Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Montag, 31. Mai 2010

Den Gedanken eine Pause gönnen


In meinem Kopf geht es zu wie in einem Taubenschlag und einem Hamsterrad: Dauernd denke ich über Gott und die Welt, den Teufel, das Paradies, meine Nachbarn, die große Welt, das politische Chaos, den Sozialabbau (von dem ich unmittelbar betroffen bin), schönere Zeiten (die ich auch schon erleben durfte), Wichtiges und Unwichtiges und über meine Ängste und Hoffnungen nach. Und bei all dem Denken habe ich die Anleitung verloren, wie ich das turbulente Hamsterrad zwischendurch mal abstellen kann.

Es ist immer so leicht und unbedacht daher gesagt, ich solle mir doch nicht so viele Gedanken machen. Ich bin nun mal ein denkender Mensch und würde mir dennoch so manches Mal wünschen, ich würde mir weniger Gedanken machen. Doch die Goldene Mitte ist - wie so oft im Leben - ziemlich schwer zu finden.

In diesen Zusammenhängen denke ich an den Spruch Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Meine Sinne sind offen dafür!

Dienstag, 25. Mai 2010

Meine Anspannung wächst


Es ist immer leichter gesagt als getan, seine Hoffnungen und Wünsche mit dem Verstand zu verdrängen. So geht es mir schon seit vier Monaten. Seinerzeit hat mir ein langjähriger Bekannter und Geschäftsführer einer großen Solinger Einrichtung nach Fertigstellung ihres neuen Gebäudes eine Stelle am Empfang angeboten. Bedingt durch den Winter konnte der Bezugstermin Anfang April 2010 nicht eingehalten werden. Nunmehr ist als Bezugstermin Ende Juli/Anfang August 2010 geplant.

In dieser ganzen Zeit beschäftige ich mich immer wieder mit dem Gedanken, bald wieder in Arbeit zu sein, mir etwas mehr als nur den "kleinen Luxus" zu leisten und vor allem wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Zwar soll man - wie der "Volksmund" sagt - nicht über ungelegte Eier nachdenken; doch ich habe trotz meiner langen gefühlten und tatsächlichen Arbeitslosigkeit noch nicht die Hoffnung auf und den Kampf für eine angemessene Vollzeitstelle aufgegeben.

Mit dem genannten Arbeitgeber bin ich die gesamte Zeitspanne im Gespräch. Zwischenzeitlich hat er zwecks Lohnkostenzuschüssen den Kontakt mit der ARGE Solingen aufgenommen und in Kürze soll ein persönliches Gespräch erfolgen.

Es bleibt spannend - und ich hoffe inständig, dass sich meine Anspannung in Kürze in Freude und Erleichterung auflösen werden. Irgendwie habe ich trotz meiner jahrelangen schlechten Erfahrungen jetzt ein gutes und zuversichtliches Gefühl.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Ein erstaunlicher Mensch


Ich kenne hier in Solingen einen Arzt (Facharzt für Psychosomatik), der seine Praxis in jeder Hinsicht allein führt: Terminvergabe, Anmeldung, telefonische Beratung und Betreuung, Verhandlungen mit Handwerkern und IT-Technikern, Abrechnung mit den Krankenkassen und intensiv, sorgfältig und verantwortungsbewusst die medizinische Versorgung seiner Patientinnen und Patienten einschließlich Hausbesuchen.

Parallel zu diesem an und für sich schon anstrengenden Leben bemüht er sich um beständige Aktualisierung seines Wissens und seiner persönlichen Gesundheit. Woher ich das alles weiß? Ich habe ihn gefragt und offene und ehrliche Antworten bekommen.

Er hat einige zuverlässige Menschen, die ihm hin und wieder helfen. Jedoch hat er mit ihnen vereinbart, dass sie nur dann helfen brauchen, wenn es ihre eigenen Lebensumstände zulassen.

Ich empfinde Hochachtung für einen solchen Menschen.

Samstag, 8. Mai 2010

Zwischenmenschliche Altlasten


Schon allein der Begriff Altlasten für zwischenmenschliche Beziehungen zeugt - aus welchen Gründen auch immer - von einem Menschenbild, das Menschen unter materiellen Gesichtspunkten sieht: Wer ausgedient hat, wird entsorgt wie eine kaputte Kaffeemaschine. Doch ich bin davon überzeugt, dass die meisten Menschen, für die dieser Begriff von Wichtigkeit ist, einfach nur oberflächlich und unüberlegt mit Sprache umgehen.

Für mich war und ist eine vergangene Liebesbeziehung oder Freundschaft zwar alt, aber nie eine Last. Ich habe mit diesen Menschen bewusst gemeinsame Zeiten verbracht, und wir haben einander viel gegeben, voneinander gelernt und unsere Lebenswege in dieser Zeit bereichert. Alle diese Menschen leben noch heute in mir, wenn auch so manches Mal "nur" noch in Spuren, doch immer als Menschen, die meinen Lebensweg bzw. meine Lebenswege begleitet haben. Und diese gemeinsamen Erlebnisse haben Spuren in meinem Leben hinterlassen, die es im Heute genauso (wertmäßig betrachtet) bereichern wie meine Kindheit, meine Jugend, meine Schulzeit, meine Studienzeit, meine berufliche Laufbahn und mein Leben letztes Jahr, letzten Monat, letzte Woche, gestern.

Die Frage darf aus meiner Sicht daher nicht lauten "Bist Du frei von Altlasten?", sondern "Wie hast Du Deine schmerzlichen und unangenehmen Erfahrungen in Dein heutiges Leben eingebunden?"

Samstag, 1. Mai 2010

Solingen: Friedlich und lautstark gegen Rechtsextremismus


Rund 1.000 Menschen demonstrierten und feierten heute friedlich und lautstark gegen die rechtsextreme Bürgerbewegung Pro NRW und die faschistische NPD. Angestoßen und durchgeführt wurde dieser nachdrückliche Bürgerprotest durch das Solinger Bündnis "Bunt statt braun", dem mittlerweile etwa 60 Vereine, Verbände, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und Solinger Bürgerinnen und Bürger jeden Alters angehören.

Die zeitgleich stattfindende traditionelle 1. Mai-Veranstaltung des DGB zog mit ihrem Demonstrationszug bei "Bunt statt braun" vorbei, wo der Zug inne hielt und der DGB-Vorsitzende ein Gruß- und Solidaritätswort sprach.

Etwa 300 Teilnehmer zogen zur 100 Meter entfernten Kundgebung der rechtsextremen Bürgerbewegung Pro NRW und gaben dort lautstark und friedlich mit Sprüchen wie "Ihr könnt nach Hause geh´n!" ihrer Wut gegen Pro NRW Ausdruck. Gegen die faschistische NPD fuhren etwa 250 Teilnehmer nach Solingen-Ohligs, wo die NPD ihre Kundgebung gegenüber dem Hauptbahnhof abhielt, und gaben dort ihrer Ablehnung von Fremdenfeindlichkeit und Faschismus Ausdruck.

Nachdem die Kundgebungen von Pro NRW und NPD "ihren Geist aufgegeben" hatten, feierte das Bündnis "Bunt statt braun" noch mehrere Stunden mit einem bunten Kulturprogramm in der Innenstadt.

In Vorbereitung dieser erfolgreichen antifaschistischen Veranstaltung wurden fast 3.500 Unterschriften gesammelt gegen jede Form von Fremden- und Religionsfeindlichkeit: 2.344 Unterschriften von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in den evangelischen und katholischen Solinger Gemeinden. Weitere 1.100 Unterschriften trug das Bündnis "Bunt statt braun" bei. Diese 1.100 Unterschriften erschienen wenige Tage vor dem 1. Mai in einer ganzseitigen Anzeige im Solinger Tageblatt - und das mit Namensnennung! Der Anzeigenpreis in Höhe von 4.500 Euro wurde durch Spenden zusammen gebracht, der Differenzbetrag für die Anzeige in bunt von einem anonymen Spender. Finanziert wurden Vorbereitung und Veranstaltung von vielen Solinger Verbänden, Vereinen, Einzelpersonen, Gewerkschaften, Parteien und Kirchen.

Auch in Zukunft wird das Bündnis "Bunt statt braun" ein waches Auge auf fremdenfeindliche, rechtsextreme und faschistische Bestrebungen in Solingen werfen und mutig Flagge und Gesicht zeigen.

Auf einem Spruchband las ich den folgenden, treffenden Spruch: Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen.

Webseite des Solinger Bündnisses "Bunt statt braun"
Berichterstattung der Solinger Morgenpost
Berichterstattung des Solinger Tagesblatts