Samstag, 4. September 2010

Persönliche Armut


Es ist ein erdrückendes Gefühl, am Monatsanfang zu wissen, dass man nur noch etwa 120 Euro für den Rest des Monats zum Leben hat. Oder sollte ich lieber sagen zum Überleben? Selbst das Letztere ist damit kaum möglich, weil dieser Betrag nicht einmal die Kosten für Grundnahrungsmittel deckt.

Es ist leichter gesagt als getan, nicht mehr Geld auszugeben, als man zur Verfügung hat, weil von dem monatlichen Regelsatz für Langzeitarbeitslose (Hartz IV) in Höhe von 359 Euro ein menschenwürdiges Leben nicht möglich ist:
Davon ist Leben - wenn man ehrlich ist - überhaupt nicht möglich. Es ist zudem ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Mietkosten von den ARGEn übernommen werden. Bei mir ist das zwar glücklicherweise der Fall, aber es gibt auch viele Langzeitarbeitslose, die von dem kargen Regelsatz noch einen Teil ihrer Mietkosten aufbringen müssen.

Mir ist klar, dass für viele meine Leserinnen und Leser dieses Thema gerade in dieser sehr persönlichen Offenheit peinlich ist, weil man nach außen hin doch besser so tut, als ginge es einem gut. Viele werden auch der Ansicht sein, das sei doch sehr persönlich und zu intim. Und über seine Ängste solle man doch besser nicht so offen sprechen. Doch ich versichere, dass ich bei niemandem schlechte oder peinliche Gefühle erzeugen will. Mein Leben besteht aus vielen feinen Facetten, die sich auch oft widersprechen.

Ich möchte meine Ausführungen gerne mit der folgenden Weisheit schließen: Die Angst ist die andere Hälfte von Mut.

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