Mittwoch, 19. Oktober 2011

Hessische Landesregierung mobbt erfolgreiche Steuerfahnder

Würde ich daran glauben, dass wir in einer aktiven Demokratie leben, würde ich diese Geschichte nicht glauben. Doch sie stellt die grausame Wirklichkeit einer Demokratie dar, die es für viele Menschen (nicht nur für von Hartz IV Betroffene) schon lange nicht mehr gibt. Vier aufrechte und mutige hessische Steuerfahnder – Rudolf Schmenger, Marco Wehner (41), Heiko (42) und Tina Feser (40) -  machten nichts anderes als das, was ihre Aufgabe ist: Steuerhinterzieher aufspüren und gegen sie zu ermitteln. Und das haben sie erfolgreich getan. Sie entdeckten im Ausland versteckte Konten und holten für den hessischen Fiskus rund 250 Millionen Mark an Steuern und bundesweit eine Milliarde Mark an ins Ausland verschobenes Vermögen zurück. Als 1999 CDU und FDP an die Macht kamen, traten diese "demokratischen" Parteien ein Hetzkampagne gegen diese vier erfolgreichen Steuerfahnder los, die mehr als kriminell ist. Ich wage zu behaupten, dass dieses Verhalten organisierte Staatskriminalität ist. Ein Nervenarzt des Versorgungsamtes ließ sich von der Landesregierung dazu missbrauchen, Gutachten gegen diese vier echten Demokraten im Staatsdienst zu fälschen. Angeblich hätten alle vier eine "paranoid-querulantorische Entwicklung" und seien in dieser "ohne Krankheitseinsicht". Mit dieser antidemokratischen Vorgehensweis gegen verdiente Steuerfahnder, für die sie das Bundesverdienstkreuz verdient haben, zeigen CDU und FDP ihr wahres Gesicht. Nebenbei bemerkt: Die Parteikürzel sind beliebig austauschbar.

In einem zweiseitigen informativen und bebilderten Bericht über diesen hessischen Dauerskandal berichtet die verdi-Mitgliederzeitung ver.di publik in ihrer aktuellen Ausgabe unter der Überschrift

Anfangsverdacht erhärtet sich

über diese Hetzkampagne, die sich bis in den privaten Bereich der Betroffenen auswirkt.

Marco Wehner wird in dem Bericht zitiert, er habe sich wie an den Pranger gestellt gefühlt.

Zwei Zitate aus diesem Bericht möchte ich hier stellvertretend mal zitieren:

"Er (Schmenger) sei gesellschaftlich geschnitten und ausgegrenzt worden, sein schweres Nierenleiden habe sich verschlimmert, Rücken- und Herzprobleme seien dazu gekommen. Dass das Mobbing sie krank gemacht habe, berichteten auch das Ehepaar Feser und Marco Wehner."

Im Mai 2009 erhielt Schmenger den ´Whistleblower Preis´ verliehen. Dieser Preis wird von Wissenschaftlern und Juristen an mutige Menschen verliehen, die Missstände aufdecken. Er bekam diesen Preis zusammen mit seinem ehemaligen Abteilungsleiter Frank Wehrheim (62).

"Die Fahnder jedenfalls fanden sich zwangsversetzt – wie sie es sahen – an Katzentischen wieder, kaltgestellt, hochqualilfiziert auf einmal mit untergeordneten Aufgaben betraut oder gar nicht beschäftigt. Fachgespräche unter Kollegen wurden untersagt, für die Ermittlung notwenige Kontakte mit der Staatsanwaltschaft sanktioniert."

Beim Lesen dieses Berichts packt mich eine rasende Wut, weil ich die Erfahrungen dieser vier Menschen und Ihrer Familien nicht nur verstehen, sondern auf Grund meiner Erfahrungen auch nach- und mitfühlen kann (wenn auch – aber das ist unerheblich – auf anderer Ebene.

Kommentare:

  1. Diese Sache läßt mich bis heute nicht los. Das ist eine Riesen-Riesensauerei der damaligen hessischen Landesregierung unter Karpfengusche
    Koch. Die tapferen Steuerfahnder wurden versetzt und Koch hat sich lukrativ bei der
    Bauindustrie verpisst! Dem paranoiden Nervenarzt
    kann ich auch heute noch .......
    18. 02. 13 Helmut aus Berlin

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  2. Diese Steuerfahnder sind ganz und gar nicht paranoid, wie ihnen jetzt letztinstanzlich bescheinigt worden ist. Dem ging ein jahrelanger und Kräfte zehrender Kampf voraus. Doch er hat sich gelohnt! Mein herzlicher Glückwunsch geht an diese mutigen Steuerfahnder.

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