Samstag, 9. Juni 2012

Schutz der Persönlichkeit im Netz


Schon seit geraumer Zeit ist der Datenschutz im Netz ein Dauerbrenner. Dabei werde ich das Gefühl nicht los, dass man auf seine Daten im Netz sehr gut aufpassen solle, dieser Schutz aber im realen Leben nur eine untergeordnete Rolle spielt. Denn was Menschen im realen Leben alles so von sich preis geben, hat mit Datenschutz - und Datenschutz ist Persönlichkeitsschutz - kaum etwas zu tun. Ich denke spontan an all die Handy-Telefonierer(innen), die für alle Anwesenden laut und deutlich ihr persönliches Leben veröffentlichen.

Ich gebe zu, dass man in Internet vorsichtig sein muss mit der Veröffentlichung persönlicher Daten. Und man muss dabei auch sehr umsichtig sein. So schreibe ich offen und ehrlich in meinem Blog über meine Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen finanziellen und zwischenmenschlichen Problemen. Nachteile sind mir dadurch bisher keine entstanden. Das mag damit zusammen hängen, dass ich sehr bewusst und authentisch lebe - oder in anderen Worten: Ich stelle nur persönliche Daten ins Internet, die ich auch verantworten kann.

Bei dieser ganzen Datenschutz-Diskussion bleibt in meinen Augen ein Gesichtspunkt vollkommen außen vor: Aus eigener Erfahrung weiß ich, was es heißt, im Internet fertig gemacht (gemobbt) zu werden. Davor kann sich niemand schützen. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch - und das ist umso schmerzhafter -, dass das reale Leben in der Regel viel brutaler ist. Was ich dort schon an tief gehenden Verletzungen erfahren habe, kommt bei weitem nicht an das heran, was mir bisher im Internet angetan worden ist.

Ich habe den Eindruck, wir verlagern unser Leben viel zu sehr ins Internet und vernachlässigen dabei das gelebte Leben. In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auch auf meine folgenden Artikel aufmerksam machen:
Datenschutz - Bundesregierung schlimmer als Google und Nach vierzig Jahren noch nicht rehabilitiert.

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