Freitag, 18. März 2011

Fukushima: 50 Menschen im tiefsten Schlund der Hölle

Was für Menschen sind die 50 Männer, die in Fukushima (freiwillig) direkt im Reaktor ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Japaner und die übrige Weltbevölkerung vor einem möglichen atomaren Super-GAU zu bewahren? Sind es Abenteurer? Sind es Menschen, die mit ihrem Leben abgeschlossen haben? Ich kann es mir nicht vorstellen. Riskieren sie ihr Leben aus Liebe zu ihrem Vaterland, vielleicht auch aus Liebe zu den übrigen möglicherweise betroffenen Menschen weltweit? Mit dem Begriff Liebe zum Vaterland kann ich nichts verbinden, mit dem zweiten Teil der Frage sehr viel. Ich gehe davon aus, dass diese 50 Männer (ebenso wie die anderen Hilfskräfte am Atomkraftwerk) sehr genau wissen, dass sie mit ihrem lobens-, achtens- und bewundernswerten Einsatz ihre Leben um viele Jahre verkürzen. Und ich will hoffen, dass alle das Atomkraftwerk wieder verlassen können und dort nicht sterben.

Ich erlebe die japanischen Menschen in der Katastrophe im Allgemeinen als äußerlich sehr ruhig, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass diese Ruhe nicht ihren wirklichen Gefühlen entspricht. Ist diese Art von Selbstbeherrschung "erlernt"? Liegt sie möglicherweise in der Geschichte Asiens begründet? Ich weiß es nicht. Wie verarbeiten diese Menschen gefühlsmäßig ihre massiven Verluste von Materiellem und von Freunden, Familien und geschätzten und geliebten Menschen?

Ich frage mich auch aus dem räumlichen Abstand heraus und meiner nur indirekten Betroffenheit, ob ich bereit und fähig wäre, mein Leben aufs Spiel zu setzten, um viele Leben zu retten – ich weiß es nicht. Den Einsatzkräften am und im Schlund der Hölle drücke ich alle Daumen und wünsche ihnen schnelle und erfolgreiche Arbeit!

Nachtrag: Zu dieser Thematik habe ich gerade noch diesen n-tv-Bericht gefunden.

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