Montag, 13. Februar 2017

Abschied vom Kämpfen


Es gibt einen Spruch, der sagt "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt". Sehr viele Jahre war auch ich ein Vertreter dieses Spruchs. Doch mittlerweile muss ich mir mehr und mehr eingestehen, dass dieser Spruch sich auch ins Gegenteil verkehren kann. Dann nämlich, wenn man vor lauter Kämpfen das übrige Leben vergisst und Gefahr läuft, langsam und sicher in einen beständigen Kampf-Modus zu verfallen, ohne das zu merken.

Möglicherweise ist es für mich noch nicht zu spät für den Abschied von diesem Kampf-Modus, der mehr zerstört als aufbaut. Doch es gibt auch Situationen, in denen man kämpfen = sich wehren muss. In diesen Situationen ist es wichtig zu erspüren, wann ein Rückzug sinnvoll ist, um sich nicht letztlich selbst fertig zu machen. Hierbei denke ich in erster Linie an berufliche Situationen, lasse aber die privaten zwischenmenschlichen Situationen nicht außen vor - in beiden Situationen stecken viele Zerstörungs- und auch viele Aufbaumöglichkeiten. Meine Mutter sprach oft davon, auch mal "eine Faust in der Tasche zu machen" - war wohl doch einer ihrer besseren Vorschläge 👍.

Diese Faust in der Tasche fehlt mir ebenso wie die Offenheit für Kritik. Leider reagiere ich zu oft mimosenhaft, wenn nahe stehende Menschen bzw. Freunde mich konstruktiv hinterfragen. Mit diesem Verhalten verharre ich zu lange im Stillstand und fordere unausgesprochen sehr viel von diesen Menschen. Das zu wissen ist das Eine - es zu leben oft schwierig, weil das Herausfinden aus lange gelebtem Verhalten nicht gerade einfach ist.

Kennt Ihr ähnliche Verhaltensweisen? Wie geht Ihr damit um?

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