Freitag, 26. September 2008

Patientensicherheit


Aus meinen Erfahrungen zum Thema Meine Sicherheit als Patient ist es mir ein Bedürfnis, meine eigenen Erfahrungen zu Papier bringen:
  • Schon seit meiner Jugend nehme ich mich (d.h. meinen Körper, meine Seele und meinen Geist) bewusst wahr und bezeichne mich daher als mündigen Patienten. Und als mündiger Patient sehe ich mich auch als Mitarbeiter im Gesundheitswesen, weil ohne meine Mitarbeit jeder Behandlungserfolg zum Scheitern verurteilt ist. Hinzu kommt, dass ich bis zu meiner Arbeitslosigkeit die meisten Jahre bei gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen gearbeitet habe und ich mich diesem Bereich nach wie vor verbunden fühle.
  • Leider erlebe ich immer wieder, dass Interdisziplinarität in den Gesundheitsberufen ein theoretischer Begriff ist, der in der Praxis kaum gelebt wird. Sehr viele Ärzte sehen nur ihr begrenztes Fachgebiet (das ist wertneutral gemeint), wollen oder können nicht über ihr Fachgebiet hinaussehen und -denken, weil für sie der Körper eines Menschen (leider!) als Sammelsurium von Ersatzteilen darstellt, die in keinerlei Abhängigkeiten miteinander stehen.
  • Ein erfolgreiches Arbeiten im Sinne von Patientensicherheit und positivem und aktivem Umgang mit (ärztlichen) Behandlungsfehlern erfordert meines Erachtens unabdingbar, dass die eigenen Wahrnehmungen und Beobachtungen der Patienten von allen Beteiligten ernst genommen werden, sprich: ernsthaft in das Gespräch mit dem Patienten, in die Diagnose und in die Therapie einbezogen werden.
Meinen Erfahrungen zufolge gibt es hier noch sehr viel Nachholbedarf. Leider ist es für mich immer wieder ein Glücksspiel, einen Arzt zu finden, der mich als Patient und Mensch ernst nimmt und der selbst menschliche wie fachliche Kompetenz aufweisen kann.

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