Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Dienstag, 30. März 2010

300 Menschen im Einklang mit sich und der Natur


Sie ist eine kleine Insel in der Südsee und nennt sich Anuta. Anuta beherbergt 300 Menschen, die oft schon über Generationen dort leben und wohnen. Die Menschen dort wissen um die Knappheit ihrer Ressourcen und gehen deshalb sehr sorgfältig mit der Natur um - und Natur sind auch sie selbst. Diese Aufmerksamkeit und Achtung vor der Natur schweißt sie als eine lebendige Gemeinschaft zusammen.

Beim Ansehen und In-mich-aufnehmen dieses Films ist mir mal wieder die Rohheit und unsere zivilisierte Verachtung für und Gleichgültigkeit gegenüber der Natur und allen Lebewesen unangenehm aufgestoßen. Und ich wäre ganz und gar nicht abgeneigt, für eine derart hohe und intensive Achtung vor jedem Leben tausende von Kilometern von meiner "Heimat" fortzuziehen.

Sonntag, 28. März 2010

Medientipps im Blog


Die Stadtbibliothek Solingen hat einen nachahmenswerten Blog auf den Weg gebracht, der sich Medientipps im Blog - Medientipps aus der Stadtbibliothek Solingen nennt. Dieser Blog bietet den Kundinnen und Kunden der Stadtbibliothek Solingen die Möglichkeit, ihre Lese-, Seh- und Hörtipps auch anderen Menschen zugänglich zu machen und auf diesem Weg lesenswerte Medien aus der jeweiligen persönlichen Sicht einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen - und vielleicht auch neue Leseratten auf den Weg zu bringen.

Dieser Blog ist für mich selbstredend eine Möglichkeit, auf die in der Seitenleiste aufgeführten Bücher unter Persönliche Buchempfehlungen näher einzugehen. Interessierte Leserinnen und Leser finden künftig jedes von mir neu empfohlene Buch auch in den "Medientipps im Blog".

Sonntag, 21. März 2010

Wer kämpft, kann verlieren,
wer nicht kämpft, hat schon verloren.


Das gilt sicherlich nicht für alle Menschen. Es gibt Menschen, die haben es nicht nötig zu kämpfen: Wer mit dem entsprechenden Status geboren wird, wird Überlebensängste wohl nie kennen lernen. Wer immer wieder - gleich, was er tut - die Treppe hinauf fällt, muss auch nicht kämpfen. Wer zu den Oberen Zehntausend gehört, wird von Seinesgleichen immer wieder aufgefangen - und sei es um den Preis, dass er "seine" Arbeitnehmer auf die Straße setzt und sich selbst dabei noch mit staatlicher Unterstützung bereichern darf. Dasselbe gilt für Politmanager, die "ihr" Volk betrügen, um sich zu bereichern. Wer ein williger, gehorsamer und funktionierender Arbeitnehmer ist, muss zwar auch um seinen Arbeitsplatz fürchten, aber geht in der Regel zuletzt.

Ich gehöre keiner dieser Gruppen an. Und darum muss ich - zumindest seitdem ich arbeitslos bin - täglich um mein (Über-)Leben und einen würdevollen Alltag kämpfen. Es sind in der Regel keine unmittelbaren Kämpfe gegen Menschen, sondern Kämpfe mit mir und in mir selbst: Wenn ich mich zwei Stunden an einer Tasse Kaffee festhalten muss, so habe ich dennoch Durst und muss mir ansehen, wie die anderen Gäste auch noch ein leckeres Stück essen und noch weitere Getränke trinken können. Wenn ich mir Naturdokumentationen im Fernsehen ansehe, so geht das nicht ohne Fernweh und oftmals auch nicht ohne Tränen ab. Wenn ich mir (wie im Augenblick) immer wieder eine Uhr für nur 20 Euro ansehe, ohne sie kaufen zu können, denke ich mit Wut daran, dass es Menschen gibt, die 20 Euro mal eben im Vorbeigehen für einen Lustkauf ausgeben können. Ein Bekannter in meiner Stammkneipe hat mir mal sinnbildlich gesagt Du kannst Dich ja noch nicht einmal betrinken. Wenn Kontakte nicht zustande kommen, weil ich mir keine zwei bis drei Urlaube im Jahr oder keine kulturellen Veranstaltungen erlauben kann, so kann ich die Ängste und Schwierigkeiten verstehen, wenn einer (gut) verdient und dem anderen ehrliche Arbeit verweigert wird - dennoch schmerzt es mich immer wieder, mit diesen Ausgrenzungen klar kommen zu müssen und es auch zu wollen. Denn den Kopf in den Sand stecken kann und will ich nicht.

Und das bedeutet Kämpfen - ob ich es will oder nicht. Und dabei sehne ich mich so sehr nach Loslassen und Ruhe!

Freitag, 19. März 2010

Rückgrat zeigen


In dem historischen Roman, den ich zur Zeit lese, ist mir ein Appell sehr befürwortend aufgefallen, dem in unserer heutigen Zeit des verschärften Sozialabbaus und der zunehmenden Verleumdungen und Kriminalisierung von uns Arbeitslosen und den anderen armen Menschen eine hohe Bedeutung zukommt:

Krieche vor dem Adel niemals wie ein Wurm, sondern schreite wie ein König.

Dienstag, 16. März 2010

Frühlingsgefühle


Keine Bange: Es geht nicht um die Frühlingsgefühle (ich lebe ohnehin schon längst "jenseits von Gut und Böse"). Es geht um den Frühling, der unübersehbar schon im Haus ist und langsam und sicher zu mir hoch kommt. Und ich werde ihn sehr gerne einlassen.

Meine letzten Spaziergänge im Neandertal schenkten mir nicht nur Kälte, Sonne pur, gesunde Luft und weite, klare Sicht. Es lag auch das Gefühl von Frühling in der Luft - noch nicht so recht sichtbar, aber zu fühlen. Und er macht sich nicht nur allmählich in der Natur breit, sondern auch in mir: Ich spüre meine Lebensgeister, wie sie sich recken und strecken, die Winterbettdecke zurückschlagen, in die Morgensonne blinzeln und jeden neuen Tag begrüßen. Die Tage sagen uns immer früher "Guten Morgen" und immer später "Gute Nacht". Ich sehe mich schon bei langen Spaziergängen, draußen im Café, im Gras sitzend, beim Sonnenbad (ein bisschen eitel darf sein) und vielleicht mache ich im Frühling oder eher im Sommer auch mal einen Nachtspaziergang. Leider gibt es kaum noch Badeseen und Naturschwimmbäder nur vereinzelt, so dass Schwimmen wohl eher die Ausnahme bleiben wird.

Der Winter darf sich jetzt mit einigen kalten, aber trockenen und sonnigen Tagen, bis zum Jahresende verabschieden und den anderen drei Jahreszeiten - Frühling, Sommer und Herbst - das Feld überlassen. Ich habe viele warme Monate verdient.

Samstag, 13. März 2010

Glück und Mut


Ein venezianisches Sprichwort sagt:

Das Geheimnis des Glücks ist Freiheit,
das Geheimnis der Freiheit ist Mut.

Glück - . . .
Mut - habe ich mir dankenswerterweise immer erhalten können
Freiheit - ist nur bedingt möglich und muss ich täglich aufs Neue erkämpfen und pflegen.

Donnerstag, 11. März 2010

Würdevolles Leben


Was ist wichtiger und bedeutender für ein Leben in Würde?

Eine Arbeitsstelle - selbst wenn sie nicht befriedigt und nur ein Niedriglohn bezahlt wird?
Einen wirklichen Freund oder einige wirkliche Freunde, auf deren Loyalität man sich beständig verlassen und vertrauen darf?

Wer beides miteinander verbinden kann - authentische, verlässliche Freunde und einen zufrieden stellenden Beruf mit einem angemessenen Lohn -, gehört meines Erachtens zu einer Minderheit von Menschen, die hoffentlich wissen, über welch großen Schätze sie verfügen.

"Nur" eine Arbeitsstelle - man mag zwar in einen sozialen Zusammenhang eingebunden sein und einigermaßen verdienen. Aber echte Freunde werden dadurch nicht ersetzt.

"Nur" Freunde - das mag zwar ein sehr gutes Gefühl sein; doch benötigt man auch andere soziale Gruppen. Aber Geld für gemeinsame Unternehmungen gibt es davon auch nicht.

Eine fehlende finanzielle Grundlage kann sowohl Freundschaften auflösen (dann allerdings waren es keine wirklichen Freunde) wie auch Gemeinsamkeiten seltener werden lassen.

Sonntag, 7. März 2010

Lebensmitte


Wenn ich mal weiterhin davon ausgehe, dass ich mein Lebensziel von etwa 120 Jahren erreichen will, bewege ich mich zur Zeit genau in der Mitte meines Lebens und frage mich: Soll ich zurück schauen? Soll ich in die Zukunft schauen?

Der Blick zurück ist sehr zwiespältig: Meine Jugend war sehr lehrreich und hat mir das Gerüst für meinen heutigen Optimismus gegeben. Ohne diesen Optimismus, diese Zuversicht hätte ich mich bestimmt schon vor Jahren aufgegeben. Doch konnte ich diesen Gedanken schon immer denken, weil ich weiß, dass ich ihn nicht in die Tat umsetzen werde. Gerade meine letzten zwei Jahrzehnten gaben und geben so manches Mal dazu Anlass, mein Leben an den Nagel zu hängen. Doch trotz aller großen und kleinen Steine, die ich und andere mir in den Weg gelegt haben, lebe ich immer noch gerne (immerhin halte ich nach wie vor trotz aller intellektuellen Bedenken an meinem Lebensziel von etwa 120 Jahren fest).

Der Blick nach vorne ist mit vielen Ängsten gepflastert: Werde ich - nach aktuellem Stand Mitte dieses Jahres - wieder beruflich und damit finanziell Fuß fassen und somit entspannter leben können? Oder werde ich mich über meine Rente hinaus auf ein Leben in Armut einrichten müssen? Wie wird sich mein zwischenmenschliches Umfeld entwickeln? Werde ich es festigen können? Wird es unter mir weg brechen?

Da ich natürlicherweise auch wesentlich eher sterben kann, mache ich mir manches Mal Gedanken über meinen Tod. In meinem ganzen Leben habe ich (glücklicherweise?) erst zwei Todesfälle im nahen Umkreis erlebt: Als mein Onkel dreißig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges an einer Kriegsverletzung starb, war ich zwar traurig, jedoch auch schnell wieder in meinem Leben. Als mein Vater vor fast elf Jahren starb, war ich zu sehr mit der schlimmsten Krise meines eigenen Lebens beschäftigt, als dass ich hätte trauern können. Heute denke ich oft wehmütig an meinen Vater, den ich im Grunde nie richtig gekannt habe. Es ist meiner biologischen Familie innewohnend, dass mit Gefühlen grundsätzlich nie offen umgegangen wurde - bis heute und daran wird sich auch nichts ändern. Zu meinem Bruder habe ich aus Selbstschutz schon seit einigen Jahren den Kontakt vollkommen abgebrochen, zu meiner Schwester besteht er noch auf Sparflamme. Und meiner Mutter - sie ist jetzt 86 - will ich endlich mal verzeihen. Das würde mir leichter fallen, wenn ich mir selbst auch mehr verzeihen und auch in Taten annehmen könnte, dass sie trotz allem einen ruhigen Lebensabend verdient hat. Letztendlich hat sie es wohl tatsächlich "gut gemeint", aber es aus ihrer eigenen Erfahrungswelt nicht besser zu leben gewusst.

Wie werde ich sterben? Ich bin froh, dass ich es heute nicht weiß und nicht wissen will. Ein langsamer Tod würde sowohl mich wie meine "Sterbebegleitung" sehr fordern, weil ich mir im Heute nicht vorstellen kann, dass ich fähig sein werde, mein Leben los zu lassen. Ich möchte sehr gerne abends einschlafen und morgens tot "aufwachen". Allein diese widersprüchliche Wortverbindung, die mir spontan eingefallen ist, zeigt schon meinen Willen, noch eine ganze Menge von Jahren zu leben und leben zu wollen.

Mittwoch, 3. März 2010

Frühlingsspaziergang


Den heutigen sonnigen Frühlingstag habe ich nach langer Zeit mal wieder zu einem längeren Spaziergang in der Natur genutzt, nachdem die Schlechtes-Wetter-Ausreden der vergangenen Monaten ausgedient haben.

Ich habe es genossen, den frisch-kühlen Frühlingswind um meine Ohren zu spüren, die Ruhe der Natur bewusst wahr zu nehmen, dem Zwitschern der Vögel zu lauschen, den blauen Himmel und den weiten Blick über die Natur in mich aufzunehmen und den Sonnenschein pur auf meinem Gesicht zu spüren (kurzärmeliges Hemd und Shorts kommen dann etwas später).

Liebe Sonne, mach weiter so und lass Dich auf Deinem Weg nicht aufhalten. Meine Türen stehen Dir immer ganz weit offen.