Sonntag, 6. Januar 2013

Die Fähigkeit, Irrtümer einzugestehen


Neu ist es nicht gerade, dass wir Menschen sehr gut unsere guten Seiten hervor kehren, selbst wenn wir übertreiben müssen, was mit dem nötigen Humor ja noch ganz lustig und ehrlich sein kann. Aber wenn es darum geht, Fehler oder Irrtümer zu zu geben, so herrscht meistens Schweigen. Ich hatte noch nie Probleme, Fehler und Irrtümer gegenüber den Menschen offen einzugestehen, bei denen ich mich geirrt oder einen Fehler begangen habe. Um nur zwei Beispiele zu nennen: In meiner Zeit auf dem Gymnasium habe ich zwei Lehrer heftig angegriffen - in Worten natürlich. Daraufhin wurde ich von der Klasse dafür kritisiert und ich konnte es einsehen. In der nächsten Stunde bin ich dann jeweils zu Unterrichtsbeginn aufgestanden und habe mich entschuldigt. Beide Lehrer meinten, das sei doch vor der Klasse nicht nötig gewesen. Ich hätte das doch unter vier Augen machen können. Und ich habe beiden mit drei Fragezeichen in meinem Augen geantwortet: "Warum denn? Ich habe sie vor der Klasse beleidigt, also entschuldige ich mich auch vor demselben Publikum - zumal die Klasse mich für mein beleidigendes Verhalten kritisiert hat."

In meinen zwanzig arbeitslosen Jahren musste ich mir immer wieder durchaus ehrlich gemeinte Sprüche anhören wie "Gibt nicht auf, du findest bestimmt noch eine Stelle." und andere Wortzusammenstellungen. Mit einer Reihe von diesen Menschen habe ich heute noch Kontakt. Doch keiner hat den Mut gefunden, mir einfach zu sagen "Scheiße, da habe ich mich geirrt." oder "Upps -da lag ich ja voll daneben". Es gibt noch so viele andere Wortzusammenstellungen. Auf eine Entschuldigung wäre es mir dabei auch gar nicht angekommen, sondern nur darum, dass diese Menschen mir zeigen, dass sie sich an ihre Worte erinnern und mich ernst nehmen.

Aber nein - das wird alles lieber unter den Teppich gekehrt. Wie ich damit klar komme, interessiert niemanden. Eine sehr gute Freundin hat mir im Gespräch mal diese Lebensweisheit gesagt: "Wie reden Menschen miteinander? Sie reden aneinander vorbei." Von solchen Menschen nehme ich Abstand. Das hat zwangsweise zur Folge, dass nur wenige Menschen übrig bleiben.

Kommentare:

  1. Lieber Gerhard,

    ich wundere mich eigentlich, was das soll?...

    Auf den Photos in Ihrem Profil kommen Sie als ein sehr netter und sympatischer Mensch rüber und in Ihren Blogbeiträgen hören Sie gar nicht auf zu jammern!...
    Google+ ist schlecht, weil keiner auf Sie dort reagiert und die Menschen, die Sie kennen, entschuldigen sich nicht dafür, dass sie Ihnen einst Mut machen wollten.

    Ich möchte Sie fragen, wie viele Kommentare unter den Beiträgen Anderer haben Sie auf G+ hinterlassen?
    Und was würden Sie einem Freund oder einem Bekannten, die grade auf der Arbeitssuche sind, sagen, wenn Sie ihn oder sie motivieren möchten?

    Ich schreibe hier anonym (weil ich im Netz generell nicht gerne meinen Namen preisgebe), aber ich sage Ihnen offen und ehrlich - Sie müssten an Ihrer inneren Einstellung arbeiten und weniger Negatives (davon haben wir alle in unseren Leben auch so genug), sondern etwas Positives, auch wenn einen Kleinen aber einen Funken Hoffnung verbreiten!
    Mit Ihrem Blog sind Sie in der Öffentlichkeit, dann helfen Sie doch bitte sie schöner und angenehmer für jedermann/frau zu machen, in dem Sie ihren Blick auf das Gute im Alltag und in den Menschen lenken.

    Mit warmen und freundlichen Grüßen
    MK

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  2. Hallo MK,

    in der Regel antworte ich, aber das ist mir nicht möglich, wenn mir vorgeworfen wird, ich würde nur jammern. Vielleicht solltest Du meine Blogeinträge nicht überfliegen, sondern aufmerksam lesen. In diesen Einträgen steckt so viel Lebensbejahendes. Dazu muss man nicht einmal Einfühlungsvermögen haben oder zwischen den Zeilen lesen können.

    Und Menschen, die mir in ihrer Überheblichkeit "empfehlen", ich müsse etwas an meiner inneren Einstellung ändern, sollten sich überlegen, ob ihre eigene Einstellung wirklich so gesund und menschenfreundlich ist, wie sie meinen: Leben ist keine reine Theorie, Leben ist vor allem Praxis - sprich: gelebtes Leben. Offensichtlich hast Du in diesem Zusammenhang diesen Eintrag gar nicht oder nur oberflächlich gelesen.

    Wenn Du meine Kommentare in Google+ lesen würdest, hättest Du diese Frage gar nicht erst gestellt.
    Dasselbe gilt für meine Blogeinträge.

    Besten Gruß
    Gerhard

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  3. Nachtrag für MK und alle, die mir "jammern" vorwerfen und der Überzeugung sind, meine Probleme lägen einzig und allein an meiner falschen inneren Einstellung

    In einer früheren Beziehung habe ich bei Problemen zwischen mir und meiner damaligen Freundin immer versucht, die Angelegenheit vom Kopf her mit Diskutieren zu lösen und bin dabei fast immer auf den Bauch gefallen. Dabei wäre die beste Lösung die einfachste gewesen: Meine damalige Freundin einfach in die Arme zu nehmen und zu trösten. Das hätte durchaus ein anschließendes Gespräch in entspannter Atmosphäre nicht ausgeschlossen - sofern es dann überhaupt noch nötig gewesen wäre.

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