Dienstag, 14. Februar 2012

Zuerst kommt das Geld – und dann der Mensch

Die ARD-Dokumentation Facebook – Milliardengeschäft Freundschaft bewegt mich zu einigen ausgewählten Überlegungen, die mit Sicherheit nicht den vielfältigen und komplexen Bereich dieser Milliardengeschäfte umreißen, in der Geld alles zählt und der Mensch – wenn überhaupt – an zweiter Stelle steht:

Ich finde diese Dokumentation sehr aufschlussreich und hoffe, dass es bald auch eine entsprechende Dokumentation über Google geben wird. Denn auch Google ist eine Datensammelstelle mit dem Ziel, mit diesen Daten den eigenen Gewinn zu erhöhen - das steht an erster Stelle. Erst dann kommen die Menschen, die Google nutzen.

Welcher Google-Nutzer hat sich denn je die Geschäfts- und Datenschutzbestimmungen genau durchgelesen und dann gesagt: "Nein, das geht mir zu weit". Wenn ich diese Dienste nutzen will, muss ich die vorgegebenen Bedingungen voll inhaltlich unterschreiben oder ich bleibe außen vor Es ist doch im übrigen bei vielen Geschäftsbeziehungen (Telefon, Energie, Staat usw.) so, dass wir deren Geschäfts- und Datenschutzbestimmungen hinnehmen müssen nach dem Motto "Vogel friss oder stirb." Wenn ich – um nur ein Beispiel zu nennen – beim Bezug sozialer Leistungen nicht die staatlichen Bedingungen 1 : 1 ohne Wenn und Aber akzeptiere, stehe ich ohne Leistungen da.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass Google meine vielfältigen Daten sammelt, zusammen führen und auch zu Geld machen kann - vielleicht passiert ja schon genau das . . .
Papier (auch im Internet) ist sehr geduldig . . .

Gerade zur Zeit ist das Thema Urheberrecht zu Recht in aller Munde, weil Unternehmen und Staaten mit dem Vorwand, das Urheberrecht schützen zu wollen, darauf aus sind, uns auch im Internet zu zensieren. Und dennoch geben viele Menschen, die gegen diese Zensur kämpfen, Ihre Daten oftmals in einer Menge im Internet preis, die schon erschreckend ist. Auch ich gehöre dazu, doch mache ich das sehr bewusst: Einerseits bin ich gegen Werbung ziemlich immun (ein Jahr Werbeanalyse als schulisches Thema) und mit guten Antennen ausgerüstet. Zudem versuche ich, so viel Werbung wie möglich zu blockieren. Andererseits habe ich auch keine Angst, eine Reihe von persönlichen Daten öffentlich zu machen, weil bei einem politischen Rechtsruck es unerheblich sein wird, was von mir im Netz gespeichert ist. In solchen Zeiten können gehorsame Bürger zu unliebsamen Personen erklärt werden.

Jedoch ist auch das nicht so einfach, wie es sich schreibt und liest. Diese Überlegungen sind für mich grundsätzlich, aber nicht zwangsläufig. Da ich mein Leben lang schon ein offener und öffentlicher Mensch bin, macht mir der Umgang mit persönlichen Angaben im Internet keine Angst.

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