Samstag, 25. Mai 2013

20 Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen - Solingen zeigt Toleranz und Vielfalt


Am 29. Mai 2013 jährt sich zum 20. Mal der grausame Brandanschlag auf das Wohnhaus der Familie Genc an der Unteren Wernerstraße in Solingen. Dieser Anschlag löschte das Leben von zwei jungen Frauen und drei Mädchen aus. Es war ein Schock für die Solinger Menschen. Und ich erinnere mich noch sehr nah an die angespannte Stimmung jener Tage: Polizeikontrollen an allen Solinger Zufahrtsstraßen, besetzte Straßenkreuzungen und Steine, die während eines Solidaritätskonzertes über meinen Kopf flogen.

Doch konnte uns Solinger Menschen diese brutale und hinterhältige Tat nicht in diese Gewalt hineinziehen. In einer Stadt mit über 130 Nationen haben wir es über all die Jahre geschafft, von Toleranz und Vielfalt nicht nur zu reden, sondern sie aktiv zu leben.

Schon seit Wochen finden hier in Solingen vielfältige Veranstaltungen und Aktionen zum Gedenken an diesen erschütternden Tag von vor 20 Jahren statt. Dazu zählte auch die bundesweite Demonstration unter dem Motto "Das Problem heißt Rassismus", bei der am Samstag, 25. Mai 2013, nahezu 2.000 Antifaschisten und Antirassisten in einer friedlichen, lautstarken und eindrucksvoll Demonstration durch die Solinger Innenstadt zogen. Die rund dreistündige Demonstration machte einen ersten Halt am Solinger Rathaus mit drei Redebeiträgen. Dann zog der Zug weiter zur Unteren Wernerstraße. Dort wurde nach einem Redebeitrag eine Schweigeminute für die dort ermordeten Türkinnen eingelegt. Es waren für mich sehr bewegende auf aufrührende Minuten an dieser Stelle des ehemaligen Wohnhauses der Familie Genc, weil mir meine damaligen Gefühle von Erschütterung, Wut und Trauer wieder so nah waren wie vor zwanzig Jahren. Von der Unteren Wernerstraße ging es zum Neumarkt, wo die Abschlusskundgebung und ein Abschlusskonzert stattfanden.

Fast 2.000 Menschen in einem Demonstrationszug gegen Rassismus und Fremdenhass und für Toleranz und Vielfalt - ein sehr beeindruckendes und bestimmt auch nachhaltiges Ereignis für Solingen.

Meine Eindrücke habe ich in einigen Bilder fest gehalten:










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