Mittwoch, 29. Mai 2013

Ein kindlicher Berufswunsch


Ich bin in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen und war bis etwa vierzehn Jahren auch katholisch ausgerichtet. So war ich Messdiener, weil ich an Gott glaubte und für ihn da sein wollte. Der Begriff  "dienen" war mir allerdings von Kindheit an fremd. In dieser Zeit entstand aus meinem chronischen Rheuma heraus der Wunsch, später einmal Priester zu werden, weil ich fest daran glaubte, dass nur Gott mich von meinen rheumatischen Schmerzen befreien könne.

Später reichte mir der Beruf des Priesters nicht mehr und ich wollte Bischof werden (so gut hat die katholische Erziehung - oder sollte ich besser sagen Verziehung - gewirkt). Gerade mein Vater hat mir in dieser Zeit immer wieder geduldig zu erklären versucht, dass ich nicht sofort Bischof werden könne, sondern zuerst einige Jahre Priester sein müsse. Das wollte aber einfach nicht in meinem kindlichen Kopf, weil ich nicht verstand, warum ich denn erst einen anderen Beruf (Priester) ausüben muss, bevor ich mir dann meinen eigentlichen Beruf (Bischof) erfüllen könne. Und so hatte ich mich seinerzeit als Lösung entschieden, dass ich dann einfach Priester-Bischof würde. Noch heute muss ich über diese kindliche Denkweise schmunzeln.

Und was ist dann letztlich beruflich aus mir geworden? Ich habe einen Beruf wählen müssen, den ich mir nie gewünscht hatte und habe.

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