Donnerstag, 19. Juni 2014

Schuld und Verantwortung


In meinem Leben habe ich bestimmt einiges an Schuld auf mich geladen. Doch ich habe mich immer bemüht, dafür auch die Verantwortung zu übernehmen. Und es ist nicht immer leicht, Verantwortung zu übernehmen, weil Verantwortung zu übernehmen voraussetzt, dass man Einsicht hat in seine eigene Unzulänglichkeit und seine schwarzen Seiten hat.

Doch dazu sind viele Menschen weder bereit noch imstande. Eine Gruppe solcher verantwortungsloser Menschen sind die Arbeitgeber, die vorgeben, für ihre Mitarbeiter Verantwortung zu haben, aber sich auch nicht scheuen, sie auf die Straße zu setzen, wenn´s an ihre Gewinne geht. Und es ist der Verantwortungslosigkeit der Arbeitgeber geschuldet, dass sie einem fähigen Menschen wie mir nie die echte Möglichkeit des Wiedereinstiegs ins Berufsleben gegeben haben. Sie wollen keine fähigen Menschen, die mitdenken und erst recht nicht mitreden, sondern sie wollen ausschließlich gut funktionierende Arbeitssklaven. In meiner mehr als zwanzigjährigen Arbeitslosigkeit habe ich das mehr als einmal erleben müssen. Und ich gebe offen und ehrlich zu, dass es mich noch heute oft schmerzt und ich nach wie vor unter den Folgen zu leiden und mich mit ihnen in der ein oder anderen Form auseinander zu setzen habe.

Alle Arbeitgeber, die ich in den über zwanzig Jahren meiner Arbeitslosigkeit als befristeter Arbeitnehmer oder als Bewerber direkt oder indirekt kennen gelernt habe, waren verantwortungslose Egoisten. Alle diese Arbeitgeber haben sich mir gegenüber verantwortungslos verhalten und Schuld auf sich geladen. Aber diese Sorte von Mensch interessieren Schuld und Verantwortung genau so wenig wie der berühmte Sack Reis, der in China umfällt.

In ein oder zwei Monaten gehe ich in Rente. Aber die Folgen bleiben. Eine über zwanzigjährige Arbeitslosigkeit bleibt genau so in den Knochen hängen wie ein erfolgreiches Leben von Menschen, die immer nur die Leiter hoch gefallen sind.

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