Montag, 5. Januar 2015

Erlebnisse meiner Kindheit [2]


Als Kind hatte ich nie den Berufswunsch Lokführer (obwohl meiner Vater Eisenbahner war) oder Polizist oder Feuerwehrmann. Ich bin katholisch aufgewachsen und glaubte in jener Zeit diesen Glauben noch. Darum wollte ich im Alter von etwa zehn Jahren Priester werden. Doch einfach nur Priester war mir schon bald zu wenig - ich wollte Bischof werden. Es wollte aber nicht in meinen kindlichen Kopf, dass ich erst einmal Priester werden müsse. Und dann könne ich Jahre später vielleicht auch Bischof werden. Geduldig und vergeblich versuchte mein Vater immer wieder, mir das zu erklären.

Das war mir dann doch zu umständlich. Und um den Weg zum Bischof abzukürzen, habe ich mir einfach überlegt, den Priester auszulassen und gleich Bischof zu werden. Aber da ich den Priester ja nicht außen vor lassen konnte (so viel hatte ich dann doch begriffen), habe ich mir den Priester-Bischof geschaffen. Tja, wenn das mit den Berufen so einfach wäre.

Dieser Berufswunsch hielt jedoch nicht lange, weil ich einige Jahre später mit etwa vierzehn Jahren aus der Kirche ausgetreten bin.

Kommentare:

  1. Wärst Du doch in der Kirche geblieben und hättest am Glauben fest gehalten. Viele Probleme und Sorgen wären Dir sicher nicht erspart geblieben, aber evtl. leichter gefallen zu akzeptieren und verarbeiten.

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  2. Der Glaube an die Religion der (katholischen) Kirche hat mir nie auch nur irgendwie geholfen. Dazu brauche ich Menschen und vor allem mich selbst. Irgendwie glaube ich schon. Das habe ich in diesem Eintrag versucht zu beschreiben.

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