Freitag, 21. März 2014

Wenn Kommunikation an ihr Ende gerät


Leider konnte ich in diesem Konflikt trotz mehrfacher Versuche nicht zu einer einvernehmlichen Lösung mit den "sehr guten Bekannten" (die ich im folgenden "Zwillinge" nenne, was sie auch tatsächlich sind) kommen. Bei mir wichtigen Menschen gebe ich so schnell nicht auf, darum auch die verschiedenen Anläufe. Als erstes fand auf meine Initiative hin am 25. Januar ein persönliches Treffen statt. Bereits im Vorfeld hatte ich darauf hingewiesen, dass mir eine entspannte Atmosphäre wichtig sei. Leider spürte ich schon bei meiner Ankunft, dass die Zwillinge sehr unter Zeitdruck standen. So habe ich dann - ich war noch nicht richtig entspannt - ziemlich früh die Frage gestellt: "Wärt ihr wieder auf mich zugekommen, wenn ich nicht den ersten Schritt getan hätte?" Diese Frage wurde von den Zwillingen in einer für mich überraschend groben und verletzenden Weise zurück gewiesen.

Danach habe ich von den Zwillingen wochenlang nichts mehr gehört, so dass ich mich zu einem weiteren Versuch veranlasst sah und ihnen am 4. März geschrieben habe:
ich möchte Euch gerne noch einmal die Frage stellen, die Ihr mir bei unserem Blitz-Treffen am 25. Januar nicht beantwortet habt - aus welchen Gründen auch immer:
    Wärt Ihr wieder auf mich zu gekommen, wenn ich nicht auf Euch wieder zu gegangen wäre?
Ich wünsche mir nur eine offene und ehrliche Antwort von jedem von Euch - mehr nicht! Nur Eure Antworten, keine Diskussionen.
Darauf bekam ich die folgende Antwort,
... wenn man nicht in der Lage ist zu diskutieren
oder etwas zu besprechen, wie kann es da ein Mitein-
ander geben?
die für mich bis heute nicht nachvollziehbar ist. Wer hat denn das Gespräch gesucht? Das war ja wohl ich.  Mir ist es vollkommen gleich, wer wie oft ein Gespräch sucht, weil für mich entscheidend ist, dass es zu einem Gespräch kommt.

Ich habe dann nochmal eine Klarstellung versucht:
unser letztes Treffen bot gar keine Möglichkeit für einen Austausch. Ich hatte im Vorfeld ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich in entspannter Atmosphäre reden wollte. Das war aber gar nicht möglich, weil Ihr es sehr eilig hattet. Und somit blieb mir keine andere Möglichkeit, als schnell meine Frage zu stellen - mit den entsprechenden Folgen.
Es ist mir schleierhaft, warum Du meine Frage auch jetzt nicht ernst nimmst und mich indirekt (ich denke, mit "man" meinst Du mich) dafür verantwortlich machst, warum Du meine Frage nicht beantworten willst. Und dabei habe ich in meiner letzten Email geschrieben, dass ich nur eine Antwort will und auch bereit bin, auf einen Austausch darüber zu verzichten, weil ich Angst habe, dass Du/Ihr meine Frage weiterhin nicht beantworten wollt. Ich kann diese Weigerung ganz und gar nicht verstehen.
Eine Antwort habe ich nicht erhalten.

Zwischenzeitlich waren wir uns auf einer Veranstaltung begegnet, haben uns kurz und distanziert begrüßt. Die Atmosphäre war jedoch schneidend kalt. Unter diesem Eindruck habe ich den Zwillingen die folgende Email geschrieben:
ich hatte immer noch das kleine Fünkchen Hoffnung, dass wir unseren Kontakt wieder auf die Reihe bringen könnten. Doch die eisige und ablehnende Stimmung während der Veranstaltung im Bürgerbahnhof hat mir diese Hoffnung genommen. Zwar habe ich es mir so gut wie gar nicht vorstellen können, dass wir uns je entzweien könnten, doch es ist geschehen. Die sprachliche wie nichtsprachliche Kommunikation zwischen uns ist zusammen gebrochen und liegt nun in Scherben. Die Brücken sind eingestürzt.
Ich stehe zu diesen Worten, die mir dennoch leid getan haben, weil ich trotz der Umstände nicht einzusehen vermag, dass eine so langjährige und in meinen Augen auch stabile Beziehung auseinander gehen kann, darf, . . . Das habe ich den Zwillingen auch geschrieben:
meine letzte Email habe ich Euch unter dem Einfluss unserer Begegnung im Bürgerbahnhof geschrieben, die für mich eisig und schmerzhaft war. Im Grunde möchte ich die Beziehung mit Euch gar nicht beenden.
Wenn Ihr genau so empfindet, so würde ich mich Eure Rückmeldung freuen.
Lieben Gruß
Eine Rückmeldung habe ich leider nicht erhalten - weder eine negative noch eine positive.

Ich habe bewusst nicht angerufen, weil ich Schuldzuweisung befürchtet hätte. Damit hätte ich nicht umgehen können. In solchen Fällen schreibe ich meine Gedanken und Gefühle lieber nieder und schicke sie den betroffenen Menschen.

Kommentare:

  1. hallo gerhard,
    deine freunde im internet anprangern finde auch nicht nett!!!

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  2. Ich habe eine Situation angeprangert, aber keine "Freunde", weil ich keine Namen genannt habe. Aber diese "Freunde" haben sich - wie ich in diesem Artikel geschildert habe - allen meinen Bemühungen auf ein Aufeinander-zugehen standhaft verweigert, so dass ich für mich keine andere Möglichkeit sah, als zu versuchen, meine noch nicht verarbeitete Enttäuschung hier in meinem Gedankenbuch ein wenig zu ordnen und zu verarbeiten.

    Ich bin nach wie vor offen, aber mittlerweile nicht mehr bereit, den ersten Schritt zu gehen.

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  3. hallo gerhard, (ich nochmal)
    wenn ich einer dieser zwillinge wäre und dein beitrag lese, würde ich auch nichts von mir hören lassen!
    denn es liest sich: "ihr habt schuld, ich nicht". ich glaube, nachdem ich einiges von dir gelesen hebe,
    das du in deiner eigene welt lebst (inseldasein)
    schade das ich die zwillinge nicht fragen kann, wie sie die sache beurteilen.
    denn man muß immer in einem koflikt die 2. seite anhören, sonst ist es einseitig.

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  4. Über Nachricht an Gerhard in der Seitenleiste meines Blogs kannst Du die Zwillinge gerne anschreiben. Ich werde Deine Nachricht unzensiert und unkommentiert an die Zwillinge weiterleiten. So kannst Du deren Sichtweise kennen lernen.

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  5. Eins frage ich mich schon: Warum lebe ich in einer "eigenen Welt" (klingt für mich in Richtung Schizophrenie und Asozial - auf jeden Fall negativ), wenn ich eine eigene Meinung habe und sie auch äußere und wenn ich mich dagegen wehre und es mich verletzt, wenn ich nicht ernst genommen werde? Wenn ich nicht so funktioniere, wie andere es von mir erwarten, so darf ich mich dagegen wehren und es auch aussprechen. Und wenn die Betroffenen mich konsequent ignorieren, bleibt mir keine andere Wahl außer Verdrängung.

    "sonst ist es einseitig": Klar ist mein Artikel einseitig, weil ich von mir und meinen Gefühlen und Gedanken schreiben und nicht von denen anderer.

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  6. Ich habe noch einmal versucht, wieder auf die Zwillinge zuzugehen. Doch eine Rückmeldung habe ich leider nicht erhalten. Ihre schweigende Trennung von mir ging von der Frage aus: "Wäret ihr wieder auf mich zugegangen, wenn ich nicht auf euch zugegangen wäre?" Eine Frage, auf die mir ein Ja bzw. Nein gereicht hätte - vielleicht noch ergänzt um eine kurze Erläuterung.

    So kann ich nur davon ausgehen, dass vieles hinter dieser Trennung steckt, was nie ausgesprochen wurde; oder sie sich von gewissen Menschen haben drängen lassen, mir nur noch den Rücken zu zeigen. Vielleicht sind es aber auch Gründe, die mir nicht in den Sinn kommen.

    Noch zwei Anmerkungen zu den zwei anonymen Kommentaren vom 28. März:
    => Ich habe meine Freunde ganz und gar nicht im Internet angeprangert, sondern ihre Anonymität gewahrt.
    => Ich hatte Dir angeboten, die Zwillinge selbst zu fragen. Mein Angebot steht nach wie vor, Deine Nachricht unzensiert und unkommentiert an die Zwillinge weiter zu leiten.

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  7. Ihren Geburtstag habe ich zum Anlass eines neuen Versuches genommen, wieder mit den Zwillingen ins Reine zu kommen; doch leider vergeblich. Ich kann nach wie vor nicht verstehen, warum eine einfache Frage zum Bruch einer Beziehung führen kann, die ich noch als Freundschaft gesehen habe. Eine Frage von mehreren, die ich zwar aus meiner Sicht meine beantworten zu können, doch stimmt meine Antwort bestimmt nicht mit der Antwort der Zwillinge überein.
    Erfahrungen prägen. Tiefe Erfahrungen prägen tief. Loslassen war (leider?) noch nie meine Stärke.

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  8. Manchmal ist es sinnvoll, Situationen oder Menschen los zu lassen. Doch manchmal höhlt "steter Tropfen" den Stein. So auch in der Beziehung zu den Zwillingen. Nach über einem Jahr haben wir wieder Kontakt miteinander und konnten das Problem zwar nicht lösen, aber im Sinne einer Freundschaft von ihm los lassen.

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