Samstag, 3. September 2011

Ein seltenes und ehrliches Lob

Vor wenigen Tagen habe ich einen Menschen neu kennen gelernt und wir haben uns – unter Außerachtlassung jeglichen Smalltalks – sehr viel über unsere Gefühle und Gedanken ausgetauscht. Und da wir in einer leistungs- und geldorientierten Gesellschaft leben, war auch unserer beider Arbeitssituationen Thema. Wir vermochten es glücklicherweise, auch sehr viel über andere Dinge zu sprechen – schließlich gibt es außer Arbeit noch viele weitere Lebensfacetten.

Zu meiner Langzeitarbeitslosigkeit in all ihren Zusammenhängen und Abhängigkeiten anerkannte dieser Mensch (sinngemäß): "So viele Jahre Arbeitslosigkeit auszuhalten verlangt mehr Kraft und Überlebenswillen als sich viele Menschen vorstellen können." Ein solches anerkennendes Lob höre und lese ich leider viel zu selten. Sind die Menschen nicht imstande, sich in einen langzeitarbeitslosen Menschen hinein zu versetzen? Ist es ihnen aus eigenen Befindlichkeiten heraus peinlich? Ist ein solches Lob "zu persönlich"? Wird lieber kritisiert als gelobt? Oder sind wir schon so verroht, dass wir uns lieber im Konkurrenzkampf und Intrigen üben anstatt in Einfühlungsvermögen, Feinfühligkeit, Aufmerksamkeit, Achtung und Mitmenschlichkeit?

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