Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Sonntag, 28. Juni 2009

Mein wertvollstes Gut


In meinem Leben habe ich schon so Manches verloren, was mir sehr wichtig war. Mit allen diesen Verlusten habe ich mich abfinden oder in irgendeiner Weise in mein Leben einbauen können. Das war und ist zwar nicht immer einfach, aber durchaus möglich.

Ein Verlust jedoch könnte für mich den Absturz bedeuten: der Verlust meiner Wohnung. Meine Wohnung bedeutet mir Rückzug, Wohlbefinden und Sicherheit. Sie ist für mich ein äußerer und innerer Ort, an dem ich meine meisten und wertvollsten Schätze aufbewahren kann. Sie ist für mich auch der Ort, an dem ich mich fallen lassen kann. Sie ist das äußere Zuhause für meine innere Heimat.

Ein Leben auf Achse oder unter der Brücke kann ich mir gar nicht vorstellen. Ein Leben mit sehr viel Urlaub kann ich mir sehr gut vorstellen mit der Sicherheit im Hinterkopf, immer wieder in meine Wohnung zurück kehren zu können.

Freitag, 26. Juni 2009

Michael Jackson und die öffentliche Trauer



Man mag zu Michael Jackson stehen wie man will und man mag seinen Tod betrauern - das will ich gar nicht werten. Doch ich möchte bei dieser Gelegenheit fragen, wer trauert denn öffentlich um die Menschen, denen "Dank" der Hartz-Gesetze die Butter fürs Brot fehlt und die oft langsam und von der Öffentlichkeit unbeachtet seelisch und körperlich sterben? Sind diese Menschen die akzeptierten Opfer in unserer Leistungsgesellschaft, denen die öffentliche Achtung gnadenlos entzogen werden darf?

Und was ist mit den Millionen hungernden Menschen in dieser Welt, die keinen berühmten Namen haben und von denen Tag für Tag Tausende sterben, ohne dass wir sie überhaupt wahrnehmen? Ist ihr Überlebenskampf nichts wert? Gilt ihr fortwährender Kampf ums Überleben so ganz und gar nichts?

Die Zeilen aus der "Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht
Und die einen sind im Dunkeln.
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte.
Die im Dunkeln sieht man nicht.
sind vor 81 Jahren geschrieben worden und haben von ihrer Aktualität nichts eingebüßt.

Darum gedenke ich nicht der prominenten Toten mit ihren großen Trauergemeinden, sondern ich gedenke der vielen Tausend Menschen, die täglich im Verborgenen sterben.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Einträge mit meiner Stimme hören



Vor einigen Tagen hatte ich mein Blog um die Möglichkeit ergänzt, Euch meine Einträge vorlesen zu lassen. Unbefriedigend fand ich jedoch, dass das eine Computerstimme gemacht hat. Zwischenzeitlich habe ich eine Möglichkeit gefunden, Euch meine Einträge auch mit meiner eigenen Stimme vorzulesen. Und bei 5 GB kostenfreiem Speicherplatz werde ich ganz schön viele Beiträge vorlesen können.

Unabhängig davon, ob Ihr meine Einträge lest oder hört, ich freue mich über Eure Besuche in meinem Blog.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Verrückter Sommer


Dieses Mal geht es nicht um den DGB und seinen gleichnamigen Vorsitzenden, die uns auch nur im politischen Herbst sitzen lassen und nicht mitbekommen (wollen?), dass der Winter vor der Türe steht.

Es geht hier schlicht und ergreifend um die aktuelle Jahreszeit, die sich Sommer nennt; sich jedoch einfach nicht entscheiden kann oder will, ob er bleiben soll, ob er ab und an mal vorbei schauen soll, ob er sich mal wieder in Erinnerung bringen soll oder ob er vielleicht . . . - mal einige Wochen am Stück hier bleiben soll. Er ist mir herzlich willkommen.

In diesen sozial unruhigen und kalten Zeiten ist die Wärme des Sommers nötiger denn je!

Sonntag, 21. Juni 2009

Rückzugsmöglichkeiten


Ich empfinde die heutige Zeit als weitaus unruhiger und hektischer als meine Jugend und die Jahre danach. Damals war es noch etwas Natürliches, dass Zeiten der inneren Einkehr und Zeiten mit hohen Aktivitäten fließend ineinander übergingen. Und trotz des Höchstmaßes an Zeit, über das ich verfüge, bleibt mir nicht sehr viel Zeit für die innere Einkehr, den inneren Rückzug, weil ich oftmals viel zu sehr mit meinem täglichen Lebenskampf beschäftigt bin und viel zu selten mein Leben "einfach mal" fließen und Leben sein lassen kann. Und zu viel über mich selbst nachzudenken ist auch nicht gerade entspannend.

So muss auch ich Wege und Orte finden, an die ich mich zurückziehen kann:
  • Manchmal lese ich sehr viel und tauche ein in das Leben früherer Zeiten. Ich lese sehr gerne historische Romane, stelle immer wieder fest, dass es damals genau so viel Gutes und Böses gab wie heute und versetze mich in die Figuren der Romane, mit denen ich fühle, denke, lebe und kämpfe.
  • Die beeindruckende Stille von Kirchen hilft mir auch manches Mal, ein Stück innere Ruhe zu finden. Doch leider fehlt es den allermeisten Kirchen an Gastfreundschaft, weil sie nur zu bestimmten Zeiten oder gar nicht geöffnet sind.
  • Wenn ich länger unterwegs war und merke, dass es nun genug ist, freue ich mich auf meine Wohnung.
  • Am häufigsten und am liebsten kann ich mich immer noch in der Natur entspannen: Ich nehme die Pflanzen, Tiere, das Wetter und mich mittendrin mit allen Sinnen auf und tanke so neue Energien. Ein Leben ohne Natur kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, weil das für mich gleichbedeutend wäre mit der Abkehr vom Leben.
In diesem Sinne: Das Leben ist zwar eins der schwersten, aber immer auch noch mit sehr vielen kleinen und großen Schönheiten und Genüssen - um diese zu sehen, muss man sich jedoch auch tagtäglich mit wachen Sinnen durchs Leben bewegen.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Mutige Opposition im Iran


Ich bewundere die iranische Opposition für ihre Standhaftigkeit und ihren Mut und spreche ihr auf diesem Weg meine Hochachtung aus, verbunden mit dem Wunsch, sie möge ihren Widerstand dauerhaft aufrecht erhalten und Erfolge erreichen. Diese Menschen sind es leid, sich weiterhin einer Diktatur zu beugen. Und ihr erster Schritt ist der Kampf gegen den Wahlbetrug der iranischen Regierung.

Und den Mut dieser Menschen bewundere ich umso mehr, als sie sogar Gefahr laufen, von den regierungstreuen Schlägertrupps schwer verletzt oder gar ermordet zu werden. Ich weiß nicht, ob ich so mutig wäre.

Die Forderung der iranischen Regierung an die Welt, sich nicht in die "inneren Angelegenheiten" des Iran einzumischen, ist so fadenscheinig wie Diktaturen alt sind. In einer globalisierten und immer mehr zusammen wachsenden Welt existiert kein Land auf unserer Mutter Erde für sich allein.

Von dem aktiven Widerstand der iranischen Opposition könnte die Opposition in Deutschland - die es ohnehin nur in bruchstückhaften Ansätzen gibt - lernen und sich an ihr ein Beispiel nehmen. Wenn Iran und Deutschland auch nicht auf eine Stufe zu stellen sind, so wundert es mich immer wieder, dass es in Deutschland keinen echten und aktiven Widerstand gegen die Hartz 4-Gesetze und den mit ihr verbundenen Sozialabbau gibt.

Auch hier in Deutschland gibt es gewalttätige Polizeieinsätze gegen Menschen, die sich aktiv für ihre menschlichen und sozialen Rechte einsetzen. Und selbst bei Massendemonstrationen gegen Sozialabbau und Hartz 4 ist mit Polizeieinsätzen gegen friedliche Demonstranten zu rechnen - aber bis dass es mit dem organisierten und machtvollen Widerstand so weit ist, wird noch sehr viel Wasser die deutschen Flüsse hinunter fließen.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Etwas von seinem Innersten zeigen


Zeit meines Lebens war es für mich etwas Natürliches, offen und ehrlich mit meinen Gefühlen umzugehen, sie zu zeigen und auch zu verantworten. Das war und ist sowohl für mich wie für meine Mitmenschen nicht immer leicht, denn die wenigsten Menschen können mit ihren Gefühlen und denen anderer Menschen umgehen. Gefühle haben einen Schleier des hochgradig Privaten. Man setzt lieber eine Maske auf. Man tut so, als gingen die eigenen Gefühle andere Menschen nichts an, obwohl die persönlichen Gefühlen auf andere ausstrahlen und diese Anderen unsere Gefühle oft besser wahrnehmen als wir selbst es so manches Mal wahrhaben wollen.

Warum nur neigen wir dazu, uns als tolle und gut gelaunte Menschen darzustellen? Unsere schlechten Gefühle gehören zu uns wie die guten und die Luft zum Leben und das Bedürfnis nach Essen, Trinken und Schlafen. Auch mir fällt es oft schwer, mit den schlechten Gefühlen meiner Mitmenschen umzugehen. Mit meinen eigenen kann ich da schon besser umgehen.

Auch hier in meinem Gedankenbuch schreibe ich ziemlich offen über meine Gedanken und über meine Gefühle. Und mir ist klar, dass es manchen abschreckt, kritische und hinterfragende Texte zu lesen, wo jeder doch mit seinem eigenen Leben gerade in der heutigen Zeit oft mehr als genug beschäftigt ist. Und ich kann das verstehen und handhabe es manches Mal selbst so, dass ich in schlechter Verfassung lieber kritische Texte ignoriere und nur die verhältnismäßig positiven lese. Und wenn ich einigermaßen ausgeglichen bin, kann ich mich auch mit kritischen Texten intensiver beschäftigen.

Das öffentliche Mitteilen meiner Gedanken und Gefühle hier in meinem Blog sehe ich unter dem Gesichtspunkt, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, das ist ein Geben und Nehmen, das man miteinander teilt.

 

Montag, 15. Juni 2009

Meine Blogeinträge jetzt auch zum Hören


Meine Blogeinträge könnt Ihr ab sofort nicht nur lesen, sondern auch hören. Dazu braucht Ihr nur oben links unter der Überschrift auf den Link Vorlesen zu klicken. Aus technischen Gründen kann ich Euch leider nicht meine eigene Stimme anbieten, sondern nur eine Computerstimme. Dafür bitte ich um Euer Verständnis.

Falls der genannte Link nicht erscheint, müsst Ihr die Seite mit der F5-Taste erstmal neu laden. 

Wie gefällt Euch diese Funktion? Kommt Ihr mit ihr klar?
Über Eure Rückmeldungen (Kommentare) würde ich mich freuen.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Es ist zu spät, um ein Pessimist zu sein


In bewegenden und beeindruckenden Bildern zeigt der Filmemacher Arthus-Bertrand die Schönheit unserer Mutter Erde in seinem aktuellen Dokumentarfilm Home. Dieser Film zeigt unsere Mutter Erde in ihrer wunderbaren Schönheit, aber auch in ihrer Verletzlichkeit.

Meine Empfehlung: unbedingt sehens- und nachdenkenswert

Mittwoch, 10. Juni 2009

Menschliche Werte


In den Zeiten der aktuell immer bedrohlicher werdenden Wirtschaftskrise merken immer mehr Menschen am eigenen Leib, dass ihre Arbeitsplätze gar nicht so sicher sind, wie sie es immer gedacht haben. Und was tun sie? Sie "kämpfen" um ihre ureigenen Arbeitsplätze als gäbe es nur sie und keine anderen Menschen. Und diese Kämpfe werden so geführt, wie es die verantwortlichen Polit- und Wirtschaftsbosse wollen: es geht ausschließlich um einen selbst - als lebte man auf einer einsamen Insel im stürmischen Ozean einer Wirtschaftskrise. Und die Eigentümer der zugrunde gerichteten Unternehmen werden mittlerweile sogar von den eigenen Mitarbeitern geschont, die nach dem Staat rufen anstatt die Eigentümer ihrer Unternehmen zu fordern und zu zwingen, ihre Fürsorgepflichten gegenüber ihren Arbeitnehmern auch in die Tat umsetzen. Das würde ja wirklich Kampf bedeuten, vor dem man zurück scheut wie der Teufel vor dem Weihwasser. Nebenbei sei erwähnt, dass die Gewerkschaften auch hier wieder auf der ganzen Linie versagen und sich lieber auf die Seite von Politik und Wirtschaft stellen als aktiv, massiv, mit sehr viel Kampfkraft und -fähigkeit die Interessen ihrer Mitglieder zu verteidigen. Aber das ist ja schon lange Regel bei den Gewerkschaften.

Doch ist die Wirtschaftskrise viel mehr als nur eine Wirtschaftskrise - sie ist zudem eine Sozialkrise. Menschliche Werte wie Solidarität (ich meine hier die zwischenmenschliche und nicht die finanzielle), Vertrauen (jeder ist sich selbst der nächste), Loyalität (meine Mitmenschen, meine Kollegen, meine Freunde können sich unverbrüchlich auf mich verlassen) und andere gehen immer mehr den Bach hinunter oder sind gar schon ertrunken. Wer - wenn er nicht gerade der Kaste der Oberen Zehntausend angehört - hat denn keine Angst vor Heute und vor Morgen? In meiner Jugend waren mir diese Ängste völlig unbekannt.

Für Otto-Normalverbraucher ist diese Krise noch nicht am Ende: Der Niedriglohnsektor wird weiter abgebaut, soziale Leistungen noch stärker eingeschränkt, die Preise werden langfristig (wieder) steigen ohne irgendeinen Lohn- oder Sozialleistungsausgleich. Und die CDU hat bereits angekündigt, dass sie nach der Bundestagswahl alle Hartz IV-Betroffenen durch Senkung des Regelsatzes weiter in die Armut zwingen wird - eine Armut, die sie im Zusammenwirken mit den Wirtschaftsverbänden, den anderen Parteien und großen Teilen der Gewerkschaften schon seit Langem unwidersprochen (in Worten schon, aber nicht in Taten) betreibt.

Das finanzielle Überleben allein reicht zwar nicht, um auch menschlich zu überleben und zu leben. Aber es ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung. Nur sollte meines Erachtens niemand vergessen, dass gerade für die seit sehr vielen Jahren arbeitslosen Menschen die Wirtschaftskrise nicht erst heute begonnen hat und sie zum alltäglichen finanziellen und sozialen Überlebenskampf zwingt. Vielleicht aber stellt die aktuelle Wirtschafts- und Sozialkrise einen Tropfen auf den heißen Stein dar - nämlich die Hoffnung, dass die Langzeitarbeitslosen, die jetzt arbeitslos werdenden Menschen und die dann noch Beschäftigten sich wesentlich näher stehen als die Mehrheit von ihnen es bisher bedacht und anerkannt hat.

Dienstag, 9. Juni 2009

Regen


Im Augenblick schüttet es hier aus Eimern und ich genieße das Platschen des Regens auf meinen Dachfenstern. Das Wetter war heute ja ziemlich durchwachsen - von Sonne bis Regen war alles da. Und kalt war es auch nicht, obwohl ich mich manches Mal nicht entscheiden konnte, ob ich meine Jacke offen lasse oder zuknöpfe.

Mir gefällt jedes Wetter: ob Sonne (ist klar), Regen, Schnee, Hagel, Gewitter, Blitz oder Donner. Es sollte nur nicht zu lange trocken sein, weil das weder den Pflanzen, den Tieren noch mir gut tut. Und ich genieße es, mich abends bei milder Luft in den Biergarten meiner Stammkneipe zu setzen, die Stimmung und die Menschen in mich aufzunehmen und die laue Abendluft auf meiner Haut zu spüren.

Sehr angenehm finde ich auch einen Spaziergang im warmen Sommerregen - den Regen auf meiner Haut zu spüren, die nassen Kleider auf meiner Haut zu spüren und mich dann von der Wärme wieder trocknen zu lassen. Der Sommer hat ja gerade erst angefangen.

Samstag, 6. Juni 2009

Der goldene Mittelweg


Den "goldenen" Mittelweg gibt es ohnehin nicht. Und ich wage mal zu behaupten, dass es überhaupt keinen Mittelweg gibt. Im zwischenmenschlichen Miteinander kann es ihn auch gar nicht geben, weil man entweder irgendjemanden links oder rechts des Wegs auf die Füße tritt oder man sich den Vorwurf gefallen lassen muss, man hätte kein eigenes Profil.

Es kann auch ganz anstrengend werden, immer wieder zu versuchen, es jedem recht zu machen. Dazu sind wir Menschen viel zu verschiedenartig und facettenreich. Und es wäre ja auch - zumindest für mich - unheimlich langweilig, wenn alle Menschen so wären wie ich. Dazu reichte dann ja auch mehrmals täglich der Blick in den Spiegel.

Meinen Erfahrungen nach ist der gangbarste Weg, in Worten und Taten immer der zu sein, der ich bin. Nicht jeder muss meine Meinung haben und nicht jeder muss meine Taten gut heißen. Entscheidend ist die Stimmigkeit. Ein Lehrer hat uns mal gesagt: "Es geht nicht darum, dass ihr das schreibt, was ich lesen will. Entscheidend ist, dass Eure Ausführungen in sich schlüssig sind - unabhängig von meiner persönlichen Meinung."

Wie sind Eure Erfahrungen?

Mittwoch, 3. Juni 2009

Nicht so laut denken


Ein Kollege in meiner letzten und mit dreizehn Monaten längsten Stelle bei einer großen gesetzlichen Krankenkasse hatte mir gegenüber oft den Spruch drauf "Du sollst doch nicht immer so laut denken, Gerhard!" Wir waren gleichaltrig und er wusste um meine Fähigkeiten des Hinterfragens und vernetzten Denkens - und um meine "Schwäche", meine Gedanken nicht für mich zu behalten und sie auszusprechen. Gedanken für mich zu behalten, war noch nie meine Sache, weil es jedermanns natürliches und angeborenes Recht ist, auch das auszusprechen, was er/sie denkt und sich darüber mit anderen auszutauschen.

Das war für mich schon immer eine Selbstverständlichkeit mit zum Teil schlechten Folgen:
>>>   Im Kindergarten wurde ich dafür mehrfach von den katholischen Schwestern in einen dunklen Treppenverschlag gesperrt.
>>>   In meiner Schul- und Jugendzeit wurde ich dafür anerkannt in Worten und Taten. Nicht ohne Grund war diese Zeit in vieler Hinsicht die schönste Zeit meines Lebens; doch haben sich die Zeiten nicht gerade zum Besseren gewandelt.
>>>   In meiner beruflichen Laufbahn habe leider immer wieder erfahren müssen, dass dort der Leitspruch herrscht "Schnauze halten, gehorchen und funktionieren!". Und weil ich ein denkender und sprechender Mensch und Mitarbeiter mit konstruktiver Denkweise war und bin, habe ich in einigen Fällen meine Arbeitsstelle gewechselt und bin in anderen auf die Straße gesetzt worden. Es gab auch kurzfristige Ausnahmen, die leider aus verschiedenen Gründen nicht dauerhaft waren.

Über die Gründe, warum Arbeitgeber die Fähigkeiten selbständig denkender Mitarbeiter nicht zu würdigen wissen, möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben.

Obwohl ich mir vor Beginn der einleitend genannten Stelle fest vorgenommen hatte, dumm und gehorsam meine Tätigkeiten zu verrichten und erst nach Feierabend wieder ich selbst zu sein, ist es mir nicht gelungen. Ich habe es auch nicht anders erwartet. Die Aussage von Menschen, sie könnten konsequent zwischen Arbeit und Privat trennen und in beiden Bereichen (ganz) andere Menschen sein, habe ich noch nie glauben und schon gar nicht nachvollziehen können. Wer im Privaten ein aufmerksamer, fürsorglicher und einfühlsamer Mensch ist, kann im Beruflichen nicht der besser wissende, hochnäsige und autoritäre Vorgesetzte sein. Und wer im Beruf sich autoritär und menschen verachtend verhält, kann kein fürsorglicher und engagierter Ehemann und Vater sein.

Authentische Menschen


Es gibt Menschen, die reden viel und ohne Inhalt.
Und es gibt Menschen, die reden ebenfalls viel, haben jedoch Inhalt zu vermitteln.
Dann gibt es Menschen, die versprechen das Blaue vom Himmel. Und bis ihre Versprechen am Boden angekommen sind, haben sie sich schon in Schall und Rauch aufgelöst.
Da gibt es dann auch noch die Menschen, die wenig reden und lieber handeln. Leider kommt es bei diesen Menschen so manches Mal zu Missverständnissen, weil Sprache nun mal das wichtigste Mittel des zwischenmenschlichen Austausches ist.
Und es gibt die Menschen, die reden und handeln. Und ihr Reden und ihr Handeln stimmen nicht nur überein, sondern diese Menschen verantworten sowohl ihr Reden wie auch ihr Handeln. Solche Menschen nenne ich authentisch - will sagen: ihre Worte und Taten sind im Einklang miteinander.

Authentische Menschen achte und schätze ich sehr. Sie tun mir gut und tragen zu meinem geistigen und seelischen Wohlbefinden bei - und ich hoffentlich auch zu ihrem.

Montag, 1. Juni 2009

Attraktiver Nichtraucher


Was macht mich überzeugten Nichtraucher für Raucher eigentlich so attraktiv? Dabei ist vorauszuschicken, dass der "Nichtraucherschutz" in der Gastronomie so gut wie gar nicht eingehalten wird, auch wenn ein Schild am Eingang ausdrücklich darauf hinweist.

Das Folgende passiert mir immer wieder: Ich suche mir einen Platz möglichst fern vom nächsten Raucher. Kaum sitze ich einige Zeit dort, kommt ein Raucher - erkennbar an der Zigarettenpackung in der Hand - und setzt sich an einen Nachbartisch. So weit - so gut. Doch nun zündet sich der Gute als überzeugter Raucher eine Zigarette an und nebelt mich ein. Nicht selten geschieht das auch gerade in jenem Augenblick, in dem ich mein bestelltes Essen bekomme.

Und ich frage mich immer wieder, warum setzen sich Raucher gerade neben mich Nichtraucher? Mit Kommunikation im positiven Sinne hat das mit Sicherheit nichts zu tun. Was zieht Raucher "zu mir hin"?

Ich habe ja auch ganz und gar nichts gegen die rauchenden Menschen, sondern "nur" gegen ihren Zigaretten- oder sonstigen Qualm.