Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Dienstag, 30. November 2010

WikiLeak für die deutsche Innen- und Gesellschaftspoltik

LinkDie von mir sehr geschätzten NachDenkSeiten sind in meinen Augen so ziemlich das einzige journalistische Internet-Medium, das die gesellschaftlichen Zustände und Machenschaften in Deutschland nachfragend, enthüllend und zielstrebig unter die Lupe nimmt und im Klartext darüber berichtet. Auch zu den aktuellen WikiLeaks-Enthüllungen nehmen die Macher der NachDenkSeiten Stellung und regen unter der Überschrift


dazu an, ein WikiLeak für die deutsche Innen- und Gesellschaftspolitik ins Leben zu rufen.

Dieser Aufruf zählt eine Reihe von politisch-wirtschaftlichen Machenschaften auf, die uns bis heute in ihrem ganzen Ausmaß vorsätzlich verschwiegen werden und dringendst einer Aufklärung bedürfen, um Deutschland auch weiterhin demokratisch nennen zu dürfen.

Freitag, 26. November 2010

Geschenk von Vater Staat


Nach meinem Eintrag "Angst vor Terror" vom 21.11.d.J. bekam ich von einer "guten" Bekannten eine Mail, in der sie sich von mit verabschiedet hat, weil sie meine Umgangsweise mit meiner Arbeitslosigkeit nicht akzeptieren kann und will. In dieser Mail schreibt sie unter anderem:

überleg´dir doch mal ,du bekommst von vater staat alles geschenkt.

Diese Aussage zeigt mir eine vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber sozialen Fragen und vor allem auch eine vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber armen Menschen und die Ursachen für deren Armut.

Warum schreibe ich überhaupt über eine solche Einzelmeinung? Weil ich nach meinen eigenen Beobachtungen und Erfahrungen davon überzeugt bin, dass (mir) hier in seltener Offenheit die Mehrheitsmeinung in diesem Land ins Gesicht geschlagen wird.

Dienstag, 23. November 2010

Winterschlaf


Die Tage werden kürzer, es wird langsamer hell und schneller dunkel, Winterkleidung ist angesagt, weil es kälter wird. Und in den nächsten Tagen soll der erste Schnee das Land mit einer weißen Decke zudecken. So manches Tier bereitet sich auf den Winterschlaf vor: das Eichhörnchen sammelt Eicheln und der Bär futtert sich ordentlich Fett an. Na - das mit dem Fett anfuttern dürfte bei mir nicht funktionieren. Ein Wenig kann ich auf diese Fähigkeit zum Winterschlaf schon neidisch sein. Auch mir ist - wenn auch aus anderen Gründen als bei den Tieren - nach Winterschlaf zumute.

Ich würde mir gerne die Decke über den Kopf ziehen (mich in meine Höhle verkriechen), die nass-kalt-ungemütliche Winterzeit verschlafen und im Frühjahr langsam wach werden, mich recken und strecken, in die Sonne blinzeln und mit erneuerten Energien und ausgesprochen erholt das Frühjahr begrüßen.

Aber es muss ja nicht gerade Winterschlaf sein, ein Erholungsurlaub würde es auch schon tun.

Sonntag, 21. November 2010

Angst vor Terror?


Angst vor Dem, was landläufig als Terror bezeichnet wird - Bomben- und Selbstmordanschläge - habe ich nicht. Ein Haushalts-, Verkehrs- oder sonstiger Unfall ist da wesentlich wahrscheinlicher. Und wenn ich Opfer eines Bombenanschlages würde, würde ich mir wünschen, im Zentrum zu sein und schnell zu sterben. Denn ich habe nicht nur vor einem solchen Tod Angst, sondern vor dem Tod allgemein.

Es gibt aber auch für mich eine Angst vor Terror: Es ist der Terror des Sozialabbaus, des langsamen Entzugs meiner Existenz. Es ist meine Angst, nicht zu wissen, wie ich finanziell über den Monat kommen kann. Es ist die Angst und das Wissen darum, dass Armut - die Folge des zynischen und Menschen verachtenden Sozialabbaus - auch zum sicheren Ausschluss vom sozialen Leben führt.

Für mich ist der langsame soziale Tod grausamer als der "schnelle" Tod durch eine Bombe.

Donnerstag, 18. November 2010

Warum pflege ich mein Gedankenbuch?


Angeregt durch die Rubrik Private Homepages der Forenuser in einem der von mir besuchten Foren habe ich meinen Ersteintrag vom 20. August 2007 aktualisiert:

Mein Blog, das ich "Gerhards Gedankenbuch" genannt habe, pflege ich seit August 2007. Ich habe es bewusst "Gerhards Gedankenbuch" genannt, weil ich dort meine Gedanken und Gefühle zu den verschiedensten Bereichen des Lebens aus meiner Sicht und Erfahrung heraus nieder schreibe. Diese Gedanken sollen meine Leserinnen und Leser anregen – zum Lesen, zum Nachdenken und sehr gerne auch zum Kommentieren.

Meine Einträge erheben keinen Anspruch auf Allgemeinverbindlichkeit. Das liegt mir ganz und gar fern. Vielmehr dienen sie dem Gedankenaustausch meiner Leserinnen und Leser mit meinen Gedanken. Ich habe mal versucht, meine Einträge verschiedenen Kategorien zu zu ordnen. Das hat sich allerdings als unmöglich herausgestellt, weil meine Einträge in der Regel sehr komplex sind.

Ich beschäftige mich mit sehr vielen Lebensbereichen – das reicht von ganz persönlichen Erfahrungen und den damit verbundenen Gefühlen bis hin zur großen Politik, die sich letztlich immer auch auf das ganz persönliche Leben eines jeden Einzelnen von uns auswirkt.

Auch in meinem Sprachstil nutze ich verschiedene Mittel wie Sachlichkeit, das "unsachliche" Aussprechen meiner persönlichen Erfahrungen, feine Ironie und manches Mal auch Provokation. Mit meinen Provokationen möchte ich niemals verletzen, sondern mittels zugespitzter Übertreibung bestimmte Sachverhalte aus meiner Sicht verdeutlichen.

Es gibt Blogs mit weitaus mehr Besuchern und Kommentaren als mein Gedankenbuch. Und das ist auch nachvollziehbar: Mein Gedankenbuch ist sehr persönlich und für manche Menschen streckenweise zu persönlich. Darum ist auch nicht so das ganz große Interesse da wie bei gut gepflegten Blogs beispielsweise aus den Bereichen Internet, Technik oder Politik – um nur diese drei Beispiele heraus zu greifen. Und ähnlich verhält es sich mit den Kommentaren. Auf meine oft sehr persönlichen Gedanken möchte oder kann mancher Leser/manche Leserin aus den verschiedensten Gründen nicht antworten – und das kann ich auch akzeptieren. Nur zwei "Argumente" kann ich schlecht annehmen: Ich würde so gut formulieren, dass man/frau sich im Kommentar nicht blamieren möchte – so gut drücke ich mich nun auch wieder nicht aus. Jeder sollte einfach so schreiben, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Und das zweite "Argument", ich hätte ja schon Alles gesagt und man könne zu meinem Eintrag nichts mehr schreiben. Meine Einträge sind immer auch Gedankensplitter, weil ich sonst ausgefeilte Romane schreiben würde. Und ich bemühe mich in der Regel, meine Einträge nicht allzu lang werden zu lassen, damit die Lust am Lesen nicht vergeht.

Mit der Pflege meines Gedankenbuchs schaffe ich mir zudem die Möglichkeit, gedachte Gedanken durch das Schreiben nochmals genauer zu begreifen und zu hinterfragen. Und ich liebe es, mit Sprache zu spielen und zu arbeiten.

Dienstag, 16. November 2010

Eine unendliche Geschichte


Es gibt schöne Geschichten im Leben, die nie vergehen mögen. Doch es gibt auch unangenehme Geschichten, die schnell vergehen mögen und doch unendlich scheinen. So geht es mir mit der schon vor elf Monaten versprochenen Stelle. Zwar ist diese Stelle physisch noch nicht eingerichtet. Aber ich habe bis heute keine Sicherheit, ob ich die Stelle überhaupt bekomme, weil ich diese Zusage nur mündlich habe und mein "neuer" Arbeitgeber sich geweigert hat, mir einen Vorvertrag zu geben. Bis Anfang August des Jahres habe ich nach Absprache immer wieder nach dem jeweils aktuellen Stand gefragt, seitdem jedoch nicht mehr. Mittlerweile habe ich auch zuverlässig erfahren, dass mein "neuer" Arbeitgeber mir keine Zwischenergebnisse gibt, mich aber auf jeden Fall über seine endgültige Entscheidung informieren wird.

Doch was hilft mir dieses Kopf-Wissen? Nichts! Mein Bauchgefühl kann es nämlich nicht umsetzen und mich gelassen machen. Ich habe während meines beruflichen Werdegangs schon zu viele Pferde "in der Apotheke kotzen" sehen. Und die Angst sitzt in mir, dass diese unendliche Geschichte für mich böse und schmerzhaft enden wird.

Ich weiß, dass mir niemand mit Worten helfen kann und auch mit Taten nur eingeschränkt. Diesen Weg muss ich letztlich alleine gehen. Meine Ängste muss ich einfach hier mal offen aussprechen und ich muss gestehen, dass mir nach der langen Zeit der Unsicherheit und reinen Hoffnung Zuversicht schwer fällt.

Samstag, 13. November 2010

Journalistische Meinungsmanipulation


Im heutigen Lokalteil des Solinger Tageblatts wird ausführlich über einen Menschen berichtet, der zwei Jahre lang in Solingen hervorragende Arbeit an der Basis geleistet hat. Sein befristeter Arbeitsvertrag kam nur mit Hilfe staatlicher finanzieller Hilfe zustande und lief vor Kurzem aus. Dennoch wurde sein Arbeitsvertrag nicht verlängert und es konnte nur mit Mühe und Not eine neue Stelle für ihn gefunden werden. Und auch diese Arbeit wird mit staatlichen Geldern gefördert und ist befristet. Offensichtlich werden in unserem Land hoch motivierte und engagierte Menschen nicht gebraucht.

In einem Kommentar zu diesem Bericht schreibt Redakteur Thomas Kraft unter anderem (und dieses Zitat ist keineswegs aus dem Zusammenhang gegriffen)
"Was lehrt das? Einsatz und Geduld lohnen sich."

Aus eigener langjähriger Betroffenheit muss ich diese Aussage in dieser uneingeschränkten Form aufs Schärfste als journalistische Meinungsmanipulation zurück weisen. Wäre diese Aussage richtig, wären hunderttausende von Arbeitnehmern in den letzten Jahren mit Stellen(angeboten) überschüttet worden. Doch dem ist nicht so. Bei mir haben meine geduldigen und engagierten Versuche um Wiedereinstieg ins Berufsleben sogar dazu geführt, dass ich immer noch arbeitslos bin. Ohne mein Engagement hätte ich bereits seit etwa sechs Jahren eine Vollzeitstelle.

Sicherlich finden einzelne Menschen von den Millionen Arbeitslosen auf Grund ihrer eigenen engagierten und hoch motivierten Suche einen Arbeitsplatz. Doch die Medien und interessierte Kreise aus Politik, Wirtschaft und Industrie sollen doch endlich aufhören mit der Lüge, dass es jeder Arbeitslose mit Einsatz, Geduld und Engagement schafft, wieder eine Stelle zu finden. Das ist - klar ausgesprochen - eine dreiste und Menschen verachtende Lüge. Und das Gefährliche an dieser Lüge ist, dass die meisten Menschen daran glauben. Ich rede hier nicht wie ein Blinder von der Sonne, sondern wie ein Sehender, dem diese Sonne viel zu oft in den Augen brennt und der meistens nicht einmal eine Möglichkeit hat, sich davor zu schützen.

Freitag, 12. November 2010

Klassik an ungewöhnlichem Ort


Heute Abend fand in der Stadtbibliothek Solingen erstmals ein klassisches Konzert mit den Bergischen Symphonikern statt. Es stand unter dem Motto "Mozart - gelesen und gespielt". Mit diesem Konzert wollte die Stadtbibliothek Solingen auf den Zusammenhang zwischen Literatur und Musik aufmerksam machen. In ihrer Begrüßung fasste Claudia Elsner-Overberg, die seit 1998 die Direktorin der Stadtbibliothek ist, diesen Zusammenhang in den Worten zusammen Jedes Lied ist ein vertontes Gedicht.

Auf Grund der eingegrenzten räumlichen Möglichkeiten im Lesecafé der Stadtbibliothek konnte nicht das gesamte Orchester spielen, aber es waren alle Instrumentengruppen vertreten. Das Orchester spielte fünf Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. In den Übergängen zwischen den einzelnen Werken las Milena Haunhorst aus Briefen von Wolfgang Amadeus Mozart und einem Brief Joseph Haydns vor. Auf diese Weise wurde sowohl akustisch wie optisch der Zusammenhang zwischen Literatur und Musik dem Publikum nahe gebracht.

Abschließend bedankte sich Claudia Elsner-Overberg bei den Künstlern für ihren wunderbaren Auftritt (meines Wissens hat das Orchester ohne Gage gespielt) und dem Publikum für seinen Besuch. Zugleich wies sie darauf hin, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadtbibliothek Solingen und Bergischen Symphonikern fortgesetzt und vertieft werden soll.

Sahnehäubchen für mich: Ich konnte das Konzert besuchen, weil es kostenfrei war. Es hat sich gelohnt!

Dienstag, 9. November 2010

Leben in Hartz IV-Armut


Wer kann von diesen Einnahmen menschenwürdig und lebenswert leben?


Dazu passt dieser Bericht über die Fälschung der Arbeitslosenstatistik:


Mit einem Klick in die Grafiken können die Grafiken vergrößert werden.
(Entnommen den verdi-News vom 06.11.2010)

Mittwoch, 3. November 2010

Ein reiches Leben


Im Editorial der Zeitschrift stern Nr. 44/2010 schreibt der Chefredakteur Thomas Osterkorn unter anderem:
Helmut und Loki Schmidt haben vorgelebt, was viele sich zwar wünschen, aber oft leider nicht hinbekommen: miteinander durch Höhen und Tiefen zu gehen, ohne Zuneigung füreinander und Respekt voreinander zu verlieren.
Was für ein reiches Leben!

Diese Worte sprechen mich nicht nur an, sie gehen mir unter die Haut, weil ich mir genau ein solch reiches Leben wünsche. Diese Worte sind so leicht ausgesprochen und doch so schwierig zu leben. Nun müsste ich im Grunde genommen wissen, wie sich ein solch reiches Leben lebt, weil ich diese Zuneigung füreinander und diesen Respekt voreinander weit über zehn Jahre leben durfte - und doch hat es für eine dauerhafte Beziehung nicht gereicht aus verschiedenen Gründen. Als den wichtigsten Auslöser des Scheiterns dieser Beziehung (und der allein ist schon sehr komplex) sehe ich den Umgang mit meiner jahrelangen Arbeitslosigkeit. Obwohl wir nach drei Jahren unfreiwilliger "Pause" erneut versucht haben, unsere Beziehung auf eine solide Grundlage zu stellen, ist dieser Versuch gescheitert.

Und warum kann ich ein solch reiches Leben nicht leben, obwohl ich es schon einmal gelebt habe? Auch die Antworten sind viel zu komplex, als dass einzelne Erklärungsansätze die Ursachen erklären würden. Da ist mein langes Alleinsein und die "Gewohnheit", mein Leben allein auf mich gestellt managen zu müssen. Und obwohl ich sehr gerne von dieser Gewohnheit loslassen würde, stelle ich immer wieder fest, wie schwer mir das oft fällt. Da spielt dann auch meine durch die unverschuldete lange Arbeitslosigkeit verursachte Finanznot eine erhebliche Rolle, die es mir nahezu unmöglich macht, am sozialen Leben teilzunehmen.

Dennoch! - So wie ich trotz meiner langjährigen Arbeitslosigkeit noch nicht aufgegeben habe, wieder einen Einstieg ins sozialversicherungspflichtige Berufsleben zu finden, so habe ich auch im zwischenmenschlichen Bereich noch nicht aufgegeben. (Das wird wohl erst der Fall sein, wenn ich im Sterben liege.) Bei meiner Arbeitssuche bin ich auf die Gunst der Arbeitgeber angewiesen; im zwischenmenschlichen Bereich jedoch werde ich auch weiterhin an mir arbeiten. Diese Arbeit wird aus meiner Sicht ohnehin nicht enden, weil das Leben ein Haus ist, an dem es immer etwas auszubessern, umzuräumen, zu reparieren, abzubauen, aufzubauen gibt, sofern man mit offenen Augen durch dieses Haus geht. Vorrangig sind dabei für mich aktuell weniger die materiellen als vielmehr die immateriellen Werte eines Hauses, nämlich meine Mitbewohner und Mitbewohnerinnen, mit denen ich offen und ehrlich umgehen will und muss. Immerhin wirkt es ziemlich unglaubwürdig, wenn ich Offenheit und Ehrlichkeit fordere und sie dann selbst nicht lebe.

Montag, 1. November 2010

Burma - Berichte aus einem verschlossenen Land


Vielen Menschen sind bestimmt noch die Aufstände der Mönche in Burma gegen das burmesische Militär in mehr oder minder schlechter Erinnerung. Das Militär hat mit allen Mitteln versucht, keine Informationen ins Ausland dringen zu lassen. Doch das ist ihnen im Zeitalter des Internet glücklicherweise nicht gelungen. Viele mutige Journalisten und viele burmesische Menschen haben unter Lebensgefahr Videos über die Gräueltaten und Verbrechen des burmesischen Militärs gedreht.

Eine einzigartige Dokumentation dieser Videos zeigt das dritte Fernsehprogramm des Westdeutschen Rundfunks am 08. November von 23:15 Uhr bis 00:45 Uhr unter dem Titel Burma VJ - Berichte aus einem verschlossenen Land. Ich hätte mir gewünscht, dass der WDR diese außerordentlich wichtige Dokumentation am frühen Abend senden würde statt zu nachtschlafender Zeit.