Montag, 14. April 2014

Eigeninitiative - nicht immer vorteilhaft


Grundsätzlich ist Eigeninitiative eine selbstverständliche Eigenschaft in meinem Leben, weil ich Gedanken denke und fühle, die mich am Ort festhalten würden, wenn ich nicht versuchen würde, sie umzusetzen. Ohne Eigeninitiative ist ein weitgehend selbst gestaltetes Leben schon mal gar nicht möglich. Aber zu viel Eigeninitiative kann auch schädlich sein:

So sind alle Jobs, die ich in den Jahren meiner Arbeitslosigkeit mal "befristet" hatte, nicht auf Initiative anderer Menschen zustande gekommen, sondern ausschließlich auf meine eigenen Initiativen. Aber dennoch haben alle diese Eigeninitiativen zwanzig lange Jahre nicht zum Erfolg geführt. Auf mich ist  kein Arbeitgeber zugekommen - mit Ausnahme eines sehr verlogenen Arbeitgebers. Gefühlte zweitausend Absagen haben ihre spürbaren Wunden und Narben hinterlassen. Ich kenne Arbeitslose, die mit weitaus weniger Anstrengungen wieder in Arbeit gekommen sind. Das sind wohl die Menschen, die grundsätzlich die Leiter hoch fallen. Ich falle zwar nicht allzu tief hinab, aber ich komme auch nicht höher, bleibe eher immer auf derselben Stufe. Zudem musste ich bei allen befristeten Jobs (und vorher auch schon) die Erfahrung machen, dass Arbeitgeber mehr an Arbeitssklaven interessiert sind als an mitdenkenden, mitsprechenden und mitgestaltenden "Mit"arbeitern.

Auch bei der Suche nach einer neuen Lebenspartnerin habe ich viel Eigeninitiative investiert und tue es (leider?!?) immer noch. Entweder bin ich blind für Frauen, die auf mich zugehen - was ich eher weniger glaube - oder Frauen interessieren sich nicht für mich als Mann. Das zeigt sich in Sprüchen wie "Du bist ein lieber netter Junge, mit dem ich mich gut unterhalten kann, aber mehr ist da nicht." Der Begriff "Junge" ist im übrigen nicht aus der Luft gegriffen. Ob ich für Frauen kein Mannsbild bin? Ob Frauen mit armen Männern nichts zu tun haben wollen? Ob . . ., ob . . .? Ich weiß es nicht. Und es bringt auch gar nichts, das zu analysieren. Obwohl es so ist, fällt es mir immer wieder schwer, mich damit abzufinden.

An welcher Stelle beginnt Eigeninitiative schädlich zu werden? Das ist schwer zu sagen, weil sie oft eine Wanderung auf sehr schmalem Grat ist. Und auf der einen Seiten geht´s grundsätzlich steil bergab.

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