Montag, 23. Februar 2015

Gedanken und Gefühle auf eigenen Wegen


Meine Gedanken und Gefühle gehen ohnehin eigene Wege, weil ich mich im Denken nicht einschränken lasse, doch mich im Handeln oft einschränken muss. Es geht mir in diesem Fall nicht um selbstverständliche gegenseitige Rücksichtnahme. Es geht mir um Sachverhalte, in denen ich mein Denken, Fühlen und Handeln nicht in Übereinstimmung bringen kann und darf.

Wenn ich immer wieder mehr als hautnah erleben muss, wie meine materielle Lage mich schon zwei Jahrzehnte zwischenmenschlich und sozial weitgehend vom Leben ausschließt, würde ich am Liebsten "aus der Haut fahren". Daran habe ich meinen Anteil, aber der größte Anteil geht zu Lasten von Leuten (ich vermeide in diesem Zusammenhang bewusst den Begriff Menschen), die diesen Umstand verursacht und mich in ihm mit Gewalt festgehalten haben. Und diesen Leuten gegenüber fühle ich mich derart machtlos, dass ich so manches Mal sehr gerne Dinge tun würde, die ich hier nicht offen aussprechen darf, weil das unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit verbietet und unter schwere Strafe stellt.

Ähnlich ergeht es mir, wenn deutsche Politiker von Frieden reden - eine eiskalte, Menschen verachtende und zynische Lüge. Deutschland ist schon seit Jahrzehnten weltweit der drittgrößte Waffenlieferant. Die Anklage Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt hat nach wie vor nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Und die Troika von Politik-, Banken- und Industriebossen führen schon seit vielen Jahren einen sozialen und wirtschaftlichen Krieg gegen ihre Bürger und ihre Arbeitnehmer. Dazu gehört Hartz IV ebenso wie Sozialabbau, Verringerung von Krankenkassenleistungen, Privatisierung von öffentlichem Eigentum und der gesetzlichen Vorgabe, dass Empfänger von Sozialleistungen (Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II) von bestehenden Schulden nicht mehr herunter kommen dürfen, weil ihnen jede Einnahme von der entsprechenden Sozialleistung abgezogen wird.

Mein alltäglicher Kampf um meine Menschenwürde wird dadurch fast unmöglich gemacht. In diesem Kampf benötige ich von den wenigen noch verbleibenden Energien sehr viele für dieses im Grunde unnötige Kämpfen. So manches Mal wundere ich mich über mich selbst, dass ich nach zwei Jahrzehnten immer wieder Kräfte mobilisieren kann, um den nächsten, den übernächsten und möglicherweise auch den überübernächsten Schritt zu gehen.

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