Sonntag, 11. Mai 2014

Der Weg ist mein Ziel


Die Grundlage für mein lebenslanges Kämpfen wurde mir schon in die Wiege gelegt. Die Nabelschnur hatte sich um meinen Hals gewickelt und so musste ich dreizehn Tage nach dem geplanten Geburtstermin mit Kaiserschnitt aus der Gebärmutter ins Leben geholt werden. Ob es nun tatsächlich die "Grundlage" war, lasse ich mal dahin gestellt. Auf jeden Fall war meine Geburt der erste Kampf, den ich ausfechten musste, ohne (bewusst) etwas dazu beitragen zu können.

Kämpfen zieht sich schon durch mein ganzes Leben. Und kämpfen ist für mich auch nichts, was abzulehnen wäre. Vielmehr ist so mancher Kampf nötig, um sich gegen Mitmenschen abzugrenzen und seine eigene Entwicklung selbst bestimmt zu gehen - "selbst bestimmt" heißt nicht nur egoistisch, sondern auch abhängig von der Umwelt und den Menschen.

Im Heute habe ich das Gefühl, dass ich in meinem Leben viel zu häufig gekämpft habe und kämpfen musste. Sehr viele Kämpfe kann ich einfach nur als überflüssig bezeichnen, weil sie mir geschadet haben: Ich habe im Großen und Ganzen verloren - sowohl (zwischen)menschlich wie beruflich. Am Liebsten würde ich von sehr Vielem loslassen und den Spagat hinkriegen, weder gegen mich noch meine Mitmenschen gleichgültig zu werden und zugleich innere Ruhe und Gelassenheit zu finden. Doch es fällt mir sehr schwer, jahrzehntelang erlernte und geübte Verhaltensweisen selbst Schritt für Schritt abzubauen.

Und leider muss ich hier wieder kämpfen, weil es mich anstrengt, mich mit meinen eigenen und mit äußeren Widerständen auseinander zu setzen. Ich bin davon überzeugt, dass ich nicht an meinem Ziel ankommen werde, sondern dass der Weg dorthin das Ziel ist - und ich auf diesem Weg Schritt für Schritt immer mehr innere Ruhe und Gelassenheit finden werde und finden kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen