Dienstag, 20. Mai 2014

Lesen und Reichtum


Zur Zeit lese ich wieder einmal eine sehr spannenden historischen Roman, von dem ich gar nicht mehr los komme. Dabei muss ich mich ermahnen, dass ich zwischendurch auch mal etwas essen und trinken sollte. Und dabei kommt mir so der Gedanke:

Wenn ich nur allein in den über zwanzig Jahren meiner Arbeitslosigkeit für jedes gelesene Wort 1 Cent bekommen hätte, so wäre ich heute ein sehr reicher Mann, der seine Reichtum sehr gerne auch teilen würde. Doch leider ist dem nicht so, weil ich auf Dauer mit monatlich 750 Euro werde leben müssen: Jeder Cent, den ich bei meiner künftigen Rente mehr bekomme, wird mir sofort von der Grundsicherung abgezogen. Und erst gestern musste ich wieder am eigenen Leib und in der eigenen Seele erleben, wie Armut Menschen von einem intensiveren Kontakt mit mir abhält.

Ich habe ein hohes Maß an geistigem und charakterlichem Reichtum - das kann ich so offen behaupten, ohne zu übertreiben. Aber in einer finanziell-leistungs-orientierten Gesellschaft hat dieser Reichtum sehr wenig Wert. Und damit muss ich leben und nicht die anderen.

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