Samstag, 25. Oktober 2014

Berufstätige unter sich


Die Gewerkschaften haben mit ihren Tarifkämpfen = Streiks schon längst denselben Weg beschritten wie die Arbeitgeber, weil es ihnen genau so wie den Arbeitgebern absolut egoistisch nur um die eigene materielle Bereicherung geht. Allein für sich betrachtet ist das in Ordnung. Aber die Gewerkschaften haben vergessen, was gelebte Solidarität - und davon lamentieren sie ja immer wieder - überhaupt aktiv bedeutet. Es gibt im Leben nicht nur die materielle Seite, sondern auch noch die menschliche. Wo bleibt die gewerkschaftliche Solidarität mit den Millionen von Arbeitslosen, unter denen in der Regel auch die eigenen ehemaligen Kollegen sind? Wo bleibt die gewerkschaftliche - sprich: gesamtgesellschaftliche - Solidarität, wenn nur mehr Geld oder eigene Vorteile gefordert werden, aber kein Wort gesagt wird und keine Forderung gestellt wird zum Abbau von Armut, von Langzeitarbeitslosigkeit, kein Wort gegen Hartz IV (das die DGB-Gewerkschaften ja seinerzeit aktiv mit ins Leben gerufen haben) und keine Forderung auf Einstellung von Langzeitarbeitslosen? Mit ihren egoistischen Tarifkämpfen unterstützen die Gewerkschaften schon seit vielen Jahren aktiv das Motto von Arbeitgebern und ihren "gewählten" Vertretern in der Politik: "Teile und herrsche!" Die Arbeitgeber freut´s und ich bin davon überzeugt, dass die Gewerkschaftsführer dieses zynische Spiel bewusst mitspielen.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Gewerkschaften einerseits in gewisser Weise die Sprachrohre der Arbeitgeber sind, wenn es darum geht, Arbeitnehmer feindliche Entscheidungen "ihren" Mitgliedern schmackhaft zu machen. Und andererseits machen die Gewerkschaften doch überhaupt keine eigene Politik, sondern re-agieren lediglich auf das, was ihnen die Arbeitgeber vorsetzen. Mal ganz abgesehen davon, dass viele Gewerkschaftsführer in den Parteien Mitglied sind, deren Arbeitnehmer und Bürger feindliche Politik sie dem Gewerkschaftsgedanken nach bekämpfen müssten.

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