Dienstag, 31. August 2010

Gespräche mit meinem Vater


Fast elf Jahre ist mein Vater schon tot und mir kommt es immer noch vor, als sei er erst vor wenigen Wochen gestorben. Sein Tod fiel in einen Monat, in dem ich nicht nur meinen Vater verloren habe, sondern auch eine aussichtsreiche Stelle und eine langjährige Freundin durch Trennung.

Von den mir nahe stehenden Menschen sind bisher nur mein Onkel (zu der Zeit war ich noch Kind) und mein Vater gestorben. Seltsamerweise spüre ich bis heute keine Trauer. Vielleicht habe oder spüre ich ja doch Trauer, weil ich glaube, dass Trauer sehr viele Gesichter hat.

Den Kontakt zu meinem Vater habe ich aber nie verloren. Wenn ich ihn an seinem Grab besuche, erzähle ich ihm immer das Neuste aus der Welt und aus meinem Leben. An anderen Orten rede ich auch mit ihm. Sehr oft bitte ich ihn: "Also Vati, ich habe ja ganz und gar nichts dagegen, wenn Du mit den Engelchen flirtest. Aber an und an kannst Du von da oben auch mal nach mir schauen und mich auf Dinge aufmerksam machen, die ich nicht sehe. Immerhin hast Du vom Himmel aus einen besseren Überblick." Na ja - seine Schwerpunkte haben sich wohl ein Wenig verschoben. Ist so auch in Ordnung für mich.

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