Spuren im Sand verwehen,
Spuren in der Seele bleiben.




Montag, 30. März 2009

Ein Abschied (noch Dichtung)


Der Sarg mit meiner Mutter wird in die Erde hinab gelassen, und die Trauernden stehen mit der passenden Mimik dabei, nehmen der Reihe nach etwas Erde auf die Schaufel und lassen sie auf den Sarg hinunter fallen.

Ich hocke mich vor das Grab und verabschiede mich von meiner Mutter: "Tja Mutti, nun hast Du so viele Jahrzehnte gelebt. Und unsere Gespräche sind immer an der Oberfläche gewesen. Ernsthaft hast Du Dich für mein Leben nie interessiert und so musste unsere Beziehung immer an der Oberfläche bleiben. Aber damit wir nicht ganz so dumm auseinander gehen, habe ich Dir einen Teil von Dem nieder geschrieben, über das ich mich gerne mit Dir in Ruhe, Sachlichkeit und gegenseitiger Achtung ausgetauscht hätte." Und ich ziehe einen verschlossenen Umschlag aus meiner Jacke mit einigen beschriebenen Seiten darin und lasse ihn auf das Grab meiner Mutter flattern: "Vielleicht hast Du ja Lust und Zeit, Dich mit meinen Worten zu beschäftigen. Und wenn Du antworten magst, vielleicht gibt es ja dort, wohin Du jetzt umziehst, auch einen Internet-Anschluss. Okay Mutti, ich will nicht allzu viele Worte machen. Mach´s gut und pass auf Dich auf."

Dann nehme ich Erde in meine Hände und lasse sie mit den Worten "Leben zu Leben" auf meinen Brief und meine Mutter herab fallen.

Meine Mutter ist 85 und wird voraussichtlich noch meinen Übergang in die Rente mit erleben. Der erdichtete Abschied ist Zukunft, kommt der Wirklichkeit jedoch äußerst nahe.

Donnerstag, 26. März 2009

Einsturz des Kölner Stadtarchivs und die laschen Folgen


Es wird zur Zeit sehr viel geschrieben über die Suche nach den Verantwortlichen für den Kölner Häusersturz und die personellen Konsequenzen. Was sind personelle Folgen schon wert, wenn die Verantwortlichen in verantwortungs- und rücksichtslosen Netzwerken verankert sind, die ihnen sehr schnell wieder zu neuen Jobs in "verantwortlicher" Stellung verhelfen - man kennt sich ja und hilft sich gegenseitig. Dort können sie dann in gewohnter Art und Weise weiter hemmungslos in den eigenen Geldbeutel und sonstige egoistische Vorteile wirtschaften. Und da spielt es keine Rolle, ob die "Verantwortlichen" bei den privaten Baufirmen, bei den Kölner Verkehrs Betrieben oder bei der Stadt Köln sitzen.

Die personellen Konsequenzen sollen die Öffentlichkeit nur von der Frage ablenken, wer für den finanziellen Schaden aufkommt. Falls es die privaten Baufirmen sind, wird er aus den Gewinnen bezahlt, die die Mitarbeiter dieser Firmen erwirtschaftet haben. Falls es die KVB oder die Stadt sind, wird er aus Steuergeldern - also von uns Steuerzahlern - bezahlt. In beiden Fällen handelt es sich nach meinem Dafürhalten um den Straftatbestand der Veruntreuung. Und wo sind hier verantwortliche Staatsanwälte, die ihren Pflichten nachkommen?

Der finanzielle Schaden darf nicht aus Betriebs- oder Stadtvermögen bezahlt werden. Vielmehr ist er aus dem Privatvermögen der Verantwortlichen zu bezahlen. Und wie der aktuelle Sachstand ist, sind die Folgen von den Verantwortlichen vorsätzlich in Kauf genommen worden, so dass auch ein entsprechender Versicherungsschutz nicht greifen dürfte.

Die Öffentlichkeit und vor allem die Medien sollten sich von dem Vorwand der personellen Konsequenzen nicht ablenken lassen und die finanzielle Verantwortung mehr in den Mittelpunkt stellen.

Montag, 23. März 2009

Licht am Ende des Tunnels


Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat am vergangenen Samstag in fast 100 Städten ein Plagiat der Wochenzeitung DIE ZEIT unters Volk gebracht, in der unter dem Erscheinungsdatum 1. Mai 2010 Nachrichten aus einer lebenswerten Zukunft veröffentlicht werden.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auf Ein zeitnahes Gedicht aus dem vergangenen Jahrhundert aufmerksam machen, in dem ich bereits im August 2007 auf die Möglichkeit einer lebenswerten Zukunft hingewiesen habe, wenn die Menschen nur in gegenseitiger Achtung und Solidarität gegen die Mächtigen in Wirtschaft und Politik kämpfen würden anstatt gegeneinander.

Samstag, 21. März 2009

Gedanken zum Mindestlohn


Im Grunde genommen ist der Mindestlohn eine vorteilhafte Regelung; doch sichert er den Betroffenen wirklich ihre finanzielle Lebensgrundlage? Solange er nicht mit einer Preisbindung gekoppelt wird, ist er in der Folge genauso wirkungslos wie eine Gehaltserhöhung, die durch Preissteigerungen wieder zunichte gemacht wird. Ob Tarif- oder Mindestlohn - Lohnsteigerungen müssen erkämpft werden, Preissteigerungen können von den Unternehmern mit einem Telefonanruf oder Änderung in der entsprechenden Datei vorgenommen werden. Lohnkämpfe werden durch Politiker behindert, Preiserhöhungen von denselben Politikern stillschweigend oder durch Lobbyismus gefördert.

Frage: Welchen Nutzen haben (Langzeit-)Arbeitslose vom Mindestlohn?
Antwort: Keinen
Grund: Die Gewerkschaften kämpfen bei Lohn- und Gehaltskämpfen immer nur für die noch Beschäftigten und sind (zur Zeit noch?) blind für die Gemeinsamkeiten.

Gewerkschaften und Sozialverbände wollen in den schon laufenden Wahlkämpfen die Forderung nach dem Mindestlohn in den Mittelpunkt stellen und die Politiker, die ja gerne gewählt werden wollen, nach ihren Meinungen zum Mindestlohn fragen. Was soll denn das? Kann mir einer auch nur einen Wahlkampf nennen, in dem die Wähler nicht belogen worden sind? Diese Frage hat der SPD-Spitzen-Politiker Franz Müntefering schon am 29. August 2006 beantwortet mit den Worten, es sei "unfair", Politiker an ihren Wahlkampfversprechen zu messen. Welch wahren Worte aus professionellem Munde!

Donnerstag, 19. März 2009

Gespür für "kleine" Freuden


Hin und wieder ertappe ich mich dabei, eine unangenehme Erfahrung über zu bewerten und eine angenehme Erfahrung unter zu bewerten. So auch bei meinem folgenden Erlebnis:

Eine gehbehinderte Frau mit einem Rolli (Gehhilfe) will in den Bus einsteigen, doch der Fahrer senkt den Bus nicht ab. Ich helfe der Frau in den Bus und sie bedankt sich mit einem freudigen Lächeln und einem Dankeschön. An der Endhaltestelle senkt der Fahrer den Bus erneut nicht ab und ich helfe der Frau beim Aussteigen. Und wieder bedankt sich die Frau bei mir mit einem Dankeschön und einem freudigen und strahlenden Lächeln.

Die nächsten Minuten ärgere ich mich über den unfreundlichen Busfahrer, bis dass ich mir sage Hoppla - ärgere dich doch nicht über den Busfahrer, sondern freue dich über die dankbar strahlende Frau. Und das habe ich dann auch getan und mich noch einige Stunden über diese dankbare Frau gefreut.

Sonntag, 15. März 2009

Arbeit und Arbeitslosigkeit sind Geschwister


Vater und Mutter, Bruder und Schwester, Onkel und Tante, Yin und Yang, gut und böse, heiß und kalt, süß und sauer sind Begriffe, die wir ganz selbstverständlich als zusammen gehörig empfinden und betrachten, weil sie sich gegenseitig bedingen und miteinander verwoben sind. Bei den Begriffen Arbeit und Arbeitslosigkeit stellt sich das schon anders da:

Arbeit und Arbeitslosigkeit bedingen einander sehr stark und bestimmen unser Leben in sehr weitreichendem Maß - entweder wir sind arbeitslos oder wir arbeiten. Nicht ohne Grund ist eine der Standardfragen bei einer Kontaktaufnahme Was machst Du beruflich? und nur selten Wie fühlst Du Dich im Augenblick? Wir bestimmen uns in sehr starkem Maße - ob bewusst oder unbewusst sei an dieser Stelle dahin gestellt - über unsere eigene berufliche Stellung und die berufliche Stellung der Menschen, mit denen wir in Verbindung stehen. Menschen mit (sozialversicherungspflichtiger) Arbeit nennen wir Berufstätige und Menschen ohne eine solche Arbeit Arbeitslose. Warum diese Unterscheidung? Warum wird Arbeitslosigkeit nicht mit Arbeit auf eine Stufe gestellt - juristisch, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich?

Politisch werden diese Bereiche schon allein durch unterschiedliche Gesetzeswerke geregelt. Für die Arbeitnehmer gilt das Arbeitsrecht und für Arbeitslose das Sozialgesetzbuch. Das Arbeitsrecht konnte meines Wissens durch Arbeitskämpfe in einigen Bereichen verbessert werden. Die Sozialgesetze - und hier insbesondere das SGB II, dem Hartz IV-Betroffene unterliegen - werden sogar noch verschlechtert. An dieser Stelle möchte ich nur darauf aufmerksam machen, dass die Vorlage von Kontoauszügen bis zum 31.12.2008 nur bei begründetem Verdacht verlangt werden konnte, den die ARGE nachzuweisen hatte. Seit Anfang des Jahres darf jeder Hartz IV-Betroffene ohne Nachweis unter Betrugsverdacht gestellt werden und muss unter Androhung von Leistungskürzungen seine Kontoauszüge vorlegen.

Diese politisch-juristisch gewollte Zweiteilung in die "guten" Arbeitnehmer und die "bösen" Arbeitslosen hat nach dem schon immer erfolgreichen Leitsatz der Mächtigen in Wirtschaft und Politik Teile und herrsche auch Auswirkungen auf das Denken großer Bevölkerungskreise. Für sehr viele Menschen ist ein von Hartz IV betroffener Mensch ein Mensch, von dem man lieber Abstand nimmt. Ausgesprochene und unausgesprochene Sätze wie "Mit dir kann man ohnehin nichts unternehmen", "Ich will niemanden mit durchfüttern" oder "Ich habe keine Probleme mit Deiner Arbeitslosigkeit, aber . . . " sind keine Seltenheit. Und ich weiß, wovon ich rede, weil ich seit achtzehn Jahren unverschuldet arbeitslos bin und mit 58 Jahren wohl nur noch eine Arbeit finden werde, wenn ich zuvor die berühmte Stecknadel im Heuhaufen finde.

Leider wird diese Trennung in die (noch) Beschäftigten auf der einen und die Arbeitslosen auf der anderen Seite auch von großen Teilen der Gewerkschaften umgesetzt. Ich will das am Beispiel der gewerkschaftlichen Tarifkämpfe belegen: Es gibt ausschließlich die Forderungen nach mehr Geld und firmen- bzw. brancheneigenen Verbesserungen für die Mitglieder auf der einen Seite, aber nie Forderungen für die "Kolleginnen und Kollegen" auf der anderen Seite beispielsweise nach höheren Regelsätzen, Aufhebung von Zwangsmaßnahmen und Leistungskürzungen. Auch wenn das persönliche Leben und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ohne Geld unmöglich sind, so ist Geld doch nicht Alles! Gemeinsam gelebte Solidarität macht das Leben in jeder Hinsicht leichter bzw. erträglicher.

Wo sind nun die gemeinsamen Schnittstellen der Lebensumstände von Beschäftigten und Arbeitslosen - wo können beide Gruppen gemeinsam arbeiten und kämpfen (und natürlich auch feiern)?
  • Die Gewerkschaften als größte Vertretung der arbeitenden Menschen - und dazu gehören wie ausgeführt auch die Arbeitslosen - müssen diese Gemeinsamkeit nicht nur in der Theorie erkennen, sondern auch in der Praxis. Die Gewerkschaftsführungen auf allen Ebenen müssen das gemeinsame Arbeiten und Kämpfen in jeglicher Hinsicht unterstützen und gfs. anstoßen.
  • Die gesundheitlichen Auswirkungen auf beide Gruppen sind enorm und beweisen allein schon in diesem lebenswichtigen Bereich, dass Arbeitslose und Beschäftigte in ein- und demselben Boot sitzen und ein- und demselben Sturm trotzen müssen, der sich sonst zu einem Orkan auswächst, der sich gar nicht mehr in seine sozialverantwortlichen Schranken weisen lässt.
  • Wenn ich den gesamtgesellschaftlichen Rahmen berücksichtige, so zeigt die Thematik Sozialabbau meines Erachtens glasklar, das Beschäftigte und Arbeitslose - ebenso wie Hausfrauen, Rentner und alle anderen Bevölkerungsgruppen - in dem schon genannten Boot sitzen und sich solidarisch und schöpferisch zusammen"raufen" müssen, wenn sie verhindern wollen, dass einige aus dem Boot fallen und hoffnungslos untergehen.
  • Zudem muss das Boot ganz schön groß sein, um auch noch Platz für Gruppen wie die Erwerbslosengruppen, Friedensinitiativen, Umweltgruppen, attac und Einzelmenschen zu bieten. Und je größer das Boot ist, um so stabiler ist es und kann letztendlich auch den stärksten Sturm zwingen, nur noch ein verträglicher Wind zu sein.
Gesellschaftliche Änderungen sind am Besten zu erkämpfen, wenn ein Großteil der Bevölkerung dahinter steht. Darum ist es meiner festen Überzeugung nach eine unabdingbare Voraussetzung, alle unsere Aktivitäten in professioneller Weise öffentlichkeitswirksam zu begleiten, indem wir sie regional und überregional den Menschen nahe bringen. Professionelle Öffentlichkeitsarbeit ist kein "Nebenprodukt" der politischen Arbeit und des politischen Kampfes, sondern unabdingbar für den kurz-, mittel- und langfristigen Erfolg.

Donnerstag, 12. März 2009

Amoklauf in einer ARGE?


Diese Frage mag auf den ersten Blick weit hergeholt erscheinen; doch gebe ich Folgendes zu bedenken:

Amokläufe sind rein zahlenmäßig verhältnismäßig selten. Doch in ihrer Ausführung sind sie umso brutaler, verheerender und nachhaltiger. Und keine Schule und kein Betroffener rechnet damit - wenn es passiert, sind die Überlebensaussichten vieler Menschen gleich Null.

Die Täter (bisher waren es noch keine Täterinnen) rächen sich auf diese Weise für vermeintlich und/oder tatsächlich erlittenes Unrecht auf sehr drastische Weise, die in der Regel nicht die Verursacher ihres Leids trifft, sondern vollkommen unbeteiligte Menschen. Und in manch einer ARGE wird den "Kunden" sehr viel Unrecht angetan und viele Betroffene müssen oft viel leiden und erdulden. Und das schafft zwangsweise sehr viel Enttäuschung und maß- und hilflose Wut. Ich weiß, wovon ich hier schreibe.

Ältere Menschen wie ich haben sich in der Regel Möglichkeiten geschaffen, ihre Wut und Enttäuschung friedlich zu "regeln". Doch was ist mit unseren Kindern und Jugendlichen? Gewöhnen sie sich an die zynischen und menschen verachtenden Hartz-Gesetze? Viele sehen schon heute keine andere Möglichkeit als den Weg in die Kriminalität und die Abhängigkeit von Drogen und Alkohol. Sind wir so sicher, dass nicht in naher Zukunft einer dieser Jugendlichen - oder ein älterer Arbeitsloser - ausrastet und sich mit einem Amoklauf in einer ARGE rächt und Menschen hemmungslos abschlachtet?

Hartz IV sei - so höre ich schon - doch Teil unseres sozialen Netzes? Wenn die Löcher dieses Netz ausmachen . . . Ich möchte an dieser Stelle nur an eine neue Bestimmung dieses "Netzes" erinnern: Seit 01.01.2009 darf jeder Bezieher von Arbeitslosengeld II ohne Verdachtsgründe als Sozialbetrüger kriminalisiert werden und muss unter der Androhung von Leistungskürzung seine Kontoauszüge offen legen.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich verurteile Amokläufer - ihre Taten sind verbrecherisch und verabscheuungswürdig. Aber ich kann mich in solche Menschen hineinfühlen. Sie sehen für sich keine andere Möglichkeit als Mord.

Notfallpläne sind auf jeden Fall sinnvoll. Doch was hilft der beste Notfallplan, wenn der Amokläufer in der Klassentür steht und Schüler und Lehrer niedermäht!?! Das Kind erst dann zu retten, wenn es schon in den Brunnen gefallen ist, ist eindeutig die falsche Methode. Die beste Methode und zugleich Vorbeugung sind menschliche Wärme, Achtung gegenüber seinen Mitmenschen, Ehrlichkeit und Fairness.

Aber diese Verhaltensweisen werden "dank" Hartz IV den Betroffenen zerstört. Wann kommt wohl der erste Betroffene in eine ARGE, um seine gestohlenen Werte sehr drastisch zurück zu fordern?

Dienstag, 10. März 2009

Ein Beutel Dukaten


Da war ich schon ganz schön erstaunt, als es bei mir heute Morgen um 6:35 Uhr an der Wohnungstür klingelte und ein würdevoller Bote die Treppe hinauf kam, gekleidet in schwarze Schuhe, rote Hose und ein goldenes Hemd. Er bat für die frühe Störung um Entschuldigung und überreichte mir einen kleinen Beutel, in dem es schwer klimperte, und ein Pergament, das mit dem Siegel meiner Fürstin Angela verschlossen war. Somit bestand also kein Zweifel über die werte Absenderin.

Neugierig, wie ich nun mal bin, habe ich zuerst den Beutel geöffnet und traute meinen Augen nicht: fünf kleine schwere goldene Dukaten. Sie liegen auch jetzt vor mir und ich kann es noch immer nicht glauben.

Dann habe das Pergament genommen, es vorsichtig entsiegelt, ausgerollt und las, was dort stand (oder genauer gesagt: immer noch steht):

Lieber Bürger Gerhard,

bitte gestatten Sie mir diese persönliche Anrede als meine tief empfundene Anerkennung, die Sie mir, meinen Beratern, meinem Parlament und meiner Opposition immer wieder zuteil werden lassen. In unserer ach so schwierigen wirtschaftlichen Lage sind mir Menschen wie Sie sehr wichtig, die trotzdem nicht aufgeben und meinem geliebten Volk immer wieder beweisen, wie gut es möglich ist, auch mit geringen finanziellen Mitteln zu leben. Ihre kritischen Worte nehme ich immer wieder gerne zur Kenntnis.

Damit mein Dank nicht in Worten stecken bleibt, nehmen Sie bitte den Lederbeutel und seinen bescheidenen Inhalt als praktischen Dank für Ihr Lebenswerk. Selbstverständlich - da machen Sie sich bitte keine Sorgen - wird der Inhalt nicht auf Ihr Arbeitslosengeld angerechnet.

Für Ihren engagierten Lebensweg wünsche ich Ihnen - auch im Namen meiner Berater, meines Parlaments und meiner Opposition - weiterhin viel Kraft und Lebensfreude.

Mit wohlwollender Hochachtung
Ihre Ihnen stets gut gesonnene
Fürstin Angela

Für eine solche Herrscherin bin ich dem "lieben Gott" dann doch äußerst dankbar. Nun kann ich mich endlich entspannt zurück lehnen, liebe Gedanken an meine Fürstin Angela schicken und mein Leben in vollen Zügen genießen.

Sonntag, 8. März 2009

Frieden


Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg mit Waffengewalt, Vergewaltigungen und dem Mord an Kindern. Allein dieser Frieden muss schon als Ausnahme und "Geschenk" betrachtet werden, schaut man sich die vielen Kriegsschauplätze in aller Welt an. Wir leben hier zwar in einem äußeren Frieden, sind von einem inneren Frieden aber meilenweit entfernt - ich erinnere nur an die Hartz-Gesetze, mit denen Millionen Menschen in Armut gezwungen werden, während gleichzeitig von den Verantwortlichen dieser Gesetze Milliarden an Bankenzocker & Co. verschenkt werden.

Ich erinnere daran, dass trotz mittlerweile fast 20jähriger Massenarbeitslosigkeit die Opfer dieser Politik nach wie vor benachteiligt und herabgewürdigt werden. Für diese Menschen ist es oft sehr schwierig bis unmöglich, in innerem Frieden zu leben. Dazu gehört auch, dass diese Menschen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden - denn wie heißt es so "schön"? Ohne Moos nix los.

Ich erinnere an die Zerstörungen unserer Umwelt durch Abgase, Lärm, Vernichtung von Tier- und Pflanzenwelten. Eine intakte Umwelt und Natur sind für naturbewusste Menschen wie mich lebensnotwendig zum Auftanken neuer Lebensenergien.

Die Gleichgültigkeit Was geht es mich an, wenn in China ein Sack Reis umfällt kann in unserer globalisierten und technisch (nicht menschlich) vernetzten Welt schon morgen uns selbst treffen: Atomare, biologische und chemische Waffen sind fast überall auf der Welt vorhanden und Kriege gegen die eigenen Bürger sind nichts Neues. Menschen können in Stunden rund um die Welt fliegen. Und über Computer lassen sich weltweit in Sekunden Kriege planen und durchführen.

Ohne die feine und vielschichtige Vernetzung und gegenseitigen Abhängigkeiten von Organen, Sehnen, Muskeln bis hin zu den Zellen könnten wir Menschen nicht so hochentwickelte Wesen sein. Und ohne die facettenreiche Vernetzung mit all ihren gegenseitigen Abhängigkeiten von innerem, äußerem, nationalem und internationalem Frieden sind weder echter Frieden noch echte Zufriedenheit möglich und machbar.

Dienstag, 3. März 2009

Das Bergische Städtedreieck


Hier mal eine Kartenansicht des Bergischen Städtedreiecks - der Ecke, in der ich lebe und wohne:


Die Karte hat keine besondere Bedeutung - ich wollte einfach mal einen Eintrag mit "Bild" schreiben. Und da ich keine eigenen Bilder habe und mich mit dem Urheberrecht an anderen Bildern noch nicht beschäftigt habe, habe ich diese Karte gewählt.

Montag, 2. März 2009

Vorsorgeuntersuchung gegen Darmkrebs


Vor einigen Wochen wollte ich eine Vorsorgeuntersuchung gegen Darmkrebs durchführen lassen. Dazu wurde mir ein Informationsblatt zur Kenntnisnahme und Unterschrift ausgehändigt. Mit meiner Unterschrift sollte ich dem Eingriff zustimmen. Doch nicht nur dem Eingriff, sondern auch den zahlreichen Risiken, die mit dieser Untersuchung verbunden sind. Leider liegt mir dieses Informationsblatt nicht vor, und ich habe auch vergessen, es mir aushändigen zu lassen (sofern es mir überhaupt ausgehändigt worden wäre). Denn ich würde die Risiken, die das Informationsblatt zur Hälfte füllten, gerne im Detail näher beleuchten.

Nachdem ich die mit dieser Vorsorgeuntersuchung verbundenen Risiken zur Kenntnis genommen hatte, wurde mir angst und bange um meine Gesundheit und mir blieb keine andere Möglichkeit als die Untersuchung abzulehnen.

Nun muss es nicht unbedingt zu den genannten Nebenwirkungen kommen; doch ist meines Erachtens zu bedenken:

Mit meiner Unterschrift hätte ich mich gewissermaßen damit einverstanden erklärt, dass es zu den genannten Nebenwirkungen kommen kann. Wäre nun eine der genannten Nebenwirkungen eingetreten, müsste ich nicht nur darunter leiden und Folgebehandlungen über mich ergehen lassen, sondern der behandelnde Arzt wäre auch seiner Verantwortung entbunden, weil ich ja über die möglichen Nebenwirkungen informiert gewesen wäre und dem Eingriff zugestimmt hätte. Dadurch wäre es ihm zusätzlich möglich, es an der unbedingt notwendigen Sorgfalt fehlen zu lassen.

Diese meine Überzeugung wird zusätzlich untermauert durch den Tatbestand, dass der Arzt sich weigern würde, den Eingriff ohne meine Zustimmung durchzuführen (grundsätzlich auch bei anderen Eingriffen). Der Arzt will sich mir gegenüber absichern. Doch wo bleibt meine Absicherung. Welcher Arzt unterschreibt mir eine Erklärung, dass er für Negativfolgen seiner Behandlung mir gegenüber in vollem Umfang haftet? Dieser Mut fehlt den Ärzten, weil sie ihre Verantwortung lieber an den Patienten abgeben - ist ja auch einfacher und im Klageverfahren hätte der Arzt durch die Unterschrift des Patienten leichteres Spiel - unabhängig davon, dass er vor Gericht fachlich wie menschlich wesentlich mehr Ansehen hat als ein (Kassen-)Patient.

Ich hätte ja noch meine schriftliche Zustimmung zu dieser Vorsorgeuntersuchung gegeben, wenn der Text lauten würde Ich bin mit den notwendigen Maßnahmen zur Durchführung der Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung einverstanden, ohne dass diese Zustimmung mit der Kenntnisnahme zu den Risiken verknüpft würde.

Oft beinhaltet eine solche Unterschrift auch noch die Bestätigung, man sei ausführlich über die Behandlung und deren möglichen Risiken informiert worden und hätte genügend Zeit für Fragen gehabt und alle Fragen seien ausreichend geklärt worden:
a) Wenn ich den Begriff "ausführlich" auch medizinisch begreife, so kann ich eine solche Bestätigung doch gar nicht geben, weil ich als Laie gar nicht einzuschätzen vermag, ob ich auch tatsächlich fachlich fundiert beraten worden bin. Wenn ich das könnte, bräuchte ich die Beratung durch den Arzt nicht mehr.
b) Im Zweifelsfall würde der Arzt wahrscheinlich leugnen, etwas Bestimmtes gesagt zu haben und seine Verantwortung mit den Worten Das haben Sie falsch verstanden auf den Patienten abwälzen.
c) Ob sich der Arzt tatsächlich die für mich als Patient notwenige Beratungszeit nimmt, wage ich aus meiner eigenen Erfahrung stark zu bezweifeln. "Meine" Ärzte lassen auf die ein oder andere Art und Weise sehr klar erkennen, dass sie das Gespräch möglichst schnell beenden wollen.

Nun mag der berechtigte Einwand kommen, ein gewisses Vertrauen müsste ich den Ärzten schon entgegen bringen. Dem stimme ich voll und ganz zu - nicht nur gegenüber Ärzten ist ein gewisser Vertrauensvorschuss nötig, sondern grundsätzlich gegenüber (fast) allen Menschen, mit denen ich Umgang habe. Ich habe schon seit meiner Jugend, in der ich jahrelang auf Rheuma behandelt worden bin, ein sehr gutes Verhältnis zu mir und meinem Körper entwickelt. Und leider muss ich bei Ärzten immer wieder erleben, dass sie mich in meinen eigenen Wahrnehmungen nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit behandeln und sich auch nicht die Zeit für mich nehmen, die ich brauche.

Wenn ich mal alle ärztlichen Behandlungen meines Lebens an mir vorüber ziehen lasse, so kann ich nur sagen, dass die Krankenkassen sehr viel Geld für mich "zum Fenster hinaus werfen" mussten und Ärzte zum Teil gut an mir verdient haben.

Ich bin auch schon so manches Mal mit dem Arzt-Argument abgeschmettert worden: "Das verstehe ich nicht, Sie sind der erste, der so Etwas äußert." Es mag anmaßend klingen, aber ich halte mich für einen der wenigen mündigen Patienten, der das seinen Ärzten gegenüber immer wieder einfordert.

Zwar ist nicht jeder Arztbesuch mit Angst verbunden, aber ich bin immer nervös, weil ich nicht weiß, ob der behandelnde Arzt mir mit der nötigen Achtung und Zeit begegnet.