Dienstag, 22. Oktober 2013

Arbeitslose reinigen den Kölner Dom


In einem einzigartigen Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Jobcenter Köln wollen beide Einrichtungen versuchen, die Arbeitslosigkeit im Raum Köln zu senken. So ist geplant, Langzeitarbeitslose zur Reinigung des in die Jahre gekommenen Kölner Doms zu verpflichten. Dieses Projekt ist genau wie das Schicksal der Langzeitarbeitslosen auf einen langen Zeitraum geplant - im Augenblick ist nach einer vorsichtigen Schätzung die Rede von fünf bis acht Jahren.

Diese Maßnahme würde etwa 1.000 bis 2.000 Langzeitarbeitslose aus der Statistik bereinigen, womit Stadt und Jobcenter Köln sich ein soziales Marketing schaffen würden. Doch was wäre eine Maßnahme der öffentlichen Hand ohne die privaten und öffentlichen Unternehmer (vom Kölschen Klüngel haben jetzt andere geredet), die sich auf diesem Wege erhebliche steuerliche Vorteile und kostenlose Werbung in Sachen soziale Verpflichtung der Unternehmer versprechen.

Gedacht ist an Langzeitarbeitslose aus Bau und Bau verwandten Berufen und an kaufmännische Angestellte, die mal "etwas Neues" machen und ihre "Flexibilität" unter Beweis stellen wollen. Selbstverständlich werden auch langzeitarbeitslose Frauen verpflichtet - die Männer-Frauen-Quote soll sich bei 1 : 1 einpendeln. Begleitet wird dieses Arbeitsplatz schaffende Projekt vom Westdeutschen Rundfunk, der in seinen regionalen und überregionalen Sendungen regelmäßig darüber berichten wird.

Ich wünsche allen Beteiligten an diesem Projekt viel Erfolg. Bedauerlich aus meiner Sicht: Leider hat Solingen keinen Kölner Dom, der einer solchen Reinigung bedarf.

(rechtsvorsorgliche Fußnote: Dieser Eintrag ist eine Satire.)

Kommentare:

  1. (rechtsvorsorgliche Fußnote: Dieser Eintrag ist eine Satire.)
    ich habe zuerst geglaubt, sie meinten es ernst.

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  2. Hallo Max,

    willkommen auf meinem Gedankenbuch und danke schön für Deinen Kommentar.

    Es gibt bestimmt gewisse Kreise und Leute, die diesen Vorschlag ernsthaft ins Gespräch bringen und von den Medien entsprechende Öffentlichkeit bekommen würden. Aber nach zwanzig Jahren unverschuldeter Arbeitslosigkeit kann ich meine Lage oft nur noch satirisch und mit Zynismus aushalten.

    Besten Gruß
    von Gerhard

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