Samstag, 12. Januar 2013

Kindheit


Materiell habe ich in meinem Leben herzlich wenig erreicht oder in anderen Worten "auf die Beine" gestellt. Es ging immer gerade so eben. Und seit vielen Jahren geht es nur noch auf Sparflamme. Das heißt in nur zwei Stichpunkten: keine Kultur mehr, kein Urlaub mehr. Und wer sich das noch gönnen kann und sein Herz am rechten Fleck behalten hat, kann vielleicht nachfühlen, wie es in mir aussieht.

Eins allerdings habe ich erreicht bzw. "auf meine Beine" stellen können: Ich habe schon mein Leben lang Probleme mit den vom Alter her Erwachsenen, die charakterlich und oft auch geistig offensichtlich selbst ihre Kindheit übersprungen haben. Oder sie haben sie entsorgt, weil sie meinen, ihre Kindheit sei endlich erledigte Vergangenheit und sie müssten jetzt nun "erwachsen" sein.

Darum war es mir immer ein Anliegen, das Kind in mir zu pflegen und in keine Ecke zu stellen. Das war und ist zwar nicht immer leicht in einer Welt, die überwiegend auf finanziellen und materiellen Erfolg gebaut ist und in der - trotz mittlerweile einer fast ein Vierteljahrhundert dauernden Massenarbeitslosigkeit - (lang)zeitarbeitslose Menschen nach wie vor um Anerkennung kämpfen müssen. Ich sehe durchaus, dass meine charakterlichen und geistigen Qualitäten Anerkennung finden. Sie werden aber oft durch meinen finanziellen Mangel angeknackst, weil ich nur wenig unternehmen kann.

Trotz all dieser Schwierigkeiten und oft Schikanen schaffe ich es immer wieder, das Kind in mir nicht nur zu pflegen, sondern auch zu leben. Und darauf bin ich stolz!

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