücherzitate - nicht nur für Bücherfreunde


Wo Bücher verbrannt werden,
werden am Ende auch Menschen verbrannt.
(Heinrich Heine)

Büchereien sind das Gedächtnis der Menschheit.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Es ist das Osterfest alljährlich
doch für den Hasen recht beschwerlich.
(Wilhelm Busch)

Das ist ein gutes Buch, das erwartungsvoll geöffnet
und mit Gewinn abgeschlossen wird.
(Amos Bronson Alcott)

Schriftsteller eröffnen Bücher.
Leser machen sie erst vollständig.
(Stephen Weeks)

Ich kann nicht leben ohne Bücher.
(Thomas Jefferson)

Ein Haus ohne Bücher
ist wie ein Körper ohne Seele.
(Marco Tulio Cicerón)

Bücher sind verpackte Träume.
(Dean Koontz)

Die Welt ist ein Buch.
Und wer nicht reist, liest nur eine Seite.
(Saint Augustine)

Lesen ist nicht auf Worten laufen,
sondern die Seelen der Worte begreifen.
(Paulo Freire)

Es ist mein Bestreben, in zehn Sätzen das zu sagen,
wofür andere ein ganzes Buch brauchen.
(Friedrich Nietzsche)

Und zur Abrundung noch ein I-Tüpfelchen-Spruch:
Der Mensch hat in seinem Leben keine Zeit,
um für Alles Zeit zu haben.

Sonntag, 17. April 2011

Die lachende Sonne


Endlich schaue ich mit dem ersten Augenaufschlag nicht mehr auf ein zugeschneites Fenster oder in einen verregneten oder verhangenen Himmel, sondern mir scheint schon ziemlich früh die Sonne ins Gesicht als wolle sie mir sagen: "Hallo-hallo, es ist Zeit, dich aus den Federn zu erheben. Ich bin nämlich auch schon auf den Beinen." Da macht mir das Aufstehen doch fast schon Spaß mit der Aussicht auf einen sonnigen, warmen und trockenen Tag. Und die Regentage dazwischen habe ich für dieses Jahr einfach mal mir-nichts-dir-nichts abgeschafft.

Und so habe ich mich heute mal auf den Weg gemacht und mir angesehen und fotografisch fest gehalten, wie die Natur den Frühling begrüßt. Für diese Anregung danke ich Marina (Wie, ihr kennt Marina nicht? Kann ich ja so ganz und gar nicht verstehen.) Die Bilder zeigen die Vielfalt der Blüten in der Blumenwelt in Formen und Farben. Ich musste diese Motive schon gezielt suchen und habe dabei gemerkt, dass auch ich oft an den großen und kleinen Schönheiten in meiner Umgebung achtlos vorbei gehe.








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Donnerstag, 14. April 2011

Eine 16-jährige Schülerin aus Fukushima fleht um Hilfe


Eine 16-jährige Schülerin, die in der Nähe des zerstörten Atomkraftwerks in Fukushima lebt, bittet nach der Katastrophe um Hilfe und schildert in einfachen Worten ihre Verzweiflung. In ihrem Gedicht klagt sie unter anderem an, dass die Menschen in Japan "vom Staat getötet" werden.

Das vollständige Gedicht gibt es unter diesem Link.

Donnerstag, 7. April 2011

Fukushima: Betreiber und Behörden vertuschen weiterhin


Erneut bebte am heutigen Donnerstag die Erde in Japan. Ein schweres Erdbeben mit der Stärke von 7,1 erschütterte den Nordosten. Und der Betreiber und die Behörden gaukeln den Menschen in Japan und weltweit vor, es sei ja alles gar nicht so schlimm.

In seiner Sendung vom 7. April 2011 berichtet das Politmagazin MONITOR über die tatsächlich vom AKW Fukushima ausgehenden Gefahren und wie der Betreiber und die Behörden diese Gefahren auch weiterhin planmäßig vertuschen. Hier geht es zum Sendebeitrag


Mittwoch, 6. April 2011

1924 geboren - und vom Krieg nichts mitbekommen?


All die Jahre habe ich meine Mutter immer wieder gebeten, mir über ihre Erlebnisse und Erfahrungen im zweiten Weltkrieg zu erzählen. Sie hat mir immer wieder geantwortet, sie habe vom Krieg "so gut wie nichts" mitbekommen. Das erstaunt mich immer wieder, wie ein Mensch von einem sechsjährigen Weltkrieg mit nahezu 60 Millionen Toten nichts mitbekommen kann.

Darum möchte ich diese Frage an meine Leserinnen und Leser weiter geben in der Hoffnung auf Antworten: Wie ist so etwas möglich?

Auch von meinem Vater habe ich nie Antworten bekommen, obwohl er als Infanterist in Russland war.

Sonntag, 3. April 2011

Fukushima und die Verantwortung


Mittlerweile können wir ja wohl davon ausgehen, dass der Super-GAU im japanischen Atomkraftwerk Fukushima eingetreten ist. Die Leidtragenden sind - zusätzlich zu dem Leid der Menschen durch das Erdbeben und den Tsunami - die Menschen in Japan unmittelbar und mittelbar alle Menschen auf unserer Mutter Erde.

Seit Beginn der Atomkatastrophe versuchen die Betreibergesellschaft TEPCO mit Hilfe der japanischen Regierung diese Katastrophe in ihrem ganzen Ausmaß zu verschleiern, zu vertuschen und Lügen zu verbreiten. Darauf will ich hier auch nicht weiter eingehen, weil gerade diese Vertuschungstaktik in den Medien immer wieder Thema ist. Es reicht einfach nicht, sich zu verbeugen und Entschuldigung, es tut uns sehr Leid zu sagen - das sind hohle Worte, zynisch und Menschen verachtend.

Aufmerksam machen möchte ich an dieser Stelle auf die Verantwortung in allererster Linie von TEPCO. Niemand verklagt die verantwortlichen Manager wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Mord. TEPCO und die japanische Regierung entziehen sich der juristischen Verfolgung - wo kein Kläger, da kein Richter. Und vorsätzlich war diese Atomkatastrophe, weil an der Sicherheit gespart wurde und wird. Außerdem ist TEPCO bekannt für Lügen und Vertuschung.

Auch wirtschaftlich übernimmt TEPCO keine Verantwortung. Die Manager behalten ihre satten Gehälter und die "Helden von Fukushima" gehen verstrahlt und sterbend nach Hause. Wer zahlt die Zeche? Wie bei allen wirtschaftlichen, politischen und finanziellen Katastrophen der einfache Mensch und die Welt"gemeinschaft".

Warum (so sei noch am Rande gefragt) gehen die TEPCO-Manager nicht selbst in die Atomreaktoren? Wahrscheinlich muss die Antwort lauten: Weil sie nur geldgierige und fachlich unzurechnungsfähige Laien sind.