Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Donnerstag, 31. März 2011

Frauenquote in den Führungsetagen?


Welchen Sinn macht das? Wird die Arbeitswelt durch mehr Frauen menschlich(er)? Können die Beschäftigten in Frauen geführten Unternehmen ohne Bauchschmerzen zur Arbeit gehen? Gilt der einzelne Beschäftigte auch als Mensch? Werden Frauen geführte Unternehmen in sozialer Verantwortung geführt? Das Alles mag zwar für viele (die meisten?) von Frauen geführten Unternehmen zutreffen; doch eine Frau ist noch lange keine Garantie für Menschlichkeit und soziale Verantwortung. Solche Menschen soll es ja auch hin und wieder in Männer geführten Unternehmen geben.

Einem Beschäftigten wird es vollkommen gleichgültig sein, ob er von einem Mann oder von einer Frau "sozialverträglich" gefeuert wird und keine Arbeit mehr findet. Oder berücksichtigen Frauen geführte Unternehmen nicht nur die kalten Gewinnzahlen, sondern auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, für die frau ja angeblich auch eine "soziale Verantwortung" übernimmt?

Und mir als Arbeit suchendem Menschen ist es völlig gleichgültig, ob mir ein Frauen oder Männer geführtes Unternehmen schreibt, frau/man hätte für mich keine Verwendung, sei aber davon "überzeugt", dass ich bei meinen Qualifikationen sicherlich bald "einen meinen Qualifikationen entsprechenden Arbeitsplatz" finden würde. Eine sehr abgebrühte und gefühlskalte Absage.

Frauen in Führungspositionen mögen durchaus eine Hoffnung für (mehr) Menschlichkeit in der Wirtschafts- und der Arbeitswelt sein - darauf wetten würde ich auf keinen Fall. Aber ich wünsche es mir.

Dienstag, 29. März 2011

Fukushima: Lässt Tepco Arbeiter vorsätzlich verstrahlen?

Den hier genannten Hinweis habe ich heute im Grunde genommen irgendwo nebenbei gehört. Ich finde ihn aber wertvoll genug, darauf hin zu weisen, weil er die Menschenverachtung des japanischen AKW-Betreibers Tepco und der japanischen Regierung zeigt:

Japan ist und bezeichnet sich selbst als hoch technisiertes Land. Roboter haben in der Industrie (nicht nur in Japan) längst viele Produktionsabläufe übernommen – Produktionsabläufe, die sowohl menschliche Arbeit erleichtern wie auch bis heute Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet haben und auch in Zukunft vernichten werden. Ein zerstörter Roboter ist die eine Seite, zerstörte, verstrahlte Menschen sind eine andere Seite.

Darum möchte ich hier die Frage stellen und überlasse jedem das eigene Nachdenken und die eigenen Schlussfolgerungen:

Warum lässt Tepco Menschen – ich behaupte vorsätzlich – verstrahlen statt Roboter in Fukushima einzusetzen?

Sonntag, 27. März 2011

Wurzeln

Der Begriff Wurzel wird in vielen Zusammenhängen verwendet, doch lese und höre ich ihn nur sehr selten:

Die Wurzel ist bei Pflanzen der meist im Boden befindliche Teil der gesamten Pflanze. Es gibt die Nerven-, die Zahn- und die Haarwurzel. In Norddeutschland ist Wurzeln eine Bezeichnung für die Möhre. In der Mathematik gibt es die Quadratwurzel. Sowohl im Hunsrück wie im Taunus gibt es einen Berg mit dem Namen Hohe Wurzel.

Auch Redewendungen und Sprüche beschäftigen sich mit der Wurzel:
* Die Wurzel allen Übels . . .
* Zurück zu den Wurzeln . . .
* Zu seinen Wurzeln zurück kehren.
* Das Übel an der Wurzel packen.
* Die Axt an die Wurzel legen.

So facettenreich wir Menschen sind, so facettenreich sind auch Wurzeln. Darum habe ich auf meinem letzten Spaziergang Wurzeln im Bild festgehalten und möchte ihre Vielfalt hier in Bildern zeigen:

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Donnerstag, 24. März 2011

Anstrengende Zeiten


Auf den ersten Blick betrachtet geht es mir doch ziemlich gut: Der Frühling naht. Ich habe viel Zeit, um spazieren zu gehen und die wachsende Wärme zu genießen. Kein Chef sitzt mir im Nacken. Ich bin frei von der Angst, vielleicht schon morgen entlassen zu werden. Doch dem ist ganz und gar nicht so. Die Sorgen und Nöte eines langzeitarbeitslosen Menschen unterscheiden sich oft so wenig von den Sorgen und Nöten der noch im Beruf stehenden Menschen.

Und da meine Welt wesentlich größer ist als mein Ich, nehme ich Anteil am sozialen, politischen und menschlichen Geschehen im In- und Ausland: Der weiter voran schreitende Sozialabbau, die weitere Verschärfung von Hartz IV, eine Millionen Mitglieder zählende Gewerkschaft, die ihre Mitglieder gegen diese massive Verschlechterung der Lebensverhältnisse nicht zu mobilisieren versteht und die es aus meiner Sicht auch gar nicht will.

Das Erdbeben, der Tsunami und die Atom-Katastrophe in Japan. Dort werden die Menschen über das wahre Ausmaß der Atom-Katastrophe mit Sicherheit belogen. Und als Folge aus dieser Katastrophe werden wir in Deutschland von einer "plötzlich geläuterten" Bundeskanzlerin und ihrer Regierung mit scheinheiligen Maßnahmen beschwichtigt. Diese Atom-Katastrophe lässt bedauerlicherweise das große Leid der durch das Erdbeben und den Tsunami geschädigten Menschen viel zu sehr in den Hintergrund treten. Für uns in Deutschland angeblich alles nicht schlimm, weil Japan ja über 9.000 Kilometer von uns entfernt liegt. Schonmal was von Warenaustausch gehört? Schonmal was davon gehört, dass sich unsere Mutter Erde dreht und nicht vergisst?

Und auch die Aufstände im Nahen Osten und der neue Nato-Krieg gegen Libyen - nicht gegen Gaddafi, wie uns weisgemacht wird - beschwören neue finanzielle Belastungen und Gefahren für uns Bürger herauf. Flugzeuge und Raketen bewegen sich schneller als Radioaktivität. Und ein libyscher Terroranschlag in Deutschland könnte dann praktischerweise - wie ja schon nach dem 11.09.2001 praktiziert - zur weiteren Einschränkung von Menschen- und Bürgerrechten führen.

Auch wenn mich im Augenblick und vielleicht in Zukunft diese Ereignisse nicht unmittelbar betreffen (werden), so beschäftigen sie mich doch sehr stark sowohl gedanklich wie gefühlsmäßig.

Freitag, 18. März 2011

Fukushima: 50 Menschen im tiefsten Schlund der Hölle

Was für Menschen sind die 50 Männer, die in Fukushima (freiwillig) direkt im Reaktor ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Japaner und die übrige Weltbevölkerung vor einem möglichen atomaren Super-GAU zu bewahren? Sind es Abenteurer? Sind es Menschen, die mit ihrem Leben abgeschlossen haben? Ich kann es mir nicht vorstellen. Riskieren sie ihr Leben aus Liebe zu ihrem Vaterland, vielleicht auch aus Liebe zu den übrigen möglicherweise betroffenen Menschen weltweit? Mit dem Begriff Liebe zum Vaterland kann ich nichts verbinden, mit dem zweiten Teil der Frage sehr viel. Ich gehe davon aus, dass diese 50 Männer (ebenso wie die anderen Hilfskräfte am Atomkraftwerk) sehr genau wissen, dass sie mit ihrem lobens-, achtens- und bewundernswerten Einsatz ihre Leben um viele Jahre verkürzen. Und ich will hoffen, dass alle das Atomkraftwerk wieder verlassen können und dort nicht sterben.

Ich erlebe die japanischen Menschen in der Katastrophe im Allgemeinen als äußerlich sehr ruhig, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass diese Ruhe nicht ihren wirklichen Gefühlen entspricht. Ist diese Art von Selbstbeherrschung "erlernt"? Liegt sie möglicherweise in der Geschichte Asiens begründet? Ich weiß es nicht. Wie verarbeiten diese Menschen gefühlsmäßig ihre massiven Verluste von Materiellem und von Freunden, Familien und geschätzten und geliebten Menschen?

Ich frage mich auch aus dem räumlichen Abstand heraus und meiner nur indirekten Betroffenheit, ob ich bereit und fähig wäre, mein Leben aufs Spiel zu setzten, um viele Leben zu retten – ich weiß es nicht. Den Einsatzkräften am und im Schlund der Hölle drücke ich alle Daumen und wünsche ihnen schnelle und erfolgreiche Arbeit!

Nachtrag: Zu dieser Thematik habe ich gerade noch diesen n-tv-Bericht gefunden.

Donnerstag, 17. März 2011

Gefühle zeigen?


In einem Interview mit dem WDR sagte die aus Tokio geflohene Dr. Carola Hommerich unter anderem: "Insgesamt sind die Japaner sehr gefasst. Sie zeigen ihre Gefühle nicht gerne nach außen, das finde ich auch gut." Diese Meinung erschreckt mich immer wieder, weil ich nicht nachvollziehen kann, warum es schlecht sein soll, seine Gefühle auch nach außen zu zeigen. Und ich möchte an dieser Stelle ganz wertfrei diese Thematik betrachten. Können wir denn in unserem Tun überzeugend sein, wenn wir von unseren Gefühlen nur reden (wenn überhaupt), ohne sie auch zu zeigen? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich unglaubwürdig bin, wenn ich "ruhig und überlegt" sage, ich sei traurig oder wütend, und meine Trauer Wut nicht sichtbar sind.

Hinter diesem Verbergen von Gefühlen - und ich denke, hierbei geht es fast ausschließlich um "schlechte" Gefühle - steckt meines Erachtens die Angst davor, sich schwach zu zeigen. Darum können wohl die allermeisten Menschen auch nicht mit "schlechten" Gefühlen umgehen. Wer versucht denn beispielsweise einen Menschen zu trösten, der in der Öffentlichkeit weint? Wir schauen weg. Wir schauen aber gespannt und neugierig hin, wenn ein Mensch lustig ist. Beide Menschen zeigen doch ihre Gefühle.

Wie steht Ihr als Leserinnen und Leser meines Gedankenbuches zu diesem Thema?

Mittwoch, 16. März 2011

Deutsche Atommanager riskieren weiterhin Atom-GAU


Die Gewinnmöglichkeiten mit der Atomenergie müssen trotz aller Risiken riesig sein. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass deutsche Atommanager weiterhin an ihrer Atompolitik festhalten wollen. Die Verstrahlung von unter Umständen Hunderttausenden von Menschen lässt sie kalt. Sie nehmen sie sogar in Kauf.

Genau wie die Japaner sich von ihrer Regierung und vom AKW-Betreiber Tepco "unzureichend informiert" fühlen und mit Sicherheit auch belogen werden, genau so werden wir Deutschen belogen. Wenn die deutschen Atomkraftwerke tatsächlich einen so hohen Sicherheitsstandard hätten, wie es uns Atom- und Politmanager immer wieder weismachen wollen, dann wäre eine aktuelle Sicherheitsprüfung nicht nötig. Und wenn diese Prüfung nötig wäre, wären wir seit Jahren belogen worden.

Ich frage mich - auch wenn diese Frage möglicherweise weit hergeholt erscheint -, ob dieses vorsätzlich leichtfertige Riskieren von Atomunfällen nicht auch dazu dienen könnte zu testen, welche Möglichkeiten den "Verantwortlichen" während und nach einem Atomkrieg zur Verfügung stünden.

Doch brauchen wir überhaupt einen Atomkrieg? Sind nicht gerade Tschernobyl (1986) und 25 Jahre später (nämlich heute) Japan schon begrenzte Atomkriege?

Und wer bestraft nach solchen Katastrophen die Verantwortlichen? Oder sollte ich sagen Nicht-Verantwortlichen? Sie werden höchstens zu lächerlichen Strafen verurteilt. Und den Schaden zahlen weder die Atommanager noch die sie aktiv unterstützenden Politmanager, sondern der kleine Mann.

Die Japaner sind durch die Dreifach-Katastrophe (Erdbeben, Tsunami, Atom-Katastrophe) das derzeit meist geschundene Volk unserer Mutter Erde. Ihnen gilt mein volles Mitgefühl und meine volle Solidarität, auch wenn sie nur auf Hoffen und Wünschen beschränkt ist.

Sonntag, 13. März 2011

Die Katastrophen in Japan und die Wahrheit

Zuerst das Erdbeben, dann der vernichtende Tsunami und nun auch noch die Atom-Katastrophe haben die Menschen in Japan schwer getroffen. Sehr viele haben alles verloren – Hab und Gut und oft auch nahe stehende Menschen. Und 20 Kilometer um den explodierten Atomreaktor werden die Menschen evakuiert. Und sie wissen nicht, ob sie je in ihre Heimat zurück kehren können.

Doch sagen uns die Verantwortlichen auch die Wahrheit – gerade im Hinblick auf die Atom-Katastrophe? Obwohl ich schon davon überzeugt bin, das alles Menschenmögliche getan wird, um den Menschen zu helfen und den Atom-GAU zu verhindern, wage ich, meine Frage mit "Nein" zu beantworten.

Ich möchte hier die nur allzu menschliche Frage ansprechen, ob die Menschen in Japan und wir Menschen überhaupt immer alles wissen wollen. Letztlich geht es uns (und schließe mich hier mit ein) doch nur um das Gefühl, so gesund wie möglich aus einer Katastrophe heraus zu kommen. Nehmen wir mal an, die Verantwortlichen in Japan wüssten, dass es zu einem atomaren Super-GAU kommt (es ist nur eine Annahme! Ich wünsche es uns nicht.), wer wollte die Wahrheit wissen? Und wenn wir eine solche Wahrheit wüssten, würden wir dann nicht Gefahr laufen, an unserer Ohnmacht zu verzweifeln? Das Erdbeben und der Tsunami waren nicht zu verhindern, weil es sich hierbei um ein Naturereignis handelt. Dafür ist niemand verantwortlich.

Die atomare Katastrophe wäre zu verhindern gewesen, weil sie von Menschen gemacht wurde und von Menschen zu verantworten ist. Leider wird in diesem Fall keiner der Verantwortlichen ernsthaft zur Verantwortung gezogen werden. Erdbeben, Tsunami, atomare Katastrophe – alle drei haben ich glücklicherweise nie erleben müssen und ich wünsche mir, dass es dauerhaft so bleibt. Ein Erdbeben in Deutschland, das auch mich treffen würde, wäre sehr schlimm für mich. Doch eine atomare Katastrophe in Deutschland würde mich hilflos und wütend machen, weil ich ohnmächtig am eigenen Leib erleben müsste, wie ich kaltblütig den Interessen von Atomlobby und ihren Hintermännern und –frauen in der Politik geopfert würde. Würde ich in einem solchen Fall auch wirklich wissen wollen, was sich hinter den Kulissen tatsächlich abspielt? Ja und nein zugleich. Wenn ich Alles wüsste, würde ich daran wohl verzweifeln. Ich würde "einfach nur" mein Leben retten wollen. Und ich bin davon überzeugt, dass es den Menschen in Japan ebenso ergeht.

Möge die weltweite Hilfe ehrlich sein und möglichst wenig – oder besser gar nicht – von Gewinn- und Machtinteressen geprägt sein. Möge die atomare Katastrophe möglichst gering gehalten werden können. Mögen die Menschen in Japan bald wieder zur Ruhe finden.

Samstag, 12. März 2011

Gerhards Gedankenbuch regelmäßig lesen (Aktualisierung)


Aktualisierung ==> Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, sich regelmäßig über neue Eintrag in meinem Blog informieren zu lassen: Gehe auf die Seite http://www.google.de/alerts und gib dort diese Daten ein.

Leserinnen und Lesern meines Gedankenbuches, die gerne automatisch über neue Einträge informiert werden möchten, bieten sich die folgenden Möglichkeiten:

Der bequemste Weg ist das Abonnieren mit einem RSS-Feed. Leider kann ich selbst weder einen allgemein verständlichen Workshop dazu schreiben noch habe ich einen entsprechenden Workshop im Internet finden können. Vielleicht findet sich unter meinen Leserinnen und Lesern jemand, der sich imstande fühlt, einen solchen Workshop in meinen Kommentaren zu schreiben oder der eine gute Erklärung und Anleitung im Internet kennt, auf die er in den Kommentaren verlinken kann.

Wer ein Google-Konto hat, für den bietet sich der Google-Reader an.

Für Nutzer des Browsers Firefox gibt es einen solchen Workshop bereits an dieser Stelle.

Zudem gibt es noch die Möglichkeit, sich per Email über neue Einträge in meinem Gedankenbuch informieren zu lassen:
  • Interessierte teilen mir ihre Email-Adresse mit, die ich dann in meine Blog-Verteilerliste aufnehme. Sie erhalten dann zeitnah eine Email von mir mit einem Link zu jedem neuen Eintrag. Diese Email-Adressen dienen nur diesem Zweck und werden von mir nicht an Dritte weiter gegeben.
  • Die zweite Möglichkeit biete ich in der Seitenleiste meines Blogs unter Gerhards Gedankenbuch als Email abonnieren an. In der nächsten Zeile E-Mail-Abonnement anklicken und den Anweisungen folgen.
Ich hoffe, dass meine Ausführungen nachvollziehbar und dem ein oder anderen hilfreich sind.

Freitag, 11. März 2011

"Die Wupper – Amazonas im Bergischen Land"

"Älter als der Rhein, hat sich die Wupper durch die Epochen der Erdgeschichte gearbeitet. Von Zeitalter zu Zeitalter hat sie sich ihr Bett gegraben, ihr Fluss-Netzwerk geschaffen, das Bergische Land modelliert. Viele Male hat sie ihr Gesicht verändert. Die Wupper hat Menschen angezogen und geprägt. Menschen haben sie genutzt und benutzt und bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Aber Menschen haben sie auch wieder gerettet – in letzter Minute."
Sigurd Tesche als Herausgeber des von seiner Tochter Natali Tesche-Ricciardi geschriebenen Buches "Die Wupper – Amazonas im Bergischen Land" (rga-Buchverlag und WDR-Fernsehen 2009, ISBN 978-3-940491-08-4 | alle Zitate sind aus diesem Buch) haben zusammen mit einem Team erfahrener Kameraleute in dreijähriger Arbeit einen hervorragenden Dokumentarfilm über die Geschichte der Wupper gedreht, dieses Buch geschrieben und mit hervorragenden Tier- und Landschaftsaufnahmen bereichert. Natali Tesche-Ricciardi schreibt sehr lebendig und bringt dem Leser das tierische und pflanzliche Leben an und in der Wupper sehr nahe und macht die Wupper als einen wilden und wunderschönen Fluss erlebbar. Abgerundet wird das Buch durch Angaben zum Ablaufschema einer Filmproduktion, zur technischen und sonstigen (wie Regenschutz, Tarnzelt) Ausrüstung und von den Mühen, aus 100 Stunden Videomaterial einen Dokumentarfilm von 45 Minuten im wahrsten Sinne des Wortes zusammen zu "schneiden".
Das WDR-Fernsehen hat diesen Film im Mai 2010 in seiner Reihe "Abenteuer Erde" ausgestrahlt. Nach dem Lesen des Buches habe ich das Bedürfnis, diesen Film noch einmal zu sehen und beim WDR nachgefragt. Doch wird der Film laut Antwort des WDR vorläufig nicht wiederholt ,(zumindest nicht vom WDR), weil der Sendetermin weniger als ein Jahr zurück liegt.
  "Die Wupper zu entdecken, ist eine unvergessliche Reise. Ein Abenteuer in einer Naturwelt, die vor Lebensvielfalt nur so sprüht. Einst zur Kloake verkommen und tot geglaubt, hat dieser einzigartige Fluss eine wunderbare Renaissance erlebt und bietet heute den verschiedensten Tieren und Pflanzen eine Heimat – über und unter Wasser. Sogar skurrile Exoten fühlen sich hier wohl. Die meisten sind von selbst gekommen. Einige wurden angesiedelt. Und so manche würde man überall vermuten, aber an der Wupper…?"

Abschließend noch einige eigene Bilder von der Wupper zwischen Müngsten und Schloss-Burg:

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Dienstag, 8. März 2011

Die zwei Seiten des Ehrenamtes

In der aktuellen Ausgabe berichtet das Solinger Tageblatt sehr positiv über das Ehrenamt:

"Mit drei Ehrenämtern bringt sich Kati Haug, Ehefrau von Ex-Oberbürgermeister Franz Haug, in das soziale Geschehen der Stadt ein - ein gutes Beispiel zum Weltfrauentag, wie sich gerade Frauen darum bemühen, tatkräftige Beispiele zu bieten, wie man für andere etwas tun kann [. . .]
"
(den ganzen Bericht lesen)

Ich will hier keineswegs Frau Haug und ihren Mann schlecht reden oder gar verleumden; vielmehr möchte ich diesen positiven Bericht über das Ehrenamt zum Anlass nehmen, auch auf die negativen Seiten aufmerksam zu machen:

Ein oder mehrere Ehrenämter sind leicht, mit Freude und hohem Zeiteinsatz auszufüllen, wenn die eigene Rente reicht. Und wenn man dann noch mit einem Mann verheiratet ist, der ebenfalls finanziell abgesichert ist, ist es ein Leichtes, ehrenamtlich (im Klartext: unentgeltlich) zu arbeiten. Muss man sein Leben jedoch von Hartz IV (Arbeitslosengeld II) bestreiten, so sieht das Ehrenamt schon anders aus, weil ein Hartz-IV-Betroffener in einem Ehrenamt möglicherweise an Selbstwertgefühl gewinnt, jedoch nicht einen einzigen Cent mehr für sein (Über-)Leben zur Verfügung hat. Und damit kann er gar nicht so viel an Selbstwert durch ein Ehrenamt hinzugewinnen.

Für mich als Langzeitarbeitslosen zählt nicht, dass ich eine wie auch immer geartete unentgeltliche Beschäftigungsmöglichkeit finde, nur damit ich "überhaupt etwas tue". Für mich zählt letztendlich, dass mir wieder der Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ermöglicht wird, die mir eine vollwertige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichert.

Sonntag, 6. März 2011

Der Südpark in Solingen

Der heutige Hauptbahnhof Solingen war früher gar nicht der Hauptbahnhof, sondern der Halt Solingen-Ohligs. Nachdem der in der Innenstadt gelegene frühere Hauptbahnhof immer mehr verfiel, entschloss man sich aufgrund der Gegebenheiten, den Halt Solingen-Ohligs zum heutigen Hauptbahnhof Solingen und den früheren Hauptbahnhof Solingen zum Südpark umzubauen. Damit war nicht nur der Hauptbahnhof selbst gemeint, sondern das ganze Gelände um den Hauptbahnhof. Auf diesem Gelände befinden sich heute unter anderem das Museum Plagiarius, die Güterhallen (dort sind Künstlerateliers angesiedelt), der Gebäudekomplex der Lebenshilfe Solingen und das Café Stückgut, das sich direkt an die Güterhallen anschließt. Nur den Bahnhof selbst hat man in seinem verfallenen Zustand belassen – aus meiner Sicht eine stadtgeschichtlich kluge Entscheidung, um den Denkmalwert des alten Solinger Hauptbahnhofs zu erhalten. Der alte Hauptbahnhof und heutige Südpark sieht jetzt so aus:

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Es gibt noch einige Flächen, die an Investoren veräußert werden sollen. Darunter sind Flächen, die viel sinnvoller für sinnvolle Freizeitmöglichkeiten genutzt werden sollten, damit die Besucher sich auch weiterhin erholen können und für Kinder und Jugendliche Bewegungsflächen erhalten bleiben.

Hier sind dann noch mal alle Bilder mit Bildunterschriften.

Samstag, 5. März 2011

Keine Solidarität mit den Streikenden

Seien es die Streikenden bei der Telekom, im öffentlichen Dienst, die streikenden Lokführer oder welche Berufsgruppe auch immer – ich empfinde für diese Menschen weder Sympathie noch Solidarität. Diese Streikenden sowie ihre Gewerkschaften sind um keinen Deut besser als "ihre" Arbeitgeber: Beide haben nur ihre egoistischen Gewinn- und Lohninteressen im Sinn:

Wo kämpfen Gewerkschaften und Arbeitnehmer gegen Sozialabbau?
Wo bleibt die Forderung nach Abschaffung der Menschen verachtenden und zynischen Hartz-Gesetze?
Wo bleibt zumindest die Forderung nach Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze?
Wo bleibt die Erkenntnis, dass die noch Beschäftigten morgen schon auf der Straße stehen können?
Wo bleibt die Forderung nach Einstellung von arbeitslosen Menschen, von denen es für jede Branche mehr als genug gibt?
Wo bleibt die Solidarität mit den von Armut betroffenen Langzeitarbeitslosen? Worte alleine - so es sie denn überhaupt gibt - sind zu wenig!

So wie sich das Bundesverfassungsgericht in Sachen nicht umgesetztem Hartz-IV-Urteil als ein zahnloser Tiger erweist, so vertreten die Gewerkschaften gegenüber ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit eher unangenehme Arbeitgeberentscheidungen (nicht in Worten, aber in Taten) als sich hartnäckig und mit sehr viel Kampfgeist und Kampfkraft für die Interessen ihrer beschäftigten und nicht beschäftigten - sprich: arbeitslosen - Mitglieder einzusetzen.

Und die Streikenden selbst? Sind ängstlich, durch zu viel Arbeit schon zermürbt (es gibt ja auch keine qualifizierten Arbeitslosen, mit denen man sich die Arbeit teilen kann), gleichgültig, egoistisch und engstirnig. Und sie haben immer noch nicht begriffen, dass auch sie schon Morgen arbeitslos sein können.

In den vielen Jahren meiner Arbeitslosigkeit habe ich zwar menschliche Solidarität erfahren dürfen, aber nie auch nur ansatzweise politische Solidarität. Und die Erwerbslosengruppen, Sozialverbände und Organisationen, die sich um Arbeitslose "kümmern", sind viel zu zersplittert und damit kampfunfähig.

Ich brauche für meinen alltäglichen Überlebenskampf all meine Kraft und meine Solidarität für mich selbst. Irgendwo habe ich diesen passenden Spruch gefunden:

Wenn Du eine helfende Hand suchst,
findest Du sie an Deinem eigenen Arm.

Es ist zwar immer wieder ein beglückendes Gefühl, wenn mir jemand seine helfende Hand reicht. Aber darauf verlassen kann und will ich mich nicht - das haben mich meine persönlichen Erfahrungen gelehrt.

Freitag, 4. März 2011

Der Frühling naht


Seit zwei Wintern in Folge spüre ich verstärkt, dass der Winter meine Stimmungen mehr in die Tiefe zieht als in früheren Jahren. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass der Frühling mit seiner Sonne nun in langsamen und dennoch sicheren Schritten naht. Einige dieser Schritte habe ich heute in Bildern fest gehalten:

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