Mittwoch, 29. Juni 2011

Stadt Solingen will kostenlose Arbeitskräfte ködern

Mit der Einführung einer Ehrenamtskarte für Ehrenamtler aus Solingen will die Stadtverwaltung dafür sorgen, dass sich mehr Menschen in Solingen kostenlos  für Tätigkeiten engagieren, für die die Stadt nicht das nötige Personal einstellen will. Das "Argument" der klammen Kassen kann ich schon nicht mehr hören, weil es unredlich ist. Als von Armut betroffener Solinger tut die Stadt nichts für mich, hat aber keine Probleme damit, mich ehrenamtlich zu "beschäftigen". Eine bezahlte Arbeit statt "Ehren"-amt wäre mir wesentlich lieber, weil ein Ehrenamt nicht mehr ist als Beschäftigungstherapie. Es kann keineswegs als Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bezeichnet werden.

Mit dieser Ehrenamtskarte sollen ehrenamtlich tätige Solingerinnen und Solinger für ihr "Engagement" mit Begünstigungen entlohnt bzw. belohnt werden – unabhängig davon, ob der betroffene Ehrenamtler auf Vergünstigungen angewiesen ist wie z.B. gut gestellte Rentner, Ehefrauen von Politikern, Managern oder sonstwie abgesicherte Menschen. Für arme Solinger gibt es bisher lediglich den Solingen-Pass, mit dem in nur sieben (!) Solinger Einrichtungen "ermäßigte" Preise bezahlt werden müssen.

Wenn diese Karte eingeführt wird, fühle ich mich Langzeitarbeitsloser mit zwei Ehrenämtern in einer städtischen Einrichtung schlichtweg verhöhnt.

1 Kommentar:

  1. Ich wäre bereit aus Langeweile für "lau" zu arbeiten,ja, soweit ist es schon nach sechs Wochen Grusi gekommen, denn Ich sitze nur zu Hause u kriege langsam die Krise. Die Eherenamtskarte würde Ich noch mitnehmen g. Besser als nix.
    Gruß
    Ein neuer Leidensgenosse in SG !!!
    PS : Bin auch arm g.
    (Ralf)

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