Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Sonntag, 31. Januar 2010

Ich bin ein Taliban


Hiermit gestehe ich, dass ich ein Schläfer der Taliban bin, zugehörig zur "Zelle Bergisch Land", und hervorragend geschult in allen Formen der Subversion. Da mir langsam immer mehr bewusst wird, dass ich hier eine falsche Entscheidung getroffen habe - die ich selbstverständlich bereue -, kommt mir das Aussteigerprogramm der (CDU-)FDP-Bundesregierung sehr gelegen.

Ich wäre gegen Zahlung einer entsprechenden Prämie und zielgerichteter, individueller Unterstützung sehr gerne bereit, die Zelle und damit die Taliban zu verlassen. Gegen eine angemessene Aufstockung der Prämie würde ich sogar Namen nennen. Eine Bedingung wäre jedoch für meinen Ausstieg unabdingbar: Die Prämie muss in voller Höhe auf mein Arbeitslosengeld II (Hatz IV) anrechnungsfrei bleiben.

Die Umsetzung dieses Programms würde mir sehr helfen, meinen "Weg zurück in die Gesellschaft zu finden" und (wieder) ein nützliches Mitglied selbiger zu werden.

Samstag, 30. Januar 2010

Einführung eines VRR-Sozialtickets


Als langjährig von Hartz IV Betroffener begrüße ich ausdrücklich die Einführung eines Sozialtickets im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), auch wenn die Umsetzung seltsamerweise sechs Monate dauert - zumindest in meiner Heimatstadt Solingen.

Vorgesehen ist eine Ermäßigung des Tickets für die Preisstufe A von monatlich 27 Euro. Diese Ermäßigung sollte auch für die Betroffenen gelten, die bereits über ein Ticket B, C oder ein Bärenticket (wie ich ab 1. Dezember) verfügen. Nach meinem Dafürhalten bräuchte diese Ermäßigung nicht gestaffelt zu sein, sondern könnte einheitlich für alle Betroffenen der monatlichen Ermäßigung von 27 Euro der Preisstufe A entsprechen.

Für uns Arme bedeutet Teilhabe am sozialen Leben nicht nur finanzielle, sondern auch örtliche Beweglichkeit. Nicht nur Solingen hat Sehenswürdigkeiten, Wanderwege und Natur, sondern auch andere Städte und Regionen in NRW. Diese Regelung käme sowohl dem Image aller NRW-Städte zugute wie den Betroffenen, dem VRR und den Verkehrsverbünden.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Der Paritätische: Hartz IV ist auf der ganzen Linie gescheitert


Seitdem ich mein Blog schreibe, geißele ich als unmittelbar Betroffener immer wieder Hartz IV als ein Menschen verachtendes und zynisches Programm gegen die einfachen Menschen in unserem ach so armen Land, das den Bankmanagern 500 Milliarden schenkt, für die Armen in Haiti und die Armen im eigenen Land jedoch nur ein paar lächerlichen Millionen bereit stellt.

Das Scheitern von Hartz IV hat jetzt auch der Paritätische in einer Sonderseite zu Hartz IV bilanziert. So fordert er in einer Anti-Armuts-Agenda unter anderem die Anhebung der Regelsätze auf ein bedarfsgerechtes Niveau, eigene Regelsätze für Kinder und Jugendliche und die Wiedereinführung der Möglichkeit zur Gewährung einmaliger und atypischer Leistungen.

Bernd Köhler, der Geschäftsführer der ARGE Solingen, rechnet für 2010 mit einem Ansteigen der Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und sieht sich daher gezwungen, den Personalbestand der örtlichen ARGE um 10 % (= 15 Mitarbeiter) aufzustocken, um die Betreuung der Hartz IV-Betroffenen auch weiterhin sicherstellen zu können.

Dienstag, 26. Januar 2010

Zieleinlauf "nur" einbeinig


Auch wenn es mit meiner aktuellen Bewerbung nicht geklappt hat, so danke ich allen, die mir Daumen und Zehen gedrückt haben. Wesentlicher Grund war die Tatsache, dass die genannte Tätigkeit mich auf Dauer unterfordert hätte und weder ich noch mein Arbeitgeber zufrieden gewesen wären. Mir wurde jedoch angeboten, meine Unterlagen im Bewerberpool zu belassen für eine Verwaltungstätigkeit und sie auch an ein Kooperationsunternehmen - einen Krankenhausverbund - weiter zu geben mit der Bitte um Prüfung, ob dort in der Verwaltung eine Stelle für mich frei sei. Ausdrücklich lobend erwähnt wurde in diesem Zusammenhang meine erfolgreiche Umschulung zum Kaufmann im Gesundheitswesen.

Eine weitere Alternative gibt es noch über einen langjährigen Bekannten und Geschäftsführer eines großen örtlichen Unternehmens. Nach dem erfolgreichen Bau eines neues Geschäftsgebäude Mitte des Jahres soll mir dort die Tätigkeit am Empfang in Vollzeit anvertraut werden.

Mein neues Jahr hat beruflich also zufriedenstellend begonnen - möge es so weitergehen und auch andere Bereiche erfassen. Was soll einem "altgedienten Berufsoptimisten" wie mir bei so einem Beginn schon noch Schlimmes geschehen . . .

Sonntag, 24. Januar 2010

Die Kraft des Loslassens


Ich halte mich für einen Menschen mit vielfältigen Energievorräten. Doch mit Vorräten hat es so seine eigene Bewandnis - man muss sie nicht nur kennen, sondern sie auch gezielt einsetzen und manchmal sparsam sein mit der ein oder anderen Energie. So bedeutet das Loslassen von Gedanken und Gefühlen für mich immer wieder sehr viel Kraftanstrengung. Und das oftmals vergeblich.

Eine Freundin sieht das für sich sinngemäß so Wenn ich wüsste, dass morgen meine Existenz den Bach runtergeht, würde ich heute noch mal so richtig die Sau rauslassen. Sie ist ein Mensch, der sehr bewusst im Heute lebt und weniger im Gestern und Morgen als beispielsweise "meine Wenigkeit". Vom Kopf her kann ich diese Einstellung voll und ganz unterschreiben, aber vom Gefühl her kann ich das auf Grund meiner Entwicklung leider nicht im gewünschten Maß umsetzen. Denn warum soll ich mir letztlich zu viele Gedanken um Morgen machen, wenn ich Morgen angenehm überrascht werde oder es noch schlimmer kommt. Im letzteren Fall bräuchte ich viele von den Energien, die ich heute schon "verschwendet" habe. Absolut im Jetzt zu leben kann wohl niemand; doch würde ich mir für mich wünschen, meine Energien für Morgen sparsamer und damit kräftesparender einzusetzen.

Mein Kopf und mein Bauch stehen oft ganz schön im Widerspruch. Denn wenn ich alle meine Gedanken auch gefühlsmäßig umsetzen könnte, wäre ich ein sehr glücklicher Mensch mit wahnsinnig vielen Energien, die ich mit vollen Händen ausschütten könnte. Und dieser Vorratsbehälter wäre so prall gefüllt, dass es lange dauern würde, bis dass ich ihn wieder auffüllen müsste.

Samstag, 23. Januar 2010

Haiti nicht wieder vergessen


Auch wenn ich mich sehr schwer damit tue, andere Meinungen in mein "Gedankenbuch" zu übernehmen, so kann ich es in Einzelfällen nicht umgehen - wie bei dem Thema Haiti, über das Henrik Müller (Redakteur von verdi-news) in der aktuellen Ausgabe 01/2010 den folgenden "Zwischenruf" geschrieben hat, den ich so treffend nicht hätte schreiben können:

Die aktuellen Nachrichten aus Haiti verbieten diesmal flotte Sprüche, Spott und Sarkasmus, die meistens den "Zwischenruf" in "ver.di NEWS" prägen. Angemessen ist in diesen Tagen eine demütige Verneigung vor dem unbeschreiblichen Leid, das in der Karibik über Millionen Menschen gekommen ist, die ohnehin zu den ärmsten der Welt zählen. Und selbstverständlich braucht es jegliche finanzielle Hilfe, die geeignet ist, die aktue Not zu lindern. Beides sind wir den Menschen in Haiti schuldig. Aber wenn die größte Not vorbei ist, haben wir auch die Pflicht, nicht nur Haiti nicht einfach wieder zu vergessen, sondern nachhaltig über die gesellschaftspolitischen Konsequenzen nachzudenken, die es zu ziehen gilt. Denn das Ausmaß der Apokalypse in der Karibik ist nicht gottgewollt und auch nicht "nur" eine Naturkatastrophe. Es ist auch Folge kolonialer Ausplünderung und Ergebnis jahrhundertelanger Unterdrückung der Menschen durch Menschen.

Freitag, 22. Januar 2010

Eine "neue Dimension" der Gewalt


Wenn immer wieder Menschen grundlos überfallen werden - wie aktuell in Solingen, wo ein 17- und ein 77-Jähriger zu Opfern wurden -, so ist das keine "neue Dimension" der Gewalt, sondern schon seit vielen Jahren zunehmender Alltag. Wir sind heute nur feinfühliger gegen diese Art von Gewalt geworden.

Diese Art von Gewalt daher als "neue Dimension" zu bezeichnen, ist schlichtweg heuchlerisch und durch und durch verlogen. Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Auch ich verabscheue und verurteile Gewalt grundsätzlich. Doch was ist mit der Gewalt eines Roland Koch von der CDU-FDP-Spitze Gnaden, der wirtschaftliche, politische und soziale Gewalt gegen Arbeitslose verbreiten darf, ohne dass sich auch nur ein Staatsanwalt, Politiker und wer sonst so immer "gegen" Gewalt sich ausspricht bemüßigt fühlt, gegen einen solchen "Verbrecher im weißen Kragen" juristisch vorzugehen!?! In meinen Augen und nach meinem Dafürhalten ist Roland Koch ein Krimineller, der auf Grund seines Status unbestraft Volkshetze betreiben darf - denn auch Arbeitslose gehören zum Volk (man lese, höre und staune). Erst heute habe ich noch im Bus die Sätze gehört: "Die Arbeitslosen sind doch faule Schweine. Die wollen doch gar nicht arbeiten gehen." Es gibt genügend Menschen, bei denen die Hetze des Roland Koch auf fruchtbaren Boden fällt. Es ging einmal der Spruch durchs Land "Wehret den Anfängen!" Welchen Anfängen?

Auch wenn es heißt, dass Roland Koch auch aus den eigenen Reihen kritisiert wird, so halte ich diese Kritik für verlogen. Wäre sie ehrlich gemeint, so wäre Koch schon längst nicht mehr auf seinem Posten. Aber die CDU und ihre Kreise brauchen ihr Fußvolk, das die Drecksarbeit für sie macht. Mit dieser unehrlichen Kritik will die CDU (und klammheimlich sicherlich auch die FDP) sich nur einen sozialen Mantel umhängen, um die NRW-Landtagswahlen am 09. Mai des Jahres zu gewinnen, um anschließend die Hetze ihres Kanalarbeiters in die Tat umzusetzen.

Noch ein Wort zum Begriff Gewalt: Es ist eine perverse politische und juristische Denk- und Handlungsweise, dass körperliche Gewalt gegen Menschen und Sachen(!) strafbar ist, jede andere Form von Gewalt (z.B. Hartz IV, Mobbing, Entlassungen usw.) straffrei ist oder nur unter äußerst schwierigen Bedingungen für die Opfer zu deutlichen und nachhaltigen Strafen für die Täter (im weißen Kragen) führt.

Sonntag, 17. Januar 2010

Datenschutzhinweis


Aus Gründen der Fairness und Seriosität gegenüber meinen Leserinnen und Lesern habe ich mein Impressum um einen Datenschutzhinweis ergänzt.

Freitag, 15. Januar 2010

Der gläserne Internet-Nutzer


Vor einigen Tagen schrieb mir eine Leserin meines Blogs, sie würde mich für sehr mutig halten, weil ich sehr viele persönliche Daten ins Netz stellen würde. Das Lob freut mich; doch als mutig sehe ich mich keineswegs, sondern eher als normal, weil ich ausschließlich Meinungen äußere, zu denen ich auch stehe. Ich sehe auch kaum die Gefahr - obwohl nicht ganz auszuschließen -, dass meine Daten gegen mich missbraucht werden könnten. Ich mache grundsätzlich offen, dass es sich bei meinen Einträgen nur um meine persönlichen Einstellungen handelt, die keine Allgemeingültigkeit beanspruchen, sondern zum Nachdenken und Kommentieren anregen sollen. Zudem frage ich mich, wie meine Ansichten zu Arbeitsmarktpolitik, zu Gewerkschaften, Politik- und Wirtschaftsbossen und die Erfahrungen aus meiner ganz persönlichen Erfahrungs-, Gedanken- und Gefühlswelt gegen mich verwendet werden sollten? Nun mag man mir entgegen halten, mit meinem Blog würde ich mir für meine Bewerbungen das eigene Wasser abgraben. Dazu habe ich mich bereits in einem Eintrag im Oktober 2007 geäußert, zu dem ich auch heute noch uneingeschränkt stehe.

Auch ist das Argument für mich nicht nachvollziehbar, dass meine Daten bei einer sich verändernden Regierungs- und Staatspolitik hin zu noch mehr Abbau sozialer Rechte und noch mehr Überwachungsstaat gegen mich verwendet werden könnten, weil in einer solchen politischen und sozialen Lage nur noch das zählt, was gegen den Einzelnen verwendet werden kann - und sei es die verleumderischste Lüge. Eine solche Situation hatten wir in den siebziger Jahren mit dem Radikalenerlass, als demokratisch gesinnten und sich äußernden Menschen durch Berufsverbote ihre Existenzen vernichtet wurden. Obwohl dieser Radikalenerlass fast 40 Jahre "alt" ist, bin ich davon überzeugt, dass er immer noch in den Schubladen liegt und bei passender Gelegenheit wieder in Kraft und rücksichtslos umgesetzt werden wird.

Das Thema des durchsichtigen Verbrauchers ist viel facettenreicher: Einzelhandelskonzerne haben über Kundenkarten umfangreiche Kundenprofile, denen mit Sicherheit auch Namen, Anschriften und Telefonnummern zugeordnet werden können. Geheimdienste speichern schon eh und je so viele Daten, das einem wirklich Angst und Bange werden kann. Doch diese Tatsache wird nicht gerne öffentlich gemacht. Bankgeheimnis hin oder her - aufgrund der finanziellen und persönlich miteinander vernetzten Kundendaten bestünde für Banken und interessierte Kreise ein sehr großzügig angelegtes "Wirkungsfeld". Nicht zu unterschätzen ist die technische Möglichkeit, die Daten von Geheimdiensten, Industrie, Wirtschaft, Behörden, Banken miteinander zu vernetzen und aufeinander abzustimmen.

Wir Internetnutzer surfen täglich auf vielen Seiten, die versteckt oder offen einen Besucherzähler verwenden. Und über diese Besucherzähler können die Betreiber sehr viele persönliche Daten wie Häufigkeit der Besuche, Orte, IP-Adressen, Häufigkeit der Besuche, Dauer der Besuche und vieles mehr auslesen und auswerten.

Ich überlege schon sehr genau, was ich über mich ins Netz stelle und inwiefern es mir schaden könnte; doch stelle ich mich selbst auch nicht unter Zensur. Ich lebe in einem Land, in dem die Meinungsfreiheit auch des Einzelnen glücklicherweise noch einen hohen Wert hat und weitgehend geschützt ist - und diese Meinungsfreiheit nutze ich sehr gerne, weil ich mich ohnehin für einen offenen, ehrlichen und authentischen Menschen halte. Hinzu kommt, dass ich sowohl schriftlich wie mündlich sehr gerne mit Sprache arbeite und auch spiele.

Wer sich gerne vertieft mit dem Thema Datensicherheit beschäftigen möchte, dem würde ich sehr gerne diesen lesenswerten Beitrag von Frank Rieger empfehlen. Frank Rieger ist Sprecher des Chaos Computer Clubs.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Ein chinesisches Sprichwort


Wenn Du aus dem Brunnen trinkst,

dann denke auch an die Erbauer.

(oder in anderen Worten)

Wenn Du dem Volke nimmst oder
ihm Falsches versprichst,
dann denke auch an Deine Wähler.

(am 9.5.2010 sind Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen)

Sonntag, 10. Januar 2010

Gelebte Sprache


Redensarten und Sprichworte sind das Salz in der Sprachsuppe eines jeden Landes. Was wäre Sprache langweilig, wenn wir sie lieb, brav und gehorsam nur nach den Regeln sprechen, die uns irgendeine Kommission vorgegeben hat.

So oder ähnlich hat bestimmt der Autor - Weltenbummler, Weltengenießer, Weltendenker - dieses Buches gedacht, als er mit viel Spaß an den Sprachen dieser Welt über 800 Redensarten aus 15 Ländern gesammelt und zusammen gestellt hat.

Dieses Buch eignet sich aus meiner Sicht gut, um auf dem Weg zur Arbeit noch nicht an die Arbeit zu denken und auf dem Rückweg von der Arbeit Abstand zu gewinnen. Und natürlich auch für jedes andere fahrende Volk. Autofahrer sollten sich allerdings von ihren Mitreisenden vorlesen lassen (wäre sehr empfehlenswert). Vielleicht kann man Mitreisenden im öffentlichen Nahverkehr auch aus diesem Buch vorlesen (hier wäre vorheriges Fragen bestimmt angesagt).

Eine Pflichtlektüre für Menschen, die Sprachen lieben und sehr gerne mit Sprache spielen und arbeiten.

Samstag, 9. Januar 2010

Kurz vor dem Ziel . . .


Es deutet immer mehr darauf hin, dass ich jetzt kurz vor meinem wichtigsten Ziel bin und bald wieder am Berufsleben teilnehmen und teilhaben kann. Wenn mich die Göttin des Glücks nicht in allerletzter Minute verlässt, vielleicht schon ab 1. Februar - das wäre der beste Start ins neue Jahrzehnt (und das, obwohl ich mir gar nichts vorgenommen habe).

Es ist zwar noch nichts endgültig entschieden, aber nicht nur die Hoffnung stirbt zuletzt, sondern ich habe alles in allem ein gutes Gefühl. Und ich mache mir schon jetzt Gedanken, die im Grunde noch gar nicht aktuell sind - aber das bin ich.

Ich bitte daher um viele gedrückte Daumen, und wer hervorragende Kontakte in die oberste Etage hat, möge dort ein gutes Wort für mich einlegen. Auf jeden Fall: Herzlichen Dank an alle Daumendrücker und Daumendrückerinnen.

Montag, 4. Januar 2010

Teufelskreis


Meine zweijährige Umschulung zum Kaufmann im Gesundheitswesen habe ich Anfang 2006 erfolgreich abgeschlossen. Die Arbeitgeberschar war darüber so begeistert, dass sie vor lauter Begeisterung bis heute "vergessen" hat, mir eine sozialversicherungspflichtige Stelle anzubieten. Seitdem bin ich erwerbslos und muss von Arbeitslosengeld II leben - nach Abzug meiner Mietkosten bleiben mir noch happige 359 Euro monatlich zum Überleben.

Das hat seither zur Folge, dass ich von vielen angenehmen und schönen Dingen des Lebens ausgeschlossen bin. Stellvertretend möchte ich nur Kultur, Urlaub und Freundschaft(en) erwähnen. Gemeinsames Aufeinander-Zugehen mit Menschen, die etwas Mehr zum Leben haben als ich, ist zur absoluten und schmerzlichen Ausnahme geworden.

Das lässt sich aus meiner Sicht nur lösen, indem ich eine sozialversicherungspflichtige Stelle finde. Hätte ich eine Stelle, wäre dieses Problem gar nicht akut. Es gibt zwar Menschen, die da Glück haben, aber dieses Glück darf nicht verallgemeinert werden, weil es für die große Zahl von länger Erwerbslosen so gut wie unmöglich geworden ist, wieder in den Beruf zu kommen. Und dafür sind nicht die Betroffenen verantwortlich, sondern die "verantwortlichen" Polit- und Wirtschaftsmanager.

Hätte ich Arbeit, wäre ich in diesen für mich so wichtigen Lebensbereichen nicht ausgeschlossen. Hätte ich nicht einen Menschen, der mir sehr hilft, diese Benachteiligung immer wieder abzufedern, wäre ich sehr schlimm dran.

Es ist immer wieder ein schmerzhaftes und bitteres Gefühl, wenn dieses finanzielle Missverhältnis gegenseitige Sympathie nicht wachsen lassen kann aus der auch für nachvollziehbaren Angst vor einer Beziehung mit einem Sozialfall. Bitter, brutal, Menschen verachtend, aber dennoch Alltag (nicht nur für mich).

Freitag, 1. Januar 2010

Wünsche - nicht nur für 2010


Für Wünsche ist ein Jahreswechsel meines Erachtens so etwas wie ein Gedenktag - an diesem Tag denkt man einen Zeitabschnitt ( ein Jahr) zurück und denselben Zeitabschnitt in die Zukunft. Auch ich will diesen Gedenktag für meine Wünsche nutzen - Wünsche, die mir im Leben grundsätzlich für mich und die Menschen wichtig sind, die ich achte und schätze.

An erster Stelle steht für mich Frieden: Nicht nur der Frieden im Sinne von "Abwesenheit von Krieg". Frieden wird leider immer wieder ausschließlich als das Gegenteil von körperlicher Gewalt betrachtet. Dieser Frieden ist nur eine Sichtweise. Es gibt auch noch den sozialen Frieden, den wirtschaftlichen Frieden, den geistigen Frieden und den zwischenmenschlichen Frieden.

Ganz wichtig ist für mich auch der Wunsch nach körperlicher, seelischer und geistiger Gesundheit - ein Wunsch, der sich großenteils mit dem Wunsch nach Frieden deckt.

Zwischenmenschliche Achtung wünsche ich mir genau so sehr wie den feinfühligen und aufmerksamen Umgang miteinander. Es sind gelebte Werte aus meiner Jugend, die heute nur noch mit großen Mühen zu finden sind.

Mein Wunsch nach Anerkennung im Berufsleben überschneidet sich auch wieder mit den bisher genannten Wünschen.

Und dann stehen auf meiner Wunschliste auch noch innere Ruhe und ein wenig mehr Geduld, die sicherlich meiner Gesundheit und meinem inneren Frieden nützlich wären.

Und nicht zuletzt wünsche ich mir, in einer Beziehung wieder anzukommen - eine Ankunft, die mehr umfasst als "nur" Freundschaft.

Wünsche lassen sich nicht einfach nach dem Motto verwirklichen Jeder ist seines Glückes Schmied - das stimmt nur sehr bedingt, weil wir (zumindest für mich ist das Tatsache) in äußere Zwänge eingepasst sind, die uns ein glückliches, zufriedenes und weitgehend selbst bestimmtes Leben oft sehr schwer machen.

Loyale Freunde sind (daher) ein großes Geschenk, das beständig gepflegt werden muss.