Montag, 22. April 2013

Eine Jugend ohne Stress


Gerade während meiner Busfahrten bekomme ich immer wieder Gespräche zwischen Schülern mit, in denen sie sich über all ihre Aktivitäten austauschen: eine Schulzeit, die jedem Arbeitnehmer zur Ehre gereichen würde, dann noch Schularbeiten, in den Sportverein, zum Musikunterricht oder zu einem anderen "Hobby". Und wo bleibt da die Freizeit? Wo können sich diese Schüler von der Schule erholen? Wo bleibt die nötige Zeit, Freundschaften ohne Schulstress zu pflegen?

Ich möchte hier einen Spruch mit langem Zopf anführen: "Früher war alles anders bzw. besser." In dieser Allgemeinheit gilt dieser Spruch bestimmt nicht, weil es zu allen Zeiten Menschen gab und bedauerlicherweise auch geben wird, die in ihrem Leben leider(!) mehr Leid ertragen müssen als Freude empfinden zu dürfen und zu können. Doch in einem Punkt gilt dieser Spruch uneingeschränkt: für meine Schulzeit. Um 13:05 Uhr war zu meiner Zeit auf dem Gymnasium Schulschluss für alle Klassen! Für heutige Schüler wahrscheinlich unvorstellbar. Und selbst Hausaufgaben hatten wir oft nicht auf oder sie hielten sich in einem Rahmen, in dem wir noch sehr viel Freizeit hatten, um raus zu gehen, was zu unternehmen, durch die Natur zu streifen und Freundschaften ohne Stress pflegen zu können.

So weit ich das beurteilen kann, fehlt den Schülern heute sehr viel Zeit zur Muße, zum Innehalten und zum Durchatmen. Sie werden auf ein leistungsorientiertes Verhalten im Beruf vorbereitet und nicht auf ein Leben, in dem es neben dem Beruf auch noch das Leben gibt, in dem man all die Dinge - zumindest weit gehend - tun und machen kann, die einem selbst und den Mitmenschen Spaß machen. So gesehen denke ich sehr gerne an meine Jugend zurück und möchte manch einem Schüler von heute ein Stück davon schenken.

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