Donnerstag, 11. September 2008

Zwei Gedenktage


Am heutigen 11. September 2008 sollten wir uns an zwei Terroranschläge erinnern, die die Welt verändert haben:

  • Es ist der 35. Jahrestag des Putsches in Chile und
  • es ist der 7. Jahrestag der Terroranschläge in New York

Am 11. September 1973 putschte das chilenische Militär gegen den drei Jahre zuvor demokratisch gewählten sozialistischen Ministerpräsidenten Salvador Allende, der bei der Bombardierung des Präsidentenpalastes ums Leben kam. Bis zum 11. März 1990 terrorisierte dann die Militärjunta unter dem Diktator Augusto Pinochet das chilenische Volk.

Dieser Putsch wurde von den USA und ihrem Auslandsgeheimdienst CIA politisch, finanziell und mit einem umfangreichen Propagandakrieg gegen die chilenischen Linksparteien unterstützt. Hierfür wurden mehrere Millionen Dollars an US-Steuergeldern aufgewandt.

In seiner letzten Radiorede - die Luftwaffe hatte schon die meisten regierungstreuen Radiostationen bombardiert - sagte Salvador Allende unter anderem: ". . .Mir bleibt nichts anderes, als den Arbeitern zu sagen: Ich werde nicht aufgeben! In diesem historischen Moment werde ich die Treue zum Volk mit meinem Leben bezahlen. . ."

Was für ein großartiger Politiker! Was für ein mutiger Mensch! Unter den demokratisch gewählten Volksvertretern in Deutschland gibt es nicht einen, der so treu und standhaft zu seinem Volk stehen würde - weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinn.

Am 11. September 2001 wurden von Selbstmordattentätern der al-Quaida vier Verkehrsflugzeuge entführt. Zwei von ihnen lenkten sie in das World Trade Center und nahmen dabei den Tod von über 3.000 Menschen in Kauf.

Diese Anschläge wurden von den USA als Anlass missbraucht, einen Antiterrorkrieg zu beginnen, um ihre zu jenem Zeitpunkt zunehmend schwindende Macht in der Weltpolitik und vor allem in der NATO wieder zu stabilisieren - leider mit Erfolg.

Osama bin Laden, der Führer von al-Quaida, hat seine Beteiligung an den Anschlägen anfangs geleugnet, sich später jedoch dazu bekannt. Verwunderlich für mich ist die Tatsache, dass bin Laden bis heute nicht gefasst wurde. Er wird einfach totgeschwiegen.

Viele westliche Staaten haben diese Anschläge in ihrem Straf- und Zivilrecht dazu missbraucht, Einreisebedingungen zu verschärfen, Überwachungsmaßnahmen auszuweiten und grundlegende Menschenrechte einzuschränken.

Die Leidtragenden sowohl des Putsches in Chile wie der Anschläge in New York sind letztendlich wir Alle. Die Mächtigen in Wirtschaft und Politik - die Hintermänner dieser Terroranschläge - sitzen nach wie vor fest im Sattel.

Der Antiterrorkrieg hat auch noch die Funktion, die Menschen von dem Terror im "Kleinen" (siehe auch hier und hier) abzulenken. Solange den Menschen weisgemacht werden kann, dass das große Ganze (was auch immer das sei) wichtiger sei als der einzelne Mensch, solange wird es Terror im Großen und Terror im Kleinen geben.

1 Kommentar:

  1. Lieber Gerhard!
    Schön dein Eintrag, das auch du an diesem heutigen Tag denkst, aber was bei dir selbstverständlich ist, wenn man mal all deine Einträge genau durchgelesen hat. Jedes Jahr am 11. September denke ich an den Anschlag, leider nicht an dem Anschlag von 1973 war noch fast ein Baby und nie was von gehört, nun habe ich was dazu gelernt!
    Kompliment für diesen Eintrag!!
    Silvia

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