Montag, 20. Juni 2011

Müngstener Brücke: Bahn verhöhnt weiterhin ihre Kunden

Die fehlende Bereitschaft der Deutschen Bahn, die Müngstener Brücke verkehrstüchtig zu erhalten und somit die gesamte Strecke zwischen Wuppertal und Solingen sicher zu stellen, ist wohl mittlerweile weit über die Grenzen des Bergischen Landes hinaus bekannt. Somit steht die Bahn nicht zu ihren Pflichten, sie vernachlässigt sie jedoch – und ich behaupte: vorsätzlich – in ganz offensichtlicher Weise, weil bei der Bahn immer noch der alte Mehdorn-Leitsatz gilt, dass das privatwirtschaftliche Staatsunternehmen Bahn an private Investoren zu verschachern ist – koste es, was es wolle. Und das ist das Geld der Steuerzahler, eine Veruntreuung von staatlichen Finanzen zur Sozialisierung der Folgeverluste.

Nun hat es mich heute doch sehr verwundert (oder eigentlich auch nicht), dass die Bahn auf der kurzen Strecke Solingen-Hauptbahnhof bis Solingen-Mitte (drei Haltestellen) in einem Zug, der höchstens 25 % so lang ist wie eine normale S-Bahn, sage und schreibe drei (!) Kontrolleure einsetzt, um zu prüfen, ob jeder Fahrgast auch einen gültigen Fahrtausweis hat. Dazu muss man sagen, dass die meisten Fahrkartenkontrolleure der Bahn zivil rumlaufen und vom Umgang mit Kunden nicht die geringste Ahnung haben. Für mich sind diese Leute brave Soldaten ihres Herrn Deutsche Bahn.

Die schon seit Monaten von dieser von der Bahn zu verantwortende Leistungsverweigerung betroffenen Kunden können sich nur ärgern, denn Appelle seitens der Bürger lässt die Bahn kalt. Die Medien nehmen diesen Skandal auch nicht ernst und ziehen ihn immer wieder ins Lächerliche. Und die Politiker ergießen sich auch nur in leeren Worten.

In dieser Hinsicht stehen sich zumindest Bahn und Politik sehr nahe: Sie reden viel, versprechen noch mehr, aber handeln nicht und brechen ihre Versprechen. Und wo sind die Gewerkschaften, die doch angeblich ihre Arbeitnehmer vertreten (sehr viele Pendler benutzen diese Strecke, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen)?

Warum wohl gehen die Stuttgart-21-Gegner auf die Straße und die bergischen Menschen nicht?

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