Mittwoch, 8. Juni 2011

Leichteres gegenseitiges Verstehen

In den ersten Jahrzehnten meines Lebens habe ich in Gesprächen immer wieder die folgende Erfahrung gemacht: Mein Gegenüber erklärt mir etwas, was ich nicht ganz verstehe. Ich sage ihm, dass ich ihn nicht verstanden habe und er erklärt es mir in anderen Worten (Fassung A). Nun verstehe ich auch an diesen Erklärungen nicht alles, sage es ihm, und er erklärt es mir mit wieder anderen Worten (Fassung B). Das ging dann oft noch einige Fassungen weiter und schlussendlich war ich ganz verwirrt und habe gar nichts mehr verstanden. Und manches Mal ging auch der Anfang verloren.

Viele Jahre habe ich ergebnislos darüber nachgedacht, wie ich solche "Endlos"-Gespräche vermeiden und zu einem gegenseitigen Verstehen kommen kann. Die Lösung fiel mir ganz spontan ein, und ich versuche seitdem, sie zu leben: Wenn ich die Ausführungen meines Gegenübers nicht verstehe, dann versuche ich ihm zu sagen, was ich verstanden bzw. wie ich ihn verstanden habe. Somit ist er davon befreit, mir Alles noch einmal erklären zu müssen. Er braucht nunmehr nur noch auf die Punkte einzugehen, in denen ich ihn falsch verstanden habe.

Seitdem erlebe ich diese Umgangsweise immer wieder als entspannt und fruchtbar.

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