Samstag, 21. Dezember 2013

Miteinander vertraut sein


Einige wenige Menschen gab es in meinem Leben, mit denen ich sehr vertraut war. Es war mit ihnen, als würden wir uns aus einem früheren Leben kennen, in dem wir schon ein inniges und vertrauensvolles Miteinander gepflegt hatten. Doch waren das Vertrautheiten, die von Anfang an lebendig vorhanden waren und nicht erst wachsen mussten. Das weitere Miteinander hat sie jedoch gefestigt. Dennoch haben sich diese vertrauten Menschen wieder von mir verabschiedet. Und immer gingen dem Missverständnisse, Schwierigkeiten in der Kommunikation, Unfähigkeiten voraus, die nicht mehr ins Lot gebracht werden konnten. Es geschah nie "von heute auf morgen":

Ich vermag die Gründe nicht konkret nachzuvollziehen, warum es mir heute offensichtlich nicht mehr möglich ist, solchen Menschen zu begegnen. Möglicherweise hängt es mit "meinem" Alter zusammen, in dem man/frau Erfahrungen gemacht hat, die man nicht noch einmal machen will und man sich lieber nicht einlässt als enttäuscht zu werden. Doch das Alter ist bestimmt nicht der einzige Grund.

Für das spielerische und ungezwungene Aufeinander-Zugehen fehlen (nur mir?) die entsprechenden Menschen und der beständige Kontakt - wie es seinerzeit in der Schule und den verschiedenen Gruppen gegeben war. Die Vereinzelung nimmt zu. Und viele Kontakte zu haben hat bei weitem nichts mit Freundschaften oder gar vertrauten Menschen zu tun.

Es mag mit mir zu tun haben, dass bei vertrauten Menschen die Vertrautheit, das Vertrauen und die Vertrauenswürdigkeit an Anfang an lebendig waren. Für mein Heute und mein Morgen habe ich auf Grund zu vieler Enttäuschungen den Glauben an die Menschen verloren, die mir vertraut sein könnten - auch wenn diese Vertrautheit sehr viel mit Seelenverwandtschaft zu tun hat. Und Vertrauen und damit Vertrautheit aufzubauen - so alt kann ich wohl nicht werden. Doch abfinden kann ich mich damit nicht, weil ich nicht imstande bin und es auch nicht will: mein Leben aufzugeben. Und so hoffe und arbeite ich weiter daran, wieder eine vertraute Seele zu finden - in welchem Rahmen auch immer.

Kommentare:

  1. Hallo Gerhard,

    als "stiller" Mitleser Deiner Gedanken melde ich mich heute zu deinen Zeilen, welche mir sehr "vertraut" vorkommen. Auch in meinem jungen Leben durfte ich ähnliche Erfahrungen machen. Begegnungen und ein vertrauensvolles Miteinander, das Gefühl sich schon ewig zu kennen und doch trennen sich diese Wege. Was entnehme ich daraus? Durch jene Begegnungen und auch "Seelenverwandtschaften" bin ich zu dem Mensch geworden, der ich heute bin. Durch sie habe ich teils erfahren, was in mir steckt und habe mich weiterentwickelt. Wunden wurden geöffnet aber auch dadurch geheilt. Ist dieser Lernprozess und Begleitung des Weges abgeschlossen, trennen sich scheinbar die Wege.

    Wir Menschen verändern uns und das Leben und das Schicksal mit uns. Einem Menschen zu vertrauen, bedeutet gleichsam nicht für mich, dass dieser Mensch mich mein ganzes Leben lang begleitet, sondern nur gewisse Lebensstufen. Mit dieser persönlichen Einstellung lebe ich besser. Und wenn ein Mensch mich noch so verletzt und erniedrigt hat, dann dann nur, weil dieser Mensch sich selber in sich klein und erniedrigt fühlt diese dann auf sein Umfeld projeziert, Sicherlich gab es auch Momente, da hatte ich den Glauben an den Menschen verloren, doch irgendetwas in mir sagte, dass ich dieses Leben nicht aufgeben darf...

    Diese Zeilen verhelfen Dir eventuell nicht, zeigen Dir aber mitunter auf, dass es noch andere Menschen gibt, die ähnlich wie Du denken und Lebenserfahrungen haben sammeln dürfen.

    Ich werde auch an diesen stillen und gesonderten Tagen an Menschen wie Dich denken und eine Kerze anzünden.

    Herzlichen Gruss,
    Diana Emilia







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  2. Liebe Diana,

    ich danke Dir herzlich für Deine persönlichen Worte.

    "Diese Zeilen verhelfen Dir eventuell nicht, zeigen Dir aber mitunter auf, dass es noch andere Menschen gibt, die ähnlich wie Du denken und Lebenserfahrungen haben sammeln dürfen."
    Genau das möchte ich mit meinem Gedankenbuch erreichen: sich austauschen und nicht klug daher reden.

    Und für die Kerze mein besonderes Dankeschön.

    Lieben Gruß
    von Gerhard

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