Donnerstag, 16. Oktober 2014

Privatheit, die gar nicht so "privat" ist


In verschiedenen Beiträgen habe ich mich mit dem Thema der Privatheit in meinem öffentlichen Gedankenbuch beschäftigt. Wobei mir so richtig nicht der Unterschied klar ist zwischen "privat" und "persönlich" – ich glaube, beide Begriffe überschneiden sich. Heute bekam ich von einer langjährigen Bekannten eine Mail, die einige Aussagen enthält, die mir nicht so neu sind. Darum möchte ich einige davon zitieren und meine persönlichen Gedanken und Gefühle dazu äußern.
"Es berührt mich tief, dass du immer wieder versuchst, den Kontakt mit mir aufzunehmen."
Es war mir schon immer zu eigen, um Menschen zu kämpfen, die ich schätzen und achten gelernt habe. Inwiefern ich da manches Mal zu sehr kämpfe, das vermag ich gar nicht richtig einzuschätzen. Möglicherweise ist auch der Begriff "kämpfen" überzogen und der Begriff "mich bemühen" wäre angesagter.
". . ., dass ich dir nicht das geben kann, was du von mir erwartest."
Da kommt mir als Antwort spontan die Frage: Was meinst du denn, was ich von dir erwarte? Immer wieder erlebe ich, dass Mitmenschen der Überzeugung sind, sie könnten meine Gedanken lesen und diese Überzeugung für Realität halten. Wir Menschen können uns sprachlich austauschen, Gedanken und Gefühle klären und im Gespräch bleiben. Das ist oft schwieriger als "Gedankenlesen", aber auch weitaus fruchtbarer für das lebendige Miteinander.
"Ich bin ausgelaugt und fühl mich gestresst."
Das ist auch bei mir der Fall. Doch macht es das auch leichter, im Miteinander Stress Stress sein zu lassen, die Probleme humorvoll zu sehen und miteinander entspannt und zufrieden zu sein. Probleme werden geringer, wenn man ihnen nicht mehr so viel Raum gibt. Und möglichst viel Entspannung und Ruhe hilft (zumindest mir), meine Probleme nicht mehr so wichtig und vorrangig zu sehen und zu empfinden.

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