Donnerstag, 2. Oktober 2014

Mutters schweres Los


Wenn ich an jedem Arm meinen Wochenendeinkauf nach Hause schleppe und mir dabei fast die Arme bis auf den Boden gezogen werden, muss ich häufig an meine Mutter denken. In meiner Kindheit und Jugend musste sie für fünf Köpfe einkaufen. Und dann schleppte sie die Taschen mühsam und kräftezehrend nach Hause. Und sie hatte einige hundert Meter mehr Weg zu tragen als ich und musste noch einen Berg hinauf gehen. Damals hatte sie noch kein Auto. Das kam erst Jahre später.

Darüber habe ich mir damals keine Gedanken gemacht - Hauptsache, man wurde "versorgt". Nebenbei bemerkt: So denken heute auch noch viele Erwachsene im zwischenmenschlichen Bereich. Was heißt das eigentlich - "erwachsen"?

Gerade bei meinem Wochenendeinkauf ärgere ich mich immer wieder über die Preise: Grundnahrungsmittel wie Käse und Brot haben astronomische Höhen erreicht. Die Armut wird weiter zunehmen. Das müsste dann im Grunde genommen heißen, das der Einzelhandel immer weniger Umsatz macht. Aber dem ist wohl nicht so. Es gibt offensichtlich noch genügend Menschen, die sich diese Preise leisten können.

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