Mittwoch, 12. März 2014

Eine nachhaltige Niederlage


Vor etwa zwei Wochen habe ich bereits darüber berichtet, dass ich bald in Rente gehen werde. Mittlerweile habe ich meinen Rentenantrag gestellt. Mein Rente werde ich ab 1. Juli beziehen.

Dieser Wechsel von der Arbeitslosigkeit in die Rente empfinde ich auch als eine einschneidende (im wahrsten Sinne des Wortes) Niederlage. Zwanzig Jahre Kampf um meinen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Das sind etwa zweitausend Absagen. Ich habe erst sehr, sehr spät von meiner Hoffnung los gelassen, wieder Fuß im Berufsleben zu fassen. Die Arbeitgeber haben gegen mich gewonnen. Und der Staat ebenfalls, der mich mit Hartz IV nur knapp hat überleben lassen. Ich habe schon öfter direkt und indirekt darauf hingewiesen, dass ich ausgebrannt bin, doch wirklich ernst in diesem Gefühl hat mich niemand genommen. Damit rechne auch nicht mehr (ob das wirklich die ganze Wahrheit ist?), weil ich es schon zu lange gewohnt bin, mein Leben allein auf mich gestellt zu managen. Manches Mal frage ich mich sogar, in wie weit ich überhaupt noch imstande bin, mich intensiv auf einen anderen Menschen einzulassen.

Als altes und unkaputtbares Steh-auf-Männchen werde ich mein Leben keineswegs wegwerfen. Und mein Leben besteht nicht nur aus meinem Körper, sondern auch aus meinen Gefühlen und meinen Gedanken. Und auch meine kritische Denkweise werde ich nicht in Rente schicken - was im übrigen genau so undurchführbar wäre wie meine Zunge im Zaum zu halten.

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