Dienstag, 2. Oktober 2012

Aufrüstung gegen die Langzeitarbeitslosen


Nach dem tödlichen Messerangriff im Jobcenter Neuss wird mit Polizei und Sicherheitsdiensten gegen die Langzeitarbeitslosen aufgerüstet. Es gibt im Laufe eines Jahres Millionen von Beratungsgesprächen mit Langzeitarbeitslosen, die zwar nicht immer friedlich ablaufen, aber höchst selten mit Körperverletzung oder gar tödlichem Ausgang. Dieser eine Vorfall in Neuss wird jetzt von den politisch Verantwortlichen ganz im Sinne ihrer Hintermänner in Industrie, Banken und Wirtschaft rücksichtslos dazu ausgenutzt, ihre eigene Verantwortung auf die Langzeitarbeitslosen ab zu wälzen. Damit wird ein weiterer konsequenter Schritt - unauffällig und hinterrücks - gegangen, um die Menschen verachtenden und zynischen Hartz-Gesetze zu verschärfen.

Wer spricht denn im Zusammenhang mit dem Mord an einer Mitarbeiterin des Neusser Jobcenters von den vielen Millionen Langzeitarbeitslosen, ihren Angehörigen und Familien, die tagtäglich mit viel zu niedrigen Hartz IV-Regelsätzen und ohne Gewalt sich und ihre Angehörigen mit hohem Nervenaufwand durch ihr Leben bringen? Hier sind in erster Linie die Medien gefordert, viel mehr von diesen Menschen und ihrem täglichen Überlebenskampf zu berichten und die politisch Verantwortlich an ihre Sozialpflicht des Grundgesetzes zu erinnern, den Menschen ein würdiges und lebenswertes Leben zu sichern. Und die Medien haben die Macht, die politisch und wirtschaftlich Mächtigen unter Druck zu setzen.

Seit dem 1. Januar 2003 - also bereits seit fast zehn Jahren - gibt es die Hartz-Gesetze. Sie wurden mit Unterstützung und Hilfe der Gewerkschaften, deren Vertreter in der Hartz-Kommission saßen, auf den Weg gebracht und bis heute unterstützt. Damals kam keine DGB-Gewerkschaft auf den Gedanken, ihre mehr als sieben Millionen Mitglieder gegen dieses miese Gesetzeswerk zu organisieren und machtvoll auf die Straße zu gehen. Und auch heute noch sind den Gewerkschaften "ihre" Arbeitslosen nur auf dem Papier etwas wert. Der Mord im Jobcenter Neuss wäre für die Gewerkschaften eine hervorragende Möglichkeit zu beweisen, dass sie nicht nur in Worten, sondern auch in Taten auf Seiten der Langzeitarbeitslosen stehen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Gerhard!

    Ehm... Die Medien sollen darüber berichten? Das können sie gar nicht, da zu viele Politiker bei denen z. B. im Aufsichtsrat oder so sitzen! Da könnten sie ja gleich dicht machen.

    Nein, so etwas bleibt uns überlassen. Wir müßen das schon selbst übernehmen, z. B. wie du oder auch ab und zu ich in einem Blog! Leider ist es allerdings so, daß die meisten Leute eben nicht auf ein Blog kommen. Da wird die BILD oder so gelesen und der dort stehende Unfug auch noch für bare Münze genommen, da die meisten Leute leider zu sehr auf ihre Politiker und deren Schundblätter hören! :-(

    Ich durfte übrigens durch meine Statistik feststellen, daß solche Artikel nicht oft gelesen werden. Alles möglich scheint wichtiger zu sein, aber unsere Politiker kann ich doch nicht auf diese Art und Weise angehen. Das kann ja nicht sein, daß irgend so ein kleines Lichten wie ich die Wahrheit auf seinem Blog veröffentlicht. Mach ich aber trotzdem immer wieder gerne, vielleicht begreift ja irgendwann die Tatsachen.

    Übrigens: Das Captcha hier ist grauenhaft! :-O

    Grüße aus TmoWizard's Castle zu Augsburg

    Mike, TmoWizard

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