Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Freitag, 29. Mai 2009

Die schwere Schuld der Hartz IV-Verantwortlichen


Barbara Ellwanger war arbeitslose Psychologin in München und ist im Februar dieses Jahres unter ungeklärten Umständen plötzlich verstorben. In einem Artikel, den sie letztes Jahr in Vorbereitung der Konferenz "Arbeits-Unrecht" in BIG- der Vereinszeitung von Business Crime Control - geschrieben hat, setzt sie sich in beeindruckender Weise mit ihrem Leben unter den menschenverachtenden und zynischen Hartz IV-Gesetzen auseinander.

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion möchte ich diesen Artikel hier ungekürzt meinen Leserinnen und Lesern empfehlen:

Besucht man im Internet die Seiten des Vereins „Die Tafeln", jener Einrichtung, die die Verteilung übriggebliebener Lebensmittel an Bedürftige organisiert, so befindet sich auf der Homepage eine Deutschlandkarte mit den Umrissen der Bundesländer. Klickt man diese an, so gelangt man an die Auflistungen der Orte des jeweiligen Bundeslandes, in denen es die "Tafeln" gibt. So werden etwa für Bayern 150 (einhundertundfünfzig) Orte genannt. Bundesweit gibt es „Die Tafel“ laut Angabe des Vereins in 749 (siebenhundertundneunundvierzig) Städten. Vermutlich sind diese Zahlen zu niedrig; die Auflistung für Bayern ist jedenfalls unvollständig, da eine viele Orte mit „Tafeln“ nicht aufgeführt sind. Die Auflistung spricht auch so für sich. Die offiziellen und die tatsächlichen Zahlen zur Arbeitslosigkeit mag man kennen oder erahnen, aber die konkrete Verortung ihrer wachsenden Folgen wird auch daran sichtbar. Ja, die Hartz-"Reformen" haben tatsächlich "gegriffen“.

Beim Herunterrollen der Auflistungen mag einem vielleicht in den Sinn kommen, dass für die Bundeskanzlerin diese eventuell noch nicht lang genug sein könnten. Waren doch für sie die verabschiedeten Gesetze damals lediglich „Trippelschritte in die richtige Richtung“. Und dies war ja noch bevor die "Folgegesetze" ganze Arbeit geleistet haben, also noch bevor der Bund an den Arbeitslosen durch die neuen "Absenkungs"-Methoden – Kürzung der ALG II-Zahlungen um 30, 60 oder 100 Prozent wegen bestimmter „Verfehlungen“ - 18 Milliarden Euro eingespart hatte und mit Hilfe dieser Repressionen zudem der Billiglohnsektor erst so richtig ausgeweitet werden konnte.

Und es wird seit einigen Monaten bei den freudigen Beschwörungen des „Aufschwungs“ auch offiziell bestätigt: Der Aufschwung ist angekommen, die Richtigkeit der Reformen hat sich bestätigt! Der Preis, den am meisten diejenigen bezahlen, durch deren völlige, mehrfache Überbelastung dieser Aufschwung überhaupt erst möglich wurde, hat sich also gelohnt – so müsste eigentlich hinzugefügt werden!

Auffallend ist jedoch, dass niemand von denen, die sich öffentlich und zahlreich selbst auf die Schultern geklopft haben und immer noch klopfen, sich einmal bei denen bedankt hätte, die für den "Erhalt des Standorts" die allerschwersten Opfer bringen. Dass dies chronisch unterlassen wird, ist bemerkenswert, denn Leistung sollte sich „doch wieder lohnen!“ Der verkündete Erfolg weist doch deutlich auf die erbrachten Leistungen hin. Sicher, diese waren zwangsweise erbracht worden. Aber sie wurden und werden erbracht oder besser: erlitten und - werden genutzt!

Und nun ist all die gewachsene Verelendung, sind all die begrabenen und noch zu begrabenden Wünsche, die abgeschnittenen Perspektiven, all die Hoffnungen auf ein Leben jenseits von Dauer-Darben, von Krankheit, von körperlichen Schäden und seelischem Verkümmern, sind die schätzungsweise vielleicht 800.000 stromgesperrten Haushalte, sind die meist verborgenen Selbstmorde, sind die Dauer-Ängste der Kinder und Jugendlichen, deren vielfach irreversibel beschädigter Lebensmut und gebrochenes Selbstvertrauen, sind zunehmende Gewalt und körperlicher Missbrauch – sind all diese Opfer noch nicht einmal eine Dankes- oder auch Bedauerns-Floskel wert?

Diese Überlegungen mögen als absurd oder als blanker Zynismus erscheinen. Und solcher wäre ja auch nicht ganz unbegründet in Anbetracht zum Beispiel des erst im letzten Dezember vom Parlament zurückgewiesenen Antrags der Links-Partei auf Gewährung eines Weihnachtsgeldes in Höhe von bescheidenen Euro 50.- für jeden Hartz IV-Empfänger. War dieser Antrag doch in der Hochzeit des Sich-Beglückwünschens gestellt und auch von denen abgelehnt worden, die sich nicht gescheut haben, das Volk recht freigiebig mit ölig-populistischen Bekenntnissen ihrer weihnachtlich-feiertäglichen Speisepräferenzen zu beglücken.

Gerade weil man inzwischen ja kaum mehr weiß, wo dabei beginnen, muss es doch darum gehen, in all dem Übermaß an inzwischen von Politikern tätlich und verbal praktizierter Respektlosigkeit, Geringschätzung bis hin zur offenen Verachtung gerade eben nicht zu vergessen, wo elementarer Anstand beginnen würde.

Bei ihrer Neujahrsansprache hat die Frau Bundeskanzlerin sich bei den ehrenamtlich Tätigen bedankt, dabei auch besonders die Ehrenamtlichen in den „Suppenküchen“ mit Erwähnung bedacht. Diejenigen, die auf diese „Suppenküchen“ existenziell angewiesen sind und aufgrund eben dieses Angewiesenseins sich nicht einmal ein kontinuierliches ehrenamtliches Engagement leisten können, wurden von ihr mit keinem Wort erwähnt. Vor ihr hatte bereits der Herr Bundespräsident bei seiner Weihnachtsansprache seine vermutlich doch gute Kinderstube ebenfalls vergessen.

Solch schlechtes Benehmen von Staats- und Regierungsoberhaupt an hohen Feiertagen sollte nachdenklich stimmen. Man kann sich schwerlich des Eindrucks erwehren, dass hier versucht werden soll, die überfällige Entschuldigung auf Biegen und Brechen zu vermeiden, sich um den Schadensausgleich und um die Schmerzensgeldzahlung lieber herumzudrücken.

Das wachsende Elend als ein lautloses zu bezeichnen, mag einer oberflächlichen Betrachtung nicht standhalten. Denn durch die regelmäßige Kundgabe der einschlägigen – offiziellen – Zahlen ist sie ja durchaus irgendwie öffentlich präsent. Und auch sonst taucht das Thema in den Medien immer mal wieder auf. Die Sprache der öffentlichen Medien ist – von verschwindenden Ausnahmen abgesehen – durchgängig an das „Neu-Sprech“ angelehnt. Und Zahlen, erst recht die affektfrei eingestreuten, haben die Eigenschaft, die Vorstellungskraft mehr zu blockieren als zu beleben.

Wirklich zum Ausdruck kommt das Thema erst dann, wenn es nicht formal abgewehrt werden kann. Wie sehr es einem Tabu unterliegt, mögen zwei Beispiele verdeutlichen:

- Nachtstudio, die sonntägliche, spätnächtliche Akademiker-Gesprächsrunde im Zweiten Deutschen Fernsehen, im letzten Jahr einmal mit dem beliebten Thema „Das Glück“ und damit verbunden die Glücksforschung. Die Runde ist, wie immer, koryphär bestückt: Literaturprofessor, Hirnforscher, Philosoph etc. Die Diskussion wird sichtlich allgemein genossen, die Atmosphäre ist angenehm entspannt und geistig lustvoll inspiriert, im Vordergrund flackert gemütlich das künstliche Kaminfeuer, man stöbert souverän in den diversen Theorien, Zitaten und Forschungsergebnissen. Es war wohl bereits die zweite Hälfte der Sendezeit erreicht, als einer der Teilnehmer doch noch einen Gedanken einwirft, der das Thema von seinem Gegenteil her, dem Unglück nämlich, zu beleuchten versucht und dabei zur aktuellen Erläuterung den Begriff "Hartz IV" erwähnt - Absturz der Runde in schlagartige, komplette Sprachlosigkeit. Es dauert vielleicht nur wenige Sekunden, bis man wieder die Fassung gewinnt, aber das Ausmaß der Verstörung ist grandios. Und als man des Sprechens wieder mächtig ist, wird dies nicht etwa genutzt, um den Gedanken des Kollegen aufzugreifen, sondern vielmehr, ums sich ins vorherige Fahrwasser zu retten. Es ist „atemberaubend“ mitzuerleben, wie effektiv bei akademischer und kultureller Elite sich die Fähigkeit zu einfachstem dialektischem Denken in Luft auflösen kann.

- Das Tagesgespräch, tägliche, themenbezogene Diskussionssendung im Bayerischen Rundfunk zu Beginn dieses Jahres: Es geht um die Frage, weshalb es so viele Kochsendungen im Fernsehen gibt, warum diese sich solcher Beliebtheit erfreuen. Zu Gast im Studio ist eine mehrfach Sternen-preisgekrönte Starköchin, Zuhörer werden laufend zugeschaltet. Man schwelgt in der Beschreibung der einzelnen Sendungen und den Erfahrungen und launigen Kommentaren des Studiogastes. Überlegungen zu möglichen Ursachen des durchschlagenden Erfolgs von Kochsendungen werden angestellt, von der Bereitstellung praktischer Tipps bis zur virtuellen Genussmöglichkeit in einem ansonsten sich ausbreitenden Fast-food-Alltag. Erst im letzten Drittel der Sendezeit meldet sich eine Anruferin zu Wort, die darauf hinweist, dass es doch bei uns eine größer werdende Anzahl von Menschen gebe, die kaum die Mittel zum Überleben haben und dass für sie diese pausenlose Darbietung von Sendungen, in denen genüsslich bestes Essen zubereitet würde, wohl kaum erfreulich sei - die Moderatorin, gerade eben noch heiter und angeregt plaudernd, die sich bei anderen Gelegenheiten durchaus kritisch, gesellschaftspolitisch präsentieren kann, platzt förmlich heraus: "Na, die brauchen sich das doch nicht anzuschauen!" Fast giftig schon wird der Anruferin über den Mund gefahren. Als diese versucht, ihren Standpunkt erläuternd zu verteidigen, wird ihr dies zwar gewährt, aber damit ist das Thema dann, mit Hilfe einiger Satz-Schlenker, vom Tisch. Schmeckt halt einfach nicht.

Ignorieren, Ausblenden oder aggressive Abwehr – so wird nicht nur in den Medien reagiert, wenn das, was die „neue Armut“ tatsächlich bedeutet, sich nicht mehr stereotyp ausblenden lässt. Solche Reaktionen können, müssen die Betroffenen tagtäglich erleben. Denn das, was als "soziale Ausgrenzung" bezeichnet wird, geschieht zwar massiv auch, aber nicht nur durch die materiell bedingte Begrenzung von Teilhabe an Kontakten, wie sie durch die Einschränkung der Mobilität auf 15-20 Tage im Monat und durch die von kulturellen und andere nicht kostenfreien, selbst kleinen Genüssen des Alltags hervorgerufen wird.

Arbeitslos unter Hartz IV zu sein bedeutet, dass dies massiv in die Beziehungen selbst eindringt. Selbst oder gerade auch in nähere, bedeutsame. Die Zerstörung der verbalen Mitteilungsfähigkeit ist ein zentrales Moment jeglicher Traumatisierung und Missbrauchserfahrung. Missbrauchsopfer benötigen eine erhöhte, besondere Bereitschaft ihres Gegenübers, gerade das noch Unsagbare, Unsägliche aufzunehmen, es auszuhalten. Die Fähigkeit dazu ist keineswegs eine bloß willentliche, sondern unterliegt einem emotionalen Prozess. Ihm aber läuft das von obersten Stellen diktierte und vorgeführte Einfühlungsverbot, vermittelt durch beispielgebendes verbales Treten auf Menschen, die am Boden liegen, diametral entgegen.

Wie lange hat sie gedauert, die Hochphase des öffentlichen Mobbings? In wie vielen Fernsehsendungen, Zeitungsartikeln und Rundfunkbeiträgen sind Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger als „Sozialschmarotzer“ diffamiert worden? Dabei in den sonntäglichen Schlammschlachten stets in wohlformulierten Sätzen, versteht sich. Wie oft wurde es denn bemüht, das dümmlich-infame Bild der "sozialen Hängematte" - für die, die gerade dem Schock eines Überlebenskampfes ausgesetzt waren, auf den nichts und niemand sie vorbereitet hatte. (Inzwischen gibt es für Kinder und Jugendliche sogenannte "Hartz-Schulen", wo das Leben mit dem Regelsatz gelernt werden soll.)

Arbeitslosigkeit gehört eigentlich zu den Gebieten, die wissenschaftlich seit Jahrzehnten und bis ins kleinste Detail erforscht worden sind und seit dem frühen vorigen Jahrhundert gesicherte und seitdem vielfach bestätigte Erkenntnisse vorweisen. Gesichertes Wissen ist, dass der Verlust der Arbeitsstelle zu den Erfahrungen gehört, die den höchsten Stressfaktor aufweisen. Diese Tatsache wurde nicht nur von den empirischen Sozialwissenschaften aufgezeigt, sondern die relevanten Symptome entsprechen auch den Trauma-Kriterien der modernen Psychotraumatologie.

"Abgesehen davon" (es lässt sich nicht davon absehen) und angenommen, Arbeitslose / Langzeitarbeitslose wären tatsächlich samt und sonders oder auch nur zu einem nennenswerten Teil tatsächlich 'faule Alkoholiker' oder 'alkoholabhängige Faulenzer'. Wäre es dann etwa hilfreich für sie, einer öffentlichen Hetze ausgesetzt zu werden?

Ein Skandal ist es deshalb, dass noch kein einziger derjenigen Berufsverbände, die im engeren oder weiteren Sinn mit Fragen des psychosozialen Bereichs und der Ethik befasst sind, diesen üblen Grenzüberschreitungen gegenübergetreten ist und sich für die fundamentalen Persönlichkeitsrechte schwacher, ja in jedem Fall sich in einer Notlage befindlichen Bürger eingesetzt hat. Glasklarer hat Sündenbock-Denken sich doch gar nicht selbst vorführen können. Soll das Maß für wissenschaftliche Reflektionsfähigkeit tatsächlich an untere Stehkneipenerfordernisse angeglichen bleiben? Darf ein gesellschaftliche Leitbild des "nach unten Tretens / nach oben Buckelns" wirklich weiterhin das Leitbild der einschlägigen Berufsverbände bleiben?

Ein Skandal ist aber auch das anhaltende Schweigen der Gruppen und Verbände der psychosozialen Kernberufe. Sie könnten nicht nur die epidemiologischen Folgen der zunehmenden Verarmung erkennen, sondern sind zudem Zeugen einer Verelendung politischer Entscheidungsgrundlagen. Wie es möglich war, dass die Hartz IV-Gesetze seit den ersten Beschlussvorlagen überhaupt vom Parlament akzeptiert wurden, mögen die Götter wissen oder sonstwer. Man möchte man doch landläufig davon ausgehen, da? Gesetzesvorlagen gründlichen, umfassenden fachlichen Expertisen unterliegen. Man wäre ja fast froh, wenn hinsichtlich der fachlichen Grundlage der Hartz IV-Gesetze wenigstens von "mangelnder Sorgfalt" die Rede sein könnte.

Diese ganze Verrücktheit aushalten zu müssen, sich gegen sie psychisch zu organisieren, ist für ALG II-Bezieher - zusammen mit dem täglichen Leben unterm Existenzminimum, der hoffnungslosen Zukunftsaussicht, der sozialen Isolation und Stigmatisierung - ein weiteres traumatisierendes Erleben. Zeuge zu sein, wie sich beim Thema Hartz IV reihenweise diejenigen in Marie Antoinettes verwandeln („Wenn ihr kein Brot habt, dann esst doch Kuchen!“), von deren hinreichender Vernunft und durchdachtem politischen Handeln man abhängig wäre, ist sicher nicht nur für die unmittelbar Betroffenen schockierend.

Aber sie sind es, die nicht nur gezwungen sind, die diversen, unsäglichen Milchmädchenrechnungen ungleich lauter hören zu müssen, sie bekommen ja auch die praktische Verwirklichung dieser Verrücktheit am eigenen Leib zu spüren: mehrere Bücher könnten inzwischen geschrieben werden über jene Praktiken, die erforderlich sind, um selbst noch die Regelsatzzahlung auf Teufel komm raus um weitere 30 oder 60 oder auch 100 Prozent "abzusenken". Diese Kürzungen gehören inzwischen so sehr zur gängigen Praxis, dass die blanke Willkür dabei immer unverhüllter herrscht und die Überschreitungen der gesetzlichen Bestimmungen sanktions- und folgenlose Routine geworden sind.

Diejenigen, die für die gesetzlichen und verwaltungstechnischen Maßnahmen der Hartz IV Gesetze und der Folgegesetze verantwortlich sind, laden durch die wissentliche Inkaufnahme massiver gesundheitlicher Schädigung der Betroffenen eine schwere Schuld auf sich. Sie dabei zu unterstützen, diesen Tatbestand zu verleugnen, ist jedoch ein kaum geringeres Schuldigwerden.

Dienstag, 26. Mai 2009

Kritik und Selbstkritik


Es ist immer ein Leichtes, andere Menschen zu kritisieren. Und meines Erachtens ist Kritik eine der Voraussetzungen, die für ein gewaltfreies und auf gegenseitiger Achtung beruhenden zwischenmenschlichen Miteinanders unabdingbar ist. So manches Mal ist es - zumindest aus meiner Sicht und Überzeugung - angebracht, sein Gegenüber auf eine "Kleinigkeit" oder einen Fehler hinzuweisen. So kann ich auch meine Mitmenschen spüren lassen, dass ich sie wahrnehme, sie achte und mir der Kontakt mit Ihnen wichtig ist.

Auch wenn der Begriff Kritik eher mit einem negativen Mantel bekleidet ist, so sollte er viel mehr im Sinne von Lob und Tadel verwendet werden, weil jeder Mensch sowohl über positive wie negative Eigenschaften verfügt.

Und dann gibt es nicht nur die Kritik am Anderen, sondern auch die Kritik an sich selbst - die Selbstkritik. Ich für meine Person bemühe mich stets, mich an dem Satz

Kritik am Anderen ist umso glaubwürdiger,
je mehr sie mit Selbstkritik verbunden ist.

auszurichten, weil ich meinen Mitmenschen nicht verweigern kann und will, was ich für mich selbst in Anspruch nehme.

Samstag, 23. Mai 2009

Das Klima ändert sich...


Früher kannte ich keine Angst vor Morgen,
heute lebe ich damit -
und mein Lebensmut ist ungebrochen.

Früher hatten innere Werte noch einen hohen Stellenwert,
heute geraten sie immer mehr in Vergessenheit -
und sind glücklicherweise noch nicht völlig ausgestorben.

Früher lebten wir auch noch nach dem Lebenslust-Prinzip,
heute gilt nur noch das Leistungsprinzip -
und leider hält dieses Prinzip immer mehr Einzug ins Zwischenmenschliche.

Früher hatte ich Arbeit und Schulden,
heute habe ich keine Arbeit, aber auch keine Schulden -
und dennoch zählt allgemein das Erste mehr, obwohl das Zweite Leistung ist.

Früher wurden Beziehungen nicht von Beruf und Status abhängig gemacht,
heute stehen sie bedauerlicherweise fast an erster Stelle -
und viele beruflich erfolgreiche Menschen sind menschliche Krüppel.

Früher war fast Alles anders und besser,
heute ist auch fast Alles anders -
und bestimmt nicht besser (ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen).

Früher funktionierte das "soziale Netz" noch weitgehend,
heute sind für den "kleinen Mann" nur noch die Löcher übrig geblieben -
und der Rest für die Zockerbande aus Wirtschafts- und Politbossen.

Früher hatte ich noch natürliche Widerstandskräfte,
heute sind sie durch meinen oft einsamen Kampf herabgesetzt -
und dennoch lebe ich (und ich bin überzeugt, noch sehr lange).

Früher war ich ein unverbesserlicher Optimist,
heute bin ich ein unverbrüchlicher Optimist -
und vielleicht stirbt die Hoffnung ja doch nicht zuletzt.

Noch Fragen?



Hans-Dieter Hey, arbeiterfotografie.com

Donnerstag, 21. Mai 2009

Gibt es einen Gott?


Ich glaube zwar nicht an den einen Gott, den die offizielle (katholische) Kirche gerne in den Himmel lobt. Doch wenn ich mir so Manches in dieser Welt, in unserer Natur anschaue, dann komme ich schon zu der Frage Wer hat das Alles geschaffen?

Allein schon so eine einfache Frage wie Wer war zuerst da - die Henne oder das Ei? klingt so banal und hat doch sehr viel Hintergrund, geht es doch um die Frage, womit die Welt begonnen hat und was war davor?

Für mich immer wieder begeisternd ist die Tatsache, dass aus der Vereinigung von Samenzelle und Ei, die wir mit bloßem Auge gar nicht sehen können, so viele Milliarden von unterschiedlichsten Menschen entstehen.

Die starke Kraft der Sonne, die scheinbar grenzenlos zu sein scheint - jedenfalls für uns Erdenwinzlinge - und die Erde und uns Menschen immer wieder wärmt und unsere Jahreszeiten wesentlich gestaltet. Woher kommt sie? Wie ist sie entstanden?

Es gibt riesige Fabriken jeglicher Art, die nichts Anderes sind als eine Kopie des menschlichen Körpers. Es ist für mich unvorstellbar, wie so viel Wissen, so viel Chemie, so viel Physik und so viel Biologie in unsere "kleinen" Körper passen. Ähnliches gilt für unsere Lebensgefährten die Tiere. Und die Pflanzen müssen in diesem Zusammenhang ebenfalls genannt werden.

Der populärwissenschaftliche Schriftsteller Hoimar von Ditfurth hat in einem seiner Bücher sinngemäß gesagt: Ich habe ein großes Wissen um die Zusammenhänge in der Natur und der Welt. Und dennoch bleibt mir so manches Mal nur das Staunen übrig, weil es auch für mich Unfassbares gibt, dass ich nur bewundern und mit Hochachtung betrachten kann.

Wenn ich auch hier wieder fordere, dass wir sehr viel sorgsamer als bisher mit unserer Welt umgehen müssen, so sage ich damit letztendlich, dass wir Menschen noch sehr viel sorgsamer als bisher mit uns selbst umgehen und das Natürliche in uns bewahren, pflegen und schützen müssen. Wie können wir in unserer Welt zu Hause sein, wenn wir in uns selbst nicht zu Hause sind?

Um meine Gedanken mit der Überschrift und dem einleitenden Absatz abzuschließen, stelle ich hier die Frage in den Raum: Wenn es denn wirklich Gott gibt, wer hat ihn erschaffen?

Montag, 18. Mai 2009

Sich humorvoll ärgern


Auch ich gehöre zu der vermutlich nicht allzu kleinen Gruppe von Menschen, die es wunderbar verstehen, sich über Alles und Jedes zu ärgern - sei es noch so wichtig oder sei es noch so unwichtig. Da wird die Fliege an der Wand zu einem Fliegenschwarm, der die ganze Stadt überschwemmt und der Papierschnitzel auf der Straße zu einem straßenversperrenden Müllberg. Das auf die Hose gekleckerte Essen wird zu einem Fall für die Großwäscherei und das schreiende Kind zu einer Horde grölender Jugendlicher oder Erwachsener.

Dabei bringt dieser im Grunde unnötige Ärger außer Kräfteverschleiß und unangemessener schlechter Laune gar nichts. Hier würde ich mir mehr Gelassenheit und Humor wünschen, um mir mein Leben ein Stück zu erleichtern.

Manchmal ist es jedoch nicht so leicht, zum Beispiel wenn der Ärger sich häuft oder ich mich mal wieder über mich ärgere, weil ich mich einem Menschen gegenüber nicht angemessen habe abgrenzen oder ruhig argumentieren können. Dann mache ich meinem Ärger über mich lieber im "stillen Kämmerlein" oder in ärgerlichen Selbstgesprächen Luft als meinen Ärger aufzustauen und ihn dann letztendlich an Unbeteiligten auszulassen. Aber auch hier gilt "Bitte etwas mehr Humor und Lockerheit".

Samstag, 16. Mai 2009

Individueller Gesundheitsschutz bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen


Am Beispiel meiner Krankenkasse SECURVITA möchte ich hier einmal darauf aufmerksam machen, dass die individuellen Wahlmöglichkeiten bei der Zusammenstellung des gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes Hartz IV-Betroffene ausschließt:

Jede Wahlmöglichkeit kostet Geld, das ein Hartz IV-Betroffener einfach nicht zur Verfügung hat - das ist einfach eine Tatsache! In ihrer aktuellen Mitgliederzeitschrift sieht SECURVITA einen Vorteil dieser Zusatzversicherungen darin, dass man die Freiheit hätte, "je nach individueller Lebenslage und Bedarf" zu entscheiden. Wo ist da die persönliche Freiheit, die nur darin besteht, sich gar nicht entscheiden zu können?

Auch eine Prämienerstattung bei Leistungsverzicht kommt für einen Hartz IV-Betroffenen nicht in Frage, weil die Erstattung auf sein Arbeitslosengeld II angerechnet würde. Es darf auch nicht außer acht gelassen werden, dass sich Hartz IV-Betroffene auf Grund ihrer angespannten psychosomatischen Belastungen gar keinen Leistungsverzicht zumuten können.

In dem bereits erwähnten Bericht schreibt Thomas Martens, der Gründer dieser Krankenkasse: "Wir überschreiten die alten Grenzen der gesetzlichen Krankenversicherung und greifen schon jetzt eine Zukunftsentwicklung auf." Nicht nur die Grenzen der gesetzlichen Krankenversicherung sind schon überschritten, sondern das ganze System der sozialen Absicherung wird mehr und mehr eingestampft. (Soziale) Absicherung gibt es fast nur noch für die Vermögenden, Bank- und Industriemanager, für die einfachen und armen Bürger unseres Landes gibt es diese Absicherung nicht mehr - man denke nur an die Arbeitslosen und Rentner. Und das als Zukunftsentwicklung zu verkaufen, grenzt nicht nur an Zynismus, sondern ist Zynismus.

Ich habe mich hier stellvertretend mit meiner Krankenkasse beschäftigt, aber auch nur stellvertretend. Darum ist diese Auseinandersetzung mit dem Thema nicht als Angriff auf diese Krankenkasse zu sehen, sondern als konstruktive Kritik.

Mittwoch, 13. Mai 2009

Unberührte Natur


Gerne würde ich einmal den Grand Canyon besuchen, die Rocky Mountains, eines der weltweiten Naturschutzgebiete, eine einsame Insel oder eins der letzten Rückzugsgebiete unseres Globus. Doch fehlen mir dazu die Finanzen.

Aber so weit muss ich nicht unbedingt reisen (obwohl es schon ein tolles Erlebnis wäre), weil es auch in meiner Region noch viel Natur gibt:

Da wären zum Beispiel das Sauerland und die Eifel. In die Eifel habe ich mich vor einigen Jahren verliebt, als ich dort in Manderscheid eine erholsame Kur mit tollen Menschen gemacht habe. Doch auch für diese Besuche fehlt mir - viele werden es nicht verstehen - das nötige Kleingeld.

Aber näher bei mir gibt es auch noch Gebiete, die ich mit kleinem Geldbeutel besuchen kann: Da wäre zum Beispiel das Neandertal, das ich immer wieder gerne besuche. Und auch das Bergische Land bietet viel Natur. Von der Ecke in meiner Heimatstadt, in der ich lebe, kann ich durch die Natur in die Nachbarstädte Wuppertal und Remscheid spazieren. In meiner Ecke habe ich eine Weitsicht, die von der Solinger Innenstadt über Remscheid bis nach Wuppertal-Cronenberg reicht - und das ganze Panorama besteht aus Grün.

Auch in der Stadt meiner Kindheit und Jugend - der Kalkstadt Wülfrath mit seinem empfehlenswerten Heimatmuseum - gibt es noch sehr viel Natur und Möglichkeiten, die Natur zu genießen. Während meiner damaligen Zeit habe ich schon oft gedacht Wenn zu meinen Lebzeiten die Natur verschwinden sollte, möchte ich hier nicht mehr leben. Ein Leben in einer Groß- oder gar Megastadt kann ich mir ganz und gar nicht vorstellen.

Ich brauche die Nähe zur Stadt; doch ich bin ein Kind und Freund der Natur.

Sonntag, 10. Mai 2009

Die Gnade der Weisheit


Gott gebe mir die Kraft, Dinge anzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit,
das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

Dazu fallen mir zwei Gedanken ein:

Wenn ich Alles, was in meinem Kopf denkt und lebt, auch in die Wirklichkeit umsetzten könnte, wäre ich einer der glücklichsten und ausgeglichensten Menschen. Und ich könnte lange Zeit anderen Menschen von meiner Kraft abgeben, ohne nachtanken zu müssen. Doch glücklicherweise bin ich "nur" ein Mensch.

Weise werde ich nie werden - und ich bin sicher, ich will es auch gar nicht -, weil mein Leben stetig im Fluss ist und sich immer wieder Neues und Änderungen ergeben, die Altes in Frage stellen und Neues in den Bereich des Möglichen und Machbaren rücken. Mein Leben ist wie ein Haus, das in seiner Grundstruktur auf sicherem Boden steht und erdbebenfest gebaut ist: Es gibt sowohl innen wie außen noch Vieles mit Schaffenskraft und Schöpferreichtum zu tun.

Freitag, 8. Mai 2009

Eigene Kinder


Schön sehr früh in meinem Leben habe ich mich gegen eigene Kinder entschieden. Ursächlich dafür war wohl das Gefühl, dass meine Eltern gar nicht wussten, was es heißt, Kinder ins Leben zu begleiten. Und eigene Kinder wollte ich nicht genau so verziehen. Dass ich es hätte anders machen können, der Gedanke kam mir zu dem Zeitpunkt wohl nicht.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass weder meine Schwester noch mein Bruder dieses Gefühl mit mir teilen und auch nicht nachvollziehen können.

Im weiteren Verlauf meines Lebens habe ich dann so manches Paar erlebt, das in einer kritischen Partnerschaft lebte und diese mit einem eigenen Kind retten bzw. stabilisieren wollte - "Arme Kinder!" habe ich immer gedacht.

Ich legte und lege sehr hohe Maßstäbe daran, wie Kinder ins Leben zu begleiten und ihnen Lebens- und Überlebensfähigkeit zu vermitteln sind. Und ich habe mich immer viel zu unreif gefühlt, diese meine eigenen Ansprüche auch konsequent umzusetzen. Und ich habe auch nie vergessen, dass dazu zwei Menschen gehören, die unter- und miteinander fähig sind, zu leben, zu überleben, bewusst Kompromisse einzugehen und Konflikte anzusprechen und konstruktiv auszutragen.

Heute und eigentlich schon immer wird auf Alles und Jedes getestet: Klassenarbeiten, schulische Abschlussprüfungen, berufliche Abschlussprüfungen, Eignungstests und dergleichen mehr - doch wer testet Paare, die Eltern werden wollen? Kinder ins Leben zu begleiten ist eine wesentlich schwierigere, anspruchsvollere und komplexere Aufgabe als jeder Beruf.

Meine Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut. Und aus meiner Wahrnehmung wage ich zu behaupten, dass viele der Menschen, die heute Kinder gleich welchen Alters "erziehen", den Eignungstest als Eltern(paar) nach wie vor nicht bestehen würden.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Stell´ Dir vor, . . .


. . ., der Monat zählt gerade mal sechs Tage und Du musst in der restlichen Zeit mit vier Euro pro Tag leben können oder Du musst untergehen. Da kann ich fast schon von Glück reden, dass ich nur für mich Verantwortung trage und nicht auch noch für ein Kind oder gar mehrere. Aus meiner heutigen Sicht sehe und empfinde ich das so, obwohl ich nicht weiß, ob es möglich ist, in eine solche Situation hinein zu wachsen. Kinder nehmen meines Erachtens immer am Leben der Eltern teil und habe ein feines Gespür für ihre Umwelt.

Ich habe Hochachtung vor den allein erziehenden Müttern und Vätern und den Eltern, die von Niedriglohn oder Arbeitslosengeld II (Hartz IV) leben müssen und die es dennoch schaffen, sich und somit auch ihren Kindern ein Leben zu erkämpfen (ohne Kampf wird das wohl nicht möglich sein), das sich lohnt zu leben!!!

Und ich denke nicht nur, sondern ich bin davon überzeugt, dass dieses (Über-)Leben nur mit der aktiven Hilfe von echten Freunden möglich ist.

Montag, 4. Mai 2009

Meine biologische Familie


Ich kann mich in meiner Familiengeschichte noch so weit zurück erinnern, ich habe keine Erinnerung an aktives Verständnis oder aktive Hilfe. Schon als Kind hatte ich meinen "eigenen Kopf" und wurde dafür von meiner Mutter als "schwieriges" Kind hingestellt. Es ist ja auch so einfach, sein Kind für die eigene Unfähigkeit verantwortlich zu machen, es ins Leben zu begleiten. Mein Vater war nicht minder verantwortlich, weil er sich aus der Erziehung (ein grässliches Wort, weil Kinder nicht ins Leben gezogen, sondern begleitet werden sollten) heraus gehalten hat.

Meine Eltern - und ich nenne bewusst sowohl meine Mutter wie meinen Vater - haben mich nie gegen andere verteidigt: So war ich in einem katholischen Kindergarten und wurde wegen meiner "Widerspenstigkeit" mehrfach über einen längeren Zeitraum in einen verschlossenen, dunklen Raum eingesperrt. Ich habe wahnsinnige Ängste ausgestanden; doch meine Eltern haben nichts dagegen unternommen. Was ist das eigene Kind auch schon wert!

Nach dem Abitur habe ich studiert, obwohl meine Mutter meinte, es sei besser, eine solide Ausbildung in der Wirtschaft zu machen - mein Berufsweg hätte mit Sicherheit einen anderen Verlauf genommen. Doch hat sich meine Mutter mit mir nie darüber ausgetauscht mit der Begründung "Ich wollte Dir Deine Entscheidungsfreiheit nicht nehmen". Auf diese feige Weise kann eine Mutter auch ihre Verantwortungslosigkeit auf das Kind abschieben.

Auch in meiner fast zwanzigjährigen Arbeitslosigkeit habe ich weder von meinen Eltern noch von meinen Geschwistern (von denen ich mich vor etwa zwei Jahren aus Selbstschutz losgesagt habe) irgendwelche aktive Hilfe und auch kein aktives Verständnis bekommen, höchstens mal ein paar Euro (wie gnädig!).

Meine Mutter versteckt sich schon ihr Leben lang hinter der Ausrede, sie wolle "doch nur mein Bestes", meint aber im Klartext nur ihr Bestes. Ich bin in meinen 58 Jahren nicht einmal gefragt worden, was ich denn für mein Bestes halte oder was ich mir wünsche. Stattdessen versucht sie immer wieder, mir ihre Art und ihre Vorstellungen von Leben aufzuzwingen. Meine Geschwister haben sich im Übrigen genau so verhalten.

Es hat in meiner biologischen Familie viele Streitereien und Trennungen gegeben; doch nicht ein einziges Mal sind diese Menschen wieder auf mich zugegangen. Es lag und liegt bis heute ausschließlich an mir, auf meine Familie zuzugehen. Meine Mutter und meine Geschwister (mein Vater ist vor zehn Jahren gestorben) sind sich dafür viel zu fein, zu eingebildet und zu überheblich.

Im Grunde genommen sollte ich in meinem Alter imstande sein, mich gefühlsmäßig von meiner Mutter zu lösen. Doch es ist mir bis heute nicht gelungen und wird es wohl auch bis zu ihrem Tode nicht - worin auch immer die Ursachen dafür liegen. Meine innere Loslösung wird mir bestimmt erst nach ihrem Tod gelingen. Das macht mich zwar oft traurig und wütend, aber alle meine Versuche eines einvernehmlichen Miteinanders sind gescheitert.

Unbestreitbar habe auch ich meine Anteile an dieser Lage. Aber in einer Gruppen müssen sich entweder alle Beteiligten aktiv einbringen oder die Gruppe scheitert. Und unsere Gruppe Familie ist gescheitert!

Samstag, 2. Mai 2009

Burma ein Jahr nach dem Zyklon Nargis


Ich möchte an dieser Stelle an den zerstörerischen Wirbelsturm Nargis erinnern, bei dem vor einem Jahr fast 140.000 Menschen starben. Damals wie heute und mit Sicherheit auch in Zukunft behindert die Militärdiktatur jegliche Hilfe und hilft selbst "ihrem" Volk in gar keiner Weise.

Und damals wie heute und wohl auch in naher und ferner Zukunft tolerieren die "Weltöffentlichkeit" und die "zivilisierten" Staaten die Militärjunta oder protestieren nur mal leise und unglaubwürdig.

Wir kümmern uns egoistisch um unsere Finanzkrisen und vergessen zugleich ein Volk, dem es wesentlich dreckiger geht als 99 % von uns.

Wer sich zumindest über das Schicksal des Volkes in Burma informieren will, dem möchte ich den Blog des Journalisten Jonas M. Lanter nahebringen, der Burma seit fast 20 Jahren regelmäßig bereist und aus dem Innern dieses Landes berichtet.