Freitag, 23. September 2016

Die Friedlichkeit zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion


Auf dem Weltkongress der Vereinigung der Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) im Sommer 1986 in Köln hielt John Kenneth Galbraith einen Vortrag über die Macht des militärisch-industriellen Komplexes und die Notwendigkeit der Rüstungskontrolle. Nach diesem Vortrag hatte der Publizist und Lehrbeauftragte an der Universität zu Köln, Werner Rügemer, die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit John Kenneth Galbraith. 

Zum Verhältnis der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion sagte Galbraith u.a.:
"Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion haben nun seit fast über siebzig Jahre, seit der russischen Revolution, friedlich, wenn auch nicht immer freundschaftlich, zusammengelebt. Wir können daraus schließen, dass Kapitalismus und Sozialismus koexistieren können. Aber sie können und werden nicht koexistieren, wenn sie auf militärische Überlegenheit zielen und auf die gegenseitige Dynamik, die jetzt die Beziehungen beherrscht. Und in der nuklearen Kollision, die auf dieser Grundlage sicher kommen würde - beabsichtigt oder unbeabsichtigt -, würde weder der Kapitalismus noch der Sozialismus überleben. Niemand, auch nicht der talentierteste Ideologe, wäre imstande, die Asche des Kapitalismus von der Asche des Sozialismus zu unterscheiden."
(Quelle: Werner Rügemer "Bis diese Freiheit die Welt erleuchtet" PapyRossa Verlags GmbH & Co. KG, Köln 2016, Seite 73. Die Hervorhebung ist vom Blogautor.)

Heute - 30 Jahre nach diesem Gespräch - hat diese Aussage von John Kenneth Galbraith nichts von Ihrer Aussagekraft verloren.

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