Donnerstag, 29. März 2012

Schlecker - die sich wiederholende Geschichte


Für die Schlecker-Mitarbeiterinnen ist es eine brutale und Menschen verachtende Gefühlswelt, in der sie leben müssen. Die Schuld trifft jedoch nicht nur Anton Schlecker, sondern auch und vor allem die Gewerkschaften. Was bei Schlecker geschieht und vor Schlecker schon oft geschehen ist, wird auch weiterhin geschehen: Firmeninhaber fahren ihre Firmen und damit "ihre" Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Wand, nachdem sie Millionen verdient haben. Und die Gewerkschaften tun nichts dagegen, obwohl die miesen Arbeitsbedingungen - nicht nur bei Schlecker - seit Jahren bekannt sind. Und ohne den Rückhalt der Gewerkschaften können die Beschäftigten nur wenig ausrichten. Somit fand auch bei Schlecker ein stillschweigendes Bündnis zwischen Schlecker und der Gewerkschaftsführung statt. Dass die Gewerkschaftsbosse gewöhnlich in Worten ganz groß und in Taten sehr klein sind, dürfte für den politisch Interessierten nichts Neues sein.

Während sie in den Tarifkämpfen höhere Löhne fordern und die Geldgier der Unternehmer anprangern, verteidigen dieselben Gewerkschaftschefs die dreisten Millionengehälter der Bosse, in deren Aufsichtsräten sie ebenfalls ihr Zubrot verdienen - widerwärtig und verachtenswert.

Es darf auch nicht vergessen werden, dass in dieses Menschen verachtende System wie die Faust aufs Auge passt, dass Anton Schlecker & Familie das erpresste Vermögen behalten dürfen und die Verluste "mal wieder" - die sich wiederholende Geschichte - der kleine Mann mit seinen Steuergeldern bezahlen muss.

Meine zwanzig arbeitslosen Jahre haben mich nicht gefühllos gemacht gegenüber menschlichen Schicksalen. Die Wut und die Ängste der Schlecker-Mitarbeiterinnen und ihrer Familien und Freunde kann ich immer noch sehr nah mit empfinden.
Ich wünsche Euch jede Menge Kraft, starke zwischenmenschliche Hilfe und das Glück, möglichst schnell wieder beruflich Fuß zu fassen!

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