Dienstag, 30. April 2013

Mein Opa


An meinen Opa mütterlicherseits erinnere ich mich immer gerne wieder. Die nachhaltigste Erinnerung ist an eine kleine grüne Gießkanne, die er mir mal geschenkt hat. Diese Erinnerung hat sich mir vermutlich deshalb so eingebrannt wegen ihrer Symbolkraft Ich nehme dich aktiv wahr. Leider ist dieser Opa (mein Opa väterlicherseits lebte bei meiner Geburt schon nicht mehr) sehr früh von mir gegangen. Ich glaube, ich war bei seinem Tod etwa fünf Jahre jung. Seinen Charakter würde ich bezeichnen mit "Rauhe Schale und weicher Kern". So habe ich außer diesen warmen Gefühlen für ihn keine weiteren Erinnerungen. Doch sind diese "wenigen" Erinnerungen für mich weitaus wertvoller als die Erinnerungen an so manch einen anderen Menschen.

Erst viele Jahre später habe ich meine Trauer über seinen Tod richtig gespürt, weil er für mich ein Mensch war bzw. hätte gewesen sein können, der mich mit seinen Lebenserfahrungen freundschaftlich und loyal durch mein Leben hätte begleiten können. Und der sich für mein Leben genau so ernsthaft interessiert hätte wie ich mich für sein Leben. Der mir kein Zeigefinger-Erwachsener hätte sein können, sondern ein lebenserfahrener Mensch, von dem ich durch Zuhören, Austausch auf Augenhöhe und sein gelebtes und erlebtes Leben hätte sehr Vieles lernen können. Seitdem habe ich mir immer wieder einen solchen Menschen gewünscht, aber keinen gefunden. Und zu den wenigen Menschen, die einige Jahrzehnte älter waren als ich und zu denen ich mir eine solche Freundschaft gewünscht hätte, war der Aufbau einer solchen vertrauensvollen Freundschaft - aus welchen Gründen auch immer - nicht möglich.

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