Sonntag, 9. September 2012

Christoph Butterwegge: Zehn Jahre Verarmung und Verelendung von Millionen Menschen


In einem Kommentar in der ver.di-Mitgliederzeitung ver.di publik Nr. 06/2012 schreibt Dr. Christoph Butterwegge - Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln - zum zehnten Jahrestag der Menschen verachtenden und zynischen Hartz-Gesetze unter anderem:
". . . Stattdessen machte die sogenannte Hartz-Kommission als Ursachen der Massenarbeitslosigkeit das Fehlverhalten einzelner Bürgerinnen und Bürger und bürokratische Schwerfälligkeiten der Arbeitsverwaltung ausfindig. So untermauerte sie das verbreitete Vorurteil, dass die Betroffenen ihr Schicksal letztendlich selbst verschulden, weil sie zu faul seien, zu wenig Eigeninitiative entfalteten und nur deshalb keine Arbeitsstelle fänden.
. . . . .
Das stark an "Zuckerbrot und Peitsche" erinnernde Doppelmotto "Fördern und Fordern" , unter dem Hartz IV steht, wurde praktisch nur in seinem letzten Teil eingelöst: Nie war der Druck auf Erwerbslose, aber indirekt auch auf alle Beschäftigten und ihre Gewerkschaften größer. . ."
Der sehr lesenswerte Kommentar ist vollständig an dieser Stelle zu lesen.

Gerade in den letzten Wochen bin ich wiederholt wegen meiner kritischen Äußerungen zu Hartz IV und meinem persönlichen Umgang damit abgestempelt und als Schwarzmaler und Pessimist hingestellt worden. Diesen Menschen möchte ich sehr gerne nahe legen, auf solche herablassenden Allgemeinplätze zu verzichten und sich stattdessen mit mir auszutauschen: Das heißt, mir wertfrei von ihren eigenen und persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Krisensituationen zu erzählen. Das wäre ein achtungsvoller Umgang miteinander, der zudem ein gegenseitiges Lernen ermöglichen würde.

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