Sonntag, 13. Oktober 2013

Eine grundlegende Armut in unserem reichen Deutschland


Schon seit vielen Jahrzehnten begegne ich in Wuppertal-Elberfeld immer wieder einem jungen Bettler, dem das Leben nicht wohl gesonnen ist. Ich habe ihn mal sehr vorsichtig nach den Gründen seines Schicksals gefragt; doch er möchte darüber nicht reden. Das muss ich akzeptieren und das akzeptiere ich auch, obwohl ich sehr gerne von seinem Lebenshintergrund erfahren würde, um zu wissen, wie er in diese Lage gekommen ist. Er hat sich sein Leben bestimmt nicht in dieser Art und Weise gewünscht noch ausgesucht. Diesem Menschen gebe ich sehr gerne hin und wieder ein oder zwei Euro oder schenke ihm etwas zu essen und zu trinken. In diesem Jahr hat ihm ein Mensch eine Daunenjacke geschenkt, über die er sich riesig gefreut hat - eine Freude, die den meisten von uns fremd ist, weil sich viele Menschen eine Daunenjacke oder ein oder mehrere Kleidungsstücke "im Vorbeigehen" leisten (können). Ich finde, dass dieser Mensch sehr viel Mut hat, schon seit so vielen Jahrzehnten im selben Ort und oft an derselben Stelle immer wieder um eine Spende zu bitten. Und er bettelt nicht, sondern er bittet in bescheidener und freundlicher Art um eine "kleine" Spende. Und wenn ich ihm mal nichts geben kann, entschuldigt er sich. Ich habe ihm mal gesagt, dass er sich dafür nicht entschuldigen müsse; doch diese Entschuldigung ist ihm - wie er mir antwortete - sehr wichtig.

Auch andere Menschen sprechen mich immer wieder um eine Spende an. Doch ich kann und will nicht jedem geben, weil ich im Grunde weder Geld zum Spenden übrig habe noch ich in vielen Fällen weiß, wie ich diese bettelnden Menschen einschätzen soll bzw. kann.

Während viele Menschen in diesem unseren Land um ihr Leben bzw. Überleben offen oder versteckt betteln und kämpfen müssen, gibt es eine Kaste von elitären Männern und Frauen, die straffrei zocken und Firmen vorsätzlich in den Konkurs treiben oder an Privatinvestoren verhökern und damit tausende von Menschen jeden Alters in die Armut zwingen dürfen. Dieses Pack darf so gut wie straffrei seine Verbrechen verüben, ohne dass ein Staatsanwalt sie ernsthaft und konsequent anklagt. Und die Politiker tun erst rechts nichts, weil sie tatsächlich nicht für "ihr" Volk arbeiten, sondern für ihre "geheimen" Auftraggeber in Wirtschaft, Banken, Industrie, Versicherungen und Rüstungsindustrie. Für diese Leute wäre Guantanamo noch eine zu milde Strafe.

Es dürfte sich mittlerweile bis in die letzte Ecke der kleinsten Hütte herum gesprochen haben, dass Armut (nicht nur) hier in Deutschland kein persönliches Schicksal ist, sondern von den politisch und wirtschaftlich Mächtigen bewusst so gewollt ist, um ihre Macht zu erhalten und auszubauen. Finanziell schwache Menschen sind leichter zu erpressen und auszubeuten (z.B. Niedriglohnsektor) als Menschen, die über viel Geld verfügen oder sogar im Geld schwimmen.

Wer das leugnet, ist entweder dumm oder ein Lügner. Und wer will sich schon als dumm oder Lügner bezeichnen lassen!?!

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