Montag, 8. Dezember 2014

Das Turbo-Abitur und meine Schulzeit


Nicht nur während meiner häufigen Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen habe ich immer wieder mitbekommen, wie viel Druck heutzutage auf die Jugendlichen ausgeübt wird. Und vermutlich auch auf die Kinder. Hier werden aus meiner Sicht willfährige Arbeitnehmer heran gezogen, die es gewohnt sind, im Berufsleben das zu tun, was ihnen vorgeschrieben wird. Und die so ziemlich jedem Druck stand halten können. Und wenn nicht, werden sie entsorgt. Möglicherweise sehen die Jugendlichen das anders, weil sie ein verhältnismäßig druck freies und entspanntes Leben und Lernen gar nicht erst kennen lernen dürfen.

Da ich erinnere ich mich doch mit Freuden an meine Gymnasialzeit (1962 bis 1973) zurück: Wir konnten verhältnismäßig und fast ohne Druck lernen. Wir hatten spätestens um 13:05 Uhr Schulschluss. Dann begann unsere Freizeit. Kennen das die heutigen Schüler überhaupt noch. Wie oft habe ich im Bus schon mitbekommen, dass die Schüler nachmittags noch jede Menge Hausaufgaben machen müssen, zum Sport, zum Musikunterricht oder zu sonstigen "Verpflichtungen" müssen. Solche Menschen sind es doch im Berufsleben schon mehr als gewohnt, jede freie Minute für den Job verfügbar zu sein - bis dass sie daran zu Grunde gehen, seelische Dauerschäden davon tragen oder gesundheitsbedingt in Frührente gehen müssen.

Und mir sage keiner, dass meine Generation schlechtere Arbeitnehmer und schlechtere Menschen heran gebildet hat als die heutige Generation. Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass meine Generation noch mehr politisches Bewusstsein und Handlungsfähigkeit hatte als die heutigen jungen Menschen.

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