Dienstag, 27. Mai 2008

Schwelgen im Luxus

In verschiedenen Beiträgen habe ich die Hartz-Gesetze immer wieder als vorsätzliches Verarmungsprogramm angeprangert, für das hochrangige Wirtschaftsmanager, maßgebliche Politiker und Gewerkschaftsführer verantwortlich sind. Treffender kann ein Programm nicht bezeichnet werden, das unverschuldet in die Arbeitslosigkeit entlassene Menschen zwingt, von solchen Kleinstbeträgen zu leben.

Diese Beträge erlauben keinen Konzertbesuch, keinen Urlaub, keine Reparaturen, kein Monatsticket und auch keine Tageszeitung, um nach den nicht vorhandenen Stellen zu suchen. Genau genommen ist auch kein Internet- und kein Telefonanschluss möglich.

Der Grundsatz der deutschen Arbeitsmarktpolitik Fördern und Fordern ist Menschen verachtender Zynismus:
Die Arbeitgeber werden gefördert durch das Angebot, Menschen im Niedriglohnsektor zu beschäftigen. Ihre von diesen Menschen erwirtschafteten Gewinne dürfen sie behalten, weil sie den betroffenen Arbeitnehmern auf Antrag durch ergänzendes Arbeitslosengeld 2 (d.h. aus Steuermitteln) ausbezahlt werden. Gewinnmaximierung auf Kosten des Steuerzahlers!
Die Arbeitslosen selbst jedoch werden nur gefordert. Gefördert werden sie weder finanziell noch (arbeitsmarkt-)politisch noch sozial. Sie müssen die täglich steigenden Preise bezahlen oder untergehen getreu dem Motto "Vogel friss oder stirb".

Die Arbeitslosen müssen gefördert werden durch sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen zu angemessenen Löhnen, von denen sie und ihre Familien auch tatsächlich leben können!
Es zeugt von anmaßender Dummheit und Beschränktheit zu glauben, dass unterbezahlte, gehorsame und unmotivierte Arbeitssklaven der beste Garant für beständiges Wachstum - im Volksmund auch "Aufschwung" genannt - seien.

Der erste Schritt auf diesem Weg ist und bleibt die Streichung der Hartz-Gesetze!

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